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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Schwerer Verdacht gegen Mubarak-Regime nach Christenmord von Alexandria 16. Februar 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 14:11

Warum war keine Polizei am Tatort? 

 

GÖTTINGEN/ KAIRO (ZENIT.org): Gegen den früheren ägyptischen Innenminister Habib el-Adly wird derzeit wegen des Verdachts auf Verstrickung in den Terroranschlag auf Kopten in der Neujahrsnacht in Alexandria ermittelt. Dies berichtet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die damit eine Meldung des arabischen Nachrichtensenders al Arabiya aus Dubai aufgreift. Berichte britischer Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter sollen Zweifel an den offiziellen ägyptischen Versionen des Tatgeschehens nähren.

 

Bei dem Anschlag auf die Kathedrale waren 24 Kopten getötet und 170 Personen verletzt worden. Augenzeugen des Blutbades hatten sich gegenüber der GfbV verwundert darüber gezeigt, dass trotz Gewaltdrohungen bis auf vier Polizisten und einen Vorgesetzten alle Überwachungskräfte unmittelbar vor dem Anschlag von der mit 2.000 Gläubigen besetzten Kirche abgezogen worden waren.

 

„Sollte sich der ungeheuerlich klingende Verdacht erhärten, würde dies das Mubarak-Regime in ein noch düstereres Licht rücken“, kommentiert der Afrikareferent der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius, den Vorgang. Das ägyptische Innenministerium hatte mehrfach neue Versionen des Tatgeschehens präsentiert und unerwartet schnell ausländische Attentäter des Terrornetzwerks El Kaida für das Blutbad verantwortlich gemacht. Später musste die Regierung einräumen, dass der Anschlag von Ägyptern verübt wurde. Für die Planung des Anschlags machte Kairo die im Gaza-Streifen ansässige „Armee des Islam“ verantwortlich, die jedoch jede Beteiligung bestritt.
 

Der ägyptische Rechtsanwalts Ramzi Mamdouh berichtet, sich dabei auf britische Diplomaten berufend, dass der frühere ägyptische Innenminister in den vergangenen sechs Jahren ein Sonderkommando von 22 Mitarbeitern aufgebaut hat, zu denen auch radikale Islamisten zählten. Sie sollten Anschläge im Land verüben, damit das Mubarak-Regime sich als Retter vor Islamisten darstellen könne.

Britischen Geheimdiensten sollen zudem Informationen vorliegen, denen zufolge ein Mitarbeiter des Innenministeriums in Kairo, Major Fathi Abdelwahid, am 11. Dezember 2010 Ahmed Mohamed Khaled, der elf Jahre in ägyptischer Haft verbrachte, angewiesen habe, mit der radikalen Gruppe Jundullah Kontakt aufzunehmen. Sie sollten einen Anschlag auf die Kathedrale in Alexandria vorbereiten. Khaled soll gegenüber der Gruppe erklärt haben, er habe Waffen in Gaza beschafft, um „die Kopten zu disziplinieren“.

Ein Jundullah-Mitglied sollte das mit dem Sprengsatz beladene Auto vor die Kirche fahren. Entgegen der Absprache zündete der Major den Sprengsatz, obwohl der Attentäter es noch nicht verlassen hatte. Später soll Khaled mit Jundullah-Kämpfern in einer konspirativen Wohnung in Alexandria zusammengetroffen sein, um das Attentat auszuwerten. Einige Tage danach wurden die Jundullah-Aktivisten verhaftet und ins Innenministerium gebracht. Als die öffentliche Ordnung zusammenbrach, sollen sie am 28. Januar geflohen sein und in der britischen Botschaft Zuflucht gesucht haben.

 

„Die Vorwürfe klingen abenteuerlich, erinnern jedoch an ähnliche Kommandoaktionen des algerischen Geheimdienstes, der 1996 sieben französische Mönche entführte, die später getötet wurden“, sagte Delius. „Außerdem verübten Geheimdienstler zahlreiche Terroranschläge, für die die Regierung in Algier fälschlicherweise radikale Islamisten verantwortlich machte.“

 

Auffallend war im Anschluss an die Bluttat auch die aggressive Rhetorik regierungsnaher ägyptischer Repräsentanten als Reaktion auf einen Appell aus Rom: Nachdem Papst Benedikt XVI. Anfang Januar mehrfach an die Regierungen islamischer Staaten appelliert hatte, „sich dafür einzusetzen, dass ihre christlichen Mitbürger in Frieden leben können“, zeigt sich die ägyptische Diplomatie entrüstet und wertete den Aufruf die Stellungnahme als Einmischung in innere Angelegenheiten. Zudem wurde der Vorwurf erhoben, der Papst habe zu einem regelrechten Kreuzzug europäischer Mächte aufgerufen. Die Arabische Republik Ägypten rief ihre Botschafterin beim Heiligen Stuhl nach Kairo zu Konsultationen mit dem ägyptischen Außenministerium zurück und wenig später brach die staatliche Universität Al Azhar den Dialog mit dem Vatikan ab.

 

Der Großscheich der Universität Al-Azhar, Ahmed Al-Tayyeb, der der Regierung Mubarak treu ergeben war, warf dem katholischen Oberhaupt vor, sich nur für die Religionsfreiheit von Christen einzusetzen und behauptete, hinter dem Anschlag steckten fremde Mächte, wobei er ausdrücklich Israel nannte. Eine offizielle Begründung für den Abbruch der Gespräche zwischen Kairo und dem Päpstlichen Rat für den interreligiösen Dialog liegt bisher nicht vor. Sollte sich nun der Vorwurf der Beteiligung des Regimes an Christenmord erhärten, dann stach Papst Benedikt mit seinem Appell an die Mubarak-Regierung, die einheimischen Christen besser zu schützen, genau ins Wespennest. {Quelle: www.zenit.org – Von Michaela Koller }

 

3 Responses to “Schwerer Verdacht gegen Mubarak-Regime nach Christenmord von Alexandria”

  1. Ivanfi Says:

    Die Gesellschaft von Bedrohten Völker ist muslimisch unterwandert.

    Daher glaube ich solchen Stuss, wie hier gegen Mubarak aufgeführt wird, nicht.
    Siehe den DLF Interview, wo Herr Delius sehr wohl antichristlich, promuslimisch argumentiert:
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1140644/
    Ivanfi (16.2.2011)

  2. bazillus Says:

    Ich denke, Verschwörungstheorien bestehen auf Erden genug und sind bei der Lösung von Problemen wenig hilfreich. Wenn sich die Tatverdächtigungen erhärten sollten, nehme ich den ersten Satz mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns zurück.

    Ich denke, dass in Ägypten, dem Geburtsort der Muslimbruderschaft genug Potential bereit liegt, gegen Christen tödlich zu operieren. Da benötigt man weder eine Verschwörungstheorie noch ein Al Kaida noch eine andere organisierte Bande. Es reicht mitunter eine scharfe Freitagspredigt aus, die auf ohnehin radikalisierte Muslime wie ein Tötungsbefehl wirken kann.

    Ich denke, den islamistischen Ungeist der medinensischen Ausgrenzungsverse aus der muslimischen Gelehrten- und Imamschaft wie eine gedankliche innere Besessenheit auszutreiben heißt das Gebot der Stunde. Dieser Ungeist ist die Bedrohung einer jeden Gesellschaft, auch der islamischen selbst. Dazu ist es aber nötig, die Urgrößen des Islam zu hinterfragen und auch das Bild zuzulassen, welches bei objektiver Betrachtung zutage treten wird ohne Verklärung des Propheten und ohne die Verklärung des Gottes des Islam. Solange hauptsächlich die medinsischen Beute-, Kampf- und Frauendiskrimierenden Verse im Islam noch immer Geltung haben, solange die Gräueltaten des Propheten immer noch als sakrosankte Heldentaten gelten, solange wird der Islam dem Vorwurf ausgesetzt sein, dass diese Religion eine ursprünglich zutiefst menschlich machtbesessene Gewaltideologie ist, die nicht dem Geist des einzig wahren Gottes entsprungen ist und sein kann, weil die Taten des Religionsgründers anders als bei Jesus eine Gewaltsprache verkündeten.

    Solange Attentate durch Muslime verübt werden, solange Ungläubige und Schriftbesitzer als Menschen dritter Klasse, muslimische Frauen als Menschen zweiter Klasse, die sogar neben Pferd und Hund männliche Gebete ungültig machen können, und Muslime als von Geburt an besser und bevorzugt angesehen werden, solange Selbstkritik und die Nichtübernahme von Eigenverantwortung die Prinzipien des Islam darstellen, solange wird die Kompatibilität mit menschenrechtskonformen Systemen und dem Christen- und dem Judentum ausbleiben.


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