kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ägyptische Regierung um Aufklärung bemüht 10. Januar 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 02:40

Am Sonntag haben führende Unions-Politiker ihre Ägyptenreise anlässlich der Anschläge von Alexandria beendet. Der Fraktionsvorsitzende, Volker Kauder, zog gegenüber pro ein gemischtes Fazit: Die ägyptische Regierung sei um Aufklärung bemüht, setze aber derzeit keine konkreten Maßnahmen zum Schutz der Christen im Land um.

 

Kauder hatte in Ägypten unter anderem den Großscheich Ahmad Al-Tayyeb, die oberste religiöse Autorität des sunnitischen Islam in Ägypten, und den ägyptischen Religionsminister, Mahmud Zaqzouq, getroffen. Bereits am Samstag war der Fraktionsvorsitzende von Papst Shenouda III., dem Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, in Privataudienz empfangen worden. Er hatte auch eine koptische Gemeinde besucht, den Kopten die Solidarität der Union und der Kanzlerin bekundet und Gespräche mit Repräsentanten anderer christlicher Kirchen geführt.

 

Keine konkreten Maßnahmen gegen Diskriminierung: Bei den Gesprächen habe die Delegation den Eindruck gewonnen, dass die ägyptische Regierung um eine Aufklärung des Anschlags gegen Kopten in der Neujahrsnacht bemüht sei, erklärte Kauder am Sonntag im Gespräch mit pro. Führende Politiker des Landes verstünden das Verbrechen als eine Attacke auf die nationale Einheit des Landes. Nun seien sie vor allem daran interessiert, dass wieder „Ruhe einkehre“. Konkrete Maßnahmen zum Schutz von Christen in Ägypten seien in den Gesprächen mit den Unions-Vertretern dennoch nicht genannt worden. „Die ägyptische Regierung verweist darauf, dass Christen durchaus die Erlaubnis haben, Kirchen zu bauen“, sagte Kauder. Im Gespräch mit Christen habe er erfahren, dass in Ägypten zwar nicht von Verfolgung, durchaus aber von Diskriminierung gesprochen werden könne. „Viele haben bedenken, dass die Rechte der Christen mit einem Fortschreiten der Islamisierung weiter eingeschränkt werden“, sagte Kauder weiter. Er verriet zudem, dass die ägyptische Regierung skeptisch gewesen sei, ob der Zeitpunkt der Anreise der Delegation richtig gewesen sei. „Man hat wohl außenpolitische Diskussionen befürchtet“, sagte Kauder.

 

Kauder: „Beziehungen zu Ägypten stärken“: Die Fraktion teilte weiter mit, sowohl die ägyptische Regierung als auch der oberste Repräsentant der Muslime, Großscheich Al-Tayyeb, hätten die Kopten als eine Säule der ägyptischen Gesellschaft bezeichnet. Kauder plädierte: „Deutschland sollte die Beziehungen zu Ägypten intensivieren und zu einem gleichberechtigten Zusammenleben der Religionen beitragen.“

 

Unions-Politiker wollten sich mit ihrer Reise ein Bild von der Lage der Christen in Ägypten machen. Neben Kauder waren am Samstag die Kirchenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Flachsbarth, und die stellvertretende Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Bundestags, Ute Granold, angereist. Der Hintergrund: Am Neujahrstag hatten Extremisten einen Anschlag auf eine koptische Kirche in Alexandria verübt, bei dem 23 Menschen getötet wurden.

 

Am Samstag haben Christen und Muslime in Frankfurt mit einer ökumenischen Feier gemeinsam der Opfer des Anschlags gedacht. Bei der Gedenkfeier sagte das Oberhaupt der koptischen Kirche in Deutschland, Bischof Anba Damian, laut Deutscher Presse-Agentur (dpa): „Wir erheben heute gemeinsam unsere Stimme, um als Botschafter für den Frieden einzutreten.“ Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sagte: „Diese Terroristen wollen einen Keil zwischen Christen und Muslime treiben. Aber dieses Ziel wird ihnen nicht gelingen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrem Podcast zum Eintreten für Religions-, Presse- und Meinungsfreiheit aufgerufen. Deutschland werde immer darauf achten, dass diese grundlegenden Freiheiten eingehalten würden. (Quelle: http://www.pro-medienmagazin.de).

 

Führende CDU-Politiker gegen Christenverfolgung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in ihrem neuen Video-Podcast im Internet erneut dem Thema „Christenverfolgung“ gewidmet und dazu aufgerufen, weltweit für Religionsfreiheit einzutreten. Volker Kauder wiederum befasst sich seit langem mit dem Thema. Darauf hat die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Samstag in einem Porträt anlässlich der Ägyptenreise des Unions-Fraktionsvorsitzenden aufmerksam gemacht.

Religionsfreiheit sei eines der großen Menschenrechte, sagte Merkel. „Wir sind alle verpflichtet, für Religionsfreiheit einzutreten – genauso wie für Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und andere grundlegend Freiheiten.“ Deutschland werde immer darauf achten, dass diese grundlegenden Freiheiten eingehalten werden. Das gelte in der Bundesrepublik selbst. Aber die Bundesregierung werde auch international dafür eintreten, „dass Religionsfreiheit auch wirklich gelebt werden kann“. Nicht überall auf der Welt könnten Christen ungestört leben, sagte Merkel. „Deshalb ist es unser Anliegen, Christen, aber auch anderen Religionen zu einem Leben in Freiheit zu verhelfen.“ Merkel erinnert an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die von fast allen Nationen der Welt akzeptiert sei. „Aber die Realität sieht an vielen Stellen anders aus.

„Christen sind gegenwärtig die Religionsgemeinschaft auf der Welt, die den stärksten Bedrohungen ausgesetzt sind“, wird Kauder von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) zitiert. Mit dieser Aussage begründete der Fraktionsvorsitzende seine Reise nach Ägypten, die er aus Anlass des Anschlages auf koptische Christen in Alexandria unternimmt,  „Die, die ihre Religion nicht ohne Angst ausüben können, benötigen unseren Beistand.“

 

„Anwalt der verfolgten Christen“: Seit langem befasse sich Kauder, von Hause aus praktizierender evangelischer Christ, mit der Verfolgung von Christen in der Welt. „Er sieht das als Aufgabe und Pflicht einer Partei an, die sich auf christliche Wurzeln beruft und die sich nicht in den Fragen der Alltagspolitik von Wirtschafts- und Sozialpolitik erschöpfen dürfe“, erläutert die FAZ und beschreibt dann chronologisch das Engagement des Fraktionsvorsitzenden: Im Herbst 2006, also ein Jahr nach Bildung der großen Koalition mit der SPD, veranstaltete die CDU/CSU-Fraktion eine Anhörung zur politischen Verfolgung von Christen.  Kauder habe damals gesagt, Glaubensfreiheit sei ein Teil der individuellen Menschenwürde. Die Verfolgung von Menschen wegen ihrer religiösen Überzeugung verstoße gegen die Freiheitsrechte. 2009, nach der Bundestagswahl und der Bildung der christlich-liberalen Regierung, wurde das Thema in den Koalitionsvertrag aufgenommen – in den Abschnitt „Menschenrechte schützen – Rechtsstaatlichkeit fördern“ des außenpolitischen Kapitels. „Wir wenden uns auch in unseren auswärtigen Beziehungen gegen jegliche Benachteiligung aufgrund von Religion, ethnischer Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung“, heißt es dort. „Ebenso kontinuierlich wird sich die Bundesregierung weltweit für Religionsfreiheit einsetzen und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Lage christlicher Minderheiten legen.“ Im Dezember befasste sich der Bundestag mit Anträgen dazu, erinnert die FAZ. Mehr als bisher müsse die deutsche Außenpolitik als Verteidiger der Religionsfreiheit auftreten, zitiert die Tageszeitung  Kauder, der kürzlich angekündigt habe, seine Fraktion werde sich „weiter zum Anwalt der verfolgten Christen machen“.

Nicht erwähnt wurden die Gastbeiträge des Fraktionsvorsitzenden in verschiedenen Leitmedien sowie die Tatsache, dass Kauder sich auch im Bundestag ungewöhnlich häufig zum Thema „Christenverfolgung“ äußert.

 

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