kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Machen die Kopten den Christen im Südsudan nach? 11. Januar 2011

Filed under: Islamischer Terror,Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 04:39

Im Jahr 1994 wurde seiner Heiligkeit Papst Schenuda III bei der Kairoer Buchmesse die Frage gestellt: „Was ist daran wahr, dass die Kopten einen unabhängigen Staat gründen wollen, dessen Hauptstadt Assyot sein wird“? Papst Schenuda, der für seine Weisheit und Diplomatie bekannt ist, gab dem muslimischen Journalisten sarkastisch folgendes zur Antwort: „Die Kopten sind doch nicht dermaßen doof, Assyot zur ihrer Hauptstadt zu machen, wo man von allen Himmelsrichtungen auf sie herfallen und vernichten kann“! Somit übersprang unser Papst die Grube, welche die Salafisten, Wahabbiten und ihre Auftraggeber ihm gegraben haben.

 

Als Christ, der lange im Sudan gelebt hat, freue ich mich für meine Glaubensgeschwister im Südsudan. Sie haben es geschafft, den ersten christlichen Staat im schwarzen Afrika zu gründen. Dieser Staat wird christlich pur sein. Bevor Gaafer Numeri in den letzten Jahren seiner Ära anfing zu spinnen, indem er die Schariaa einführte, wo er viele Hände und Füße abhaken und viele Frauen steinigen und auspeitschen ließ, war der Sudan sehr friedlich. Dann kam der militärische Putsch, der Numeri nach Ägypten mit seinen Milliarden verfrachtete. Sehr knapp herrschten Sewaar Alzahab und Alsadek Almahdy. Dann kam Omar Albaschir mit seinen Fundamentalisten, wie Hassan Altoraby. Sie verwandelten das friedliebende Land in die schlimmste Hölle auf Erden. Bekanntlich gastierte Osama Bin Laden im Jahr 1996 in dem Sudan. Das islamische Recht bzw. die Scharia wurde von Tag zu Tag bitterer denn je.

 

Was viele nicht wissen, leben sehr viele Kopten in dem Sudan, und zwar seit Beginn des 20. Jahrhundertes, wenn nicht noch früher als das. Als die Engländer Ägypten und den Sudan besetzt hatte, machten sie aus den beiden Ländern ein einziges Land. Im Sudan werden die Kopten „Nagadya“ genannt, weil sie ursprünglich aus der ägyptischen Stadt Nakada (in Oberägypten) stammen. Im Norden haben die Kopten zwei Diözesen mit zwei Bischöfen (Bischof Sarabamon von Om Dorman und Bischof Daniel von Adbara). Im Süden lebten zu meiner Zeit, das heißt bis 1980, ausschließlich Katholiken, die auffallend gläubig waren. Ich erinnere mich an ihren Umzug zu Weihnachten und Ostern von Om Dorman bis Khartum. Sie gingen mit Ikonen und Kreuzen auf die Straßen und sangen auf ihre Sprache schöne Lieder.

 

Zu Beginn des dritten Jahrtausends erfuhr die Welt, dass der Sudan mehr Erdöl als Saudia Arabien und die vielen Golfstaaten zusammen. Daher kam es dazu, dass der heimtückisch „ermordete“ General George Garang zum Vizepräsidenten ernannt wurde. Im Jahr 2005 wurde er eliminiert, als er in einem Kampfflugzeug saß, was mich an den mächtigsten Mann Abd Alhakim Amer (Verteidigungsminister zu Nassers Ära) erinnert, der mit Salah Nasr (Geheimdienstschef) Ägypten beherrschten. Vielleicht weiß der eine oder der andere, warum viele Kopten aus dem Sudan flüchteten und in Deutschland, England und überwiegend in Frankreich um Asyl baten. Scharenweise sind die Nagadya geflüchtet, weil Altoraby und seine Hassprediger der Lehre ihres Korans und dem Beispiel ihres Propheten folgten. Juden gibt es in dem ganzen arabischen Raum nicht. Wer bleibt dann, der ungläubig ist? Richtig, die Christen! Denen muss jeder gläubige Moslem die Kehle durchschneiden, wenn sie nicht zum Islam übertreten wollen. Darum ergriffen die wohlhabenden Nagadya die Flucht und baten in verschiedenen europäischen Ländern um Asyl, was auch nicht gerade leicht war. Denn bei vielen dauerte die verfahren lange Jahre, vor allem in Deutschland; nicht unter sechs Jahren!

 

In Ägypten baten auch viele um Asyl, vor allem nach dem Volksmord in Darfur. Man sah viele Straßenverkäufer aus dem Sudan, welche keine koptischen Nagadya waren. Wie die ägyptische Regierung mit ihnen umging und bis jetzt umgeht, kann man über „Human Rights Watch oder Amnesty International“ erfahren. Ich habe etwas darüber berichtet, was ich bald fortsetzen werde. Dabei geht es aber um Asylanten aus dem Sudan, Eritrea und Äthiopien.

 

Jetzt haben die Christen im Südsudan jede Menge Erdöl und Bodenschätze. Wasser wird am Anfang ein Problem sein, wo 16 Länder um den Nil streiten. Aber eines ist es gewiss: Baschir und seine Bande werden es nicht wagen, ihnen in die Quere zu kommen! Erstens wird er per Haftbefehl als Massenmörder gesucht, und zweitens wird er sich mit der ganzen Welt anlegen. Aus Erfahrung kann ich nur bestätigen, wie fruchtbar der Boden dieses Land ist. Möge der allmächtige Gott, Jesus Christus, sie segnen und vor jedem Übel beschützen.

 

Und jetzt zu den Herrschaften, die das seit langen Jahren verbreiten, dass die Kopten Ägyptens einen eigenen Staat gründen wollen. Angefangen hat dieser Zirkus im Jahr 1972, als Anwar Saddat die Schariaa einführen wollte, was es ihm Dank der weisen Führung Papstes Schenuda nicht gelang. Da verbreitete die Regierung dieses Gerücht, welches sich wie das Feuer im Heu verbreitete. Bei vielen der Unruhen und Angriffen gegen die Kopten zog die ägyptische Regierung diese Karte aus dem Ärmel, um die Moslems gegen die Kopten zu hetzen.

 

Gestern (Montag, den 10.01.2011) verbreitete der katarische Nachrichtensender Al-Jazeera das, was die wahabitische Zeitung „Almasrieen – die Ägypter“ lügenhaft publizierte. Diese ägyptische Zeitung ist dieselbe, die dreimonatelang die Demos der Salafisten gegen seine Heiligkeit Papst Schenuda leitete. Jeden Tag wurden Lügen über den heiligen Vater erfunden. Diese Zeitung übernahm die Rolle der zwei bekannten Zeitungen, die die Unruhen im 2000 und 2005 vorbreitet haben. Alnabaa – 2000: Affäre eines koptischen Mönches – Almeidan 2005: das islamkritische Theaterstück in Alexandria. Almasrieen lügt: „Die Kopten in Ägypten wollen mit Hilfe der Kopten im Ausland ein Beispiel am Südsudan nehmen und einen eigenen Staat gründen“. Derselbe katarische Nachrichtensender zeigte eine Sendung mit dem islamischen Gelehrten Salim Elawa, der einer der Hauptverantwortlichen für das Massaker an den Kopten Alexandrias ist. Dieser vorzeige Moslem hetzte während der Demos gegen Papst Schenuda die Moslems gegen die Kopten, als er überzeugend behauptete: „Die Kopten bringen Waffen über Israel ins Land und lagern sie in ihren Klöstern und Kirchen. Sie beabsichtigen damit, einen eigenen Staat zu gründen“. Danach haben die hirnlosen Scheichs auf den vielen wahabitischen Kanälen lachhaften Märchen erfunden: „Die Mönche züchten Raubtiere wie Löwen und Leoparden – ihre Mönche sind gute Schützen und alle trainieren Karate und aller Arten von Kampfsport – Jede Kirche hat eine trainierte Armee aus Kindern und Jugendlichen – die koptische Kirche besitzt „Tausenden von Milliarden“, sodass sie die Schulden des ganzen Kontinenten begleichen kann“. Das und mehr erduldeten wir und mussten schweigen, weil alles von der ägyptischen Regierung vorgeplant und abgesegnet ist.

 

Auf den Vorwurf, dass er für das Massaker zum Jahresbeginn verantwortlich ist, antwortete Salim Elawa: „Bin ich etwa derjenige, der dem israelischen Geheimdienst Mossad und Al-Kaida sagte, die Kirche in Alexandria anzugreifen“? So provokant und dreist lautet seine Antwort. Er und die restlichen gehässigen Scheichs wie Alzoghby, Alheweny, Hassan, Wagdy Ghonem und viele Hassprediger haben die koptischen Märtyrer auf dem Gewissen, weil sie dafür sorgen, dass die Moslems gegen die Kopten angestachelt und ausgespielt werden.

 

Zu solchen und allen, die jene Lüge fabrizierten und noch verbreiten: „Was im Südsudan möglich ist, kann nicht für die Kopten realisierbar sein. Wie soll ich auf die unzähligen Kirchen und Klöster vom Norden bis zum Süden verzichten, welche bekunden, dass die Heilige Familie dreieinhalb Jahre von Kairo bis Assyot verbrachte? Außerdem haben wir in jeder einzelnen Stadt jede Menge Kirchen und Klöster, die uns und der ganzen Welt zeigen, dass Ägypten ein koptisches Land bis dem siebten Jahrhundert war. Wie kann man all das mitnehmen? Oder darauf verzichten? Und warum überhaupt? Die koptische Kirche ist stark, weil sie verfolgt wird. Das Leid bringt uns unserem lebendigen Gott näher, der uns tröstet“.

 

2 Responses to “Machen die Kopten den Christen im Südsudan nach?”

  1. almani2000 Says:

    Danke für die ausführliche Erklärung der Rolle der Kopten im Sudan. Ich habe selbst Freunde sudanesischer Kopten und kenne ihre Leidensgeschichte.

    Das Problem ist, das in Europa heutzutage fast jeder über den Islam informiert ist ODER wird und sich damit auseinzusetzen hat,
    die europäische Gesellschaft aber kaum etwas über ORIENTALISCHE Christen von Armenien, Irak, Türkei, Syrien, Libanon, Palästina/Israel, Ägypten und Marokko weiß. Hier sollten wir gemeinsam ansetzen, denn die Politik ist zwar informiert, grenzt das Thema aber bewußt aus.

    Selbst die europäischen Kirchen haben zum ersten Mal bei dem letzten Anschlag in Alexandria am 01.01.2011 eindeutig Stellung bezogen, zumindest in Rom und in Deutschland. Für die anderen europäischen Staaten kann ich das nicht beurteilen. Das sollten wir nutzen, um sie (die Kirchen) beim Wort zu nehmen und zur Unterstützung der orientalischen Christen in allen politischen Ebenen auffordern.

  2. Wir Christen sind selber schuld am Desaster, denn
    unsere Bischöfe und Priester sind zum grossen Teile
    von Medien und politisch agierenden Journalisten in
    die Irre geführt. Sie wollen den „Dialog“ – so ein Unsinn!
    Denn der Islam kennt nur „qital“ – den Kampf mit dem
    Schwert gegen Ungläubige, um zu töten.. (siehe Koran)


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