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Islam-Kritik empört Muslime 21. Januar 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 00:15

Essen: Islamkritische Äußerungen des Vorsitzenden der Evangelischen Kirche, Präses Nikolaus Schneider, stoßen bei Muslimen auf Protest. „Die evangelische Kirche hat den Hang dazu, belehrend aufzutreten. Das finden wir nicht gut“, so der Zentralrat der Muslime.

 

Mit seiner Islam-Kritik hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, für Unmut beim Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) gesorgt. Aus der Wissenschaft erhält Schneider teilweise Zustimmung für seine Äußerungen. Der Islam trete „von Aufklärung und Religionskritik kaum irritiert in unserer Gesellschaft auf“. Insbesondere dieser von Schneider in seinem an die Synode der rheinischen Landeskirche gerichteten Jahresbericht geäußerte Satz verärgert den Zentralrat der Muslime: „Niemandem steht es zu, eine Religion zu kritisieren und zu bewerten, ob sie eine Aufklärung nötig hat oder nicht“, sagte ZMD-Generalsekretärin Nurhan Soykan im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Islam stehe für Toleranz und gegenseitigen Respekt. Sie wolle nicht andere Religionen kritisieren, sondern „im Guten mit ihnen wetteifern“.

Chef des Zentralrats geht auf Distanz: Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime hat „vollstes Verständnis dafür, dass christliche Vorsteher im Islam eine Herausforderung sehen. Schließlich predigt er den Monotheismus in der reinsten Form, setzt keinen Sohn oder Tochter neben Gott und sagt, dass jeder Mensch für sich alleine verantwortlich ohne Erbsünde ist. Nicht wenige Muslime würden hinter diesen Positionen eine Variante des aufgeklärten Christentums erkennen. Jesus ist ein hoch angesehener Prophet im Islam, so wie auch seiner Mutter Maria eine ganze Sure im Koran gewidmet ist. Gottes Barmherzigkeit würde im Islam niemals zulassen, dass Propheten ans Kreuz geschlagen werden.“

 

Nikolaus Schneider, der auch Präses der rheinischen Landeskirche ist, erläuterte auf Nachfrage dieser Zeitung die Hintergründe seines Vorstoßes. Aufklärung und Islam – wie passt das zusammen? „Es geht mir darum, dass wir einen auf Augenhöhe wissenschaftlich arbeitenden Islam bekommen“, argumentiert Schneider. Er begrüße, dass deutsche Universitäten jetzt damit begännen, Imame auszubilden. „Wenn der Islam an den Universitäten wissenschaftlich arbeitet, setzt er sich auch mit unserer wissenschaftlichen und kulturellen Geschichte auseinander; auch mit unserer Aufklärung“, sagte Schneider weiter. Daraus folge dann, dass sich der Islam auch mit der historisch-kritischen Betrachtung des eigenen Glaubens beschäftige. Statt den Koran wortwörtlich auszulegen, wird dabei auch die historische Entstehung des Koran bei der Auslegung berücksichtigt. „Ich meine das ganz und gar nicht hochmütig“, fügte Schneider hinzu, sondern eher demütig. Denn auch die Kirchen hätten einen langen Weg bis dahin zurücklegen müssen. „Aber erst ein Islam, der an unseren Universitäten mit den Naturwissenschaften, der Philologie, mit allen Zweigen gesprächsfähig ist, ist in unserer Gesellschaft verankert.“

 

Trennung von Staat und Kirche: Zugleich kritisierte der Präses einen „exportierten Islam“, also Imame, die aus anderen Ländern kommen und hier nicht in deutscher Sprache predigen. „Das hilft den Menschen hier relativ wenig, wenn Imame aus Anatolien kommen und aus der Lebenswirklichkeit aus Anatolien predigen.“ Imame müssten aus dieser Lebenswelt kommen, sie sollten diese Gesellschaft kennen.

 

Aufklärung, das meint nach Kant den „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ und beinhaltet den radikalen Zweifel an Dogmen, die Besinnung auf Vernunft und Individualität sowie in der Folge die Trennung von Staat und Kirche. „Da gibt es in islamischen Staaten einiges nachzuholen“, stellt der Islamwissenschaftler Jochen Hippler von der Universität Duisburg-Essen fest. Ein akademisch geprägter Islam würde eine Normalisierung und Gleichheit im Verhältnis zum Christen- und Judentum bedeuten. „Auf einer philosophischen Ebene hat Präses Schneider Recht“, so Hippler. Doch die Forderung nach einem aufgeklärten Islam sei ihm zu sehr auf die akademische Frage verengt. „Wichtiger ist es, Muslime als Teil der Gesellschaft gleichzustellen. Dazu gehören dann auch die entsprechenden Einrichtungen an den Hochschulen.“ Doch die Betonung dort müsse auf der Wissenschaft, nicht auf der Religion liegen.

 

Einen akademisch geprägten Islam gebe es bislang in Deutschland nicht, ergänzt Rüdiger Arnzen vom Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaften der Ruhr-Uni Bochum. Der Aufbau von Islam-Studienzentren zur Ausbildung von Imamen und islamischen Religionslehrern in Tübingen, Münster und Osnabrück soll diesem Mangel abhelfen. {Quelle: http://www.derwesten.de – von Angelika Wölk, Gregor Boldt, Christopher Onkelbach}

 

 

SPD will für Moslems Unterricht umgestalten

 

Mainz. Das SPD-geführte Rheinland-Pfalz plant laut Medienbericht eine islamfreundliche Unterrichtsgestaltung. So sollen im Sportunterricht die Klassen nach Geschlecht getrennt werden – und Klassenfahrten nicht während des Fastenmonats Ramadan stattfinden.

 

Das SPD-geführte rheinland-pfälzische Kultusministerium plant eine islamfreundliche Unterrichtsgestaltung an den Schulen des Landes. Das geht dem Nachrichtenmagazin Focus zufolge aus einem Schreiben hervor, das derzeit an Lehrer verteilt wird. Die Richtlinien empfehlen „die Organisation des Sexualkundeunterrichts in geschlechtshomogenen Gruppen“ und den „Sport- und Schwimmunterricht ab der Pubertät nach Geschlechtern getrennt“ anzubieten. Klassenfahrten sollten „möglichst nicht“ während des Fastenmonats Ramadan stattfinden. Die Befindlichkeiten von Muslimen müssten auch bei der Planung von Praktika und Schulfesten berücksichtigt werden. Fasten könne „zu einer Einschränkung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit der Schüler“ führen, mahnen die Verfasser. Es sei heikel, wenn während des Ramadan zahlreiche Klassenarbeiten geschrieben werden müssten. Deshalb sollten „flexible Lösungen“ gefunden werden.

 

Der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Philologenverbandes, Malte Blümke, kritisierte das Vorhaben als „anti-aufklärerisch und anti-emanzipativ“. „Die Tradition gemeinsamen Lernens wird aufgegeben.“ Ein Schonmonat für Muslime sei nicht praktikabel. Mit Schulen, Lehrerverbänden, Personalräten und Schulträgern sei der Vorstoß nicht diskutiert worden. Der Philologenverband fordert von Kultusministerin Doris Ahnen (SPD), das Faltblatt „sofort zurückzuziehen“. Der Präsident des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, nannte den Flyer eine „Anleitung, wie ich Konflikte an der Schule im Sinne meiner Klientel schüren kann“. Dies sie „kein Integrations-, sondern ein Segregationspapier“. {www.derwesten.de}

 

8 Responses to “Islam-Kritik empört Muslime”

  1. Hajo Says:

    Es hört also nicht auf und wird immer schlimmer – Entgegenkommen, ja Anbiederung wohin man schaut. Diese „islamfreundlche Unterrichtsgestaltung“ ist allerdings das Übelste und Tollste, was mir je begegnet ist. Oder ist es vielleicht ein Mainzer Karnevalsscherz? Als Nächstes ist wohl mit einer Anweisung des rheinland-pfälzischen Justizministeriums zu rechnen, die Bürger muslimischen Glaubens nicht mehr nach unseren Gesetzen zu behandeln, sondern entgegenkommend die Scharia anzuwenden.
    Es ist nicht zu fassen, wie weit wir gekommen sind, und wohin wir noch schlittern. Die Grünen werden begeistert sein, weil nach ihrer Auffassung diese „Kulturbereicherer“ besonderer Hilfe bedürfen …

  2. Lotti Says:

    1. „Aufklärung und Islam – wie passt das zusammen?“
    Bis jetzt noch gar nicht.

    2. „Es geht mir darum, dass wir einen auf Augenhöhe wissenschaftlich arbeitenden Islam bekommen.“
    Träumen Sie weiter, Herr Schneider.

  3. Walter Says:

    Da liegt der Hase im Pfeffer !

    Der Islam geht davon aus, so wie der Humanismus, das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens wäre von der Natur aus gut!
    Na meine lieben Muslime und Humanisten, dann müßte es doch das Paradies auf Erden sein oder?
    Ist es nicht Tatsache, das zwar gut angefangen wird und in einem Unheil endet? Das ist das böse Herz, das immer wieder Böses entstehen
    läßt. Darum brauchen wir einen Gott, der uns von uns selbst erlöst!.

  4. Klaus Lelek Says:

    Nach dem Rüffel ist Schneider auch wieder voll auf Islamlinie und hat kurz danach in seinem Hofberichterstattungsorgan EPD am 17. 1. verkündet:

    “ Die Einladung heißt, der Islam soll aus unserer Gesellschaft heraus sich hier bei uns etablieren“…

    „Wie sich der Islam selbt difiniere, sei allerdings dessen eigene Sache…“

    Dieser letzte Satz ist besonders entscheidend!!!!!

    Brav Dhimi, brav…

  5. bazillus Says:

    Kurzer Nachtrag: Belehrungen können nun islamlische Vertreter einer Religion, die die einzig wahre sein soll, natürlich nicht akzeptieren. Belehrungen können nur aus der Position der Stärke heraus gegeben werden und das kann der Islam nicht dulden, da er ja auch Bessermenschen besteht, die mit allem religiös ausgestatteten Rechten die Ungläubigen in der Hölle wissen dürfen. Im Übrigen können Belehrungen durch Nichtmuslime schon deshalb nicht akzeptiert werden, da doch immer und in allen Fällen der Islam herrscht.

  6. Johannes Says:

    Im NRW-Wahlkampf bezeichnete Schneider jede Kritik am Islam als „unchristlich“. Er selbst vergleicht die islamische Ideologie immer wieder mit dem christlichen Glauben und behauptet, dass Christen unnd Muslime den selben Gott verehrten.

    Die gleichen Ansichten haben auch der „Präses“ der westfälischen Kirche, Buß, und der Leiter der bayerischen lutherischen Kirche. Alle drei fördern auch die gleichgeschlechtliche „Ehe“ – selbst in Pfarrhäusern.

  7. Johannes Says:

    Im NRW-Wahlkampf bezeichnete Schneider jede Kritik am Islam als „unchristlich“. Er selbst vergleicht die islamische Ideologie immer wieder mit dem christlichen Glauben und behauptet, dass Christen unnd Muslime den selben Gott verehrten.

    Die gleichen Ansichten haben auch der „Präses“ der westfälischen Kirche, Buß, und der Leiter der bayerischen lutherischen Kirche, Friedrich. Alle drei fördern auch die gleichgeschlechtliche „Ehe“ – selbst in Pfarrhäusern.

  8. Johannes Says:

    Die Problematik des Islam-Unterrichts an öffentlichen Schulen, der besonders von dem CDU-Politiker Wulff, dann aber auch von allen übrigen CDU/CSU Ministerpräsidenten gefördert wurde und wird, ist in einem ausführlichen Beitrag untersucht worden, der im weblog der Islam-Wissenschaftlerin Dr. Hiltrud Schroeter nachzulesen ist: http://www.schroeter.wordpress.com .


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