kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Revertiten sollen langersehnte Personalausweise bekommen 14. Februar 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 16:39

Am heutigen Montag, dem 14. Februar 2011, durfte das oberste Verwaltungsgericht Ägyptens das Urteil fallen, auf welches Abertausende Kopten lange Jahre gewartet haben.

Sie dürfen einen neuen Personalausweis erhalten, auf dem ihre ursprüngliche Religion steht: Christ!

 

Was ist ein Revertit? Dabei handelt es sich um einen Christen, der aus welchem Grund auch immer zum Islam übertrat, und als dieser Grund entfallen ist, kehrt er zum Schoß Christi und der Kirche, die ihn selbstverständlich sofort aufnimmt und ihm das auch schriftlich bestätigt. Diese Bestätigung wollte der Staat in Gestalt des Innenministeriums nicht anerkennen. Lange zögerte dasselbe Gericht, ein Urteil zu fällen, welches diese Kopten aufatmen lassen konnte.

 

Es war ein zähes Katze-Maus-Spiel unter dem Einfluss des Ex-Innenministers Habib Eladly, der nur den Willen des Regimes durchführte. Daher wurden der Staatspräsident, der Innenminister, der Justizminister und Alazhar verklagt, weil sie hinter dieser Verzögerung waren. Ich erinnere mich, wie dasselbe Gericht lächerliche Urteile diesbezüglich fällte: „Man kann den Revertiten auf ID-Card schreiben: Ex-Moslem“. Ein anderes Mal sollte einen Strich wie bei den Bahaai registriert werden. Das alles bereitete den Revertiten Heidenangst, weil die islamisierte Gesellschaft, die von den Hasspredigern in den Moscheen und auf den vielen Kanälen geführt wird, einen kurzen Prozess mit so einem „Ungläubigen“ machen konnte, wenn es bekannt wird, dass er bzw. sie vom Islam abgefallen ist, ohne zu wissen, weshalb!?!

 

Die Revertiten in Ägypten können einem das Herz brechen, wenn man ihre Geschichten hört. Einer der bekanntesten Fälle ist der Fall der Zwillinge Mario und Andrew. Acht lange Jahre hat ihre Mutter Frau Kamilia vor vielen Gerichten gekämpft. Von Stadt zur Stadt musste sie mit ihren Söhnen vor den islamischen Terroristen fliehen. Was ist passiert? Ganz einfach: Der Vater bzw. die Mutter tritt aus welchem Grund auch immer zum Islam über, und weil der Islam laut dem Gesetz desselben Gerichtes die bessere Religion ist, gelingt es dem Vater bzw. der Mutter die Religion der Kinder ändern zu lassen: und zwar binnen weniger Stunden und ohne einen Cent zu bezahlen, weil das islamische Land Ägypten die Islamisierung fördert.

 

Auf den Berichten von „Human Rights Watch und Amnesty International“ liest man einen Haufen davon. Die schlimmsten Fälle, welche die herzlosesten zum Weinen bringen, sind die Kopten, die unter Folter in den Gebäuden des Sicherheitsdiensts dazu gezwungen werden, die Urkunde zum Übertritt zu unterzeichnen. Ich kenne einige Kopten, die mit ihrem Blut, diese Urkunde unterschreiben mussten, nachdem sie tagelang gefoltert wurden. Manche Jungs haben aus Leichtsinn eine Affäre oder sogar eine Beziehung mit einer Muslimin gehabt. Die Familie dieser Muslimin stellt dem jungen Kopten mit Hilfe der Polizei und der Offiziere des bestialischen Sicherheitsdienstes folgendes Ultimatum: Übertritt zum Islam oder Lynchen!

 

Unter den seltsamsten Geschichten war die Aktion einer Boutique: Eine Koptin wird durch preiswerte Klamotten und Schmuckartikel oder Schlussverkauf gelockt. Wenn sie zur Kasse geht, sagt man ihr, dass sie irgendeinen Preis gewonnen haben sollte. Sie soll nur ihre Daten hinterlassen und unterschreiben. Mit ihrer Unterschrift werden all ihre Dokumente geändert und sie ist vor dem Staat: eine Muslimin. Versucht sie das anzufechten, landet sie in einer Zelle, weil man ihr Urkundenfälschung vorwirft. Über viele dieser Fälle haben wir sehr oft berichtet. Darum appellierten einige Bischöfe und Priester an die Koptinnen, nichts zu unterschreiben, ohne davor alles genau durchzulesen. Öfters warnten wir unsere Töchter vor dem Umgang mit den verschleierten oder vermummten Schulfreundinnen. Denn solche Mädchen werden von den Moslembrüdern und ihren vielen Gruppierungen als Köder angeheuert.

 

Bevor ich Ihnen das Urteil ins Deutsche übersetze, frage ich:

Heißt das anhand dieses Urteils, dass auch die Konvertiten endlich einen Personalausweis bekommen, auf dem steht: Christ?

 

{Unter Vorsitz von Richter Magdy Alagaaty, der Beteiligung der Richter Hussein Barakat, Ahmad Aboud, Adel Bereik und Schehata Abu Zeid und dem Sekretär Kamal Nagib wurde folgendes Urteil gefällt: Den Revertiten steht zu, ihre neue Religion auf dem Personalausweis ändern zu lassen. Es ist sehr wichtig, dass die Gesellschaft alles über den Bürger weißt. Daher muss jede Veränderung in seinem Leben registriert werden: Geschlecht, Beruf, Anschrift, familiärer Zustand (ledig, verheiratet, geschieden oder verwitwet). Das gilt auch für die Religion. Gemäß dem Artikel 47 kann der Bürger seine neue Religion eintragen lassen, ohne sich ans Innenministerium wenden zu müssen. Das gilt aber nur für die drei Weltreligionen! Die Bestätigung des koptisch-orthodoxen Patriarchats wird dafür ausreichen. Dieses Erlauben dem Christen, zu Christentum zurückzukehren, nachdem er zum Islam übertrat, ist keinesfalls eine Anerkennung für das, was er beging, weil der Abgefallene nicht anhand der Scharia und der Beschlüssen des Reversionsgerichts und der Staatskomitee verurteil bzw. verwünscht wird. Diese Änderung wird aber eingetragen, weil die moderne Nation das erfordert, in der jeder Bürger ein Identitätsdokument besitzen muss, durch das er leben und seinem land dienen kann}      

 

One Response to “Revertiten sollen langersehnte Personalausweise bekommen”

  1. almani2000 Says:

    Hoffentlich wird im Rahmen der neuen Verfassung in Ägypten dieses Problem grundsätzlich gelöst, nämlich in Form von Religionsfreiheit.

    Daran könnte man erkennen, wie ehrlich die neuen Machthaber mit Menschenrechten und Demokratie umgehen.


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