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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Drohende Folter und Misshandlung: Bis zu 820 Frauen, Männer und Kinder aus Eritrea 20. Januar 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 21:52

Die ägyptischen Behörden haben mit der Massenabschiebung von eritreischen Staatsangehörigen begonnen. Amnesty International geht davon aus, dass bereits bis zu 820 Männer, Frauen und Kinder von Ägypten nach Eritrea abgeschoben wurden. Dort sind sie in großer Gefahr, willkürlich inhaftiert und gefoltert oder in anderer Weise misshandelt zu werden.

Weitere Flüchtlinge und Asylsuchende, die man vor kurzem nach Eritrea abgeschoben hatte, wurden nach vorliegenden Informationen ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und misshandelt. Zwei Asylbewerber, die die deutschen Behörden nach Eritrea abgeschoben haben, sollen nach ihrer Ankunft dort festgenommen worden sein. Seitdem sind sie nicht mehr gesehen worden. Eine weitere Asylbewerberin, die aus Großbritannien abgeschoben worden war, saß unter unmenschlichen Haftbedingungen im Gefängnis und wurde misshandelt, bevor man sie wieder freiließ.

 

Aufgrund der Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen in Eritrea empfiehlt das Büro des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR) derzeit allen Regierungen, „abgelehnte Asylbewerber nicht nach Eritrea abzuschieben und ihnen ersatzweise Schutz zu gewähren“. Tausende Menschen werden in Eritrea auf unbestimmte Zeit ohne Kontakt zu Außenwelt an nicht bekannten Orten ohne Anklage oder Verfahren festgehalten. Sie befinden sich in Haft, weil sie angeblich gegen die Regierung arbeiten, verbotenen evangelikalen Kirchen oder anderen Religionsgemeinschaften angehören oder sich der Einberufung zum Militär entziehen und versuchen, das Land zu verlassen.

 

Hintergrundinformationen: Seit dem 11. Juni 2008 nehmen die ägyptischen Behörden Massenabschiebungen von eritreischen Asylsuchenden vor. Zu diesem Zweck soll die ägyptische Fluggesellschaft EgyptAir den Behörden Flugzeuge zur Verfügung gestellt haben. Den Asylsuchenden wurde mitgeteilt, dass sie abgeschoben würden. Einige flehten daraufhin die Sicherheitskräfte an, sie nicht nach Eritrea zurückzubringen und drohten sogar damit, sich das Leben zu nehmen. Die Asylsuchenden wurden durchsucht, um sicherzustellen, dass sie keine Gegenstände bei sich trugen, mit denen sie sich selbst verletzen konnten. Zwar widersetzten sich die Männer, Frauen und Kinder den Sicherheitskräften nicht, als sie in das Flugzeug gebracht wurden, schrien und flehten aber weiterhin um Gnade. Amnesty International befürchtet, dass noch 800 weitere Asylbewerber in Gefahr sind, von Ägypten nach Eritrea abgeschoben zu werden. Am 15. Juni 2008 gab das ägyptische Außenministerium bekannt, dass das Büro des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR) Zugang zu den Eritreerinnen und Eritreern erhalten werde, um ihre Asylanträge zu prüfen. Am 19. Juni 2008 hieß es jedoch in einer Stellungnahme des UNHCR, er erhalte in Ägypten nur Zugang zu ausgewählten Hafteinrichtungen. {www.amnesty.de}

 

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