kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der kaukasische Knoten- richtig übersetzt und fair interpretiert ? ‏ 11. Februar 2011

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 01:11

Offener Brief an den Autor des Fernsehbeitrags “Der kaukasische Knoten”, Herrn Dietmar Schumann

      

Sehr geehrter Herr Schumann,
       

der Wert der von Ihnen in Berg-Karabach gedrehten Reportage „Der kaukasische Knoten“ ist vielleicht für die politischen Ambitionen der türk-aserischen Bündnispartner ziemlich hoch, allerdings aus der Sicht der historischen und ethischen Wahrheit ist er erbärmlich! Ich bin für Berliner Gerichte und Notare allgemein beeidigter Dolmetscher und ermächtigter Übersetzer der armenischen und der russischen Sprache. Als ich die Interviewszenen im o.a. Fernsehbeitrag angesehen und die deutsche Übersetzung mit den im Hintergrund gesprochenen original O-Tönen verglichen habe, wurde es mir klar, dass vielmehr sichtbar eine Absicht von Ihnen dahinter steckt, alles zu verzerren und darzustellen, so dass die Dinge Ihren Vorstellungen gerecht werden und nicht der Wahrheit!

 

Beginnen wir mit dem Interview des Abtes vom Kloster Gandzasar, der im Friedhof die Toten weiht und anschließend auf Russisch sagt:  „Да, это село был у руках азербайджанцев. Мы освободили его“! Die Übersetzung in der Reportage lautet: „Es ist ein aserbaidschanisches Dorf. Wir haben es befreit!“ 

Korrekt wäre es: „Es war in den Händen der Aserbaidschaner! Wir haben es befreit“. Der Abt aus Gandzasar wusste ganz genau, dass während der militärischen Operationen mehrmals armenische Dörfer von Azeris erobert und wieder seitens der Streitkräfte von Berg-Karabach befreit worden waren. Also ein Wortspiel, das die Armenier als Eroberer diffamiert!

 

Eine andere Szene im Dorf Jeraskh: das Gespräch mit dem Hirten auf dem Pferd aus dem Dorf. Frage: „Hoffen Sie, dass die Grenze irgendwann geöffnet wird“?Antwort auf Armenisch: <<Չեմ կարա ասեմ, չեմ իմանում>>: Übersetzung im Beitrag: „Die wird doch für immer geschlossen bleiben“! Korrekte Übersetzung müsste lauten: „Ich kann es nicht sagen, ich weiß es nicht“!

 

Ein weiteres Beispiel: Szene mit dem Bürgermeister der Stadt Vanadzor,Samvel Darbinyan: <<Մենք մի քանի անգամ եղել ենք եվրոպական մի շարք քաղաքներում. Լեհաստանում, Չեխիայում, Ֆրանսիայում այդ թվում նաեւ Գերմանիայում, ուսումնասիրել ենք Եվրոռեգիոնի բարձր գաղափարը: Այս գաղափարը նպաստում է ռեգիոնի ընդհանուր զարգացմանը:.. Հայաստան, Վրաստան Ադրբեջան ու Թուրքիա հարաբերությունների մեջ դնել Եվրոռեգիոնի գաղափարը…>>: Die Übersetzung im Beitrag lautet: „Unser Vorbild sind die Euroregionen, die Deutschland mit Polen und Tschechien verbinden oder mit Frankreich. Wenn Deutschen und Franzosen nach zwei Weltkriegen heute gute Freunde sind, warum soll es hier im Kaukasus zwischen uns und Aserbaidschanern und Türken nicht auch möglich sein? Die meisten Menschen wollen das“!

 

Korrekte Übersetzung wäre: „Wir waren einige Male in mehreren europäischen Städten in Polen, Tschechien, Frankreich, auch in Deutschland, studierten die hohe Idee der Euroregion. Diese Idee trägt zur allgemeine Entwicklung der Region bei. …In den Beziehungen zwischen Armenien, Georgien, Aserbaidschan und der Türkei kann man die Idee der Euroregion zugrunde legen…“
       

Es gibt noch mehrere Stellen, an denen man auch aus der Sicht eines Berufsübersetzers Korrektheit fordern sollte, aber… Sie hatten mit Ihrer Reportage bestimmt etwas anderes im Sinn als die Wahrheit, mit der Sie Ihren Beitrag zur Stabilität in dieser Region hätten leisten können.
       
 Mit freundlichen Grüßen
      
      Mikayel Minasyan
      Weitlingstr. 56
      10317 Berlin
       
      Tel./Fax: 030 830 33 416
      Mobil: 0170 68 41 276
       
      E-Mail: MMinasyan@t-online.de
      
       www.worldlanguagecenter.de

      

      Kopien an: Botschaft der Republik Armenien in der Bundesrepublik Deutschland

     Zentralrat der Armenier in Deutschland

      Berlin, den 09.02.2011

An die Phoenix Redaktion

      

      Sehr geehrte Damen und Herren,

 soeben erfahre ich, dass der Dokumentarfilm „Der kaukasische Knoten“ von Dietmar Schumann am 13.02.2011 auf Phoenix wiederholt wird.  Leider bin ich im Augenblick zu sehr aufgebracht, um weitere Erklärungen hier und jetzt abzugeben, da ich soeben den Film im Internet angeschaut habe.

     

Es handelt sich hier nicht um einen misslungenen oder mittelmäßigen Film, der in der Tat ist, sondern um einer   gezielten Propaganda, um verdrehte Tatsachen und einer wohlüberlegten Irreführung. Ich als Journalistin und Filmemacherin gedenke an die Presse zu gehen und die tatsächliche Wahrheit ans Tageslicht zu legen und wenn es sein muss, den Film glatt zu sabotieren! Es gibt viele schlechte Filme, dieser jedoch ist der Anfang einer Welle..

 

      Ich habe  Phoenix immer geschätzt und gerne angeschaut, weil  ich dem Niveau und der Parteilosigkeit des Senders vertraut habe. Daher war ich sehr schockiert, als ich sah, dass auch Sie den Film zeigen wollen. Der „Journalist“ hat nicht einmal die Korrektheit, die Aussagen der interviewten Menschen richtig zu übersetzen. Er liegt den Menschen völlig andere Worte in den Mund!  Nur um eine der vielen Gemeinheit zu erwähnen.  Alle Argumente und die lange Lügenliste in dem Film  werde ich die Tage sehr genau in einem Artikel in der Presse erläutern.

 

      Derweilen können Sie  den offenen Brief des Vorsitzenden des Zentralrats der Armenier in Deutschland, Azat Ordukhanyan lesen, den ich anschließend am Ende dieses Schreibens weiterleite.  Bitte seien Sie vorsichtig, was Sie senden. Lassen Sie sich nicht zum  ahnungslosen „Mittäter“ degradieren. Das ist wie auf viel menschliches Leid mit reichlich Arroganz zu spucken. Ich habe nichts gegen offene Gespräche, Argumentationen und Gegenargumentationen. Jedoch einen Propagandafilm  zu senden, der mit  nicht nur schlecht sondern kein wenig recherchierten „Informationen“, mit unverständlichem Hass und arroganten Vorurteilen überbeladen ist???!!! Das macht mir ernsthaft Angst?! Und das auf „Phoenix“ ?!.

 

      Ich hoffe sehr, dass man diese und die folgenden Zeilen lesen wird.  Danke für den Fall im Voraus. 

      Mit Freundlichen Grüßen

      Vanuhi Vahanyan

      Writer, Filmmaker

      München, den 08.02.2011 

       Mobile: 01791363732

       Info: www.Drehbuchwerkstatt.de   Absolventen/Vahanyan

 

2 Responses to “Der kaukasische Knoten- richtig übersetzt und fair interpretiert ? ‏”

  1. Cajus Pupus Says:

    Das ist doch wieder einmal der Beweis, dass in den öffentlichen Medien nur noch gelogen und betrogen wird. Von Wahrheit berichten – sind diese Medien Lichtjahre weit entfernt!

    Durch diese Machenschaften demonstriert Deutschland derzeit den potentiellen Selbstmord.
    Denn die Wahrheit ist manchmal ein UNBEQUEMER Freund.
    Aber sie ist – im Gegensatz zur Lüge – ein FREUND.

  2. Ira Hayastan Says:

    Anscheinend hat sich der Sender Phoenix, aufgrund der vielen
    e-mails und Anrufe Gedanken gemacht und das Machwerk,
    der kaukasische Knoten aus dem Sendeplan gestrichen.
    Jetzt bleibt es abzuwarten ob der ZDF „Eier“ zeigt und die
    O-Töne zu diesem Machwerk herausgibt.
    Ist schon blöd für die Herren der Medienlandschaft, wenn
    es Menschen gibt, die nicht nur mehrere Sprachen beherrschen,
    sondern auch keine Mühe scheuen, genau hinzusehen und hinzuhören.


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