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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ein Gesundheitszentrum in der Wüste 27. Januar 2011

Filed under: Koptische Kirche im Ausland,Reportagen — Knecht Christi @ 02:21

Wie Hannelore Faust Menschen in Ägypten helfen will – Bischof Damian stellt Kontakte her

Brenkhausen: Mit viel Motivation, Willenskraft und einer Visionsmacht macht Hannelore Faust sich auf den Weg nach Ägypten. Ihr Ziel: eine physiotherapeutische Einrichtung für Kinder und Jugendliche in Ägypten aufbauen.

 

Die gebürtige Bielefelderin kennt sich aus im Sport. Turnen und Dressurreiten gehörten einst zu ihren großen Leidenschaften. Bis ein tragischer Unfall alles beendete. „Nach dem Unfall musste ich auch lange behandelt werden, und ich kenne mich daher sehr gut mit Physiotherapie aus. Deswegen möchte ich auch Kindern und Jugendlichen in Ägypten eine gute Behandlung nach Unfällen und Verletzungen ermöglichen“, erklärt Hannelore Faust. Um ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen knüpfte sie Kontakt mit dem koptischen Bischof Damian.

 

„Durch den Bischof habe ich die nötigen Kontakte nach Ägypten“, freut sich Faust. Ursprünglich hatte sie vor, die soziale Einrichtung in Assuan aufzubauen. Dort war sie bereits einige Male zu Gast und baute eine Freundschaft mit den Einwohnern auf. „Zwischen 1997 und 2001 war ich ungefähr acht Mal in Assuan. Dort lernte ich einen Masseur kennen, der beste Masseur, den ich je erlebt habe. Ich war auf Anhieb so begeistert, dass ich immer wieder dorthin kam. Wir haben per Email auch jetzt noch regelmäßig Kontakt“, so Faust.

 

Sie weihte ihn in ihre Pläne ein. Doch eine soziale Einrichtung in Assuanstellte sich als größere Herausforderung heraus, als gedacht. „Dort gibt es noch nichts, man müsste bei Null beginnen und das können wir nicht leisten“, bedauert sie. Doch eine Alternative war schnell gefunden. Bischof Damian kennt ein Gesundheitszentrum in der Wüste zwischen Kairo und Alexandria. Dort kann die Deutsche ihre Pläne umsetzen. „Ich möchte dort meinen Service anbieten im Bereich Physiotherapie und Reha-Sport. Früher habe ich schon Kinder im Turnen und Reiten ausgebildet.

 

In Ägypten möchte ich das weitermachen, vor allem im Bereich der Rehabilitation“, betont Faust. Durch ihre jahrelange Erfahrung im Reitsport kennt sie sich bestens mit Pferden aus und kennt ihre heilende Kraft, die sie auf Kranke ausüben. „Es nennt sich therapeutisches Reiten und wird oft bei Autisten oder Spastikern angewandt. Sie werden auf das Pferd gesetzt und durch die Bewegung und die Körperwärme des Tieres werden sie ruhig und konzentrieren sich voll und ganz auf das Tier. Das führt zur völligen Entspannung.

 

Die Kinder sind dabei einfach glücklich“, sagt Hannelore Faust. Welche Erfolge diese Therapie erzielen kann, hat sie schon selbst erlebt. „Ein autistisches Kind hat sich durch diese Therapie geöffnet und hat Kontakt zur Außenwelt geknüpft“, erzählt sie gerührt. Nicht nur im Reha-Sport möchte die gebürtige Bielefelderin aktiv sein, sondern den Kindern und Jugendlichen auch noch einen anderen Sport nahe bringen: das Schwimmen. „80% der Ägypter können nicht schwimmen. Das führt jährlich zu unzähligen tödlichen Unfällen im Wasser. Daher liegt es mir besonders am Herzen, auch in diesem Bereich vorzusorgen und den jungen Menschen so etwas mehr Sicherheit geben zu können“. Helfen und etwas bewegen – was für Hannelore Faust noch eine Vision ist, ist für Dr. Ibrahim Moussa bereits Realität. Der Syrer lebt seit 1983 in Deutschland und ist Facharzt für Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirurgie. Auch er pflegt den Kontakt zu Bischof  Damian für einen guten Zweck. „Ich war mit der Hammer Hilfsorganisation bereits als Arzt im Ausland tätig. Die Hammer Organisation setzt sich für die Behandlung verletzter und erkrankter Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten ein und wenn möglich, werden sie in Deutschland operiert. Bischof Damian weiß davon und sprach mich an, ob ich auch den Kindern aus Ägypten helfen könne“, erklärt der Arzt. Sofort erklärte sich der Lemgoer Arzt bereit, zu helfen und hatte schnell seine Patienten.

 

Soauchden19-jährigen Anton Moussa aus Oberägypten. Seine Diagnose: Oberschenkelkrebs. „Der Krebs war schon sehr weit fortgeschritten, es waren bereits Streuungen zu erkennen“, berichtet der Arzt. Gemeinsam mit dem Chefarzt der Chirurgie des St.-Ansgar-Krankenhauses, Dr. Heiner Gellhaus, stellte er Kontakt zu einem Hildesheimer Krankenhaus her. Dort erklärte man sich bereit, den jungen Ägypter zu operieren. „Die koptische Gemeinde aus Ägypten hat für ihn gespendet, damit das überhaupt möglich war. Bei der Operation konnte die Haupttumormasse entfernt werden. Die Chemotherapie erfolgt dann in Ägypten“, so Dr. Moussa. Nach zwei Monaten konnte Anton Moussa dann wieder in seine Heimat.

 

Er ist überglücklich, dass ihm die Behandlung in Deutschland ermöglicht wurde. Genauso wie der koptische Bischof Damian. „Für mich ist Dr. Moussa ein Engel. Ohne ihn wäre das nicht möglich gewesen. Auch Hannelore Faust ist ein Engel, das was sie vorhat ist wundervoll. Ich freue mich sehr, dass unser Kloster in Brenkhausen mittlerweile zu einer internationalen Vermittlungszentrale geworden ist. Durch den Kontakt zu den Ärzten, können wir Bedürftigen die nötige Hilfe zukommen lassen und den Ägyptern auch von hier aus helfen. Ich bin froh, dass uns das möglich ist“, betont der Bischof. Er will auch weiterhin die Ärzte und Hannelore Faust in ihren Vorhaben unterstützen.

 

Seit 1995 In Erfurt: Hannelore Faust ist gelernte Bänkerin und lebt seit 1995 berufsbedingt in Erfurt. Um ihre Pläne für die Hilfe in Ägypten in die Tat umsetzen zu können, wird sie jedes Jahr für zwei Monate nach Ägypten reisen. Ab 2015 möchte sie den jährlichen Aufenthalt auf sechs Monate verlängern. Um sich in dem fremden Land besser zurecht zu finden, lernt sie bereits seit einem Jahr Arabisch {Quelle: Neue Westfälische – von Amina Vieth}.

 

2 Responses to “Ein Gesundheitszentrum in der Wüste”

  1. Eva Eisenring Says:

    Ich würde gerne mit Hannelore Faus Kontakt aufnehmen. Da ich auch öfters in Aegypten bin und ähnliche Zukunftspläne habe.

    Vielen Dank

    • Ulrike Harrer Says:

      Ich bitte um die email adresse von Frau Faust.
      Ich lebe in Ägypten/Safaga und würde gerne eine Art Jugend-Sport-Zentrum für aufbauen.
      Nur in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist
      Mein Mann ist Lehrer und studierte Sport und ich bin Yoga-Lehrerin und Masseurin.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ulrike Harrer

      Nur in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist


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