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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Proteste in Bahrain, Jemen und Iran 16. Februar 2011

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 00:53

Aufgebrachte Menschen haben sich am Dienstag in Bahrain, im Jemen und im Iran blutige Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften und Demonstrationsgegner geliefert.

 

Teheran/Manama/Sanaa: Die Protestwelle gegen autoritäre Regierungssysteme erreicht immer mehr arabische Länder und ist auch auf den Iran übergeschwappt. In Teheran protestierten am Montag Augenzeugen zufolge Tausende Menschen gegen Präsident Mahmoud Ahmadinejad – trotz eines Demonstrationsverbots. Die Polizei ging am Montag mit Tränengas und Farbkugeln gegen den Marsch der Opposition vor. Zwei Menschen starben, iranische Abgeordnete forderten daraufhin die Todesstrafe für führende Oppositionelle. Im Jemen gingen die Proteste gegen Präsident Ali Abdallah Saleh am Dienstag weiter. In Bahrain gab es zwei Todesopfer.

 

Die USA unterstützen die Anti-Regierungs-Proteste im Iran demonstrativ. Außenministerin Hillary Clinton sagte, sie wünsche der Opposition gegen das Regime einen ähnlichen Erfolg wie in Ägypten. Um die Kommunikation zwischen Regierungskritikern zu unterstützen, startete das US-Außenministerium einen Twitter-Kanal auf Farsi (Persisch). EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton forderten den Iran auf, das Recht der iranischen Bevölkerung auf friedliche Demonstrationen zu respektieren.

Krawalle auch im Iran: Nach unbestätigten Berichten kam es in Teheran zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, wobei eine Person erschossen wurde, mehrere weitere wurden verletzt. Die iranische Polizei machte die verbotenen oppositionellen Volksmujaheddin für den Tod des Demonstranten verantwortlich. Parlamentsabgeordneter Kazem Jalali sprach laut Nachrichtenagentur Isna von zwei Toten.

 

Iranische Parlamentsabgeordnete wollten die Regierungskritiker Mir-Hossein Moussavi (Mussawi) und Mehdi Karroubi am Dienstag zur Verantwortung ziehen. Moussavi und Karroubi sollten wegen korrupten Verhaltens vor Gericht gestellt werden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Irna. Auf diesen Straftatbestand, der wiederholt schon gegen Dissidenten angewandt wurde, steht die Todesstrafe. Parlamentspräsident Ali Larijani kündigte an, ein Ausschuss werde den „Verlauf der Krawalle“ aufklären.

Den Oppositionspolitikern wird vorgeworfen, Demonstranten angestachelt zu haben. Auf Websites verbreitete die Opposition den Aufruf, dass nach den arabischen Führern nunmehr das Regime in Teheran an der Reihe sei, gestürzt zu werden. Die Polizei hatte Moussavi und Karroubi am Montag praktisch unter Hausarrest gestellt. Es wird erwartet, dass die Führung in Teheran den Druck auf die Opposition erhöht, um Demonstrationen nach dem Vorbild von 2009 zu verhindern. Nach der umstrittenen Präsidentenwahl im Juni 2009 war es in der Islamischen Republik zu den schwersten Unruhen seit der Islamischen Revolution von 1979 gekommen.

Kämpfe zwischen Präsidenten-Gegnern und Saleh-Anhängern: Proteste gegen den Präsidenten gab es am Dienstag erneut im Jemen. Dort lieferten sich Gegner und Anhänger von Staatschef Ali Abdallah Saleh heftige Auseinandersetzungen. Nach Angaben von Augenzeugen zogen rund 1000 Regierungsgegner in Sanaa Richtung Präsidentenpalast, wurden aber von Bereitschaftspolizei in Seitenstraßen abgedrängt. Dort trafen sie auf Hunderte, angeblich bezahlte Anhänger des Präsidenten. Beide Gruppen gingen mit Knüppeln und Steinen aufeinander los. Mindestens vier Regierungsgegner wurden dabei verletzt.

 

Saleh steht derzeit stark unter Druck. Unter dem Eindruck der Proteste in Ägypten und Tunesien fanden auch im Jemen Demonstrationen gegen das Regime statt. Der seit 1978 amtierende Staatschef kündigte daher an, nach dem Ende seiner Amtszeit 2013 nicht erneut für das Präsidentenamt zu kandidieren. Zudem schloss er eine „Erbfolge an der Staatsspitze“ aus. Die jemenitische Regierung wird in der Bevölkerung scharf kritisiert, weil sie den Kampf gegen Al-Kaida immer mehr den USA überlässt. Die Opposition lehnt Wahlen ab, solange nicht grundlegende Reformen umgesetzt sind.

Sicherheitskräfte gegen Demonstranten: In Bahrain töteten Polizisten vor dem Begräbnis eines Unruhe-Opfers einen 31-jährigen Mann. Die Sicherheitskräfte haben nach Angaben der Opposition die vor einem Krankenhaus in Manama versammelte Trauergemeinde am Dienstag gewaltsam auseinandergetrieben und dabei einem Mann in den Kopf geschossen. Am Montagabend war ein Mann seinen Verletzungen erlegen, die er sich bei der Auflösung einer Demonstration im Dorf Diya östlich der Hauptstadt zugezogen hatte. Mindestens 20 Menschen wurden am Montag bei den Protesten unter dem Titel „Tag des Zorns“ verletzt. Wegen der gewaltsamen Unterdrückung der regierungskritischen Proteste boykottiert der schiitische Oppositionsblock Wefaq seine Mitarbeit im Parlament.

 

Schon in den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Unruhen in Bahrain gekommen, wo sich die Schiiten von der pro-westlichen sunnitischen Führungsschicht benachteiligt fühlen. 1981 nach dem Ausbruch des iranisch-irakischen Krieges hatten Bahrain und die anderen pro-westlichen arabischen Golf-Monarchien – Saudi-Arabien, Kuwait, Oman, Katar und Vereinigte Arabische Emirate (VAE) – den Golfkooperationsrat (GCC) mit dem Ziel gegründet, die Wirtschafts-und Verteidigungspolitik zu koordinieren. Scheich Hamad Bin Issa al-Khalifa bestieg 1999 nach dem Tod seines Vaters Issa den Thron als Emir, wenig später nahm er den Königstitel an. {Quelle: www.tt.com}

 

 

Demos in arabischer Welt: Verletzte bei Unruhen in Bahrain und Jemen

 

Unruhen erschüttern nach dem Umsturz in Ägypten weiter die arabische Welt: Im Jemen und in Bahrain protestierten hunderte gegen die herrschenden Regime. Mehrere Menschen wurden verletzt.

 

Vor einer geplanten Protestaktion gegen die Regierung im Golf-Emirat Bahrain ist es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizisten setzten nach Angaben von Augenzeugen Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten in der überwiegend von Schiiten bewohnten Ortschaft Newidrat im Südwesten des Inselstaats ein. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Die Opposition hat für heute zu einer Großdemonstration gegen die sunnitische Regierung aufgerufen. Es soll die erste größere Kundgebung in der Golfregion seit dem Beginn der Proteste in Tunesien und Ägypten sein. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit in Bahrain wirft der sunnitischen Führungsschicht Diskriminierung vor. Nach der Festnahme schiitischer Aktivisten war es im vergangenen Jahr zu Zusammenstößen gekommen. Das kleine Emirat ist insbesondere für die USA als Sitz der 5. Flotte der US-Marine von Bedeutung. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung sind Schiiten.

 

Journalisten im Jemen festgenommen:

Indessen dauern im Jemen die Proteste gegen die Führung an, obwohl die Polizei Gewalt einsetzt. Am Montag demonstrierten in der Hauptstadt Sanaa etwa 500 Regierungsgegner. Sie riefen die gleichen Slogans, die in der vergangenen Woche auf dem Tahrir-Platz in Kairo zu hören gewesen waren: „Das Volk will den Sturz des Regimes“ und – an die Adresse von Staatspräsident Ali Abdullah Salih – „Verschwinde!“. Ihnen standen nach Angaben von Augenzeugen etwa 100 Gegendemonstranten gegenüber, die Bilder des Präsidenten in die Höhe hielten. Es war bereits der vierte Tag in Folge, an dem im Jemen demonstriert wurde. Am Sonntag war es bei einer größeren Demonstration in Sanaa zu schweren Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und den Sicherheitskräften gekommen. Die Polizei hatte mehrere Demonstranten und Journalisten vorübergehend festgenommen, darunter auch ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur dpa.

 

Algeriens Regierung tut Proteste ab:

In Algerien hat Außenminister Mourad Medelci hat die Proteste gegen die Regierung als eine „Minderheitsbewegung“ eingestuft, die von Mal zu Mal weniger Zulauf haben werde. „Algerien ist nicht Tunesien, Algerien ist nicht Ägypten“, sagte Medelci dem französischen Radiosender Europe 1. In beiden Ländern hatten Protestbewegungen die Machthaber zum Rücktritt gezwungen. Der Minister bestätigte, dass „in den nächsten Tagen“ der seit 19 Jahren geltende Ausnahmezustand aufgehoben werde. Präsident Abdelaziz Bouteflika hatte diesen Schritt Anfang Februar angekündigt. Am Samstag hatten rund 30.000 Polizisten einen Protestmarsch von rund 2000 Demonstranten verhindert, die nach dem Vorbild Tunesiens und Ägyptens gegen die Regierung protestieren wollten. Die Organisatoren vom Bündnis Nationale Koordinierung für den Wandel und die Demokratie (CNCD) riefen für Samstag zu einer weiteren Kundgebung auf. {Quelle: www.n24.de}

 

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