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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kopten-Gedenkfeier: Trauer und falsche Töne 10. Januar 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 01:10

Seit den ersten Minuten des neuen Jahres 2011 ist nicht nur großes Leid über viele christlich-koptische Familien in Ägypten gekommen, die ihre Liebsten bei dem mörderischen islamistischen Terroranschlag in Alexandria verloren haben. Seit diesen ersten Minuten des Jahres 2011 hat der Islam in Deutschland, der laut Bundespräsident Wulff „zu Deutschland gehört“, ein Problem, das insbesondere den Funktionären und Lobbyisten dieser Politreligion arg zu schaffen macht. Deshalb herrschte vor der Gedenkfeier für die Opfer in der koptisch-orthodoxen Kirche St. Markus in Frankfurt am Main große Spannung, ob Islam-Vertreter daran teilnehmen dürften und wenn ja, wie sie sich dabei darstellen würden.

Eingeladen zu der Gedenkfeier hatten sich diese Islam-Vertreter schon selbst, und zwar geradezu aufdringlich. An wortreichen Distanzierungen hatte es von ihrer Seite auch nicht gefehlt. Allerdings lohnt es sich, die Formulierungen dieser Distanzierungen näher unter die Lupe zu nehmen, um festzustellen, was in diesen wohlfeilen Distanzierungen alles nicht gesagt und erst recht nicht problematisiert wird. Die Verantwortlichen der koptisch-orthodoxen Gemeinde in Frankfurt standen auch von nichtislamischer deutscher Seite unter erheblichem Druck, Islam-Vertreter an der Veranstaltung teilnehmen und zu Wort kommen zu lassen. Denn in der „multikulturellen“ Modellstadt Frankfurt musste um fast jeden Preis das illusionäre Bild allumfassender Toleranz und endloser Dialogbereitschaft aufrecht erhalten werden.

 

 

Auch das allerdings motivierte Frankfurts CDU-Oberbürgermeisterin Petra Roth nicht, selbst an der Veranstaltung teilzunehmen. Bei einer Demonstration für den Bau einer Moschee ganz nahe der koptischen Gemeinde im Oktober 2007 war Roth hingegen noch in der ersten Reihe marschiert (PI berichtete). Aiman Mayzek, der Vorsitzende des „Zentralrats der Muslime“, war im Gegensatz zur Frankfurter Oberbürgermeisterin erschienen und kam im langen Reigen der Redner verschiedener christlicher Glaubensgemeinschaften und politischer Vertreter auch zu Wort.

 

Der koptische Bischof Anba Damian (Foto oben), dessen ungekünstelte Mitmenschlichkeit und Versöhnlichkeit die Besucher der Gedenkfeier anrührte, hatte die Probleme und Gefahren der Christen in Ägypten nicht verschwiegen, doch in leidvoller Kenntnis der Lage seiner Gemeinde dort den Moslems auch die Hände gereicht. Nun warteten alle in dem überfüllten Gemeindesaal gespannt, was Mayzek sagen würde. Zum Mikrofon trat ein sichtlich etwas nervöser, schwitzender Mann, der von etlichen TV-Auftritten nicht unbekannt ist. Mayzek, der vor der Gedenkfeier ein persönliches Gespräch mit Bischof Damian hatte, distanzierte sich natürlich von der „feigen“ Mordtat, drückte sein „tiefempfundenes Beileid“ aus und sagte: „Ein Angriff auf Euer Gotteshaus ist für die Muslime wie ein Angriff auf das eigene Gotteshaus“. Kein eindeutiges Wort allerdings zu den anonymen Drohungen gegen die koptische Gemeinde in Frankfurt und anderswo.

 

Doch ist es nicht das, was Mayzeks Rede so fragwürdig erscheinen lässt wie alle die bekannten Stellungnahmen seitens der deutschen Islam-Funktionäre zu dem Mordanschlag von Alexandria. Denn auch Mayzek ging in keiner Weise auf die Ursachen der Diskriminierung, Verfolgung, Vertreibung und auch Ermordung von Christen in Ägypten und anderen islamisch dominierten Ländern ein. Wie all die anderen Islam-Vertreter fühlt sich Mayzek von der Bluttat eher unangenehm gestört und (so ein führender Frankfurter Moslem) gar „beleidigt“ von dem Ereignis, als wirklich betroffen und getroffen. In das langfristige Kalkül der Mayzeks und Co. passt dieser opferreiche Mordanschlag gewiss überhaupt nicht. Denn er hat unerbittlich daran erinnert, wie „tolerant“ Muslime in Ägypten und anderswo mit Andersgläubigen umzugehen pflegen und wie unerbittlich gewalttätig im Namen und zum Nutzen der Religion des Friedens™ weltweit immer wieder gemordet und verstümmelt wird.

 

Dass sich Mayzek von dem Massaker in Alexandria distanzieren und seine Anteilnahme und „Solidarität“ mit den Kopten zum Ausdruck bringen würde, dafür können nur die dankbar sein, die vor der Islam-Lobby schon länger auf den Knien würdelos herumrutschen. Was von Mayzek hingegen in dieser besonderen Stunde zu erwarten gewesen wäre, nämlich endlich ein selbstkritischer Blick auf den eigenen Glauben, seine Grundlagen und seinen totalitären Anspruch – all das blieb eine totale Leerstelle.

 

Mayzek machte den Kopten auch nicht das Angebot, demnächst in Moscheen ebenso zu Wort zu kommen wie ihm das in der Kirche dieser vertriebenen Christen ermöglicht wurde. Und Mayzek rief auch seine Glaubensbrüder in Ägypten und dem Irak keineswegs dazu auf, sofort jegliche Diskriminierung und Verfolgung von Christen und Andersgläubigen zu unterlassen. Nur das aber hätte seinen Auftritt bei der Gedenkfeier auch bemerkenswert werden lassen.

 

Vielmehr besaß der Vorsitzende des Zentralrats die geradezu ungeheuerliche Instinktlosigkeit, sich „dankbar“ der Tatsache zu entsinnen, dass es vor 1.400 Jahren Kopten waren, die der verfolgten Gemeinde des Propheten Mohammed Asyl gewährten. Was aus dieser großzügigen Geste christlicher Liebe geworden ist, weiß niemand leidvoller zu berichten als die Kopten selbst. Aber auch etliche christliche und nichtchristliche Besucher der Gedenkfeier dürften sich auf dem Heimweg Gedanken darüber gemacht haben, welche Folgen es haben könnte, wenn es Leuten wie Mayzek in Deutschland weiterhin erlaubt wird, sich mit blumenreichen Papierformulierungen um die Frage und die Antwort zu drücken, wie der Islam zu Deutschland gehören soll, wenn er hierzulande immer nur eine Toleranz einklagt, die er dort brutal verweigert, wo er die Dominanz gewonnen hat.

 

Der Verlauf der Gedenkfeier hat abermals gezeigt: Mit billigen Distanzierungen und selbstverständlichem Beileid können und dürfen die Islam-Funktionäre in Deutschland nach der Bluttat von Alexandria nicht mehr davonkommen. Wenn Parteien und offizielle Kirchenvertreter dazu trotzdem völlig anspruchslos, ja gar noch „dankbar“ bereit sind, müssen sie wissen: Immer mehr Menschen in Deutschland sind das nicht.

 

Das Schicksal der ägyptischen Christen, die einst die überwältigende Mehrheit in ihrem Land waren, ist das Zeichen an der Wand. Man muss schon religiöser, politischer und historischer Analphabet sein, um dieses Zeichen nicht lesen und deuten zu können. Die paar Stimmen, die nach Mayzeks Vortrag laut „Heuchler“ in den Raum riefen, gehörten sicherlich nicht zu diesen Analphabeten.

 

(Bericht von der PI-Gruppe Frankfurt)

 

One Response to “Kopten-Gedenkfeier: Trauer und falsche Töne”

  1. bazillus Says:

    Ja, der Kern der Kritik an den offiziellen Islamvertretern ist die Resistenz der selbstkritischen Hinterfragung. Der Islam, sprich Koran, wird nie in Frage gestellt, egal, welche Attentate und Mordopfer noch zu beklagen sind. Selbst wenn es mehrere Millionen wären, würde der Islam als wörtliches Wort Gottes nie hinterfragt werden. Und genau das ist die Denkblockade, die diese Muslime zu Heuchlern werden lassen.

    Die Attentäter schreien bei Tatausführung „Allahu Akbar“, die Tat hat dann aber bitteschön nichts mit dem islam zu tun und auch nicht mit den sehr klaren Ausgrenzungs- weil Feinbildversen gegenüber Nichtmuslime.

    Wenn dieses Verweigern der Ursachen-Realitäten dieser Untaten anhält, mögen sich Politiker und Kirchenvertreter mit den Untat-Distanzierungsäußerungen von Islamvertretern begnügen.

    Solange sie jedoch nicht fordern, dass Islamvertreter auf der ganzen Erde sich mit den Folgen dieser Kriegs- und Blutverse des Korans, der Hadithen und der Vita des Propheten kritisch hinterfragen sollen, solange hat kein Dialog einen Sinn. Erst wenn dies von allen Gelehrten des Islams erkannt und diese satansichen Verse als solche erkannt werden, ist ein echter Dialog möglich. Ansonsten reden die Parteien am Urproblem vorbei.

    Und das wissen alle Kirchen, aber auch die islamvertreter genauestens, die dann nämlich zugeben müssten, dass der Koran alles andere ist als das wörtlich diktierte Wort Gottes. Dann würde vom Islam nicht mehr viel übrig bleiben. Aus diesem Grunde werden diese Fragen erst garnicht thematisiert. Der theologische „Flurschaden“ für diese Pseudoreligion wäre viel zu groß.


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