kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Arabische Welt in Aufruhr 17. Januar 2011

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 15:17

Chaos und Gewalt in Tunesien: Nach der Flucht von Präsident Zine el Abidine Ben Ali ins Exil mühen sich das Militär und die neuen Machthaber, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Auch in anderen arabischen Ländern kam es zu Protesten gegen die Regierungen.

 

Unruhen hatten die ersten Tage nach dem Ende der Ära Ben Ali geprägt, der sich nach Protesten gegen sein Regime nach Saudi-Arabien abgesetzt hatte. Auch gestern fielen in der Hauptstadt Tunis Schüsse. Vier bewaffnete Deutsche sollen festgenommen worden sein. Seit Beginn der Proteste starben mehr als 130 Menschen, darunter ein deutsch-französischer Pressefotograf. Binnen 24 Stunden hatte das Mittelmeerland drei Präsidenten. Tausende Urlauber mussten Hals über Kopf nach Deutschland zurückreisen.

 

In Tunis ging die Armee gegen Mitglieder der Leibgarde Ben Alis vor. Augenzeugen berichteten von Plünderungen und Militärpräsenz. Im Zentrum standen weiterhin Panzer auf den Straßen. Seit Freitag gilt in Tunesien der Ausnahmezustand. Auch der Luftraum war zwischenzeitlich gesperrt.

Mit einem Kraftakt holten die großen Reiseveranstalter am Wochenende mehr als 5000 deutsche Urlauber aus Tunesien nach Hause. Bei ihrer Rückkehr berichteten viele von Schüssen und Gewalt.

 

Übergangspräsident Foued Mebazaa soll nun schnell Neuwahlen vorbereiten. Der 77-Jährige ist schon der zweite Übergangspräsident, der seit Ben Ali ernannt worden war. Nachdem sich der Langzeit-Präsident ins Exil abgesetzt hatte, war zunächst Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi mit den Amtsgeschäften betraut worden. Ghannouchi soll jetzt im Auftrag von Mebazaa mit der bisher kaum formierten Opposition sprechen. Die ist bislang allerdings kaum organisiert, führte lange ein Schattendasein.

 

In der arabischen Welt sorgte die Revolution in Tunesien für Hoffnungen auf der einen, für Verunsicherung auf der anderen Seite. Die Arabische Liga mahnte zur Einheit, US-Außenministerin Hillary Clinton hatte schon vorher die arabischen Herrscher aufgefordert, die Ereignisse als Warnung zu sehen. Libyens Machthaber Muammar Gaddafi kritisierte die „Gesetzlosigkeit“ der Tunesier.

 

Zuletzt gab es größere Unruhen in Ägypten, Saudi-Arabien und Kuwait, auch im Jemen, in Marokko, Libyen und Jordanien kam es zu Protesten. Äußerst angespannt ist die Lage in Algerien, wo viele Menschen trotz des Gas- und Ölreichtums des Landes hungern. Anders als in Tunesien revoltiert hier die perspektivlose Unterschicht, die Präsident Abd al-Asis Bouteflika bislang mit Geldspritzen beruhigen konnte. Doch auch die Algerier lesen die Nachrichten aus ihrem Nachbarland. Zuletzt am Wochenende soll es zu mehreren Selbstverbrennungen gekommen sein, wie sie Auslöser für den Konflikt in Tunesien waren.

 

{www.noz.de}

 

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