kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Unsere Kinder brauchen Werte 1. Februar 2011

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 01:27

Von uns Eltern und später vom Kindergarten und der Schule wird erwartet, dass Kinder nicht nur intellektuelles Wissen lernen, sondern auch, was man im weitesten Sinne als menschliche Werte bezeichnet: Ehrlichkeit, Liebe anderen Menschen gegenüber, Gerechtigkeit, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Rücksichtnahme, Respekt, Dankbarkeit, Konfliktfähigkeit, Achtung vor der Natur, Verantwortung, Hilfsbereitschaft, Ausdauer, Mut, Gewaltlosigkeit und Toleranz.

 
Leider funktioniert das heute in der Praxis oft nicht mehr. Wie lernt man nun, ein „guter Mensch“ zu werden?
= Was können wir Eltern tun, damit unsere Kinder nachhaltig Werte entdecken und leben?
= Wie sieht Werteerziehung heute aus, für ein lebenswertes Morgen?

 
Das kann heißen: Nach einem Streit den ersten Schritt zur Versöhnung machen. Einem alten Menschen den eigenen Sitzplatz anbieten. Zugeben, dass man einen Fehler gemacht hat. Eine lebenswerte Zukunft erwächst aus Kindern, die dazu fähig sind. Doch warum fällt es vielen so schwer, so zu handeln? Vielleicht weil Erwachsene oft nur über Werte reden, anstatt sie unseren Kindern vorzuleben und kindgerecht zu vermitteln. Wir müssen schon unseren Kleinkindern beibringen, warum Gewaltlosigkeit wichtig ist. Die „Gebrauchsanweisung“ des chinesischen Philosophen Konfuzius ist bis heute aktuell geblieben in der Erziehung der Kinder:
Erzähle es mir – und ich werde es vergessen. Zeige es mir – und ich werde mich erinnern. Lass es mich tun – und ich werde es behalten.

 

Kinder lernen Werte nicht durch Reden, sondern durch Handeln: Damit Werteerziehung nicht bei gut gemeinten Appellen stehen bleibt, muss sie Teil des Alltags werden – konkret, praktisch und lebensnah. Wir Eltern müssen uns immer wieder bewusst machen, Kinder lernen durch Nachahmung und Wiederholung! Bis ein Wort, ein Wert oder eine Handlung sich ins Gehirn der Kinder eingeprägt haben, braucht es laut neuester Hirnforschung etwa 50-mal! Kinder kopieren unser Verhalten, doch gleichzeitig prägen sie auch unsere Art des Umgangs mit ihnen. Dieser berührende Text einer Tibetischen Weisheit bringt es auf den Punkt:
„Wenn ein Kind kritisiert wird, lernt es zu verurteilen.

Wenn ein Kind verspottet wird, lernt es schüchtern zu sein.

Wenn ein Kind beschämt wird, lernt es sich schuldig zu fühlen.

Wird ein Kind verstanden und toleriert, lernt es geduldig zu sein.

Wird ein Kind ermutigt, lernt es sich selbst zu schätzen.

Wird ein Kind gerecht behandelt, lernt es gerecht zu sein“.

 

Hinterfragte, vorgelebte Werte der Eltern greifen in der Praxis: Sich selbst als Eltern Fragen zu stellen wie:
= Was ist mir wichtig? Was muss ich über Werte wissen?
= Was sind meine eigenen Werte? Welche Werte erwarte ich bei anderen?
=Wie viele Werte braucht der Mensch?
= Was ist das Minimum an verbindlichen Regeln? Welche sind überholt und welche dringend notwendig für ein friedliches und menschenfreundliches Zusammenleben?
= Wie kann ich Werte so weitergeben, dass Kinder sie begreifen?
= Gehorsam nicht nur fordern, sondern wenn möglich erläutern!
= Grenzen und Sanktionen in gute, fürsorgliche Verhältnisse einbinden.
= Bereit sein, an sich selbst zu arbeiten, um Kindern ein gutes Beispiel zu sein.

 

Kinder brauchen Regeln und Werte: Es hat sich gezeigt, dass schon Kleinkinder Regeln und Werte brauchen. Mit Regeln können sie sich täglich altersgemäß und spielerisch auseinandersetzen, ihre Kräfte messen und sich an vorgegebenen Grenzen ihre „Hörner“ abstoßen. Regeln und Werte geben ihnen Schutz und Sicherheit. Kinder, die in einem sozialen Umfeld mit überschaubaren Grenzen aufwachsen, haben erwiesenermaßen weniger Angst. Sie entwickeln mehr Vertrauen in sich und ihre Umwelt. Sie werden durch die täglichen Auseinandersetzungen mit den Familien- und Kindergartenregeln auf eine gute Weise konfliktfähig. Aus diesen, in der Kleinkindzeit erworbenen Wertvorstellungen entsteht das Fundament ihres späteren Weltbildes, ihrer Wertewelt schlechthin. Das funktioniert nur, wenn wir Eltern uns dieser Herausforderung stellen. Eindeutige Grenzen und klare Werte müssen vorgelebt werden.

 

Im Mittelpunkt stehen die fünf großen Werte: Wahrheit, richtiges Handeln, Frieden, Liebe und Gewaltlosigkeit.

 

 

Wahrheit: Durch Ehrlichkeit und Wahrheit können wir Vertrauen aufbauen. Und Urvertrauen brauchen Kinder, um gesund in die Welt hineinzuwachsen. Oft lügen die Eltern den Kindern aus Bequemlichkeit etwas vor. „Sag am Telefon: Die Mama ist nicht zu Hause!“ – Eine Situation, die wir alle kennen. Wie reagieren wir als Eltern richtig, wenn Kinder aus Wissensdurst einen Teddybären aufschneiden, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen? Oder im magischen Alter phantastische Geschichten erfinden und uns diese als „real“ verkaufen?

Richtiges Handeln: Wenn ein Kind erlebt, dass die Familienmitglieder aufeinander hören, zueinander schauen, sich gegenseitig respektieren und achten, wird es diese Eigenschaften auf ganz natürliche Weise lernen. Denn der rechte Umgang mit Zeit, Material, Medien, Geld, Tieren und Pflanzen will gelernt sein.

Den Frieden und das Miteinander: zeigen wir unseren Kindern durch unser Handeln. Denn wenn wir den Kindern etwas geben wollen, dann sollte es ein gutes Beispiel sein. Jammern, nörgeln, rumbrüllen ist dabei sicher nicht der richtige Weg. Dankbarkeit zeigen, stille Momente mit den Kindern erleben und einen inneren Frieden bei Konflikten finden, schon eher.

Liebe: Liebe erfahren die Kinder, indem wir sie in kleinen Dingen sehen, schlechte Gedanken durch gute ersetzen und uns gegenseitig zeigen, dass wir einander gern haben, achten und lieben.

Gewaltloser Umgang: Gewalt darf kein Mittel der Auseinandersetzung mit anderen sein. Sich streiten und Konflikte bewältigen gehört zu den natürlichen Lernprozessen, denn sie stellen Aufgaben, die gelöst werden müssen und meistens auch lösbar sind. Faires Streiten will gelernt sein! Ein tröstliches Sprichwort aus Italien sagt: „Es gibt keine perfekten Eltern und keine perfekten Kinder, aber alle Eltern können gut sein“.

 

Vergessen wir nicht, die Auseinandersetzung mit dem Thema Werteerziehung ist immer auch eine Auseinandersetzung mit den eigenen Werten.

 

Von Bella Ella, Jugendexpertin und Pädagogin

 

3 Responses to “Unsere Kinder brauchen Werte”

  1. Mitbürger Says:

    Echt schöner Text. Ich stimme dir zu. Aus diesem Tet ist viel poetisches drin 😛

  2. Cajus Pupus Says:

    Warum Mami?

    Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an deine Worte.
    Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken und so trank ich keinen Alkohol.
    Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie du es vorhergesagt hattest.

    Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken. Mami… auch wenn die anderen sich mokierten.
    Ich weiß, dass es richtig war, Mami und dass du immer recht hast.

    Die Party geht langsam zu Ende, Mami und alle fahren weg.
    Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde: Auf Grund deiner Erziehung – so verantwortungsvoll und fein.

    Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein.
    Aber der andere Fahrer sah mich nicht und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.

    Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken.
    Und ich bin die jenige, die dafür büßen muss.
    Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm schnell…..

    Wie konnte mir das passieren?
    Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon. Ringsum ist alles voll Blut, Mami. Das meiste ist von mir……

    Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt!

    Ich wollte dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken.
    Es waren die anderen, Mami, die haben wahrscheinlich nicht nachgedacht.
    Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami.
    Der einzige Unterschied ist nur:

    Er hat getrunken und ich werde sterben!

    Warum trinken die Menschen, Mami?
    Es kann das ganze Leben ruinieren!

    Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf.
    Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege hier im Sterben…
    Er guckt nur dumm.

    Sag meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami.
    Und Papi soll tapfer sein!.
    Und wenn ich im Himmel bin, Mami, schreibt „Papis Mädchen“ auf meinem Grabstein.

    Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren!
    Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben!

    Mein Atem wird kürzer, Mami. Ich habe Angst.
    Bitte, weine nicht um mich, Mami.
    Du warst immer da, wenn ich dich brauchte.

    Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe:

    Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken! Warum bin ich die jenige, die sterben muss???


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