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Die Demut Christi bei der Taufe 18. Januar 2011

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 15:42

Johannes der Täufer führte die Taufe zur Umkehr durch. Allerdings brauchte Christus sich keineswegs zu bekehren oder Buße zu tun. Warum ließ er sich denn taufen?

 

An Stelle der Menschheit nahm er die Taufe der Umkehr an, genau wie er anstatt uns fastete, obwohl er dies nicht nötig hatte, und wie er statt uns am Kreuz starb, obwohl er den Tod nicht verdiente. Dies alles tat er, um Gottvater ein reines Bild von der Menschheit zu liefern, und um den Preis ihrer Sünden zu bezahlen. Genauso empfing er die Taufe, um die Gerechtigkeit ganz zu erfüllen, und damit keiner ihm eine Sünde nachzuweisen vermochte (Joh.8:46). Vor allen Menschen unterordnete er sich dem Gesetz, obwohl er Herr über dem Gesetz ist.

 

So zog er mit den bußwilligen Leuten als einer von ihnen zu Johannes, dem Täufer, hinaus, um sich von ihm im Jordan taufen zu lassen. Diese Taufe war als Zeichen der Umkehr (Mt.3:11). Was war das für Demut, zu der unser sanftmütiger Herr uns einlud? Als Johannes sich mit den Worten entschuldigte bzw. es nicht zulassen wollte: „Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir?“, entgegnete er ihm „Lass es nur zu“ (Mt.3:14,15).

 

Gleichermaßen ließ er zu, dass seine unbefleckte und makellose Mutter, die Jungfrau Maria, ein Opfer darbrachte, als für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung kam (Lk.2:22), obwohl sie ihn vom Heiligen Geist ohne Befleckung empfing und gebar. Deswegen brauchte sie keine Tage der Reinigung!

 Christus, unser Heiland, kannte keine Sünde, wegen der er sich taufen lassen sollte. Dennoch trug er unsere Sünden. Dies bezeugte Johannes, der ihn taufte. „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ (Joh.1:29). Christus nahm die Sünden der Welt hinweg und stieg damit in die Taufe hinab. Genauso trug er diese Sünden am Kreuz in sich und tilgte sie mit seinem Blut. „Wie Schafe hatten wir uns alle verirrt. Jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud die Schuld von uns allen auf ihn“ (Jes.53:6 – 56:11).

 

Obwohl Christus, der Herr, vollkommen rein von der Sünde ist, nahm er die Taufe zur Umkehr auf sich. Er nahm sich nicht von dieser geistlichen Verrichtung aus, zu der die bußwillige Menge hinauszog. Man sah ihn wie das sündhafte Volk zu Johannes, dem Täufer, nach dem Jordan ziehen. Alle bekannten ihre Sünden, während er all ihre Sünden auf sich lud. Dies tat er, damit es ihm keine Verfehlung nachgewiesen wurde, und damit er die Gerechtigkeit ganz erfüllen konnte (Joh.8:46 / Mt.3:16).

 

 Mit derselben Demut – um die Gerechtigkeit ganz zu erfüllen – verhielt sich die Heilige Jungfrau Maria. Bei der Erzählung von ihrem Gang zum Tempel mit ihrem Sohn erfuhren wir Folgendes: „Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben“ (Lk.2:22-24 / Lev.12:8 / Num.18:15 / Ex.13:2,12).

 

Verwunderlich ist es in der Tat, dass solche Worte über die gebenedeite Mutter Gottes erwähnt wurden!?! „Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung“?! Sie ist doch diejenige, deren Schoß vom Heiligen Geist während der heiligen Schwangerschaft geheiligt wurde. Demzufolge empfing sie ihn ohne die Erbsünde {durch den Sündenfall dem Menschen angeborene Sündhaftigkeit}. Dieserhalb war bei ihr keine Reinigung nötig. Dennoch unterordnete sie sich dem Gesetz, obwohl dies sicherlich überflüssig war.

 

  Ein anderer Aspekt der Demut Christi ist, dass er sich von Johannes, dem Täufer, taufen ließ. Der erhabene Hoherpriester (Heb.9:11) und Gönner des Priestertums empfing die Taufe von einem seiner Priester bzw. Kindern; von einem Menschen, der bekannte: „Ich müsste von dir getauft werden“ – „Ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren“ (Mt.4:14 / Mk.1:7 / Joh.1:27).

 

 Das Priestertum Jesu Christi unterordnet sich der Ordnung Melchisedeks (Heb.5:6-10). Hingegen war der Täufer ein Priester nach der Ordnung Aarons. Wie man weiß, überragt das Priestertum Melchisedeks das von Aaron. „Dieser Melchisedek, der dem Abraham, als dieser nach dem Sieg über die Könige zurückkam, entgegenging und ihn segnete, und welchem Abraham den Zehnten von allem gab. Er, dessen Name „König der Gerechtigkeit“ bedeutet und der auch König von Salem ist; das heißt „König des Friedens“. Er, der ohne Vater, ohne Mutter und ohne Stammbaum ist, ohne Anfang seiner Tage und ohne Ende seines Lebens, ein Abbild des Sohnes Gottes. Dieser Melchisedek bleibt Priester für immer“ (Heb.7:1-3 / Gen.14:17-20 / Ps.110:4).

 

 Trotz allem ging der für immer nach der Ordnung Melchisedeks Priester zu einem der Kinder Aarons, um von ihm getauft zu werden. An sich war das eine massive Würdigung für das Priestertum damaliger Zeit. Von demselben Prinzip kann man bei der Heilung des Aussätzigen ausgehen. „Jesus aber sagte zu ihm: Nimm dich in Acht! Erzähle niemand davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Opfer dar, das Mose anordnete“ (Mt.8:4).

 

 Wahrhaftig enthält das Ereignis der Taufe viele Anzeichen der Demut Jesu Christi. Noch ein Hinweis auf die Demut des Herrn ist sein Zug in die Wüste, um sich vom Satan in die Versuchung führen zu lassen. Dies tat er nach all den Herrlichkeiten, welche bei seiner Taufe zum Vorschein kamen {Zeugnis Gottvaters, Erscheinung des Heiligen Geistes und das Zeugnis des Täufers}. Er erlaubte dem Teufel sich auf die Probe zu stellen, was der Böse äußerst kühn bzw. überaus arrogant bewerkstelligte.

 Ruhig und beseelt erwiderte der Herr ihm. Mit seiner Demut bezwang er die Arroganz des Bösen. „Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es: …Darauf ließ der Teufel von ihm ab und es kamen Engel und dienten ihm“ (Mt.4:1-11 / Mk.1:12 / Lk.4:1-13).

 

 Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet man die Demut des Herrn, dass er sich dem Gesetz bezüglich des Alters unterordnete, in dem man die Taufe empfangen sollte; nämlich im dreißigsten Lebensjahr. Er wartete, bis er das dreißigste Lebensjahr erreichte, wie das Gesetz es vorschrieb. Es wäre ihm durchaus leicht gewesen, viele Jahre zuvor seinen Dienst anzutreten. Im Alter von zwölf verblüffte er doch die älteren Gelehrten. „Alle, welche ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und seine Antworten“ (Lk.2:47). Nichtsdestotrotz wartete er bis zum dreißigsten Lebensjahr, bis er die Taufe (zur Vergebung der Sünden) erhielt, und bis er vierzig Tage in der Wüste fastete. Erst dann fing er mit seinem heilsamen Wirken an.

 

Vom Anbeginn seiner Mission an war Christus bescheiden, um sich der Sünde Adams zu stellen. Adam ging auf die Verführung der Schlange ein, dem Höchsten gleich zu werden (Gen.3:5). Zweifelsohne war dies eine Art von Hochmut. Dann entäußerte sich Christus, der Sohn Gottes, und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich (Phil.2:7). Seine augenscheinliche Demut verkörperte sich durch seine Geburt in einem Stall (Lk.2:7) und seine Taufe von seinem Knecht Johannes, der von ihm getauft werden müsste (Mt.4:14 / Mk.1:7).

 

Die Ikon ist im Kloster des Heiligen Makarius im Natrontal zu finden

Alles Gute zum Fest der Epiphanie (Taufe Jesu Christi)

 

2 Responses to “Die Demut Christi bei der Taufe”

  1. Dietmar Ströbel Says:

    Sehr geehrter „Knecht Christi“,
    könnten Sie mir nähere Informationen zum Gesetz, dass die Taufe mit 30 Jahren empfangen werden soll zukommen lassen. Davon habe ich noch nie gehört. Bin in einem Lesekreis, bei dem wir beim nächsten Mal die
    „Taufgnade“ vertiefen wollen auch unter oekumenischer Sicht. Vielen Dank!
    Freundlicher Gruß
    Dietmar Ströbel

  2. Jesus 4life Says:

    Jesus Christus hat den bedürftigen Menschen die Türe zu Gottes Reich offenbart


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