kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Millionen marschieren gegen Mubarak 1. Februar 2011

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 15:40

Kairo erlebt den größten Massenprotest in der Geschichte Ägyptens, laut al-Dschasira demonstrieren nun zwei Millionen Menschen gegen Staatschef Mubarak. Oppositionskandidat ElBaradei verstärkt den Druck: Bis spätestens Freitag solle der Diktator abdanken. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker.

 

Touristen warten weiter auf Ausreise aus Ägypten: [15.05 Uhr] Tausende Menschen warten am Flughafen von Kairo weiter auf einen Flug ins Ausland. Vor dem Terminal 1 fanden Hunderte Reisende, die noch keinen Zutritt zur Eingangshalle erhielten, Unterschlupf in einem großen Zelt, wie AFP-Reporter berichteten. An den Sicherheitsschleusen gab es bis zu 40 Meter lange Warteschlangen.

Opposition einigt sich auf gemeinsame Linie: [14.59] Vertreter aller größeren Oppositionsparteien und -bewegungen in Ägypten haben sich auf ein gemeinsame Linie für einen Neubeginn in dem Land verständigt. Sie fordern einen Rücktritt von Präsident Husni Mubarak und eine „Regierung der nationalen Allianz“. Zu den nach einem Treffen am Dienstag in Kairo erhobenen Forderungen gehört auch die Auflösung der beiden Parlamentskammern sowie der Regionalparlamente. Eine Arbeitsgruppe soll eine neue Verfassung ausarbeiten.

Demonstrationen im ganzen Land: [14.50] Der Protest gegen Präsident Husni Mubarak beschränkt sich nicht auf die Hauptstadt Kairo. Er habe sich inzwischen auf alle großen Städte des Landes ausgeweitet, berichtet der arabische TV-Sender al-Dschasira.

 Kairos Hauptbahnhof geschlossen: [14.30 Uhr] Bis auf weiteres ist der Ramses-Bahnhof, der größte Bahnhof Kairos geschlossen, berichtet SPIEGEL-Korrespondent Volkhard Windfuhr. Damit gibt es keine Zugverbindungen mehr zwischen der ägyptischen Hauptstadt und anderen Großstädten wie Alexandria oder Assuan.

Amr Mussa bringt sich ins Gespräch: [14.20 Uhr] Amr Mussa, Generalsekretär der Arabischen Liga, bringt sich in der politischen Krise Ägyptens ins Gespräch. Er sei bereit, die Geschicke des Landes zu führen, wenn er danach gefragt werde, erklärte der Ägypter arabischen TV-Sendern zufolge. Mussa gilt als populärster Politiker der arabischen Welt.

Mubarak-Anhänger verteilen Flugblätter: [14.15 Uhr] Im Kairoer Stadtteil Muhandissin verteilen gutgekleidete junge Männer mit Sonnenbrillen Flugblätter, wie SPIEGEL-Reporter Daniel Steinvorth berichtet: „Hört auf zu demonstrieren. Die Botschaft ist bei der Regierung angekommen. Geduldet euch, die Veränderung passiert nicht über Nacht. Hört auf zu demonstrieren.“

Miss-Kandidatinnen flüchten aus Ägypten: [14.06 Uhr] Die 24 Kandidatinnen zur Wahl der „Miss Germany 2011“ packen wegen der Unruhen in Ägypten vorzeitig ihre Koffer. Die Vorbereitung der jungen Frauen im Touristenzentrum Hurghada werde aus Sicherheitsgründen früher beendet als geplant, sagte ein Sprecher der Organisatoren am Dienstag. Statt wie vorgesehen am Samstag, werden die Frauen bereits am Donnerstagabend nach Deutschland zurückkehren. Wegen der sich zuspitzenden Lage hatte die deutsche Regierung am Dienstag erstmals eine Reisewarnung für ganz Ägypten ausgesprochen.

 

Al-Dschasira meldet zwei Millionen Demonstranten: [14.04 Uhr] Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira korrigiert die Anzahl der Demonstranten nach oben. Inzwischen seien auf dem Tahrir-Platz und in der Umgebung zwei Millionen Menschen unterwegs.

Bürgerwehren sind auch außerhalb der Ausgangssperre aktiv: [13.57 Uhr] SPIEGEL-Korrespondent Volkhard Windfuhr meldet, dass in der Umgebung der Redaktionsvertretung in einem Kairoer Vorort links des Nils die Bürgerwehren im Einsatz sind, die sonst nur nach Beginn der Ausgangssperre aktiv waren. Sie kontrollieren jedes Auto, dass sich nähert. Die meisten Familien des Viertels haben ihr Zuhause verlassen und anderswo Zuflucht gesucht. Weder Armee noch Polizei sind präsent.

„Die Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben“: [13.49 Uhr] Ein BBC-Reporter kürt das beste Spruchband, das er bisher in Kairo gesehen hat. „Das Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, die Regierung sollte eher Angst vor ihrem Volk haben“, steht darauf zu lesen.

Erdogan verschiebt Staatsbesuch in Ägypten: [13.38 Uhr] Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigt nach Reuters-Angaben an, seinen Staatsbesuch in Ägypten zu verschieben. Ursprünglich war die Visite für den 8. und 9. Februar geplant. Erdogan wolle seine Reise nachholen, wenn das Land wieder „zur Normalität zurückgekehrt“ sei.

 

Demonstranten fürchten Aufrührer in ihren Reihen: [13.17 Uhr] Unter den Demonstranten geht die Angst um, Kräfte des Regimes könnten sich unter die Menge mischen und versuchen, Gewalt in den bisher friedlichen Protest zu tragen. Als SPIEGEL-ONLINE-Reporter Gebauer per Satellitentelefon gerade seine Eindrücke in die Hamburger Redaktion durchgibt, wird er von einer wütenden Menschenmenge umringt. Die Protestierenden halten ihn für einen Mitarbeiter des Geheimdienstes, lassen sich aber beruhigen, als Gebauer seinen Presseausweis vorzeigt. Die Männer entschuldigen sich.

 

U-Bahn-System steht kurz vor dem Kollaps: [13.08 Uhr] Auch aus den Kairoer Vorstädten strömen die Massen gen Innenstadt. Die U-Bahnen sind derart voll, dass man sich kaum bewegen kann, meldet SPIEGEL-Mann Daniel Steinvorth.

Menge applaudiert ElBaradei: [12.51 Uhr] Die Demonstranten verfolgen die Ansprache von Mohamed ElBaradei auf Fernsehbildschirmen und applaudieren ihm. Es wird immer klarer, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Matthias Gebauer, dass die Menge sich nicht mit Kompromissen zufriedengeben wird. Mustafa Amer, 35, sagte dazu: „Wir spüren den Geruch der Freiheit, mit Mubarak sind keine Kompromisse mehr möglich. Er muss noch heute ausreisen.“

Kampfansage der Demonstranten: [12.47 Uhr] Der CNN-Reporter Ben Wedeman twittert einen Slogan der ägyptischen Demonstranten auf dem Kairoer Tahrir-Platz, der gegen den verhassten Präsidenten Husni Mubarak gerichtet ist: „Mubarak may have thick skin but we have sharper nails.“ Damit wollen sie zum Ausdruck bringen, dass sie einen längeren Atem haben werden als der Präsident, der bislang nicht zum Rücktritt bereit ist.

 

Human Rights Watch wirft Mubarak-Regierung Folter vor: [12.31 Uhr] Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft der ägyptischen Regierung unter Präsident Husni Mubarak stillschweigende Duldung von Foltermethoden vor. „Das völlig inakzeptable bisherige Vorgehen der ägyptischen Regierung in dieser Sache ist ein wesentlicher Grund, warum die Massen weiter auf die Straße gehen“, sagte Joe Stork, stellvertretender Direktor der Abteilung Naher Osten und Nordafrika von Human Rights Watch, am Dienstag in Kairo. Folter sei ein erhebliches Problem in Ägypten.

 

Auswärtiges Amt rät dringend von Ägypten-Reisen ab: [12.30 Uhr] Die Bundesregierung hat angesichts der Entwicklung in Ägypten am Dienstag ihren Reisehinweis für das Land abermals verschärft. „Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach ganz Ägypten dringend ab“, sagte Außenminister Guido Westerwelle in Berlin. „Das schließt ausdrücklich die Touristengebiete am Roten Meer ein.“ Das gelte, auch wenn dort die Lage derzeit ruhig sei.

 

ElBaradei fordert Mubarak zur ultimativen Ausreise auf: [12.25 Uhr] Der ägyptische Oppositionspolitiker Mohamed ElBaradei fordert Präsident Husni Mubarak zum Rücktritt auf. Mubarak müsse sein Amt niederlegen, um ein Blutvergießen zu verhindern, sagte ElBaradei laut einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders al-Arabija. Mubarak müsse Ägypten verlassen, sagte ElBaradei demnach. Die Demonstranten wollten, dass „dies ein Ende hat, wenn nicht heute, dann spätestens am Freitag“, sagte er. Die Ägypter hätten Freitag den „Tag des Abgangs“ getauft.

 

Al-Dschasira berichtet von mehr als einer Million Demonstranten: [12.22] Der Protest gegen Präsident Mubarak nimmt gigantische Ausmaße an. Es seien inzwischen mehr als eine Million Demonstranten auf dem Kairoer Tahrir-Platz und den angrenzenden Straßen unterwegs, berichtet der arabische Sender al-Dschasira.

+++ Demo-Aufruf erreicht breite Bevölkerungsschichten +++

[12.16 Uhr] Das ägyptische Staatsfernsehen überträgt Bilder von Pro-Mubarak-Demonstrationen, von Gegnern der Regierung ist nichts zu sehen. Wo die Bilder aufgenommen wurden, ist unklar, sie erwecken aber den Eindruck, als werde vornehmlich für Mubarak demonstriert. Derweil ist der Aufruf zur Millionen-Demo augenscheinlich in der Masse der Bevölkerung angekommen, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Matthias Gebauer. Auf den Straßen sind nun auch Gruppen zu sehen, die zuvor nicht in Erscheinung getreten sind – Alte, Frauen, Geschäftsleute, sogar Menschen in Rollstühlen haben sich in die Innenstadt bringen lassen.

 

Rating-Agentur stuft Ägypten herab: [12.13 Uhr] Wegen der Unruhen in Ägypten hat nach Moody’s auch die Rating-Agentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit des arabischen Landes herabgestuft. Eine Zuspitzung der politischen Krise könnte innerhalb von drei Monaten zu einer weiteren Senkung um mehr als eine Stufe führen, teilten die Bonitätswächter mit. S&P senkte das langfristige Rating innerhalb des mittleren Bereichs um eine Note auf BB von zuvor BB+. Der Ausblick sei negativ.

 

Vereinte Nationen gehen von 300 Toten in Ägypten aus: [12.07 Uhr] Die Vereinten Nationen gehen von deutlich mehr Todesopfern bei den Unruhen in Ägypten aus als bisher bekannt. „Unbestätigte Berichte sprechen von bisher 300 Toten und mehr als 3000 Verletzten“, sagte die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, in Genf. Die Entwicklung sei besorgniserregend. „Die Behörden haben die eindeutige Verpflichtung zum Schutz der Bevölkerung, einschließlich ihres Rechtes auf Unversehrtheit, der Versammlungs- und Meinungsfreiheit“, mahnte Pillay die Führung in Kairo. Auch müsse die Informationsfreiheit einschließlich des Internets wiederhergestellt werden.

 

Mubarak-Anhänger mischen sich unter Demonstranten: [12.02 Uhr] Rund 200 Anhänger von Präsident Husni Mubarak mischen sich unter die Regimegegner auf dem Kairoer Tahrir-Platz. „Mubarak ist besser als ihr denkt“, rufen sie, wie SPIEGEL-Reporter Daniel Steinvorth berichtet. Dazu: „Wir wollen keinen Gottesstaat“ – eine Warnung vor dem möglicherweise wachsenden Einfluss der bisher als Partei verbotenen radikalen Muslimbruderschaft. Auf dem Tahrir-Platz kommt es zu Handgreiflichkeiten. Auch vor dem ehemaligen Königspalast im Kairoer Stadtteil Abdin haben sich inzwischen die Regimegegner versammelt – die Demonstration gegen Mubarak weitet sich aus.

 

Erdogan gibt Mubarak „sehr aufrichtigen Ratschlag“: [11.51 Uhr] Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan fordert Mubarak auf, „ohne Zögern“ auf die Forderungen des ägyptischen Volkes nach einem Wandel einzugehen. Mubarak müsse den „Schrei der Menschen und ihre zutiefst menschlichen Forderungen“ hören, sagt Erdogan vor dem Parlament in Ankara und bezeichnet seinen eigenen Appell an den ägyptischen Präsidenten als „sehr aufrichtigen Ratschlag“.

Armee sperrt Zugänge nach Kairo: [11.51 Uhr] Die ägyptische Armee hat die Zugänge zur Hauptstadt Kairo und weiteren Städten gesperrt, in denen sich Demonstranten zum sogenannten Marsch der Million zusammenfinden wollten. Die Autobahn zwischen Kairo und der Hafenmetropole Alexandria war kurz vor der Hauptstadt durch Blockaden des Militärs gesperrt, wie ein AFP-Reporter beobachtete. Einem anderen AFP-Korrespondenten zufolge kommen die Menschen auch aus den Städten Mansura im Norden und Suez im Osten des Landes sowie aus Fajjum südlich von Kairo nicht in Richtung Hauptstadt heraus. Seit Montag sind außerdem der Zugverkehr und Metroverbindungen in die Innenstadt Kairos unterbrochen.

 

Ein symbolischer Sarg für Mubarak: [11.48 Uhr] Eine Gruppe Jugendlicher hat aus Plastikkisten und Stoff einen Sarg gebastelt, der symbolisch für den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak stehen soll, berichtet SPIEGEL-Reporter Daniel Steinvorth. Die Gruppe läuft damit über den Kairoer Tahrir-Platz und ruft: „Mubarak, dieser Sarg ist für dich.“ Ein Passant ruft ihnen entgegen: „Übertreibt es nicht.“ Es gibt Gerüchte, dass sich Mubarak-Anhänger und zivil gekleidete Sicherheitskräfte unter die Demonstranten gemischt haben. Auf den Dächern der angrenzenden Hotels soll sich die Polizei postiert haben.

 

Omar Sharif unterstützt Opposition: [11.35 Uhr] Auch Schauspieler Omar Sharif fordert den Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak. „Das Volk ist der König“, sagte der gebürtige Ägypter der Zeitschrift „Bunte“. „Die Menschen wollen, dass Mubarak geht. Seine Zeit ist abgelaufen. Er sollte sich einen angenehmen Lebensabend gönnen.“

Staatsfernsehen zeigt Straßenszenen ohne Demonstranten: [11.34 Uhr] Das ägyptische Staatsfernsehen Nile TV zeigt minutenlang die Auffahrt einer Schnellstraße. Von den Protesten, die ganz in der Nähe stattfinden, ist nichts zu sehen.

Auch Mubarak-Anhänger demonstrieren: [11.22 Uhr] Parallel zu der Massenkundgebung gegen den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in Kairo versammeln sich auch Anhänger des greisen Staatschefs. Etwa 2000 Teilnehmer rufen „Ja zu Mubarak, nein zu Demonstrationen und Sabotage“. Zusammenstöße mit den anderen Demonstranten gab es zunächst nicht, wie eine dpa-Reporterin berichtet. Die Stimmung ist aber sehr aufgeheizt.

 

Gebetszeit auf dem Tahrir-Platz: [11.16 Uhr] Zur Gebetszeit kehrt auf dem Tahrir-Platz für Minuten absolute Stille ein, berichtete SPIEGEL-ONLINE-Reporter Matthias Gebauer. Ein Großteil der Demonstranten lässt sich zum Gebet nieder, viele knien auf der ägyptischen Fahne. Über Lautsprecher ist der Ruf „Allahu akbar“ zu hören, „Gott ist groß“.

„Wir sind bereit, für diese Revolution zu sterben“: [11.14 Uhr] Eine Gruppe von 20 Männern in weißen Hemden steht in der Menschenmenge auf dem Kairoer Tahrir-Platz, berichtet SPIEGEL-Reporter Daniel Steinvorth. Auf den Hemden tragen die Männer einen Schriftzug: „Dies ist unser Totenhemd“. Einer der Männer sagt: „Wenn die Polizei uns heute erschießen sollte: Wir sind bereit, für diese Revolution zu sterben.“

 China verschärft Zensur zu Unruhen in Ägypten:  [10.59 Uhr] Die chinesische Zensur hat die Kontrolle der Berichterstattung über die Unruhen in Ägypten verschärft. Die Suche im chinesischen Internet ergab am Dienstag nur wenige Berichte wie etwa über das Treffen von Staatspräsident Husni Mubarak mit seinem neuen Kabinett oder den Rücktransport gestrandeter Chinesen. Mit zwei Flugzeugen flogen am Dienstag 480 Chinesen zurück. Zwei weitere Maschinen waren auf dem Weg nach Kairo. Der Sprecher des Außenministeriums, Hong Lei, bestritt vor Journalisten die Online-Zensur oder Sperrung des Suchworts „Ägypten“ in Mikroblogging-Diensten: „Chinas Internet ist offen.“

 

„Mubarak, hau ab!“: [10.49 Uhr] Aus allen Himmelsrichtungen strömen Tausende auf den Kairoer Tahrir-Platz. Die Stimmung ist ausgelassen und euphorisch. Die Demonstranten trommeln und tanzen. „Hau ab, Mubarak, das Flugzeug wartet auf dich“, skandieren manche. Andere rufen: „Mubarak, stell dich dem Volk. Heute ist dein letzter Tag.“ Das Militär beobachtet die Szenerie, greift aber nicht ein.

 

Immer mehr Menschen auf den Kairoer Straßen: [10.43 Uhr] Die Zahl der Demonstranten wächst und wächst: Einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa zufolge sind bereits 100.000 Regimegegner auf dem Kairoer Tahrir-Platz und den angrenzenden Straßen versammelt. In Sprechchören und auf Transparenten verlangen sie erneut den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak.

 

Menschenrechtsorganisationen fordern Mubarak-Rücktritt: [10.39 Uhr] Dutzende ägyptische Menschenrechtsorganisationen haben Präsident Husni Mubarak zum Rückzug aufgefordert. „Präsident Mubarak muss den Willen des ägyptischen Volkes respektieren und sich zurückziehen, um ein Blutbad zu verhindern“, hieß es in der Erklärung von 50 Organisationen. Zu den Unterzeichnern gehören die wichtigsten Menschenrechtsgruppen des Landes, darunter das Zentrum für Menschenrechtsstudien in Kairo, der Verband für wirtschaftliche und soziale Rechte sowie das arabische Zentrum für die Unabhängigkeit der Justiz.

 

Abgeschottet in Scharm al-Scheich: [10.14 Uhr] In dem Touristenort Scharm al-Scheich auf der Sinai-Halbinsel läuft das Leben wie gewohnt, berichtet ein Tauchbasisleiter SPIEGEL ONLINE. Das Militär hat die beiden Zugangsstraßen von El-Tor und Dahab abgeriegelt und ist in dem Urlauberzentrum ansonsten nicht sichtbar. Die Ausgangssperre ist komplett aufgehoben. Bisher gibt es keine Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln und Benzin, lediglich kleinere Läden mussten schließen. Die Stimmung bei den Tauchgästen sei gut, sagt der Basisleiter. Bei den Einheimischen wird die große Demonstration in Kairo mit Spannung erwartet.

 

Ägyptische Sicherheitskräfte konfiszieren Journalistenausrüstung: [10.09 Uhr] Dem Rundfunksender BBC zufolge konfiszieren Sicherheitskräfte am Kairoer Flughafen sämtliche Ausrüstungen von internationalen Journalistenteams, die in das Land einreisen.

Schon 30.000 Mubarak-Gegner auf dem Tahrir-Platz: [10.07 Uhr] Dem britischen Nachrichtensender BBC zufolge sind schon in den Morgenstunden rund 30.000 Demonstranten auf Kairos zentralen Tahrir-Platz gekommen, um gegen das Regime zu protestieren und den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak zu fordern.

 

Straßen in Kairo gesperrt: [10.02 Uhr] Die Sicherheitskräfte in Kairo haben vor der erwarteten Großkundgebung gegen Staatspräsident Mubarak alle in die Hauptstadt führenden Straßen gesperrt, der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt. Alle innerstädtischen Schnellstraßen seien blockiert, verlautete aus Sicherheitskreisen. Der Eisenbahnverkehr in Ägypten war den zweiten Tag in Folge eingestellt, alle Busverbindungen zwischen den Städten waren unterbrochen.

 

Hubschrauber kreist über Tahrir-Platz: [9.55 Uhr] Vor dem Tahrir-Platz kontrolliert das Militär die herbeiströmenden Demonstranten auf Waffen. Immer wieder skandieren die Leute „Nieder mit Mubarak“. Ein Hubschrauber kreist über dem Platz, die Demonstranten reagieren mit einem Pfeifkonzert auf den Helikopter des Militärs. „Game over Mubarak“, steht auf manchen Plakaten der Protestierenden.

 

Westerwelle warnt vor Erstarken der Radikalen: [9.51 Uhr] Angesichts der Unruhen in Ägypten hat Außenminister Guido Westerwelle vor einem Erstarken radikaler Kräfte gewarnt und die bisherige Rolle von Staatschef Husni Mubarak gewürdigt. Westerwelle sagte am Dienstag im ARD-Morgenmagazin, Europa stehe auf der Seite des demokratischen Prozesses, habe aber auch ein Interesse daran, dass Ägypten stabil bleibe: „Dass es wirklich eine demokratische Entwicklung und Bewegung ist und nicht am Schluss Fundamentalisten und Radikale über Umwege an die Macht kommen“, sagte der FDP-Politiker.

 

Tausende versammeln sich auf Tahrir-Platz in Kairo: [9.43 Uhr] Am achten Tag der Proteste gegen das Regime des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak haben sich an diesem Dienstag auf dem Tahrir-Platz in Kairo wieder Tausende Demonstranten versammelt. Die Protestierer verlangen den Rücktritt Mubaraks. Die Regimegegner wollen, dass eine Million Menschen gegen Mubarak marschieren. Die Armee zeigt Präsenz, ohne die Proteste dort zu behindern. Am Montagabend hatte das Militär erklärt, dass es nicht auf friedliche Demonstranten schießen werde.

 

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,742809-3,00.html

 

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