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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

TAZ trieb Grünen-Chef in den Tod 24. Januar 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 19:18

Die Unfähigkeit zu Trauern ist von den Faschisten auf die Linken übergegangen. Peter Keuer wartet als Opfer „neostalinistischer Säuberung“  30 Jahre nach seinem Tod immer noch auf eine „Rehabilitierung“

 

Nicht nur einen Kinderschänder wie Dietrich Willier – etliche Tageszeitungen berichteten darüber – hat die TAZ als Pionier vorzuweisen. In den 80Jahren trieb die rotgrüne Gazette  mit einer beispiellosen, bis heute noch nicht vollständig aufgeklärten Verleumdungs- und Rufmord Kampagne ein verdientes Gründungsmitglied der Grünen, den damaligen Landesvorsitzenden von Rheinland Pfalz, Peter Keuer in den Tod.

 

Er war linken, von der TAZ unterstützten DKP-Kadern innerhalb der Grünen mit vermutlich engen Verbindung zur Stasi im Weg. Am 6. Juli 1982 schoß sich der Leiter des Tierparkes Rheingönnheim mit seiner Jagdflinte durch den Kopf.

 

Peter Keuer war ein Umweltschützer aus echtem Schrot und Korn. Ein Pionier der Ökologiebewegung. Kein roter Trittbrettfahrer und erst recht kein  Pädophiler, wie die reformpädagogischen „Großstadtindianer“, die 1979 vor 1000 Delegierten mit 11jährigen Mädchen  unter dem Blitzlicht Gewitter der Fotografen auf dem Gründungsparteitag der grünen in Karlsruhe „Gruppensex“ simulierten. Keuer hatte mitten in der Altrheinlandschaft bei Ludwigshafen einen Tierpark aufgebaut. Sein ganzes Leben gehörte der Landschaftspflege, die während der Helmut Schmidt  Ära mit Füßen getreten wurde.  So war es nur logisch, daß der alte Sozialdemokrat sich bereits 1977 der GAZ (Grüne Aktion Zukunft) um den ehemaligen CDU-Abgeordneten Herbert Gruhl  anschloß.

 

Als erster Landesvorsitzender stellte er die Partei auf eine breitere Basis, wodurch die konservativen Kräfte innerhalb der Rheinland-Pfälzischen Grünen merklich geschwächt wurden. Auch zwei Parteimitglieder mit Verbindung zu rechtslastigen Verbänden wurden in die Wüste geschickt. Keuer war also ein Mann, der mit Neonazis nicht im Entferntesten in Verbindung gebracht werden konnte, sondern mit eisernen Besen die rechten Wirrköpfe hinaus kehrte. Die TAZ sah das anders:

 

Seit Herbst 1979 veröffentlichte die rote Gazette, teilweise im Wochenabstand Serien zum Thema „Konservative und Rechte in der Ökologiebewegung“ In vielen dieser Artikel fallen immer wieder die Namen „Rheinland-Pfalz“ „NPD“ und „Peter Keuer“. Ausgelöst wurde das Thema von Jan Peters, der pauschal die ländliche Ökologiebewegung aus braunen Wurzeln wachsen sah. Bei dieser, in der Geschichte der Presse einmaligen Rufmord Kampagne griffen die unterschiedlichsten Schreiber immer wieder auf einen Vorfall zurück, der sich bereits im Frühjahr 1978 in Koblenz zugetragen hatte. Eine bis dahin unbekannte „Grüne Zelle“, die sich später als Neonazi-Gruppe entpuppte (und sogar dem Islam nahe stand) hatte zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, zu der auch der GAZ-Mann Keuer erschienen war. Zu spät erkannte Keuer die verhängnisvolle Falle. Zusammen mit versprengten, vermeintlichen NPD-Leuten im Dunstkreis der Grünen-Gründung wurde aus diesem Mißverständnis jenes Gespenst, das ihn nicht mehr loslassen und letztendlich ins Grab bringen sollte.

 

Der Rufmord gipfelte in einem infamen Schmähartikel der TAZ kurz nach der Wiederwahl Keuers auf dem Landesparteitages in Edenkoben am 26. 6. 1982, der von einem Mitglied der Grünen stammte und unter dem Pseudonym „Julius Steffen“ veröffentlicht wurde. Pikanter Weise wurde auf diesem Parteitag ein Wahlbündnis mit der DKP mit großer Mehrheit abgelehnt. Auch ein angeblich der DKP nahe stehender Bewerber für den Job des Landesgeschäftsführers kam nicht zum Zug. Nach Erscheinen des Artikels, in dem Keuer weiterhin  gute Kontakte zur NPD nachgesagt wurden, kämpfte der Gründungsvater der Grünen Rheinland-Pfalz tagelang verzweifelt um eine faire Gegendarstellung. Mit bewegten Worten, fast flehentlich versuchte Keuer sowohl den anonymen Schreiber als auch die „verantwortlichen Redakteure“, von seiner politischen Integrität zu überzeugen. Vergebens. Erst zehn Tage nach Eingang der Gegendarstellung und sieben Tage nach Keuers Tod sah sich die TAZ genötigt zu reagieren. Die Gegendarstellung des verzweifelten Mannes erschien quasi posthum, zusammen mit dem verquasten Nachruf eines TAZ-Schreibtischtäters. Ein makaberer und zu gleich menschenverachtender Vorgang, der sicherlich in dieser Form einzigartig ist.

 

Unter der lapidaren Rubrik „Peter Keuer ist tot nahm am 13. 7. 82 ein gewisser Klaus Wolschner, der heute noch für TAZ schreibt, zu den unglaublichen Vorfällen Stellung. Mit einer Mischung aus „Betroffenheit“ und Rechtfertigung machte er für den Abdruck des anonymen Artikels „Den Mangel an Korrespondenten“ verantwortlich. Daß auch persönliche Gründe zur Verzweiflungstat führten, war ihm besonders wichtig. Von einem Schuldeingeständnis und einer echten Rehabilitierung ist dieser „Nachruf“ weit entfernt. Selbst in ihm stecken noch versteckte Hinweise , daß vielleicht doch etwas an Keuers Rechtslastigkeit dran sein könnte.

 

Warum die TAZ wie eine gnadenlose Inquisition den unbescholtenen Peter Keuer unter Beschuß nahm, bleibt bis heute rätselhaft. Sicherlich war er linken Kadern innerhalb der Grünen im Weg. Naheliegend ist auch der Verdacht, daß DKP-Mitglieder, die nachweisbar im US- Raketenstationierungsland Rheinland Pfalz als verlängerter Arm der STASI und des DDR-Nachrichtendienstes fungierten an der Demontage des absolut integeren Keuer großes Interesse hatten. Die DKP, die besonders in der Pfalz und Rheinhessen mitgliederstark und gut organisiert war, hatte ein besonders Interesse an der Friedensbewegung. In den 70ziger Jahren wurde die Sekretärin eines CDU Abgeordneten in der militärisch brisanten Westpfalz als DDR-Agentin entlarvt. Die Wohn und Arbeitszimmer von DKP-Mitgliedern glichen wahren Zeitungsarchiven. Heute wie damals versuchen Grüne aber auch die neostalinistische Nachfolgeorganisation der SED unbescholtene engagierte Bürger als Nazis zu diffamieren. Eine Tradition, die von den Apo-Opas inzwischen auf die Enkel übergegangen ist.

 

Der Fall Keuer gehört zusammen mit dem Tod von Petra Kelly und Gerd Bastian und den Kontakten zur Terrorszene (Fall Klein) von J. Fischer zu den dunkelsten Kapiteln der linken und Ökologiebewegung. Es hat fast Symbolcharakter, daß die TAZ neben dem anonymen Schmähartikel einen Bericht über den Tod von Herbert Markuse veröffentlichte. Titel: „Die Unfähigkeit zu trauern“.

 

Vielleicht gelingt es ja den Rufmördern von damals wenigstens nach 30 Jahren ihre Teilschuld an Keuers Tod einzugestehen und ihn von den haltlosen und infamen Vorwürfen reinzuwaschen. Aber dafür bedarf es menschlicher Größe, zu der Stalinisten nie fähig waren.

Klaus Lelek

 

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