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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Khamenei sieht Iran als Vorbild für Ägypten 4. Februar 2011

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 16:09

Der Ayatollah hofft, dass die Proteste zu einem auf der Religion basierenden „Regime des Volkes“ führen.

Mubarak sei Diener der Zionisten und der USA.

 

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, hat die Aufstände in Tunesien und Ägypten als „Zeichen des islamischen Erwachens“ in der Welt bezeichnet. Die Ereignisse hätten eine besondere Bedeutung für den Iran, sagte Khamenei beim Freitagsgebet in der Universität von Teheran. Das „islamische Erwachen“ sei bereits zur Zeit der iranischen Revolution 1979 vorhergesehen worden und zeige sich jetzt. Zugleich rief Khamenei das ägyptische Volk auf, den Protest fortzusetzen, bis ein auf der „islamischen Religion basierendes Regime des Volkes“ gebildet sei. Dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak warf Khamenei vor, „der Diener der Zionisten und der USA“ zu sein. 30 Jahre lang sei Ägypten in den Händen eines „Feindes der Freiheit“ gewesen.

 

 Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, erwägt nach eigenen Angaben eine Kandidatur bei einer künftigen Präsidentenwahl in Ägypten. Mussa erklärte im französischen Rundfunksender Europe 1, er erwarte, dass Präsident Husni Mubarak bis zum Ende seine Amtszeit in sieben Monaten an der Spitze der Regierung bleibe. Er glaube, dass es unmöglich wäre, rasch Neuwahlen zu organisieren. Mussa sagte, er erwäge auch, eine Rolle in einer Übergangsregierung zu übernehmen. Er war am Nachmittag zum Tahrir-Platz gekommen und begeistert begrüßt worden.

 

Arabische Reporter berichteten über vereinzelte Zusammenstöße zwischen Regimegegnern und Anhängern des Präsidenten Mubarak in Kairo, Alexandria und Port Said. Ein Augenzeuge in Kairo sagte, bei den Pro-Mubarak-Gruppen in Kairo handele es sich weniger um Demonstranten als vielmehr um Schlägertrupps, die versuchten, den Anti-Mubarak-Demonstranten den Weg abzuschneiden. Ein Reporter von al-Arabija sagte, Mubarak-Anhänger hätten Demonstranten mit Steinen beworfen. 

 

Experten machen sich Sorgen um die ägyptischen Kunstschätze: Das Ägyptische Museum mit seinen rund 120.000 Exponaten, darunter dem weltberühmten Grabschatz von Tutanchamun, ist besonders bedroht: Es liegt direkt am zentralen Tahrir-Platz, dem Zentrum der seit zehn Tagen andauernden Proteste gegen Präsident Husni Mubarak. Am Mittwoch landeten zwei Molotow-Cocktails im Hof des imposanten Gebäudes, das die weltweit größte Sammlung für altägyptische Kunst beherbergt. Vor dem Museum ging nach der Zündung von weiteren Benzin-Bomben ein Baum in Flammen auf. Das ägyptische Kabinett hat die Armee nach eigenen Angaben angewiesen, ausländische Journalisten bei deren Arbeit zu unterstützen. Mehrere Reporter in Kairo waren attackiert worden.

 

Zwei Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) sind in Kairo festgehalten worden. Die beiden, ein Mann und eine Frau, waren am Donnerstag im Stadtzentrum unterwegs, als sie festgehalten wurden – vermutlich von der Armee. Das sagte DAAD-Gruppenleiter Christian Hülshörster „Welt Online“. Nach Aussagen aus Ägypten sei dies zu ihrem eigenen Schutz geschehen. Es gab Berichte über Gewalt gegen Ausländer. Die deutsche Botschaft bemühte sich intensiv um einen Kontakt, und gegen 23 Uhr wurden die beiden Deutschen wieder freigelassen. Sie sind zusammen mit den anderen 26 DAAD-Stipendiaten der Region mit einem Konvoi der Botschaft zum Flughafen gefahren worden und fliegen am frühen Nachmittag mit der Lufthansa zurück nach Deutschland.

 

Verteidigungsminister Tantawi fordert ein Ende der Ausschreitungen. Bei seinem Besuch des Tahrir-Platzes sagte er nach Angaben des Senders Al-Arabija: „Hey Leute, es reicht. Der Mann wird nicht mehr kandidieren.“  Tantawi fügte hinzu: „Sagt dem Oberhaupt der Muslimbrüder, dass er den Dialog akzeptieren soll.“ Der Minister gab sich volksnah und sprach in ägyptischem Dialekt zu den Demonstranten.

Kurz vor Beginn des Freitagsgebets auf dem Tahrir-Platz werden Pressevertreter in einem anliegenden Hotel aufgefordert, nicht von den Balkonen aus zu filmen oder zu fotografieren. Das Militär werde von jedem, der dagegen verstoße, die Ausrüstung konfiszieren, hieß es nach Augenzeugenberichten in der Durchsage weiter.

Die derzeit verbotene Muslimbruderschaft will nach den Worten eines führenden Mitglieds keinen Kandidaten bei der Präsidentenwahl stellen. „Wir haben deutlich gesagt, dass wir keine Ambitionen auf eine Kandidatur für das Präsidentenamt oder Posten in einer Regierungskoalition haben“, sagte Mohammed al-Beltagi von der islamistischen Partei dem Fernsehsender Al-Dschasira.

 

Der ägyptische Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi und mehrere Generäle der ägyptischen Armee besuchen den Tahrir-Platz. Beim ägyptischen Staatsfernsehen heißt es dazu: „Verteidigungsminister Tantawi inspiziert die Lage am Tahrir-Platz“. Beobachtern zufolge ist das ein Zeichen dafür, dass die mächtigen Streitkräfte die Demonstration billigen.

Augenzeugen berichten, in der Kairoer Innenstadt hätten insgesamt rund 1000 Soldaten Stellung bezogen. Polizisten seien, abgesehen von einigen Beamten der Verkehrspolizei, nicht zu sehen. Beobachter sagten, nach dem Mittagsgebet würden Hunderttausende Demonstranten erwartet. Die Protestgruppen befürchten, dass wieder gewalttätige Anhänger von Präsident Husni Mubarak in Aktion treten. Sie könnten versuchen, den Demonstranten, die sich in den Moscheen der Stadt versammeln wollten, den Weg zum Tahrir-Platz abzuschneiden.

 

Tausende Menschen harren am Freitagmorgen auf dem Tahrir-Platz von Kairo aus. Sie bereiten sich auf weitere Massenproteste nach den Freitagsgebeten vor, die den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zum Rücktritt zwingen sollen. Sie nennen diesen Freitag den „Tag des Abgangs“.,Ein dpa-Fotograf berichtet, die Nacht sei weitgehend ruhig gewesen. Die Armee kontrolliere an den Zugängen zum Platz die Ausweise. 

In der Stadt AlArisch im Norden der Sinai-Halbinsel griff eine Gruppe von bewaffneten Männern die Zentrale der Geheimpolizei mit Panzerfäusten an. Nach Angaben von Augenzeugen brach ein Feuer in dem Neubau aus, der neben mehreren Verwaltungsgebäuden liegt. In Al-Arisch hatte es in den vergangenen Tagen ebenso wie in Kairo, Alexandria und Suez Protestaktionen gegen die Staatsmacht gegeben.

Im arabischen Nachrichtensender al-Dschasira berichtet eine Korrespondentin, es herrsche eine „angespannte Atmosphäre“. Eine Demonstrantin sagte dem Sender am frühen Freitagmorgen, die Regierungsgegner auf den Platz seien im Alarmzustand. Aber viele seien zuversichtlich, dass sie am Freitag mit neuen Massenprotesten ihr Ziel, den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak zu erzwingen, erreichen könnten. Einzelne Demonstranten brachten Lebensmittel und Medikamente zum Kundgebungsort.

Auf diplomatischer Bühne wird für die Zeit nach Mubarak geplant, wie die „New York Times“ berichtete. Vizepräsident Omar Suleiman sei als Chef einer Übergangsregierung unter Beteiligung der Opposition samt der islamistischen Muslimbrüder im Gespräch. Suleiman solle umgehend einen politischen Reformprozess einleiten. Wahlen seien für September vorgesehen. {Quelle: www.welt.de}

 

2 Responses to “Khamenei sieht Iran als Vorbild für Ägypten”

  1. nied Says:

    In Ägypten gibt es Unruhen, Bürgerkrieg in den Hauptstädten und die westlichen Ländern finden zu keinem gemeinsamen Standpunkt. Die einen, wie Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon fordern sofort freie Wahlen, während Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi Mubarak den Rücken stärkt. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn letztlich muss das Ägyptische Volk entscheiden, wie es weitergehen soll. In meinen Augen ist dieser Mohamed ElBaradei nur einer, der jetzt auf den fahrenden Zug aufspringen will um mal schnell ein Präsidentenamt abzustauben. Der ist in meinen Augen auch nicht demokratisch legitimiert.

  2. Walter Says:

    In einer BBC Sendung über Wahabiten wurde von den Wahabiten behauptet, das ihre Ziele mit den Muslimbrüdern übereinstimmen!

    Die Doku war lehrreich, aber auch erschreckend über Ungläubige Juden und Christen!


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