kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

3 Attentate innerhalb 15 Tage 16. Januar 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 21:00

Von der Autobombe vor der Kirche der Heiligen Markus und Papst Petrus in Alexandria hat die ganze Welt gehört. Am 11. Januar 2011 haben einige von dem muslimischen Wachmann gehört, der gezielt in einem Zug auf sechs Kopten geschossen hat. Aber von der Explosion in dem Syrer-Kloster im Natrontal hat fast keiner außer den wenigen Kopten in Ägypten und im Ausland gehört. Das wurde totgeschwiegen und die einzige ägyptische Zeitung (Alwaafd) hat wie bei allen Attentaten auf Kopten gelogen. Das Kloster musste alles verschweigen, weil die Kopten auf 180 sind. Das Land kocht und die koptische Kirche will ihre Kinder nur beschützen.

 

Am Freitag, dem 14. Januar 2011, und gegen 19 Uhr ereignete sich eine starke Explosion in dem Kloster „der Heiligen Jungfrau Maria und des Heiligen Johannes Kama“ (bekannt als Syrer-Kloster). Im Auto seiner Exzellenz Bischof Mäthaous, des Abtes, ging eine platzierte Bombe hoch. Dadurch entstand ein Brand in der Garage des Klosters. Durch die extreme Wucht der Detonation wurde die Garagentür in die Luft geschleudert. Die Mönche brachten den Brand unter Kontrolle. Christus sei Dank wurde niemand verletzt und nur die Garage wurde beschädigt. 

 

Ein paar Minuten nach der Detonation erfuhr ich über „Coptic News und Free Christian Voice“, was wirklich geschah. Mary und Mariam Ragy haben zwei Mönche im Syrer-Kloster angerufen, welche über die Detonation berichtet haben. Normalerweise berichte ich sofort und decke alles auf, aber zwei Sachen haben mich davon abgehalten. Erstens respektierte ich die Bitte Bischofs Mäthaous, auf die Ergebnisse der Ermittlungen zu warten. Zweitens die Angst um meine koptischen Glaubensgeschwister in Ägypten, die eine massive Wut im Bauch, im Herzen und in der Brust haben. Das Attentat auf die alexandrinische Kirche brachte ihre Wut zum Überlaufen. Wir waren dabei der sechs Märtyrer von Naag Hamady zu gedenken, die am Heiligabend (am 06. Januar 2010) vor der Kirche von Moslems erschossen wurden. Unsere Brüder, die bei dem Angriff des Innenministeriums am 24.11.2010 verhaftet wurden, weil sie die Zerstörung ihrer Kirche in Talibya (Omrania – Giza) verhindern wollten, saßen bis zum 06.01.2011 im Gefängnis. Das waren über 900 Kopten diverser Altersgruppen; auch Frauen!

 

Dann wurden die Kopten erneut von den ägyptischen Medien und Ministerien veräppelt, als der muslimische Wachmann für geisteskrank erklärt wurde. Wiedermal protestierten die Kopten in Samalut und wiedermal gab es Tränengas, Knüppel und Steine. Auf den Videos sieht man, wie die Soldaten der Sicherheitsgarde unter Kommando hochrangiger Offiziere das koptische Krankenhaus „Der gute Hirte“ mit Steinen bewarfen. Man sieht, wie die Pfleger und Krankenschwester die „Tränengaskartuschen“ in die Kamera zeigen, welche sie von den Fluren des Krankenhauses aufhoben. Aus diesen Gründen habe ich mich zusammengerissen.

 

 

Ich kann nicht verantworten, dass meine Geschwister wieder verletzt und inhaftiert werden. Ich will kein Salz in die Wunden der Mütter und Väter stecken, die ihre Kinder bei den jüngsten Attentaten und Angriffen verloren. An Herrn Fekry habe ich zum Beispiel gedacht, der seine zwei Töchter Mariam und Martina, seine Ehefrau und Schwägerin verlor. Außerdem ist die ägyptische Regierung wie von Sinnen, nachdem die ganze Region brodelt. Mubaraks Regime lenkt die Ägypter von denselben Problemen durch solche Attentate auf die Kopten ab, wegen denen in Algerien und danach in Tunesien das Volk gegen seine Diktaturen mutig und wild protestiert hat. Nach dem feigen Abgang von „Zein Alabidien Bin Ali“ zittern alle arabischen Diktaturen. Der verrückte Wüsten-Hund Gaddafi verurteilt die Tunesier, weil sie ihren Präsidenten vertrieben haben, während er der Welt verheimlicht, dass die Libyer vor zwei Tagen dasselbe veranstaltet haben. Ali Abdallah Saleh hat die Jemeniten nicht unter Kontrolle, die nicht damit einverstanden sind, dass sein Sohn (wie Baschar Alasaad, Seif Alislam in Libyen, Gamal Mubarak und wo anders in den arabischen Ländern) nach ihm herrschen soll.

 

Jetzt berichte ich doch ganz knapp über die Detonation in der Garage des Syrer-Klosters, um der Welt so eine Nachricht nicht zu enthalten. Jeder Mensch, der etwas von Anstand, Skrupel und Gerechtigkeit hält, möge sie registrieren und für die Geschichte aufheben. Das darf nicht in Vergessenheit geraten werden. Von unserer Seite her haben wir die Telefonate mit Pater Ezechiel Elsyriany gespeichert. Nichts geht verloren und unsere Bücher umfassen alles, was die Kopten seit dem siebten Jahrhundert erlitten haben. Jetzt ist die Welt gefragt!

 

Zur Info: Das Syrer-Kloster ist einer der übriggebliebenen Klöster in Natrontal (Wadi Alnatron), wo es Tausende von Klöstern vor der arabischen Eroberung Ägyptens gab. Dieses Kloster liegt neben dem Kloster des Heiligen Bischoy, wo sein Heiligkeit jede Woche drei Tage verbringt. In Wadi (Tal auf Arabisch) Alnatron gibt es vier gigantischen Klöster: Kloster der Heiligen Jungfrau Maria, bekannt als Baramos-Kloster – Bischoy-Kloster – Syrer-Kloster und Kloster des Heiligen Makarius. Sie existieren seit den ersten Jahrhunderten (zwischen dem vierten und dem sechsten Jahrhundert) und beinhalten kostbare Schätze, die für die Kopten tausendmal wichtiger als Pyramiden und Sphinx sind. Zum Beispiel hat dort der Heilige Bischoy dem Herrn die Füße gewaschen. Dort haben wir jede Menge Reliquien unserer Heiligen. Man soll diese Klöster besuchen, um sich ein Bild von ihrer Größe zu machen 

 

Googeln Sie unter „Coptic Monastery“ und Sie werden staunen, wie schön sie sind: im ganzen Ägypten!

 

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