kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Stuttgart trauerte um ermordete Kopten 31. Januar 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 03:46

Vor einem Monat, am Silvestertag des Jahres 2010, wurden durch einen hinterhältigen, menschenverachtenden Bombenanschlag 25 koptische Christen getötet und zahlreiche verletzt. Die Christen in Baden-Württemberg reagierten hierauf mit großer Anteilnahme an das Schicksal der verfolgten Kopten, deren Los sich sehr gut mit den Prüfungen der ersten Jahrhunderte des Christentums während des Spät-Römischen Reiches vergleichen lässt.

 

Der Stuttgarter Trauermarsch am 15. Januar sollte all den mitfühlenden Christen die Möglichkeit geben, ihre Anteilnahme öffentlich mitbekunden zu können. Die Bürgerbewegung Pax Europa hat den koptischen Christen bereitwillig ihre Erfahrung und ihre Infrastruktur hierfür zur Verfügung gestellt. Der Verein hielt sich jedoch davor zurück, selber als Veranstalter zu figurieren, damit man den politischen Widersachern der verfolgten Christen keine Gelegenheit zur üblichen Behauptung gibt, man hätte diese Trauerveranstaltung für politische Zwecke instrumentalisiert. Die koptische Kirche in Stuttgart war dementsprechend die einzige Organisation hinter der Veranstaltung. Hier wurden die Gäste eingeladen, die Redner ausgesucht und das Informationsmaterial – Flugblätter, Transparente und Präsentationsartikel – zusammengestellt.

 

Wie sich am Tag der Kundgebung zeigte, blieb die Anteilnahme nicht bei leeren Worten. Die Christen aller Kirchen folgten dem Ruf. Wer dabei war, konnte neue Freundschaften mit den Gastgebern, den koptischen Christen schließen. Aber viele andere Gruppen verfolgter Christen waren anwesend. Am zahlreichsten sicherlich die aramäischen Christen, die trotz größter Verfolgung und Unterdrückung, unter der sie in ihren Herkunftsländern zu erleiden haben, stolz und selbstbewusst hinter der roten Flagge mit dem goldenen, fliegenden Adler her schritten.

 

Auch etwa 50 Vertreter der äthiopischen Kirche waren gekommen. Sie haben in ihrem Herkunftsland ebenso unter der Geißel des Islam zu leiden wie die Kopten und die Aramäer. Des Weiteren trafen wir auf russische, griechische, serbische und rumänische Christen. Wir dürfen natürlich die zahlreichen deutschen Christen nicht unerwähnt lassen: Katholische und evangelische Christen, Vertreter der hiesigen Kirchen, waren dieses Mal auch gekommen. Und sie wurden gebeten, jeweils eine Rede zu halten. Auch zu ihnen konnten wir wertvolle Freundschaften knüpfen, denn sie waren uns gegenüber sichtbar aufgeschlossen. Wenn man die Schriften mancher von den kirchenpolitischen Überlegungen geleiteten Kirchenfunktionäre in den Medien liest, sind Begegnungen mit Menschen wie der Theologin von der evangelischen Ausländerseelsorge für uns, Mitglieder der BPE, eine wohltuende Überraschung. Zuletzt sollte man noch die vielen Aktivisten der engagierten Fellbacher Aktionsgruppe für die verfolgten Christen erwähnen. Und ja: ganz zuletzt auch uns, die vielen BPE-Mitglieder und PI-Gruppenaktivisten aus ganz Süddeutschland, von Mannheim bis München, mit denen man bereits fest rechnen kann, wann immer sie gebraucht werden.

 

Die Veranstaltung startete um 13 Uhr am Kronprinzplatz in Stuttgart. Junge, schwarz gekleidete Aramäer, mit schwarzen Flaggen und etwa 30 cm großen Holzkreuzen vermittelten bereits zu Beginn der Versammlung ein entsprechendes Gefühl der Trauer. Pater Johannes Ghali, das Oberhaupt der Koptischen Kirche Baden-Württembergs, empfing die Gäste wie Brüder und Schwestern im Glauben und im Leid. Von hier aus setzte sich die Prozession mit Pater Johannes und dem aramäischen Pater Abdullahd Kas Alfrem an der Spitze in Gang. Durch die Kronprinzstraße zum Rotebühlplatz und weiter durch die Eberhardstraße ging es zum Rathaus. Man sang christliche Trauerlieder, und die Frage „Warum?“ erscholl immer wieder durch das Megafon. Und immer wieder skandierte der Umzug: „Lasst die Christen im Nahen Osten in Frieden leben!“

 

Die Leute blieben stehen, betrachteten uns und staunten. Hier und dort – wie samstagmittags nicht anders zu erwarten – eine Kopftuchträgerin, oder ein muslimischer Mitbürger unter den Neugierigen. Ein, zwei Mal riefen junge Muslime „Allahu Akbar!“. Das hatte einige junge Aramäer sehr empört. Aber niemand ließ sich weiter provozieren, obwohl es auch später, während der Veranstaltung auf dem Rathausplatz, an Provokationen nicht mangelte. Ein paar junge Muslime kamen hin und wollten ihre „Beleidigung“ wegen einer solchen Art von Veranstaltung demonstrieren. Aber bei der hervorragenden Arbeit der Stuttgarter Polizei, bei der Besonnenheit der Teilnehmer, der Aufmerksamkeit der ausgesuchten freiwilligen Ordner – zumeist junge Aramäer – und natürlich bei der souveränen Haltung der zwei Pater (Pater Johannes Ghali und Pater Abdullahd) wie auch der anderen Redner, hatten solche Störenfriede gar keine Chance. Die Veranstaltung blieb vom Anfang bis zum Ende eine erhabene, festliche Trauerveranstaltung, ohne Zwischenfälle, ohne politische Instrumentalisierung und ohne unerwünschte Spannungen. Das ist das mindeste, was wir den Opfern schuldig sind.

 

Von hier aus setzte sich die Prozession nach etwa einer Stunde, nachdem die Reden und Gebete zu Ende waren, wieder in die Richtung Schlossplatz in Bewegung, wo sie sich nach ein paar kurzen Abschlussreden auflöste. Hier hatten wir dann für die interessierten Stuttgarter Bürger einiges Informationsmaterial vorbereitet und verteilt. Wir hatten einige Artikel über die Christenverfolgung in den islamischen Ländern, ein paar Flugblätter und noch viele engagierte Freunde der BPE wie auch der Fellbacher Aktionsgruppe, die den interessierten Passanten viele Fragen beantworteten.

 

Die Gastgeber, die Veranstalter und der Versammlungsleiter wollen diesen Weg nutzen, um all den Teilnehmern noch einmal herzlich zu danken. Den wahren Dank werden die echten, die gläubigen Menschen auf dem ihnen bekannten Wege erhalten. Und den vielen Verletzten, die immer noch in den Kliniken in Kairo, Deutschland oder Großbritannien liegen, wünschen wir gute Besserung!

 

Berichte über die Veranstaltung:

» Aramäisches SAT-TV: http://www.suryoyo-sat.eu und www.tayro.org
» MEDRUM
» https://koptisch.wordpress.com/2011/01/15/trauermarsch-der-kopten-in-stuttgart-2/
» http://für-verfolgte-christen.de/?p=435
» Printausgabe der Stuttgarter Zeitung
» http://i64.photobucket.com/albums/h173/szodavisz/KK3Text.jpg
» http://i64.photobucket.com/albums/h173/szodavisz/KK3Bild.jpg

Videos der Reden:

Weitere Videos:

» Trauermarsch Kopten – Aramäer – Christen
» Gebet des Friedens
» Rede der katholischen Christin Jutta Wettstein
» Kurze Rede über Christenverfolgung
» Aktionsgruppe für verfolgte Christen
» Hitzige Diskussionen
» Ich als Türke habe deutschen Pass

{Quelle: PI-News – mit dem besten Dank für die herzliche Solidarität – Gott segne euch alle}

 

One Response to “Stuttgart trauerte um ermordete Kopten”

  1. Johannes Says:

    Die Saat der Oberdhimmis in den deutschen Kirchenleitungen geht auf. In Bohmte bei Osnabrück verweigerten Dhimmis in der Gemeindeleitung einer evangelischen Kirche dem koptischen Bischof Anba Damian das Gastrecht in ihrem Gemeindehaus. Er wollte nichts anderes, als über die Leiden der Christen unter der islamischen Despotie in Äypten informieren. Fürchten diese Leute etwa, dass ihnen durch Mohammedaner hier in Deutschland Leid angetan wird?

    „idea-Spektrum“ berichtet:

    Drucken
    31.01.2011
    Koptischer Bischof darf nicht in Kirche sprechen

    Der Bischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian.

    Osnabrück (idea) – In einer Gastwirtschaft statt in einem evangelischen Gemeindesaal musste der Bischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian (Höxter), einen Vortrag über die Verfolgung seiner Kirche in Ägypten halten.

    Der Kirchenvorstand der St. Thomas-Gemeinde in Bohmte bei Osnabrück lehnte die Durchführung der Veranstaltung in ihren Räumen ab. Man fürchte, dass dadurch der Religionsfrieden gestört werde, teilte man dem Organisator, Pastor i.R. Prof. Karl-Heinz Kuhlmann (Bohmte), mit. Dieser hatte den Bischof eingeladen, über die Geschichte und gegenwärtige Situation seiner Kirche zu sprechen. Ein Selbstmordattentat vor einer koptischen Kirche in Alexandria (Nordägypten) hatte in der Neujahrsnacht 23 Todesopfer gefordert. Islamische Extremisten bedrohten in der Folge auch koptische Gemeinden in Deutschland. Damian sprach unter Schutz von zwei Polizeibeamten am 28. Januar vor etwa 50 Zuhörern in einer Gastwirtschaft in Ostercappeln-Venne. Die koptische Kirche wurde der Überlieferung nach vor fast 2.000 Jahren von dem Apostel Markus gegründet. Offiziell entstand sie im Jahr 451 nach dem Konzil von Chalkeon. Heute stellt die christliche Minderheit in Ägypten rund zehn Prozent der 83 Millionen Einwohner. In Deutschland leben rund 6.000 koptische Christen.


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