kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die koptischen Märtyrer der reformierenden Revolution 15. Februar 2011

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 02:05

Trotz der Bestialität der ägyptischen Polizisten und Soldaten der Sicherheitsgarde bestanden die jungen Kopten darauf, das staubige Gesicht ihres Landes zu säubern und zu verschönern, selbst wenn das mit ihrem eigenen Blut vollendet ist.

 

Sie erinnern mich an den jungen David, der zu Goliat sagte: „Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen der Heere, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast“ (1Sam.17:45). Dasselbe taten die jungen Kopten! Sie vertrauten auf Christus und zogen keine glatten Steine und keinen Schleuder aus ihren Hosentaschen, sondern ihre Handys.

 

Sie und alle jungen Menschen haben das Unmögliche verwirklicht. Sie stellten auf die Beine, was ihre Eltern und Großeltern 30 Jahre lang aus Angst nicht schaffen konnten. Darum ist der Witz über Mubarak keiner ist, sondern eine Bestätigung für den Erfolg der Jugendlichen. „Mubarak träumte davon, dass er gestorben ist. Gamal Abd Elnasser und Anwar Saddat haben ihn empfangen, und zwar mit der Frage: Wie bist du gekommen? Gift (Nasser) oder Tribüne (Saddat)? Mubarak erwiderte: Nein, Facebook“. Meines Erachtens ist das kein Witz, sondern Realität. Mittels Facebook, Twitter, Google und Youtube verstummten sie das brutale Regime.

 

http://www.copts.co.uk/Arabic/index.php?option=com_content&view=article&id=5780:—-l-r-lr—–lr-lr——&catid=3:news&Itemid=8

 

Mina Nabil Hilal

= Am „Freitag des Zorns“ gingen die drei Brüder auf die Straße: Mina kehrte als Leichnam zurück, Samir wurde schwerverletzt und Magdy blieb trotz allem auf dem Tahrir-Platz, bis er und seine Generation das Regime Mubaraks stürzten. Die drei Brüder verabschiedeten sich von ihrem Vater, der ein Taxi fährt, um sie zu ernähren. Sie sagten ihm, dass sie auf die Straße gehen, weil sie sich nach Freiheit und Veränderung sehnen. Mit den Massen liefen sie auf Elharam-Straße, bis sie die Brücke „Kassr Elnil“ erreichten, wo die Polizei auf sie losging. Mina wurde von einem Gummigeschoss im Gesicht getroffen und starb an innerer Verblutung. Samir wurde am Bein erwischt. Somit blieb ihr Bruder Magdy zwischen einem Toten und einem Schwerverletzten. Magdy entschied sich, den Wunsch seiner Brüder zu verwirklichen: Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte. Der Preis war sehr hoch, aber hinnehmbar!

 

http://copticboard.com/subject.aspx?id=664

 

= Mariam ist 16 Jahre jung: Während sie die Proteste mit ihrem Handy vom Dachgeschoss aus filmte, wurde sie von den Polizisten getroffen. Ihr Vater Makram Nasched schildert 21 Minuten lang der Menschenrechtlerin Mariam Ragy schreckliche Einzelheiten. „Wir wohnen gegenüber einer Polizeistation. Als die Proteste ihren Lauf nahmen, ging ich auf die Straße, um zu sehen, was Sache ist. Mariam sagte mir, dass sie das alles vom Dachgeschoss filmen und verfolgen wollte. Was ich gesehen habe, kann kein Mensch sich vorstellen. Die Polizisten schossen mit scharfer Munition auf die Menschen. Viele fielen sofort tot um, weil sie am Kopf getroffen wurden. Während die Polizisten sich im fünften Geschoss der Polizeistation platziert haben, waren ich und die vielen damit beschäftigt, die Leichen zu bergen. Plötzlich vernahm ich Geschrei aus unserem Haus. Mariam bekam eine Kugel am Kopf, die durch die Wange drängte, weil die Polizisten wahllos um sich schossen. Von 20:00 bis 02:20 fanden wir keinen Arzt in dem Eldemerdasch-Krankenhaus, der sie operieren konnte. Die Leichen, die wir währenddessen gesehen haben, sind überaus viel. Kurz später verstarb sie verblutend“.

 

„Das war in Elzawya Elhamra. Meine Tochter stand im vierten Obergeschoss und die Polizisten schossen von dem Fünften auf alles. Ich kann zum Beispiel von Gergis berichten, der als Abaanub Saber bekannt ist. Er bekam eine Kugel am Kopf, als er die Leichen und die Schwerverletzten auf seinem Motorrad transportierte. Die Jugendlichen und die Familien der Gefallenen attackierten mit allen möglichen Gegenständen die Polizisten. Als ihre Munition ausging, stürmten die wütenden Demonstranten die Polizeistation und zündeten sie an. Allein in unserer Gegend sind 39 erschossen wurden: 35 Moslems und vier Christen; alle unter 30 und die meisten zwischen 16 und 21 Jahren. Während der Zeit, die ich mit meiner Tochter im Krankenhaus verbrachte, gab es über 40 Leichen, welche durch scharfe Munition den Tod fanden. Daher waren alle OP-Säle besetzt. Wie viele Leichen gab es dann in den anderen vielen und großen Krankenhäusern Kairos? Warum war diese vorsätzliche Erschießung“?

 

= Gergis Lammie Mussa: Lammie Mussa sprach zu Mariam Ragy von „Free Christian Voice“ über seinen 30-jährigen erschossen Sohn Gergis. „Vor der Polizeistation in Elzawya Elhamra (Kairo) eilte Gergis seinem verletzten Freund zur Hilfe. Während er ihm half, wurde er am Nacken getroffen. Ich erwähne Ihnen die Namen der Offiziere, die meinen Sohn und die vielen unschuldigen Jugendlichen erschossen haben. Mohamed Elsonny und Abd Elaziz sind Scharfschütze. Jede Kugel tötete einen! Mariam Makram, mein Sohn, Abaanub und Michael Wasfy haben nicht randaliert, und trotzdem wurden sie erschossen. Die Polizisten schossen wahllos. Um 1:00 in der Frühe erhielt ich die Nachricht, dass mein Sohn in Elsaahel-Klinik (Schobra) lag. Mit seinem Bruder Mina rannten wir dorthin. Erstmal sollten wir in der Intensivstation fragen und dann fanden wir ihn in einem Gefrierfach (Leichenabteilung). Es gab auch viele andere Leichen. Gegenüber uns wurden zwei Brüder erschossen, während sie von dem Balkon im fünften Obergeschoss die Demos verfolgten. Ein anderer wurde in seinem Wohnzimmer erschossen. Was sind das für Menschen? Haben sie keine Kinder oder Familien“?

 

= Michael, 23 Jahre: Sein Vater Wasfy Malty Abadier berichtet: „Mein Sohn wurde an der rechten Seite getroffen. Die Nachbarn in Elzawaya Elhamra trugen ihn zum Krankenhaus. Das geschah am Freitagabend. Als er nicht nach Hause kam, fragte ich am Samstagmorgen in den Krankenhäusern nach ihm. In Eldemerdasch fand ich ihn tot. Man händigte mir die Todesurkunde und einen Bericht, in dem steht, dass mein Sohn erschossen wurde“.

 

= Abaanub, 18 Jahre: sein Vater Awadalla Naiem Khalil sprach zu Free Christian Voice: „Mein Sohn ging gegen 17 Uhr auf die Straße, nachdem er mit seiner Mutter zu Mittag aß. Mit den anderen Jugendlichen barg er die Leichen, die auf der Straße lagen, weil es keine Ambulanze in Sicht war. Während er sich bückte, um einen Erschossenen zu bergen, bekam er eine Kugel am Hinterkopf, die von seiner Stirn rausging. Als ich gegen 22:00 Uhr von der Arbeit heimkam, bekam ich die schreckliche Nachricht, dass mein Sohn in Elsaid Galal (Klinik in Kairo) lag. Gegen 5:00 verstarb er, nachdem das Herz über 10 Stunden schlug. Es war doch bestialisch von den Polizisten, die auf dem gegenüberliegenden Park 38 liegende Leichen nicht bergen lassen wollten. Keiner traute sich hinzugehen, weil sie jeden erschossen haben, den sie erschießen konnten. Warum haben sie nicht in die Luft geschossen? Ich und alle Eltern der Märtyrer fordern die Verurteilung der Verantwortlichen, und zwar öffentlich“.

 

Wir sprechen allen Familien der Märtyrer, Christen und Moslems, unser herzliches Beileid aus. Möge Gott der Allmächtige sie trösten und den Seelen aller Märtyrer gnädig sein.

 

 

4 Responses to “Die koptischen Märtyrer der reformierenden Revolution”

  1. bazillus Says:

    Ich finde es ausgesprochen wertvoll, persönliche Schicksale von einzelnen Opfern, seien sie ermordet, verletzt oder Opfer als Angehörige öffentlich zu machen. Erst dann wird das Ausmaß von Gewalt- und Terrorakten sicht- und nachvollziehbar. Erst dann wird offenbar, welcher Zynismus, welche Brutalität , welche Menschenverachtung und welche Unmenschlichkeit in diesem Ungeist steckt, der Menschen antreibt, solche Verbrechen zu vollbringen. Wenn Muslime solche Taten in der Meinung vollbringen, dass sie damit ihrem Gott einen Gefallen getan haben haben, werden sie im Jenseits erkennen müssen, dass dieses Verhalten auf sie selbst zurückfällt und sie werden schmerzhaft erkennen müssen, dass nur Liebe zu Gott und dem Nächsten der Schlüssel zum Himmelreich war und nicht Hass und Rache in der völlig irrigen Annahme, dass Mord und Totschlag je Gott wohlgefällig sein könnte, auch wenn dies in einigen Versen im Koran steht.

    Wenn in der Presse veröffentlicht wird, dass bei dem oder jenem Anschlag 40 Menschen getötet und 120 verletzt worden sind, sagt dies nichts über die persönlichen Einzelschicksale aus, die solche kalten Zahlen hinterlassen.

    Beten wir:
    Möge Gott, der Allmächtige, sie trösten und den Seelen aller Märtyrer gnädig sein.

    Als Außenstehender fällt es mir leichter auch für die Täter zu beten, dass sie endlich im Heiligen Geist erkennen mögen, dass jede religiöse Handlung in und aus Hass und Mordlust begangen, nur Leid und Elend für andere und für sich selbst nur Unheil im Jenseits bringen kann, denn dieses Leid der Märtyrer wird ihnen vorgehalten werden. Sie werden dann in Fülle erkennen, welches Unrecht sie begangen haben und wissen wo ihr Platz sein wird.

  2. Es ist fast unglaublich, dass Menschen so grausam sein können.
    Beten wir, dass der Heilige Geist die Menschheit erleuchten und ihr eine tiefe Gotteserkenntnis schenken möge – die Erkenntnis eines liebenden und barmherzigen Gottes, der in Jesus Christus Mensch geworden ist!
    Möge die Königin des Friedens unsere Fürsprecherin sein!

  3. Ich empfinde Demut und zugleich auch ein Stück Schuld, in einer Gesellschaft zu leben, die 30 Jahre bisher die Dienstleistungen des Luxus-Tourismus eines korrumpierten Systems auf Kosten der Schwächsten, der Minderheiten ja auch unserer christlichen Glaubensbrüder bedenkenlos in Anspruch genommen hat. Viele waren nur beeindruckt von der muslimischen Gastfreundschaft… Wer hat schon früher danach gefragt, wie es den Menschen dort wirklich geht? Wer von den Touristen hat sich die Mühe gemacht, auch mal eine Kirche aufzusuchen, Kontakt mit Christen gesucht? Ich bin selbst noch nicht in Ägypten gewesen und hätte gern dieses Land einmal kennengelernt – übrigens auch schon zu Zeiten der früheren DDR, die ja auch ihren Anteil daran hatte, dort Sicherheitsdienste mit ihren Unterdrückungsmethoden zu unterstützen. Ich verdanke es meinem Elternhaus, schon sehr frühzeitig auf die koptischen Christen aufmerksam gemacht worden zu sein.

    Oh coptic martyrs pray for us weak brothers in faith – here in europe
    Oh Herr verwandle die Herzen der Feinde und laß diese jungen Menschen nicht umsonst gestorben sein!
    Gott ist unsere Zuversicht und Stärke – eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben…

  4. KNAPP Josef Says:

    Wenn das erlahmende Europa sich nicht umgehend seiner kulturellen und vor allem den christlichen abendländischen Wurzeln bekennt, wird Ägypten und die Nachbarstaaten gleich bei uns sein.


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