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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Lage eskaliert: Armee fährt in Kairo auf 28. Januar 2011

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 20:13

Nach dem Freitagsgebet ist es in Kairo erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Offenbar wurde der Oppositionspolitiker Mohammed el Baradei in Kairo unter Hausarrest gesetzt. Zudem verhängte die Regierung in mehreren Städten eine nächtliche Ausgangssperre. Laut SF-Korrespondent Pascal Weber bringt sich die Armee in Kairo in Stellung.

 

Trotz eines Demonstrationsverbotes haben zehntausende Ägypter nach dem Freitagsgebet gegen den Präsidenten Hosni Mubarak und seine Regierung protestiert. Demonstranten setzten Büros seiner Nationaldemokratischen Partei (NDP) und Polizeiwachen in Brand.

 

In der Innenstadt von Kairo bewarfen sie Polizisten mit Steinen, nachdem diese versucht hatten, sie auseinanderzutreiben. Soldaten feuerten laut Augenzeugen Warnschüsse in die Luft. Zudem setzte die Polizei Wasserwerfer, Schlagstöcke und Tränengas gegen die Demonstranten ein. Nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Dschasira wurde mindestens ein Mensch getötet.

 

«Ein deutliches Zeichen»: SF-Korrespondent Pascal Weber spricht von einer klaren Eskalation. In der Luft von Kairo – normalerweise voller Smog – liege viel Tränengas. Er berichtet, dass Armee-Panzer vor dem Hauptquartier der Regierungspartei aufgefahren seien. Dies sei «ein deutliches Zeichen», so Weber. Vor einer Moschee im Stadtteil Giza kesselte die Polizei eine Gruppe von Demonstranten ein, zu der auch der ehemalige Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohammed el Baradei, gehörte, in dem viele Oppositionelle einen möglichen Nachfolger Mubaraks sehen. Die ägyptischen Behörden haben Friedensnobelpreisträger Mohamed Al-Baradei offenbar unter Hausarrest gesetzt. Das erklärten vor seinem Haus stationierte Polizisten. Er war am Donnerstagabend in Kairo eingetroffen, um an den Protesten teilzunehmen. Der frühere Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hatte sich als Chef einer Übergangsregierung angeboten.

 

Internet und Mobilfunk blockiert: Im Vorfeld der Proteste hatte die Regierung mit allen Kräften versucht, die Demonstrationen zu unterbinden. Und auch jetzt versuchen die Behörden verzweifelt, die Kontrolle wenigstens einigermassen zu behalten. Dies erklärt SF-Korrespondent Weber. Offenbar will die Regierung verhindern, dass sich die Oppositionellen über Facebook, Twitter und SMS organisieren. Im Moment funktioniere gar nichts mehr, so Weber. Weder Internet, noch Mobilfunknetz.

Muslimbrüder rufen Anhänger zur Teilnahme auf: Sicherheitskräfte hatten im Vorfeld zahlreiche Oppositionelle festgenommen. Nach Informationen des arabischen Nachrichtensenders Al Dschasira waren darunter acht Führer der islamistischen Muslimbruderschaft. Erstmals hat sich auch die offiziell verbotene Muslimbruderschaft an den Protesten beteiligt. Die Gruppierung tritt für eine Islamisierung des Staates ein. Viele liberale Ägypter fürchten, dass die Muslimbrüder jetzt auf den fahrenden Protestzug aufspringen. Die Proteste wurden hauptsächlich von Studenten und jungen Arbeitslosen in Gang gesetzt. Die Proteste gegen Korruption und steigende Preise und für einen Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak und seiner Regierung dauern schon seit dem vergangenen Dienstag an.

 

Ägyptische Blogger kämpfen mit Worten gegen das Regime

 

«Natürlich habe ich Angst! Aber wann, wenn nicht jetzt, sollen wir uns wehren?» Ahmad Z. bloggt. Gegen das Regime. Gegen die Lebensbedingungen. Gegen Mubarak. Zusammen mit tausenden Gleichgesinnten bildet er die Bewegung, welche die ägyptische Regierung herausfordert. Es ist ein Katz- und Maus-Spiel. Seiten werden gesperrt, Dienste unterdrückt, Verbindungen gekappt. «Die meiste Zeit sind unsere Seiten blockiert. Aber wir finden Wege, dies zu umgehen.» Ahmad sitzt entspannt im Internet-Café in einem Vorort von Kairo. Dort fühlt er sich sicher. «Viele meiner Freunde wurden verhaftet. Aber das gehört in einer solchen Situation wohl einfach dazu.» Ahmad und seine Kollegen rufen über die Blogs nicht nur zu weiteren Demonstrationen auf – sie versuchen vor allem auch, das Vorgehen der ägyptischen Polizei zu dokumentieren.

 

Mobiltelefone gekappt: Hossam Baghat, ein anderer Aktivist und Leiter einer Menschenrechtsgruppe, berichtet, dass sogar das Handynetz teilweise gestört wird. «Mein Handy jedenfalls geht nicht mehr. Wer mich anzurufen versucht, hört die Nachricht ‚falsche Nummer‘». Ein Test von SF bestätigt: Die Leitungen sind tot. «Ohne diese Kommunikationsmittel wären die Massenbewegungen, wie wir sie heute hier sehen, nie zustande gekommen», so Baghat. «Sie spielen eine entscheidende Rolle.»

 

Eine Million zum Demonstrieren eingeladen: «Wir haben zu neuen Demonstrationen am Freitag aufgerufen. Nach einer Stunde haben bereits 20‘000 Menschen geantwortet.» Ahmad nippt an seinem Kaffee. «Es ist das einzige Netzwerk, das die jungen Leute verbindet. Und wir können so auch die Mittelklasse erreichen.» {Quelle; www.tagesschau.sf}

 

One Response to “Lage eskaliert: Armee fährt in Kairo auf”

  1. Johannes Says:

    Mohammed el Baradai ist ein Verräter. Er hat den Luxus und die Wohltaten des Westens genossen, ist aber doch ein überzeugter Moslem geblieben.

    Ihm ist es als Unterhändler der UN zu verdanken, dass das iranische Regime des Terrors Zeit gewonnen hat, die A-Bombe herzustellen. Immer wieder hat er es verstanden, die Verhandlungen mit dem Iran hinzuziehen. Wirkliche Kontrollen der iranischen Atomanlagen haben nie stattgefunden. Warum Baradei den Friedensnobelpreis erhalten hat, ist genauso unverständlich wie die Vergabe dieses Preises durch das linke Preiskommitee an den Mörder und Terroristen Arafat.

    Allerdings helfen deutsche Firmen an der atomaren Aufrüstung in großem Maße mit. Als größter Handelspartner des Iran könnte Deutschland durch einen wirklichen Handelsboykott, wie er beschlossen war, das Mullah-Regime unter Druck setzen. So müsste dieser „Haufen von Nichtstuern, die sich auf Kosten der ungebildeten Armen, die Allahs Hölle fürchten und von seinem Paradies verlockt wurden“, endlich ihr schönes Leben beenden (Ahmad Kasrawi, ein Kämpfer für die Säkularisierung des Iran – Khomeini ließ ihn nach der Machtübernahme umbringen.).

    Kasrawi, der ursprünglich selbst ein Mullah mit schwarzem Turban werden wollte und ein Priesterseminar besucht hatte, kam beim Studium des Koran zu der Einsicht, dass „der Islam allenfalls für nomadische und barbarische Araberstämme, die sich in einem vorzivilisatorischen Zustand befinden, als Religion etwas tauge“ (Ahmad Kasravi: Shiagari – Shi´ism, Teheran 1943, deutsch 1984 – zitiert in Amir Taheri: Morden für Allah – Terrorismus im Auftrage der Mullahs, München 1993)

    Meine persönliche Meinung zum Fall weiterer autoritärer arabischer Regimes: Es wird in den islamischen Staaten alles noch schlimmer werden. An die Stelle dieser Regierungen werden despotische islamische Führer („Geistliche“) treten, die ihre Völker endgültig unter die Sklaverei des Islam zwingen werden. Die Beispiele Iran, Libanon und teilweise Irak und Afghanistan belegen dies. Der Westen kann sich gegen die Welteroberungspläne des Islam nur durch Einigkeit im Handeln und durch große Härte gegen diese Bestrebungen erwehren und schützen.

    Israel ist ein positives Beispiel. Es kämpft an vorderster Front für die Werte des Westens und sollte unsere ungeteilte Unterstützung haben. Die nun wieder an den Islam gefallene Türkei ist ebenfalls ein Beispiel, sollte uns aber Warnung sein. Als Partner des Westens ist sie schon lange nicht mehr akzeptabel. Ein Beitritt zur EU ist auch deshalb nicht mehr möglich. Die Türkei sollte nun auch aus der NATO ausgeschlossen werden. Folglich sind auch Türken, die unsere freiheitlich-demokratische Ordnung ablehnen und hier so leben wollen wie in Anatolien, nach dort zurückzuführen.


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