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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Salafisten als Ägyptens verkannte Gefahr 9. Januar 2011

Filed under: Islamischer Terror,Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 00:43

Kairo (dapd) – Für Präsident Hosni Mubarak waren die Schuldigen schnell gefunden. Nach dem Selbstmordanschlag auf koptische Christen im ägyptischen Alexandria mit 23 Toten machte Mubarak ausländische Gruppen für die Tat verantwortlich. Die Hinweise vor Ort brachten die Ermittler aber auf eine ganz andere Spur: heimische Extremisten, auch bekannt als Salafisten, die möglicherweise von Al Kaida inspiriert wurden.

 

 In den Wochen vor dem Attentat waren auf Al-Kaida-nahen Internetseiten eine Anleitung zur „Zerstörung des Kreuzes“ aufgetaucht. Darunter komplette Videos, auf denen zu sehen ist, wie man eine Bombe baut, dazu die Standorte von Kirchen, die es anzugreifen gilt. Darunter auch jenes Gotteshaus in Alexandria, das in der Silvesternacht Ziel der Terroristen wurde. Diese haben in Alexandria möglicherweise ein empfängliches Publikum für ihre Botschaften gefunden. Schließlich nimmt dort die Zahl der radikalisierten Islamisten zu, die allwöchentlich ihre anti-christlichen Proteste abhalten.

 Nur wenige Tage vor dem Anschlag hatte die Polizei mehrere Salafisten festgenommen, als diese in Alexandria zur Gewalt gegen Christen aufriefen, sagt ein Vertreter der Sicherheitsbehörden. Demnach vermuten die Ermittler, dass örtliche Extremisten hinter dem Bombenattentat stehen, schließlich kennen sie das Gebiet und die Eigenheiten ihres Anschlagziels. Gleichwohl gab es in den Wochen zuvor auch Internet-Aufrufe von Al-Kaida-Extremisten, die den „Heiligen Krieg“ gegen die ägyptischen Christen verkündeten. So zirkulierte unter anderem eine sogenannte „Jihad-Enzyklopädie zur Zerstörung des Kreuzes“ im Netz, die auch eine zehnteilige Anleitung zum Bombenbau enthielt. Auf der Seite findet sich auch eine Liste koptischer Kirchen in Ägypten, versehen mit Adressen und Telefonnummern – darunter auch das Gotteshaus in Alexandria. Versehen ist das Ganze mit der Aufforderung: „Sprengt die Kirchen in die Luft, während sie Weihnachten feiern oder zu jedem anderen Zeitpunkt, wenn sie gut besucht sind.“

 

Die Salafisten-Bewegung, eine gewichtige Gruppe unter den Extremisten in Alexandria, verurteilte den Anschlag in einer Stellungnahme und wies darauf hin, dass sie „solche Praktiken ablehnt“. In den vergangenen Jahren hat die Ideologie der ultrakonservativen Salafisten Anhänger in ganz Ägypten gewonnen. Sie verfolgt unter anderem das Ziel der strikten Geschlechtertrennung und lehnt den gemeinsamen Schulbesuch von Buben und Mädchen ab.

Diese Bewegung hat in zahlreichen Milieus Anhänger gefunden, angefangen beim wohlhabenden Geschäftsmann bis hin zum armen Städter. Um dem Propheten Mohammed zu ähneln, lassen die Männer sich Bärte wachsen. Die Frauen tragen den Nikab genannten Ganzkörperschleier, der lediglich ihre Augen freilässt. In vielerlei Hinsicht ähneln die Glaubenssätze der Salafisten denen von Al-Kaida. Allerdings unterscheiden sie sich auch in einem wichtigen Punkt. So rufen die Salafisten zwar zum Jihad gegen „ausländische Besatzer“ im Irak oder in Afghanistan auf, den „Heiligen Krieg“ in Ägypten lehnen sie aber ab – zumindest bisher.

  

Viele Beobachter warnen, dass sich einige Mitglieder so weit radikalisiert haben, dass sie mittlerweile auch den Jihad im eigenen Land befürworten. Dabei wird auf die beispiellose Hetzkampagne der Salafisten gegen die ägyptischen Kopten verwiesen. Entzündet hat sich die Debatte am Fall von zwei koptischen Christinnen in Ägypten, die angeblich zum Islam übergetreten sind, um sich von ihren Ehemännern scheiden zu lassen. Die Salafisten werfen der Kirche vor, die Frauen gefangen zu halten und zur Rückkehr zum Christentum zu zwingen. Die Kirche hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

  

Auf den wöchentlichen Demonstrationen in Kairo und Alexandria beschuldigten die Extremisten die Kopten, dass diese ägyptische Muslime christianisieren wollten und in ihren Kirchen und Klöstern Waffenlager angelegt hätten. Im September weinte der salafistische Geistliche Ahmed Farid gar, als er Gläubigen in einer Moschee in Alexandria erzählte, dass die Muslime von den Christen gedemütigt worden seien und sie zugleich dafür tadelte, den Jihad aufgegeben zu haben.

 

Rund zehn Prozent der 80 Millionen Ägypter sind koptische Christen. Sie werfen der Regierung nun vor, die Drohungen gegen sie ignoriert und nichts gegen die zunehmend antichristliche Stimmung im Land getan zu haben. Experten zufolge hat die Regierung das Erstarken der Salafisten stillschweigend erlaubt, weil die Gruppe nicht regierungsfeindlich ist und sich nicht in die ägyptische Politik einmischt – im Gegensatz zur Muslimbruderschaft, dem wichtigsten politischen Rivalen des Regimes. Lange habe die Regierung die Extremisten wachsen und tausende junge Ägypter rekrutieren lassen, dafür ernte sie nun die sauren Früchte, sagt der Experte für islamistische Gruppen, Rifaat Sajjed Ahmed.  {Quelle: www.tt.com}

 

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