kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Unruhen von „Elzawya Elhamra“ im Juni 1981 1. Februar 2011

Filed under: Koptenverfolgung,Wiederholtes Szenario — Knecht Christi @ 01:42

Aus dem Buch „Wiederholtes Szenario“ von Knecht Christi

 

       In Juni des Jahres 1981 erlebte Ägypten die schlimmsten Unruhen wegen religiösen Fanatismus. Ein einzelner Streit in dem Bezirk „Elzawya Elhamra“ verwandelte sich in eine bewaffnete Fehde; schrieb Pater Antonius Abba Antonius in seinem Buch „Nationalbewusstsein der koptischen Kirche und ihre moderne Geschichte“. Man erblickte eine der Szenen des Bürgerkrieges Libanons. Die Ordnung im Lande wurde hunderte von Jahren zurückgesetzt.

 

       Sämtliche Parteien schienen in grimmigem Zustand, der die Grenze der Explosion, bewaffneten Gewalt und des Überschäumens erreichte. Schuld daran war die Politik, welche die Regierung verfolgte, um die fundamentalistische Moslembrüderschaft und die anderen islamischen Gruppen zu fördern.

 

       Als diese extremen Bewegungen sich stabilisierten und ihr Stachel widerstandsfähig wurde, versuchte die Regierung sie unter dem Deckmantel der „Nationalen Einheit“ zu bekämpfen. Dabei gab sich der Staat als der Hüter der Minderheiten aus. Somit wurden die Religion und die nationale Einheit zur Waffe, die je nach den Umständen gegen den Gegner gerichtet wurden. Saddat ahnte nicht, dass die Politik, die er von Anfang seiner Ära an verfolgte, sein Ende am 6. Oktober 1981 vor allen Augen schreiben werde.

 

 

Details der Unruhen, wie Papst Schenuda sie erzählte

  
       Die Moslems gaben ihr Recht auf ein Grundstück bekannt, auf dam einige Kopten eine Kirche bauen wollten. Der banale Streit zwischen den Nachbarn verwandelte sich in eine bewaffnete Fehde. Dadurch litten die Bewohner dieses Bezirks unter Bammel und Bestürzung. Fünf Tage später – das heißt: am 17. Juni 1981 – griffen die Moslems die Christen erneut an. Es gab eine Ansammlung von Minderjährigen (in Falle einer Verhaftung werden sie entlassen, ohne ihnen etwas vorzuwerfen), die von einem Bezirk zu anderem liefen – von „Manschyet Elsadr“ über „Elwaily“ bis “ Elzawya Elhamra “ – und dabei laut verkündeten: „Setzt alles in Brand … zerstört alles, was den Heiden gehört … verhelft der Religion Allahs zum Sieg über Ungläubige“! Überdies machten sie gewisse Zeichen auf den Häusern, damit man erkennt, dass in diesen Häusern Christen wohnen, die man verbrannte oder zerstörte.

 

       Selbstverständlich wurden diese Minderjährigen von erwachsenen Führern gelenkt. Zum größten Bedauern ließ der Staat sie drei lange Tage randalieren, ohne irgendetwas zu tun, bis die Lage ja außer Kontrolle geriet.

      

Später äußerte Saddat, dass der Innenminister „Nabawy Ismail“ die Situation politisch und nicht polizeilich behandelte. Das bedeutet, dass der Kampf sich gelegt hätte, wenn er zu den polizeilichen Maßnahmen gegriffen hätte. Ich weiß aber nicht, was die politische Weise an sich hatte! Vielleicht beabsichtigte Saddat, die Lage eskalieren zu lassen, um einen Grund finden zu können, seine ausnehmende Autorität laut der Verfassung zu verwenden.

 

       Während der Unruhen in dem Bezirk „Elzawya Elhamra“ führte die Polizei die Anweisung des damaligen Innenministers „Nabawy Ismail“ durch. Die Polizei umzingelte die Menschen und ließ die einen die anderen töten. Auf Grund dessen plünderten die Gangster und Gesetzesbrecher die Läden, Lager und Häuser, ohne dass jemand sie daran hinderte oder diesem Kampf ein Ende setzte. Da kann man sich doch vorstellen, wie es den Kopten ange-sichts dieser muslimischen Überzahl erging, und was die Gangster und die Pöbelhaften bei Abwesenheit der Sicherheit anstellten. Für wen sollte das gut sein? Wer profitierte vom Leid und gezielter Einschüchterung der Kopten?

 

* Bilanz der Misere von Juni 1981 in Elzawya Elhamra: In einem Interview mit der ägyptischen Zeitung „Elahram International“ gab der Ex-Innenmini-ster „Hassan Abu Pascha“ bekannt, dass die Zahl der getöteten Kopten bei den Unruhen mehr als 81 betrug. Dies kann man folgendermaßen begründen:

+ Erstens: Der Märtyrer Erzpriester „Maximos Gergis“. Die Fundamentalisten legten ihre Messer auf seinen Hals und befahlen ihm, die zwei Bekenntnisse des Islam auszusprechen. Als Pater Maximos ihren unerhörten Befehl ablehnte, schlachteten sie ihn. Somit erlangte er den Märtyrerkranz. Seine Heiligkeit Papst Schenuda traf die Entscheidung, den Leichnam Paters Maximos in Kairo und nicht in seiner ursprünglichen Stadt Tahta (bei seiner Familie) beizusetzen, um weitere Eskalation zu vermeiden, wo die Nerven blank lagen.

+ Zweitens: 20 koptische Familien wurden beim lebendigen Leib verbrannt!        
(1) Verbrennen und Zerstören des Hauses von „Kamel Marzuk Samaan“. Als sie ihn nicht fanden, feierten sie das Verbrennen seiner Frau und seiner Kinder vor dem Haus am helllichten Tag; so seine Heiligkeit Papst Schenuda.

 

(2) Verbrennen des Hauses von „Zakhary Lawendy“ mit allen Bewohnern.

(3) Verbrennen des Hauses von „Hazkyal Hanna“ und sein Warenhaus.

(4) Verbrennen der Apotheke von „Magdy Kaldas“ mit den Mitarbeitern.

(5) Verbrennen der Apotheke „Port Saaid“, während Dr. Gergis in ihr war.

(6) Verbrennen der Apotheke von „Soliman Scharkawy“, wo er drin war.

(7) Verbrennen des Ladens von „Mamluk Boschra“ mit allen Mitarbeitern.

(8) Verbrennen des Kaufhauses von „Zaky Gergis“, während er drin war.

(9) Verbrennen des Geschäfts von „Sobhy Elfiel“, während er in ihm war.

(10) Verbrennen des Juweliergeschäfts von „Georg Aziz Salieb“, der in dem Geschäft starb, nachdem die Islamisten das Gold und das Geld entwendeten.

(11) Verbrennen des Ladens von „Kamel Elassioty“, während er in ihm war.

(12) Verbrennen des Hauses von „Ryad Ghali“ mit allen seinen Bewohnern.

(13) Verbrennen des Hauses von „Malak Eryan“, während er in ihm war.

(14) Verbrennen des Hauses von „Malak Fayez“, während er in ihm war.

(15) Verbrennen des Hauses von „Habib Salieb“, während er in ihm war.

(16) Verbrennen des Hauses von „Nashed Kyrillos“, während er in ihm war.

(17) Verbrennen des Hauses von „Fayez Awad“, während er in ihm war.

(18) Verbrennen des Hauses von „Schenuda Gergis“, während er in ihm war.

(19) Verbrennen des Hauses von „Ayad Awad“, während er in ihm war.

(20) Verbrennen des Hauses von „Aziz Salieb“ mit allen seinen Bewohnern.

      

Ein Diakon der koptischen Kirche in Berlin erzählte mir folgendes Erlebnis bezüglich der barbarischen Attacken auf friedliche und vor allem wehrlose Kopten: „Als die Unruhen in unserem Bezirk Elzawya Elhamra uns überraschten, war ich 10 Jahre alt. Nie werde ich vergessen, wie meine zierliche Mutter uns allen das Leben rettete. Sie war eine Witwe, die acht Kinder allein großzog. Trotzdem wurden wir nicht verschont, obwohl man uns gut kannte. Bärtige Männer gingen von einem Haus zum anderen. Sie trugen Fackeln und Stichwaffen (Schwerter, Messer oder Dolche) in ihren Händen. Während die Gefahr sich unserem Haus näherte, fiel meiner Mutter eine brillante Idee ein. Sie holte die Gasflasche von der Küche und schnitt ihren Schlauch mit dem Messer. Sie wartete damit im Treppenhaus auf die islamischen Terroristen. Als sie das Haus stürmten, drehte sie das Gas auf und zündete mit Streichholz an. Die Flammen erschreckten die Islamisten und ließen sie die Flucht ergreifen. Dank der Tapferkeit meiner Mutter sind wir am Leben geblieben. Es war aber schrecklich, wie die Kopten geschlachtet wurden. Das Schlimmste war die Schrecklähmung in diesem Niemandsland“.

 

       Als „Abd Elaziz Elschorbagy“ noch ein Mitglied der „Gewerkschaft für die Journalisten“ war, schrieb er einen Artikel über diese Unruhen. Dabei machte er den damaligen Innenminister „Nabawy Ismail“ verantwortlich. Er deckte den Plan der Regierung auf, welche religiösen Konflikt einfädelte, um ihr Versagen seitens der „nationalen Frage“ zu verbergen (Aus dem Buch des liberalen Autors Anwar Mohamed: Elsaddat und der Papst – S.221).

 

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