kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kulturkampf am Nil 14. Januar 2011

Filed under: Christenverfolgung,Islamische Schandtaten — Knecht Christi @ 01:13

Kairo wird die Lage der Kopten nicht verbessern, wenn es dem Papst verbieten will, darüber zu sprechen.


BenediktXVI. hat beim Neujahrsempfang fürs Diplomatische Corps im Vatikan Stellung bezogen. Angesichts des Anschlags auf Kopten im ägyptischen Alexandria und einer Serie von Attacken auf Kirchen im Irak appellierte er an die Regierungen der Region, „Maßnahmen zum Schutz der religiösen Minderheiten zu ergreifen“. Zutiefst „betrübt“ sei er über die Drangsalierung der Christen, fügte der Papst noch hinzu. Benedikt XVI. hätte sich drastischer ausdrücken können, er entschied sich für die Sprache der Diplomaten.

 

Für die ägyptische Regierung war es jedoch bereits Affront genug, dass sich der Heilige Vater erlaubt hatte, das Thema überhaupt anzuschneiden. So berief sie sofort ihre Botschafterin nach Kairo zurück. Die Äußerungen des Papstes seien eine „inakzeptable Einmischung in innere Angelegenheiten“, hieß es aus dem ägyptischen Außenamt.

In ihrer fatalen Anbiederung an islamistische Strömungen wäre es den Herren in Kairo vermutlich am liebsten, das Oberhaupt der katholischen Kirche schwiege einfach, wenn in Ägypten Christen nicht nur diskriminiert, sondern auch Opfer von Terroranschlägen werden. In ihrem idealen Dialog der Religionen ist das Mundhalten ganz wichtig.

 

Der Papst hat in seiner Botschafteransprache nicht provoziert. Er hat lediglich die Lage der Christen in Nahost nüchtern beim Namen genannt. Wer wie Ägyptens Regime nicht einmal Tatsachenbeschreibungen erträgt, wird kaum in der Lage sein, Dinge zum Besseren zu wenden. Doch Realitätsverweigerung ist ein Regierungsprinzip am Nil. Sonst wäre Ägypten heute ein aufstrebendes und kein absackendes Land.

 

christian.ultsch@diepresse.com

 

One Response to “Kulturkampf am Nil”

  1. almani2000 Says:

    Wohl wahr, Herr Ultsch. Allerdings ist das nicht nur in Ägypten so. Die Liste der Staaten, die von der EU trotz massiver Menschenrechtsverletzungen unterstützt, ist lang. Nicht überall gibt es Christenverfolgungen, weil in Ländern wie Tunesien einfach so gut wie keine leben.

    Aber die Gründe sind überall die gleichen: Gierige und korrupte, menschenverachtende Macht-„eliten“, die degenerierter nicht sein können, und alle auf einem sozialen Pulverfass leben.


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