kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Israel ist der Kirche unwürdig 3. Februar 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 00:00

Der Nahost-Reise einer SEK-Delegation widmet das SEK-Bulletin 3/10 einen Artikel. Ein großer Teil, unproportional zur ganzen Reise, reflektiert den sehr kurzen Aufenthalt in Israel und wertet seine Politik. Er spricht die Verfolgungsgeschichte der Juden in Europa an, um dann zu unterstellen, dass „die arabische Bevölkerung des Landes“ damit nicht nur nichts zu tun habe, sondern ihrerseits Opfer der jüdischen Opfer geworden sei. Wörtlich: „Sie (die arabische Bevölkerung) jedoch ist es, die den Preis für eine politische Entscheidung bezahlt, die sich aus einem Trauma rechtfertigt und ein neues Trauma erzeugt: die Vertreibung der Palästinenser, die wiederum nicht zufällige Entwürdigung und Verletzung der Rechte eines ganzen Volkes“.

 

Das ist, gelinde gesagt, eine Geschichtsklitterung. Der Entscheid der Uno von 1947, das westliche Palästina zu teilen und zwei Staaten, „a Jewish state and an Arab one“, zu empfehlen, wollte im wesentlichen den Konflikten zwischen Arabern und Juden beikommen. Denn der Großmufti Jerusalems hatte Aufstände initiiert und wurde deshalb 1937 von den Briten ausgewiesen. 

 

Er fand Asyl bei Hitler in Berlin, trat in die SS ein und rekrutierte auf dem Balkan Tausende für die Waffen-SS. Er drängte Hitler, nicht zu vergessen, dass Juden in Palästina umzubringen seien. Obwohl als Kriegsverbrecher gesucht, konnte er sich in Jerusalem nach 1945 wieder etablieren. Der sogenannte Unabhängigkeitskrieg, in dem der Staat Israel von arabischen Staaten vernichtet werden sollte, hatte zur Folge, dass viele Palästinenser flohen – zwei Drittel von einem Teil Palästinas in einen anderen. Auch Juden wurden durch den Krieg vertrieben, abgesehen von den vielen Juden, die in der Folge aus Jemen, Syrien und Irak nach Israel flüchten mussten.

 

Es gab wohl auch kleinere Vertreibungen von Muslimen. Aber von einer Vertreibung der arabischen Bevölkerung zu sprechen ist schlicht historisch falsch. Das ist der palästinensische Narrativ. Der Bulletin-Artikel macht ihn sich umstandslos zu eigen. Dass also die politische Entscheidung sich aufgrund des jüdischen Traumas gerechtfertigt habe, ist ebenso falsch wie die Aussage, dass sie zu einem palästinensischen Trauma geführt habe. Das, was als Trauma für die Araber bezeichnet wird, entstand wegen der arabischen Verweigerung der Teilung des Landes in zwei Staaten und wegen des arabischen Angriffskriegs. In Wahrheit haben sie das Trauma selbst induziert.

 

Zum Holocaust-Museums-Besuch steht: „Die Tragik (Israels) besteht in der Umkehr der erlittenen Katastrophe.» Ein katastrophaler Satz! Er unterstellt, die Israeli täten den Palästinensern an, was sie von den Nazis (von deren Untaten man im Museum erfuhr) erlitten hatten. Ja, der Bericht schreckt nicht davor zurück, zu sagen, dass «die einst Ghettoisierten (Juden) nun ihrerseits Ghettos (für die Palästinenser) bilden“. Das verschlägt mir den Atem, auch wenn ich weiß, dass eine solche Herabsetzung Israels gängig zu werden scheint. Aber in der reformierten Kirche, im SEK-Bulletin, sollte das doch nicht Unterstützung bekommen.

 

Natürlich ist der Sperrzaun hässlich und ja in Israel selbst nicht unbestritten, aber jeder, der nicht bösen Willens ist, kann wissen, dass er die Folge terroristischer Infiltrationen im Kontext der sogenannten Zweiten Intifada ist, die über 1000 israelischen Zivilisten das Leben gekostet und mehr noch verstümmelt hatte. Die „Mauer“ dämmte terroristische Selbstmordattentate ein, und dass der Kontakt von Israeli und Palästinensern eingeschränkt wurde, ist nicht böser Wille, sondern dient der Sicherheit. Ich erinnere mich, wie sich zwei Israeli während der Intifada nach Ramallah verirrten und zu blutigen Fleischklumpen geschlagen wurden – gnadenlos gelyncht unter den Augen von Arafats Sicherheitsdienst.

 

Nun der letzte Punkt. Der Bericht fragt: «Aber hätte Israel nicht das Potenzial zu einer besseren Welt? Einer freundlichen statt dieser feindlichen, einer Koexistenz statt der Unterdrückung?» Auch hier wird wieder nur von Israel etwas gefordert. Haben wir im SEK schon mal etwas von den Palästinensern gefordert, etwa auch von der Hamas, die Israel auslöschen und Juden töten will? Oder Fragen gestellt zum Antisemitismus von Palästinensern und deren Medien? Auch das Bulletin stellt dazu keinerlei Fragen. Nur Israel wird angeprangert, getadelt – ja, auch verleumdet als brutaler Verfolgerstaat. Wer humanitäres Recht so einseitig einklagt, macht sich verdächtig, Palästinenser nur als Opfer zu sehen und nicht auch ihnen zuzutrauen, für die Menschenrechte der anderen Seite einzutreten. Es ist aber auch die politische Palästinenserführung aufzufordern, hier etwas zu tun.

 

Ich finde den Bulletin-Bericht unethisch. Er ist einer evangelischen Kirche unwürdig. Er wird dem Anti-Israelismus Nahrung geben und auch zu einer Entsolidarisierung mit Juden in unserem Land beitragen. Gut, dass sich Ratsmitglied Peter Schmid schließlich öffentlich vom Duktus dieses Artikels distanziert hat. Ich bin ihm dankbar dafür.

 

Lukas Kundert, Prof. Dr., ist Münsterpfarrer und Kirchenratspräsident Basel-Stadt.

SEK-Bulletin: Lesebrief in der reformierten presse – Nr. 47 / 26. November 2010

 

Kommentar eines unserer Leser

 

Es ist wenig erstaunlich, dass nun auch eine Delegation der SEK ihren Antisemitismus so deutlich zu erkennen gibt. Einen „Palästinenser-Staat“ hat es zwar in der Geschichte nie gegeben – und wenn, dann ist er das jetzige Jordanien. Den Staat Israel/Judäa mit der Hauptstadt Jerusalem dagegen gibt es seit mehr als 3000 Jahren. Genauer gesagt, leben Juden seit mehr als 3000 Jahren auf dem biblischen Territorium zwischen Jordan und Meer in Galiläa, Samaria und Judäa, auch wenn es zeitweise nur sehr wenige waren und der Großteil des jüdischen Volkes aufgrund der Zerstreung durch die Eroberer – auch die arabischen – in aller Welt wohnte. Doch der kirchliche Antisemitismus ist tief verwurzelt und treibt immer wieder neu seine Blüten.

 

Der Leiter der messianischen Gemeinde in Berlin, Rabbi W. Pikmann, warnte schon im Mai letzten Jahres vor dem wieder aufflammenden Antisemitismus, der besonders unter den türkischen und arabischen Einwanderern gemäß Koran ein unerträgliches Maß erreicht hat. Doch die zuständigen Behörden schweigen dazu. Was wäre wohl, wenn NPD-Sympathisanten solche Parolen auf deutschen Straßen gröhlen würden, wie wir sie nun mehr und mehr von Muslimen ungestraft sehen und hören?

 

In diesem Zusammenhang ist es angebracht, auch auf den Antisemitismus der Kirche hinzuweisen. Obwohl das Verhältnis zwischen Juden und Christen vom Apostel Paulus in seinem Brief an die Römer in den Kapiteln neun bis elf ausführlich behandelt wurde, begann das antisemitische Denken und Verhalten von Heidenchristen spätestens im 2. Jh. nach Christus und ist bis heute in der Kirche tief verwurzelt.

 

Entgegen der Schrift enterbte die Kirche Israel seiner göttlichen Erwählung, seines Erbteils und seiner Verheißungen und setzte sich an seine Stelle. Die Katastrophe der Shoa bewirkte in Führungskreisen der Kirchen in Deutschland nur ein vorübergehendes Innehalten, aber keine wirkliche Buße. Wie sonst könnten ÖRK, LWB und die Kirchenleiter Friedrich, Schneider, Buß und Abromeit immer wieder Israel der „Menschenrechtsverletzungen“ bezichtigen, ohne auch nur den schriftlich festgehalten Vernichtungswillen von PLO und Hamas zu erwähnen (siehe deren Charta von 1964 und 1988 – „eine Sprache der Vernichtung“ – so die FAZ vom 2.5.2007)?

 

Israel – das ist das jüdische Volk, das nach wie vor das von Gott geliebte „Volk des Eigentums“ ist, auch wenn es gemäß Jesaja 49,6 u.a. noch nicht ganz seiner Berufung entspricht. Doch sollten wir uns in unserem Versagen als Christen über Israel erheben? Dem Volk Israel allein ist vom HERRN ewiger Bestand zugesagt (Jer 31, 35ff). Und über sein künftiges Heil – das doch auch allen Menschen gilt, die sich dem HERRN JESUS zuwenden – erfahren wir u.a. durch den Propheten Sacharja ab Kapitel acht. Die dort niedergeschriebenen Verheißungen sollten wir gerade auch als Christen verinnerlichen und uns an ihnen zusammen mit dem jüdischen Volk erfreuen!

 

Von allen Kirchen wird die „Palästinensische Theologie“ gutgeheißen – hierzu siehe den Beitrag „Palästinenser führt Lutherischen Weltbund“ bei http://www.idea.de . Diese „Theologie“ verwirft das AT und damit die Verheißungen für ein ungeteiltes „verheißenes Land“ (ausdrücklich und viele Male als „Gottes Eigentum“ bezeichnet) sowie den ewigen „Bund Gottes“ mit Seinem Volk. Das vom Apostel Paulus beschriebene Verhältnis von Juden und Christen (Röm 9-11) lässt keinen Raum für kirchliche Enterbungslehren. Die sichtbarste Folge einer solchen „Theologie“: je mehr sich die Kirchen dem Islam anbiedern und ihn als anderen Weg zu Gott bezeichnen – obwohl der Koran Juden und Christen verflucht (Sure 9,29f) – umso mehr wächst auch der Hass auf Israel. Beides bedingt einander. Antisemitismus wurde vom Erzbischof von Paris, Kardinal Jean-Marie Lustiger, als Gotteslästerung bezeichnet und auch von Dietrich Bonhoeffer scharf verurteilt.

 

Papst Johannes XXIII. bewegte das Versagen der Kirche gegenüber Israel zutiefst. Er betete: „Wir erkennen nun, dass viele Jahrhunderte der Blindheit unsere Augen bedeckt haben, so dass wir die Schönheit Deines auserwählten Volkes nicht mehr sehen und in seinem Gesicht nicht mehr die Züge unseres erstgeborenen Bruders wieder erkennen. Wir erkennen, dass das Kainszeichen auf unserer Stirne steht. Jahrhunderte lang hat Abel daniedergelegen in Blut und Tränen, weil wir Deine Liebe vergaßen.“ Christen, für die Gottes Wort verbindlich ist, müssen aus Liebe zu Jesus und zu Seinem Volk an der Seite Israels stehen. Christen können keine Antisemiten sein!

 

Die heutigen Vereinten Nationen (UNO) mit 191 Mitgliedstaaten sind die größte Organisation, die sich ständig gegen Israel wendet. Kaum ein Drittel ihrer Mitglieder sind Demokratien westlichen Zuschnitts. In den übrigen Staaten herrschen Diktatoren, Autokraten und „Lebenszeit-Präsidenten“ mit 99% Wahlergebnissen. Großen Einfluss haben die 57 islamischen Staaten, darunter 22 arabische.

 

Über die Herrschaftsformen der letztgenannten Länder haben die UN noch nie debattiert – weder im Plenum noch im Sicherheitsrat. Im vorigen Jahr übernahm Libyen sogar den Vorsitz in der „Menschenrechtskommission“!! Der Bock wurde zum Gärtner! EU und USA zahlen für diesen kostspieligen Wahnsinn enorme Geldsummmen aus unseren Steuerabgaben, anstatt diese nützlichen Vorhaben zuzuführen. Dabei konnten die eingesetzten Truppen der UN noch keinen Konflikt zum Wohle der Bevölkerungen befrieden.

 

Wegen der Christenverfolgungen – vor allem in den islamischen Ländern – gab es ebenfalls noch nie eine Resolution, auch nicht gegen die ganz normalen ständigen Menschenrechtsverletzungen dort.

 

Bis 2009 wurde aber die einzig Demokratie in einem Meer islamischer Unrechtsstaaten, das kleine Israel (etwa so groß wie Hessen) 225mal (!) von der Völkergemeinschaft wegen angeblicher Rechtsverletzungen in Resolutionen verurteilt. Ein islamisches Land dagegen noch nie. Eine möglich Antwort darauf gibt der Psalm 83!

 

Noch bedenklicher ist allerdings, dass nach den Vereinten Nationen besonders die beiden Organisationen Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) sowie der Lutherische Weltbund (LWB)Israel ständig verurteilen. Mehrfach forderten sie auch schon zum Boykott israelischer Waren auf. Hinzu kommen die Verurteilungen Israels von einzelnen Personen aus dem „christlichen“ Bereich. Sie sind eingangs erwähnt.

 

2 Responses to “Israel ist der Kirche unwürdig”

  1. Walter Says:

    Politisch menschlich kann ich die Gründung des Staates Israel gut verstehen, aber was mich biblisch durcheinander bringt ist die Ablehnung der Orthodoxen bzw der Thorajuden!!!

    Sie sind der Bestandteil der gottesfürchtigen Juden!

    Sind sie von Gott fehlgelenkt?????

    • yael1 Says:

      Nein. Die Orthodoxen (die es so nichtz gibt) lehnen Israel nicht ab. Was Sie meinen sind bestimmte Gruppierungen innerhalb der Haredim (Ultraorthodoxe), aber auch dort nur einige wenige. Sie lehnen den Staat Israel ab, weil sie glauben, nur der Maschiach hat das Recht Israel zu gründen.


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