kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Eine Übersicht über die Einstellung der ägyptischen Muslimbruderschaft zu USA und Dschihad 10. Februar 2011

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 00:43
 

Dieser Bericht präsentiert einen Überblick über die Positionen der ägyptischen Muslimbruderschaft, wie sie von ihrem allgemeinen Anführer, Mohammed Badi, seit seiner Nominierung im Januar 2010 geäußert und in ihrem geplanten politischen Programm fixiert wurden, welches zur Zeit von Badis Vorgänger, Mohammed Mahdi Akef, entworfen und im August 2007 der Presse bekannt wurde. Die Übersetzungen sind Berichten entnommen, die über die letzten Jahre von MEMRI veröffentlicht wurden. [1]

 

 

Badi: Die USA stehen kurz vor dem Zusammenbruch: In einer freitäglichen Predigt sagte Badi, die USA seien bereits auf der Schwelle des Zusammenbruchs und würden bald fallen, wie andere unmoralische Gesellschaften vor ihnen: „Die Sowjetunion ist dramatisch gestürzt, doch die Faktoren, die zum Zusammenbruch der USA führen werden, sind viel mächtiger als die, die zum Auseinanderbrechen des Sowjetreiches geführt haben – denn ein Staat, der keine moralischen und menschlichen Werte vertritt, kann die Menschheit nicht anführen, und sein Wohlstand wird nutzlos sein, sobald Allah mitgeredet haben wird, wie es bei [mächtigen] Staaten in der Vergangenheit passiert ist. Die USA erleben gerade den Beginn ihres Endes und steuern auf ihren Untergang zu…“



 

In derselben Ansprache sagte Badi, die Muslime würden bald, wie von Allah im Koran versprochen, als Sieger über ihre Feinde hervorgehen: „Allah hat gesagt: ,Die Heere werden alle in die Flucht geschlagen und werden sich umdrehen und fliehen [Koran 54: 45]… Dieser Vers ist ein Versprechen an die Gläubigen, dass sie ihre Feinde besiegen werden, und [dass die Feinde] sich zurückziehen werden. Die Gefährten des Propheten erhielten dieses koranische Versprechen in Mekka, als sie schwach waren … und ein wenig mehr als neun Jahre nach der Hijra hat Allah sein Versprechen in der Schlacht von Badr erfüllt… Können wir das mit dem vergleichen, was in Gaza passiert ist?“

  

Er rief die Muslime dazu auf, sich gegen ihre Feinde zu verbünden, deren „Unterdrückung und Tyrannei“ sie nicht zu fürchten bräuchten: „Heute sehen wir, wie sehr der [muslimische] Staat Geschlossenheit braucht… Oh muslimische Nation, vereinige Dich! Oh Söhne Palästinas, vereinigt euch alle angesichts der Feinde, die gegen euch Ränke schmieden, und wisset, dass Allah der beste Pläneschmieder ist und dass ihr durch Ihn triumphieren werdet. [Wisset, dass] der Islam fähig ist, Unterdrückung und Tyrannei die Stirn zu bieten, und dass der Ausgang der Konfrontation von Allah vorhergesagt worden ist.“ [2]

  

In einer Ansprache im März 2010 sagte Badi, dass Allah im Koran versprochen habe, Staaten, die der „Unterdrückung, Aggression und Tyrannei“ schuldig seien, zu zerstören: „Allah sagt über die Zerstörung von Nationen wegen ihrer Unterdrückung, Aggression und Tyrannei: ,Von den Missetätern wurde der letzte Rest hinweggerafft. Lob sei Allah, Herr der Welten [Koran 6:45]. Und [was] diese Städte [betrifft], Wir haben sie zerstört, als sie unrecht handelten, und Wir haben eine Zeit für ihre Zerstörung benannt [Koran 18:59]…“ [3]

  

Badi: Dschihad – Der einzige Weg, die muslimische Umma in ihrer früheren Pracht wiederherzustellen



Badi hat die muslimischen Anführer wiederholt dazu aufgerufen, den Dschihad zu fördern und zu unterstützen, den er für eine Muslimen obliegende Pflicht und den einzigen Weg hält, die muslimische Umma in ihrer früheren Pracht wiederherzustellen. In einer wöchentlichen Freitagspredigt im April 2010 sagte er: „Muslimische Anführer, der Islam, zu dem ihr gehört, vertritt den Dschihad als das einzige Mittel, die Situation der Umma richtigzustellen, denn Allah sagt: „Oh ihr Gläubigen! Wenn euch gesagt wird, ihr sollt auf Allahs Weg hingehen, warum solltet ihr euch heftig zur Erde neigen? Seid ihr zufrieden mit dem Leben dieser Welt anstelle des Jenseits“? [Koran 9:38] Unser Überleben, unsere Majestät und Pracht hängen an der Rückkehr zur Rechtschaffenheit, die nur erreicht wird durch Widerstand und die Unterstützung von [Widerstand] jeglicher Art – durch Geld, Waffen, Information und [unsere] Selbst[-Aufopferung]… „[4]

  

Badi hat die muslimischen Völker dazu aufgerufen, den Dschihad in welcher Form auch immer zu führen, ob nun durch persönliche Selbstaufopferung oder durch Mitwirkung. Zum Beispiel sagte er in der oben erwähnten Predigt im März 2010: „Eine Nation kann nicht leben, ein Staat nicht gegründet werden, Recht nicht geschützt und Land, Eigentum und Geld nicht bewahrt werden, außer durch das Mittel des Dschihads um Allahs Willen. [Daher] steht auf und kämpft in Seiner Sache, wie ihr kämpfen solltet [Koran 22:78]“… Unser einziger Weg, den bösartigen Angriff auf unser Land abzuwehren und unsere Ehre und Pracht wiederherzustellen, ist, unsere Seelen, unser Geld, unsere Zeit, unser Leben und alles andere zugunsten unserer edlen Sache zu opfern.“ [5]

  

In derselben Ansprache wies Badi Definitionen vom Dschihad als Terrorismus zurück, bestand darauf, dass der Dschihad legitim sei und nannte die Besetzung von Land durch fremde Elemente Terrorismus: „…Der Dschihad darf nicht mit Terror verglichen werden. Dschihad bedeutet, Opfer zu bringen, um, das, was gestohlen wurde, wiederzugewinnen, sein Eigentum zu verteidigen, die Besatzer zu verjagen und Allahs Wort allwaltend zu machen, während Terror gerade das Land von jemand anderem beschäftigt…“ [6]

  

In der oben erwähnten Predigt vom September 2010 sagte Badi: „Heutzutage brauchen die Muslime verzweifelt eine Mentalität der Ehre und Mittel der Macht, [die es ihnen ermöglichen werden,] dem globalen Zionismus die Stirn zu bieten. [Diese Bewegung] kennt nichts außer der Sprache der Stärke, deswegen müssen [die Muslime] Eisen mit Eisen und Winde mit [noch mächtigeren] Stürmen beantworten. Sie müssen entscheidend verstehen, dass die Verbesserung und Veränderung, die die [muslimische] Nation sucht, nur durch Dschihad und Opfer und durch das Aufziehen einer Generation von Dschihadisten, die den Tod genauso verfolgt wie die Feinde das Leben verfolgen, erreicht werden kann.“ [7]

  

„Es ist eure Verpflichtung, die absurden Verhandlungen zu stoppen, ob nun direkt oder indirekt, und alle Formen des Widerstands zugunsten der Befreiung von jedem besetzten Stück Land in Palästina, im Irak, in Afghanistan und allen [anderen] Teilen unserer muslimischen Welt zu unterstützen. Die Quellen eurer Autorität, wie alle religiösen Gelehrten übereingestimmt haben, sind der Koran und die Sunna und nicht UN-Resolutionen oder die Diktate der Zionisten oder Amerikaner. Dies kann erreicht werden, wenn ihr die Sache Palästinas und die Sachen der [anderen] besetzten islamischen Länder zu eurem primären Anliegen erklärt. Ihr müsst hinter euren freien Völkern und ihren zahlreichen Institutionen in ihren wiederholten Aufrufen zu Boykotten, einem Ende der Normalisierung und der Unterstützung für den Widerstand und seine Repräsentanten stehen… Ihr müsst alle Übereinkommen der Kapitulation zurücknehmen… besonders das Camp-David-Abkommen… das gegen die ägyptische Verfassung und UN-Resolutionen verstößt, und verpflichtet daher nicht hohe ägyptische Beamte…“ [8]

  

Badi: Der Koran ist die Verfassung: In seiner Freitagspredigt vom 23. September 2010 sagte Badi: „Der edle Koran ist die Verfassung, die die Gesetze des Islam anordnet. Er ist der Ursprung allen Wertes und aller Weisheit in den Herzen der Gläubigen, und er ist der beste [Weg] für die Gläubigen, Allah näherzukommen… Der heilige Koran beinhaltet alle Grundsätze des Glaubens, Gesetze des Gebets, Prinzipen des Wohls der Allgemeinheit und rechtliche Konzepte, die diese Welt [betreffen], darunter auch Pflichten und Verbote, und sie sind zum Nutzen der ganzen Menschheit, ohne Unterscheidung von Religion, [Haut-] Farbe, Geschlecht, [sozialer] Status oder Sprache…“



Badi fügte hinzu, dass der Gründer der Muslimbruderschaft, Hassan Al-Bana, es als Pflicht der Muslime erachtet hatte, den Koran als Grundlage für die Gesetze dieser Welt zu etablieren und diese Gesetze umzusetzen. Badi sagte, dass Al-Bana geglaubt habe, dass „die Muslimbruderschaft die Öffentlichkeit zwingen [muss], den Edikten [des Korans] zu gehorchen und sich ihnen beim Erreichen dieses Ziels anzuschließen, welches das höchste Ziel ist, dass ein Muslim in seinem Leben [hat], so dass der Koran rechtmäßig unsere Verfassung und die Verfassung der gesamten muslimischen Umma werden möge…“

  

Badi ergänzte, dass der Koran weiterhin eine Lebensform für jeden Muslim und seine Familie sein müsse und dass auf dem staatlichen Niveau die Länder, deren offizielle Religion der Islam sei, den Koran als „die Grundlage für die Verfassung und die erste Quelle der Rechtsprechung, die Waage der Gerechtigkeit in den Gerichtssälen und eine der Grundlagen des [schulischen] Lehrplans auf allen Stufen [der Ausbildung] etablieren müssen … Alle Paragraphen der [staatlichen] Verfassung, die der Islam und seine Grundsätze nicht erlauben, müssen entfernt werden … [9]

  

Diskussionen des politischen Programms der ägyptischen Muslimbruderschaft

  

Im Januar 2007 erklärte Badis Vorgänger, der frühere höchste Anführer der Muslimbruderschaft Mohammed Mahdi Akef, dass die Bewegung der Muslimbruderschaft zum ersten Mal in ihrer Geschichte ihr politisches Programm publizieren würde. Seitdem ist das offizielle Programm zwar nicht veröffentlicht worden, [10] aber ein Entwurf des Programms – von der Bewegung zur Durchsicht an etwa 50 ägyptische Intellektuelle gesandt – sickerte im August 2007 an die Presse durch.

 

Es folgt eine Übersetzung des Programms, wie es auf der Website Islam Online erschienen ist:



Der Präsident und die Legislative werden vom obersten Rat der Kleriker beraten. Der religiöse Charakter des Staates ist ein im Programm ausführlich behandeltes Thema. Der Entwurf legt dar: „Wir präsentieren diesen Reformplan allen Bereichen des ägyptischen Volkes … in Übereinstimmung mit der Verfassung und [dem Prinzip] der freien Meinungsäußerung, der Meinungs- und Gedankenfreiheit und entsprechend des zweiten Artikels der Verfassung, der festlegt, dass der Islam die offizielle Staatsreligion und die islamische Scharia die Hauptquelle für die Gesetzgebung ist … [S.5] Der islamische Staat ist vom Prinzip her ein Zivilstaat, weil Ernennungen zu [öffentlichen] Ämtern auf der Grundlage von Qualifikationen, Erfahrung und Kompetenz erfolgen, während die [Inhaber von] politischen Positionen vom Volk gewählt werden … [S.14]

 

Der Entwurf des Programms führt weiter aus: „Die Autorität der Scharia wird auf eine Art umgesetzt, die [dem Willen] der Nation entspricht, durch eine in freien, uneingeschränkten und transparenten [Wahlen] gewählte parlamentarische Mehrheit. Die Legislative muss sich mit dem obersten Rat der Kleriker des Staates absprechen, der gleichermaßen frei und direkt von den Klerikern gewählt wird, und wird gänzlich unabhängig von der Exekutive sein – verfahrensmäßig, finanziell und verwaltungsmäßig. Sie wird unterstützt durch neutrale und verlässliche Komitees und Ratgeber mit Wissen und Erfahrung, einschließlich in den weltlichen Wissenschaften. [Die Pflicht, sich mit dem obersten Rat der Kleriker abzusprechen,] wird sich auch auf den Präsidenten beziehen, wenn er wünscht, Entscheidungen zu vollziehen, die auf Recht basieren; und in der Abwesenheit der Legislative. Unter diesen Umständen wird die Entscheidung des obersten Rats der Kleriker endgültig sein und am besten den Interessen der Öffentlichkeit dienen.

„Im Falle von kontroversen [Fragen], die nicht eindeutig von den Gesetzen der Scharia, welche direkt auf klaren und anwendbaren Texten [aus dem Koran oder Hadith] fußt, geklärt werden, wird die letzte Entscheidung von der Legislative getroffen. Solche Entscheidungen werden, wenn sie von der Legislative durch die absolute Mehrheit bestätigt werden, sogar dann gültig sein, wenn sie der Meinung des obersten Rats der Kleriker widersprechen. In solchen Fällen muss die Legislative, bevor sie ihre endgültige Entscheidung trifft, sich auf [den obersten Rat der Kleriker] beziehen und dessen Position darlegen, von der er glaubt, dass sie besser den Interessen der Öffentlichkeit dient.

„Die Kriterien für die Auswahl der Mitglieder des Obersten Rats der Kleriker und die Normen, denen sie entsprechen müssen, werden durch das Gesetz festgelegt … [S.10]“

 

Nicht-Muslime sind von der Präsidentschaft ausgeschlossen

 

Ein anderer Abschnitt, der Kritik hervorgerufen hat, befasst sich mit der Behandlung von Ägyptens nicht-muslimischer Bevölkerung. Der Entwurf erklärt: „Ein Staat verschreibt sich dem Prinzip der Staatsbürgerschaft. Ägypten ist der Staat all jener, die die ägyptische Staatsbürgerschaft innehaben, die durch das Gesetz die gleichen Rechte und Pflichten gemäß den Prinzipien von Gleichheit und Chancengleichheit haben … [S.12]

Die Prinzipien von Gleichheit und Chancengleichheit sind wesentlich beim Erwirken von Gerechtigkeit und zur Vertiefung [des Gefühls] von Zugehörigkeit zum Heimatland; sie können umgesetzt werden durch die Vermeidung von Benachteiligung, sowohl bei den Rechten als auch den Pflichten, auf der Grundlage von Religion, Geschlecht und Rasse und dadurch, dass allen Bürgern eine [gleiche] Möglichkeit garantiert wird, ihre Meinung zu äußern; um sich für politische Organisationen aufstellen zu lassen, um [solchen Organisationen] beizutreten und sich [frei] von einer zur nächsten zu bewegen; [und] zu studieren und zu arbeiten – [vorausgesetzt,] dass sie die Grundwerte der Gesellschaft beachten … [S.23]“

 

Andererseits beinhaltete der Entwurf Folgendes: „Es gibt grundlegende religiöse Ämter im Land, deren [Aufgabe] es ist, die Religion zu schützen. Ein islamischer Staat muss nicht-muslimische [Bürger] in allen Dingen bezüglich Glaube, Rituale usw. beschützen; gleichzeitig muss er den Islam und alle ihn betreffenden Angelegenheiten bewahren und sicherstellen, dass kein Ritual, keine Propaganda oder Pilgerschaft ausgeführt werden, die islamischen Aktivitäten widersprechen. Diese religiösen Ämter schließen das Amt des Präsidenten oder Premierministers, abhängig vom politischen Regime [im Land], mit ein. Demzufolge glauben wir, dass die Pflicht des Präsidenten oder Premierminister – abhängig vom politischen Regime – dem Glauben von Nicht-Muslimen zuwiderläuft. Somit ist ein Nicht-Muslim von dieser Pflicht ausgenommen, welche auf der islamischen Scharia gründet, die einen Nicht-Muslim nicht verpflichtet, Ausgaben auszuführen, die seinem Glauben widersprechen … [S.15]“

 

Die Rolle des Präsidenten ist unpassend für Frauen

 

Dem Entwurf des Programms zufolge sind auch Frauen von der Kandidatur für die Präsidentschaft ausgeschlossen. Das Dokument legt fest, dass ein Weg, die Gleichheit und Chancengleichheit der Bürger sicherzustellen, sei, „der Frau alle Rechte zu garantieren, die ihr zustehen, auf eine Art, die nicht Grundwerte der Gesellschaft unterläuft. [S.23]“ Es führt des Weiteren aus: „Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung, und sie halten das Gleichgewicht der Familienrollen [als Ehefrauen, Mütter und Hausbesitzerinnen]. Der Islam hat die Frau [immer] als die Schwester des Mannes behandelt. Was die Rolle der Frau bezüglich einer Beschäftigung angeht, so legt der Islam fest, dass sie abgewogen werden muss gegen die erhabene Rolle der Frau zuhause bei ihren Kindern, um so die Grundeinheiten der Gesellschaft zu stärken.

 

„Unsere Weltsicht nimmt völlige Gleichheit zwischen Mann und Frau in menschlicher Würde an, während sie gleichzeitig der Unterscheidung ihrer sozialen und humanitären Rollen wesentliche Bedeutung zuschreibt, ohne dass das den Status weder des einen noch des anderen Geschlechts beeinflusst. Die Rolle der Frau in der Familie stattet sie mit vorrangiger Verantwortung dafür aus, dass sie die nächste Generation erzieht und sicherstellt, dass die Familie in unserer ägyptisch-arabischen, muslimischen Kultur als grundlegende soziale Einheit dient. Unsere nationale Wiederbelebung gründet sich auf die Wiedereinführung der Familieneinheit. Daher messen wir dem Gleichgewicht in der Rolle der Frau höchste Bedeutung bei, einschließlich der Verbesserung ihrer Rollen innerhalb der Familie und im öffentlichen Leben; sie sollte nicht mit Verpflichtungen belastet werden, die ihrer Natur oder ihrer Rolle innerhalb der Familie widersprechen.

 

„Wir glauben, dass Ämter, die von Frauen bekleidet werden, durch den sozialen Konsens bestimmt werden, der auf der Autorität der islamischen Kultur beruht. Die Debatte über mehrere Ämter und die Möglichkeit für eine Frau, sie zu bekleiden (z.B. als Richterinnen), muss geführt werden als Teil des sozialen und religiösen Dialoges mit dem Ziel, einen sozialen Konsens zu erzielen, so dass sowohl Frauen als auch Männer eine Chance haben, im Entscheidungsfindungsprozess mitzuwirken. Was uns betrifft, wir glauben, dass die Lasten der Präsidentschaft nicht auf die Schultern einer Frau geladen dürfen – genauso wenig, wie die Armee zu überwachen und zu führen – da sie ihrer Natur und ihren übrigen sozialen und humanitären Rollen widersprechen… [S.103]“

 

Der Friedensvertrag mit Israel wird nochmals geprüft

 

Ein anderer kontroverser Aspekt des Programmentwurfs betrifft die Anerkennung unterzeichneter internationaler Friedensabkommen, was insbesondere die Friedensabkommen mit Israel meint. Das Dokument erklärt: „Wir erkennen ungeschriebene Gesetze und Abkommen, internationale Verträge und Übereinkommen genauso an wie Abmachungen, die Zusammenarbeit zwischen den Völkern fordern, um Gerechtigkeit und Gleichheit zu erzielen… [S.7]

 

Das Prinzip des Anerkennens internationaler Verträge und Abkommen stellt die Stabilität der Beziehungen zwischen den Ländern sicher und schafft einen Gesetzesrahmen, um Konflikte zwischen verschiedenen Seiten zu lösen. Internationales Recht wie auch internationale Abkommen und Abmachungen eröffnen Arten und Weisen, das Ausmaß der Verbindlichkeit der Seiten gründlich zu prüfen, während sie gleichzeitig Wege für ihre Revision bieten, sollte eine der Seiten das Gefühl haben, dass das fragliche Übereinkommen sie benachteiligt, ihren Status beeinträchtigt oder ihre Sicherheit unterläuft. Bilaterale Übereinkommen und Abmachungen zu revidieren ist eine [akzeptierte] Praxis in internationalen Beziehungen, verankert in [speziellen] Artikeln dieser Übereinkommen – und wird als eine Routineprozedur betrachtet… [S.29]“

 

                Touristen, die Ägypten besuchen, müssen die islamischen Gesetze respektieren



Der Abschnitt, der sich mit Touristen in Ägypten befasst, ist gleichermaßen kontrovers. Der Entwurf legt dar: „Dienstleistungen für Touristen umfassen religiösen Tourismus, wissenschaftlichen Tourismus, Tourismus, um Konferenzen zu besuchen, Tourismus für eine [medizinische] Behandlung, Handelstourismus und Ferientourismus. Alle mit diesen Aspekten des Tourismus verbundenen Aktivitäten müssen in Einklang mit islamischen Prinzipien, Werten und Gesetzen sein. Ein Tourist muss sich mit den muslimischen religiösen Begrenzungen vertraut machen, um sie während seines Aufenthaltes [in Ägypten] nicht in der Öffentlichkeit zu übertreten. Als ein islamischer Staat muss Ägypten an den islamischen Werten festhalten… Die Scharia erlaubt einem Nicht-Muslim, Dinge zu tun, die einem Muslim verboten sind, wenn auch nicht in der Öffentlichkeit, sondern nur in der Privatsphäre – und diese [Regelung] gilt auch für einen Touristen… [S.57]“

 

Dieser Artikel brachte Ägyptens Touristenunternehmen in Rage, die aussagten, dass es das Ziel der Muslimbruderschaft sei, die ägyptische Wirtschaft zu sabotieren. Der Chef einer solchen Firma sagte als Reaktion auf das Erscheinen des Programms: „Wie können wir verlangen, dass Touristen in unserem Land die Ansprüche der Muslimbruderschaft erfüllen – ist das vernünftig? Fordert unser islamischer Glaube uns nicht dazu auf, [andere] Religionen anzuerkennen, [gemäß dem Vers:] „Du sollst deine Religion haben und ich soll meine Religion haben [6:109]“? Wie können wir ihnen unsere Grundsätze und Prinzipien aufzwingen? Jedes freie Individuum [sollte das Recht dazu haben] seinen Glauben [zu wählen] … Das Programm der Bruderschaft würde, wenn es durchgesetzt würde, Ägyptens Tourismus große Verluste und großen Schaden verursachen. Ein Tourist verreist doch, um seine Freiheit zu genießen, und es ist nicht weise, Beschränkungen aufzuerlegen – in der Tat, was ist denn sonst die Bedeutung des Wortes „Tourismus“? …“ [12]

 

[1] Eine Ausnahme bilden die Auszüge von Badis Freitagpredigt vom 23. September 2009, die als Teil des vorliegenden Dokuments übersetzt wurden.

 

[2] MEMRI Special Dispatch No. 3274, „Muslim Brotherhood Supreme Guide: „The U.S. Is Now Experiencing the Beginning of Its End“; Improvement and Change in the Muslim World „Can Only Be Attained Through Jihad and Sacrifice,““ 6. Oktober 2010, http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/193/4650.htm.

 

[3] MEMRI Inquiry & Analysis Series Report No.599, „In Advance of the Arab Summit, The Arab „Resistance Camp“ and Iran Campaign For a New Intifada Against Israel, the PA and the Renewal of Peace Negotiations – While the Summit Itself Is Set To Stress a „Just and Comprehensive Peace“; Including Israeli Withdrawal from Syria, Lebanon, and Palestine as the „Arab Strategic Option““ 26. März 2010, http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/4062.htm.

 

[4] Special Dispatch No.2988, „Muslim Brotherhood Leader: Only Jihad Can Restore the Muslim Ummah to Its Former Glory; „The Hour is Near when [We will] Rid the Ummah of this Foreign Body [Israel] that has been Malevolently Planted in Its Midst,““ 1. Juni 2010, http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/4254.htm.

 

[5] MEMRI Inquiry & Analysis Series Report No.599, „In Advance of the Arab Summit, The Arab „Resistance Camp“ and Iran Campaign For a New Intifada Against Israel, the PA and the Renewal of Peace Negotiations – While the Summit Itself Is Set To Stress a „Just and Comprehensive Peace“ Including Israeli Withdrawal from Syria, Lebanon, and Palestine as the „Arab Strategic Option,““ 26. März 2010, http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/4062.htm.

 

[6] MEMRI Inquiry & Analysis Series Report No.599, „In Advance of the Arab Summit, The Arab „Resistance Camp“ and Iran Campaign For a New Intifada Against Israel, the PA and the Renewal of Peace Negotiations – While the Summit Itself Is Set To Stress a „Just and Comprehensive Peace“ Including Israeli Withdrawal from Syria, Lebanon, and Palestine as the „Arab Strategic Option,““ 26. März 2010, http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/4062.htm.

 

[7] MEMRI Special Dispatch No. 3274, „Muslim Brotherhood Supreme Guide: „The U.S. Is Now Experiencing the Beginning of Its End“; Improvement and Change in the Muslim World „Can Only Be Attained Through Jihad and Sacrifice,““ 6. Oktober 2010, http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/193/4650.htm.

 

[8] Special Dispatch No.2988, „Muslim Brotherhood Leader: Only Jihad Can Restore the Muslim Ummah to Its Former Glory; „The Hour is Near when [We will] Rid the Ummah of this Foreign Body [Israel] that has been Malevolently Planted in Its Midst,““ 1. Juni 2010, http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/4254.htm.

 

[9] http://www.ikhwanonline.com, 23. September 2009.

 

[10] Al-Ahram (Ägypten), 14. Januar 2007.

 

[11] Der Entwurf erschien zuerst in der ägyptischen Tageszeitung Al-Masri Al Yawm, die ihn in vier Fortsetzungsfolgen vom 10. bis zum 14. August 2007 veröffentlichte. Hohe Amtsträger der Muslimbruderschaft erklärten jedoch, dass die in der Zeitung veröffentlichte Version nicht die endgültige Version des Programms sei. Eine andere Version des Entwurfs erschien am 25. August 2007 online auf http://www.islamonline.net. Siehe MEMRI Inquiry & Analysis Series Report No.409, „Public Debate on the Political Platform of the Planned Muslim Brotherhood Party in Egypt,“ 11. Dezember 2007, http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/125/2632.htm#_edn1.

 

[12] Akher Sa-a (Ägypten), 29. August 2007. Der Entwurf löste Kritik sowohl von äußeren Elementen als auch unter den Mitgliedern der Bewegung aus. Der damalige höchste Anführer der Muslimbruderschaft, Mohammed Mahdi Akef reagierte auf die Welle der Kritik, indem er behauptete, dass der Entwurf auf eine Einschätzung der öffentlichen Meinung abgezielt habe und dass Änderungen des Programms die unterschiedliche angefallene Kritik berücksichtigen würde. Seit 2007 sind keine neuen Vorschläge für ein Programm publiziert worden. Es sollte noch angemerkt werden, dass Badi im Juni 2010 die Aufhebung des Camp-David-Abkommens gefordert hat und dass er in einem Interview auf Al-Arabiya TV am 6. August 2010 den Widerstand der Muslimbruderschaft zur Kandidatur von Kopten oder Frauen als Präsidentschaftskandidaten wiederholte. http://www.ikhwanonline.com, 1. April und 6. August 2010.

 

Das Middle East Research Institute (MEMRI) ist eine unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft, die die Medien des Nahen Osten übersetzt und analysiert. Wir danken Maria Kallenberg für die Übersetzung und MEMRI für die freundliche Übernahmegenehmigung

Übersetzung von Maria Kallenberg – Übersetzung ihres ersten poltischen Programms 

 

4 Responses to “Eine Übersicht über die Einstellung der ägyptischen Muslimbruderschaft zu USA und Dschihad”

  1. Cajus Pupus Says:

    Cajus Pupus stellt fest

    Leider muss man immer wieder feststellen, wie die unverhüllte ideologische Zensur hier in Deutschland repräsentiert wird. Es ist immer problematisch, Zensur in wichtigen Angelegenheiten auszuüben! Insbesondere, wenn es um das Überleben der deutschen Zivilisation geht!

    Wir werden von den Muslimen kolonisiert und infiltriert. Der Sinn und Zweck dieser Kolonisation und Infiltrierung dient nur dazu, die deutschen Bürger zu unterwerfen und zu vernichten. Selbst die muslimischen Führer prahlen öffentlich mit dieser Wahrheit.

    Leider werden die deutschen Bürger von ihrer eigenen Regierung bedroht, wenn sie die Wahrheit über den Islam aussprechen. Ebenso wird im wahrsten Sinne des Wortes den deutschen Bürgern von ihrer eigenen Regierung verboten, in jedweder Form gegen diese Kolonisierung und Infiltrierung auf irgendeine Art und Weise zu protestieren bzw. zu demonstrieren!

    Selbst in öffentlichen Foren, z. B. T-Online, wird diese Zensur ausgeübt. Durch Löschung des Beitrages und Sperrung der Postingteilnahme, begründet auf die so genannte Nettikette, wird die Zensur ausgeübt. Doch diese Zensur gilt mittlerweile auch in den einschlägigen Presse-Medien, die ja immer Politisch Korrekt berichten muss. Da ist doch ein Leser, der in einem Kommentar die Wahrheit sagt, nicht erwünscht!

    In ihren eigenen Islamischen Ländern haben Nicht-Muslime einen winderwertigen Staus als Bürger zweiter Klasse! Dieses beruht auf die Scharia, dem islamischen Gesetz! Durch den Multikulturalismus haben die einheimischen Deutschen de facto genau diese Position inne. Das heißt, wir deutschen sind mittlerweile zu Bürgern der zweiten Klasse geworden! Doch nicht nur in Deutschland. In ganz West-Europa ergeht es den einheimischen „Europäern“ genauso.

    In Deutschland und auch in West-Europa haben die amtierenden Regierungen damit begonnen, das Schariarecht einzuführen! Die Regierungen in Deutschland und West-Europa akzeptieren auf nationaler Ebene wie auch auf der Ebene der Europäischen Union nicht nur die Islamisierung in einer passiven Form, sondern sie fördern sie sogar und erzwingen sie geradezu. Durch die Ungehemmtheit und Forderung der Einwanderung aus den Islamischen Ländern, speziell aus der Türkei!

    Aus diesem Grunde dürfen wir Deutsche nicht aufhören zu demonstrieren, zu protestieren und an die jeweiligen Regierungsadressen und Chefredakteure zu schreiben und unseren Unwillen über diese schleichende Islamisierung bekannt machen! Tretet in Kauf-Protest gegenüber den linken, Islam verrlichenden und politisch korrekt schreibenden Print-Medien! Lasst den Islamischen Ländern Euren Unmut spüren indem Ihr keine Urlaubsreisen mehr in diese Länder bucht. Deutschland und Europa ist wunderschön – auch wenn es regnet!

    Vor allen Dingen: Geht wählen! Das ist Eure einzigste Chance diese Regierung, wie sie heute herrscht abzuwählen und etwas neues an die Spitze des Landes zu setzen! Denkt nur nicht das wählen machen schon die anderen! Jede Stimme zählt! Und jede nicht abgegebene Stimme kommt den „Feinden“ zu Gute!

  2. Danke für diese Informationen!!!!
    LG Marie

  3. Johannes Says:

    Noch einnmal: Es muss davon ausgegangen werden, dass die Muslimbrüder sowohl zum Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) sowie zur Milli Görüs enge Verbindungen haben. Der erste Vorsitzende des ZMD war der Araber Nadeem Elias. Dessen Nachfolger Axel “Ayyub” Köhler und jetzt Aiman Abdullah (=Diener oder Sklave Allahs) Mazyek (Deutsch-Syrer) sind zugleich auch Mitglieder in der Deutsch-Arabischen-Gesellschaft und in der FDP. Auffällig übrigens, dass sich dort viele FDP-Mitglieder tummeln. Und wer erinnert sich nicht auch an den Absturz des früheren Vorsitzenden Jürgen Wilhelm Möllemann, der einen regen Waffenhandel in die arabische Region förderte.

    Immer wieder zu erwähnen ist auch der frühere deutsche Botschafter in Algerien und Marokko, der promovierte Jurist Wilfried “Murad” Hofmann, der unseren demokratischen Rechtsstaat trotz Konversion zum Islam (1980) noch bis 1994 unter Genscher und Kinkel vertreten durfte. Desgleichen sind auch etliche weitere ehemalige deutsche Botschafter in arabischen Ländern in beiden Organisationen vertreten. So gründete “Scheich” Bashir Dultz aus Königsberg (!) die Muslim Liga Bonn. Dafür ehrte ihn der Bonner Bürgermeister Joisten 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz und lobte sein jahrzehntelanges Engagement für ein Miteinander der “abrahamitischen Religionen”!

    Besonders Dr. Hofmann vertritt eine harte Linie der Islamisierung Deutschlands und stellt Koran und Scharia über unser Grundgesetz und über unsere freiheitlich-demokratische Ordnung, die als “unislamisches System” abgelehnt und bekämpft wird. Das kann man schwarz auf weiß in seinen Büchern “Islam” und “Islam als Alternative” nachlesen. Trotzdem wird der neue Vorsitzende des ZMD, Mzyek, nicht müde, sich verbal zum Grundgesetz zu bekennen. Warum dieser “Taqiyya-Mann” immer wieder in Talkshows eingeladen wird, ist dem Kenner der Materie ein Rätsel. Aber ARD/GEZ und Zweites/GEZ wissen schon warum.

  4. […] keinen Zweifel über die Ideologie dieser Bewegung aufkommen und zeigt uns, dass sich in den Grundmanifesten dieser islamischen Terrororganisation nichts geändert hat.  Hatte Anwar el Sadat in den 70iger Jahren noch versucht eine wirtschaftliche Öffnung des Landes […]


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