kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ende eines Höllentrips 9. Januar 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 23:59

Hadayatulla Hübsch ist tot!

Ein Nachruf von Klaus Lelek

 

Deutschlands Dhimis trauern. „Der Frankfurter Dichter, Journalist und Islamgelehrte Hadayatuallah Hübsch, ist am 4. 1. wenige Tage vor seinem 65. Geburtstag friedlich gestorben“ heißt es in einer Meldung der „Frankfurter neuen Presse“.

Daß er im Angesicht des Todes noch einmal die „Friedfertigkeit“ seiner Religion vor Augen geführt bekam, darf als schicksalhafte Fügung verstanden werden. Sein Leben erinnert an einen Höllentrip. Nach einem kurzen Gastspiel in der APO Szene und bei der Kommune 1, mit Langhans und Konsorten,  folgten zahlreiche exzessive Drogenerfahrungen, vor allem mit LSD. Nachdem die Lysergsäure genügend Löcher in seinen Kopf gefressen hatte, landete Paul Gerhard Hübsch zunächst in der Psychiatrie und dann bei der Ahmadiyya-Gemeinde Frankfurt, wo die Männer gleichfalls weiße Kittel tragen. „Er litt noch sehr lange an Flashbacks, an fortbestehenden Wahrnehmungsstörungen nach Halluzinogengebrauch“ heißt es auf der Wikipedia-Seite Einer dieser Flaschbacks hat 2004 dazu geführt, daß Hübsch, nach dem Zimmerbrand in einer Moschee, sämtliche Islamkritiker als „geistige Brandstifter“ diffamierte. Seine ärgste Feindin, die Islamritikerin Hiltrud Schröter beschimpfte er als „abgetakelte Schachtel“.

 

Auf einer öffentlichen Veranstaltung in Schlüchtern, die sich gegen den dortigen geplanten Moscheebau richtete, drohte er sogar bei einer fiktiven Machtübernahme der Ahmadiyya seinen Gegnern Verfolgung an. „Wir kennen euch! Wir kennen eure Gesichter“ brüllte er vor mehr als 200 Zeugen in den Saal, worauf ihn sogar die eigenen Gemeindemitglieder zur Ruhe ermahnten. Wer so lautstark für die Ausbreitung einer friedfertigen Religion eintritt, darf natürlich im von der evangelischen Kirche dominierten Ethikrat in Hessen nicht fehlen.

 

Auch unsere Schizuide Kulturelite, allen voran der an Erinnerungslücken leidende Günther Grass  verneigte sich vor dem großen Frankfurter Geist und seinen genialen Ergüssen: Hübsch war acht Jahre lang Vorsitzender des „Verbandes deutscher Schriftsteller“. Ebenso lange wurde der Hippieschriftsteller als Vorzeigeislamist bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung herumgereicht. Eine besondere Leidenschaft verband Hübsch mit der Rock und Popmusik, die in vielen muslimischen Ländern verboten ist und mit Peitschenhieben bestraft wird. Das hinderte ihn nicht daran für die Frankfurter Neue Presse Musikkritiken zu schreiben, ebenso Gastkommentare zum „friedfertigen Islam“ Eine Freundschaft verband ihn auch mit Cat Stevens, jenem friedlichen Hippiesänger, der nach seiner Konvertierung zum Islam zum Mord an Salman Rushdi aufrief.

 

Dazwischen haben den unruhigen Geist immer wieder die Spätfolgen seiner Drogensucht eingeholt: So war er Interviewpartner und Gastautor bei den „Jungen Nationaldemokraten“.

Bei der „Jungen Freiheit“ und der „Deutschen Stimme“. Gegenüber der taz machte er vor allem seine „Farbenblindheit“ für die Fehltritte verantwortlich: „Er sei vor einigen Jahren blauäugig in die Geschichte mit der Jungen Freiheit gegangen“ (Wikipedia) Immerhin ist er in diesem Punkt ehrlicher als der Islamkritiker Rolf Stolz, der sogar beim großen Kongreß von liberalen Islamgegnern in Köln gewaltsam aus dem Saal entfernt werden mußte.

 

„Der in Zeilsheim lebende Hübsch war bereits länger gesundheitlich angeschlagen“ heißt es am Ende der auffallend kurzen Meldung. Dem kann ich nur bei pflichten. Leute laßt die Finger von LSD, daß gibt höllische Hallus, von dem man sein Leben lang nicht mehr runter kommt. Hübschs Höllentrip ist beendet. Was danach kommt weiß niemand. Ich fürchte nichts Gutes.

 

9 Responses to “Ende eines Höllentrips”

  1. Horst Urban Says:

    Was danach kommt weiß niemand?
    Vielleicht sollte man in Gottes Wort, der Bibel nachlesen, dann würde jeder wissen was danach kommt.
    Im Hebräer Brief steht im Kapitel 9, Vers27: „Und wie dem Menschen bestimmt ist einmal zu sterben, danach aber das Gericht…“
    Und in der Offenbarung des Johannes kann man im Kapitel 21 nachlesen: „Doch was die Feigen (z. B jene die vor dem Islam ständig buckeln), die Unglaubwürdigen (z. B. die Islam hörigen Politiker), die Gemeinen, die Mörder (z. B. der Christen), die Unzüchtigen (Geschlechtsverkehr mit Tieren, mit Knaben – im Islam erlaubt), die, die sich unter Drogeneinfluss okkulter Praktiken ergeben (z. B. dieser Herr Hübsch und viele andere), die Götzenanbeter (z. B. den Wüstendämon Allah) und alle Lügner (z. B. der Islam gehört zu Deutschland) – ihre Bestimmung ist die Verdammnis.“

    Dieser Herr Hübsch und viele seinesgleichen, weiß es nun schon. Auch er wird aus der Finsternis hinüber schauen in die Herrlichkeit Gottes (vgl. Lukas 16, 19-31) und bitten, man möge doch einen aus der Herrlichkeit zu den Verlorenen senden. Beim Apostel Lukas liest man, dass der Messias in seinem Beispiel aus der unsichtbaren Welt, Abraham sagen lässt: „Sie (die fünf Brüder) haben Mose und die Propheten, auf deren Schriften sollen sie hören.“ Heute lautet die Antwort Jeshuas (Jesu) – sein jüdische Name bedeutet: Gott rettet: „… Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Scheol.“
    Wer dem Messias Israels und der Nationen, Jeshua, nicht vertraut, nicht an ihn glaubt, der hat für sich selber den Weg in die Verdammnis gewählt.
    Deshalb ist es an der Zeit, dass sich alle, die an ihn glauben ihres Auftrages von IHM, der Welt das Evangelium zu herolden, besinnen. Das würde auch dem Islam sehr schnell den Boden entziehen.

  2. tortenstück Says:

    irgendwie habe ich ja zweifel, dass lsd sowas kann (die wissenschaft wollte das mal als kampfstoff testen, resultat war, dass die probanden allzu oft die armee verließen und friedlich waren, ergo misserfolg), der hombre war – imho – wirklich so drauf, ob krank oder besessen

  3. bazillus Says:

    Wollen wir Herrn Hübsch in Frieden ruhen lassen. Ich denke, dass Gott nicht so rachsüchtig ist, wie er sich ihn im Islamglauben hat vorstellen können. Vielleicht wird er sogar eine angenehme Überraschung erleben und dort sogar Christen und Juden antreffen, die ihn liebend in ihre Mitte nehmen und aller Hass hat ein Ende.

    Mit der Hölle zu drohen halte ich immer für zweifelhaft. Ich finde, das sollte Gott entscheiden, wenn Herrn Hübsch im Jenseits die Erkenntnis nicht aufgehen sollte. Letztlich wissen wir alle nicht, wie im Jenseits verfahren wird.

    Ich weiß nur, dass wir keine Feindbilder aufbauen sollten und eben nicht wie radikale Muslime handeln sollten.

    Schließlich bleibt uns die Erkenntnis:
    Wir haben Jesus,

    Wen hat Herr Hübsch und wen haben seine Glaubensgeschwister? Vielleicht begegnet er ihm und Jesus überzeugt ihn von sich nur mit einem Blick, wozu wir Christen auf Erden wohl nicht in der Lage waren zu überzeugen.

    Ein kurzer Vergleich zwischen den Relgionsgründer – und da brauchen wir überhaupt nicht tief zu graben – ergibt so gegensätzliches Bild, dass es keiner weiteren Erläuterung hier im blog bedarf.
    Jesus ein nachfolgewürdiges Beispiel eines Relgionsgründers bzw. -erneuerers in Charakter, Lehre und Tun.
    Mohammad als abschreckendes Beispiel eines Religionsgründers, der Hass als Mittel zum Zweck benutzt und Rache legitimiert hat.

    Wenn wir Jesus und seine Lehre einmal verinnerlicht haben, können wir getrost alle Propheten vor und nach ihm vernachlässigen. Jesus ist die Perle der Erkenntnis, dass Gott ein Gott der alles umfassenden Liebe ist und fordert, dass wir Liebe zum Prinzip unseres Lebens machen.
    Nur solches ist für eine Religion akzeptabel und anzunehmen. Wenn eine Religion Hass und Rache auch nur im Ansatz legitimiert, ist diese Relgion qualitativ minderwertigst.

  4. Horst Urban Says:

    Lieber Bazillus,
    Deine Kenntnis der Hl. Schrift reduziert sich leider auf ein „Wohlfühltuch allversöhnender Liebe!“

    Mein Kommentar zum Ableben des Herrn Hübsch gründet sich auf der Erkenntnis, dass der Allmächtige, der sich selbst als der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs offenbart (2. Mose Kap. 3) gerecht ist und auch jeden Menschen gerecht aburteilen wird.
    Seine Gerechtigkeit gründet sich auf Liebe zu seinem Geschöpf und aufgrund dieser Liebe erlöst ER den Rebellen Mensch, der bis heute „sein will wie Gott und bestimmen was gut und böse ist.“
    Es bestimmt aber nur EINER im ganzen Universum, was gut und was böse ist und das ist eben der, der sich wie oben bemerkt, seinem Gechöpf offenbart, als der, der ER von Ewigkeit her ist.
    In einem Gedicht hat es Jochen Klepper auf den Punkt gebracht: „Dem alle Engel dienen wird nun ein Kind und Knecht! Gott selber ist erschienen, zur Sühne für sein Recht! …“

    Dieses Recht hat ER der Ewige durch Mose und alle Propheten niederschreiben und ein letztes Mal durch den Sohn Jeshua haMaschiach (Jesus Christus) verkünden und bestätigen lassen.
    Auf der Grundlage dieses Rechts ist jeder Mensch, egal ob Jude oder Heide verurteilt außerhalb des künftigen Paradieses seine Ewigkeit zu erleiden. Allerdings beinhaltet dieses Urteil über die gottlose Menschheit einen Begnadigungsparagraphen:

    „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass ER die Welt richte, sondern dass die Welt durch IHN gerettet werde. Wer an IHN (den Sohn Gottes) glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt (dem Kreuz des Messias und seiner Auferstehung vertraut), der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Sohn Gottes.“ (Johannesevangelium 3,17-18)

    Und der Apostel Paulus ermahnt in geistlicher Vollmacht die bekehrten Heiden in Korinth:

    „Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.“ (2. Kor. 5,10)
    Alles das und noch viel mehr ist nicht von Gott dazu gegeben Angst zu erzeugen, sondern es ist der liebevolle, aber ernste Ruf Gottes, durch den Mund seiner Propheten und zuletzt durch den Sohn Gottes: „Kehrt um!“

    Wenn nun ein Mensch diesen Ruf Gottes durch seinen Sohn nicht hören will, hat er keinen Fürsprecher bei Gott. Kein Werk rettet den Menschen, allein der Glaube, aus dem er dann seine Frucht (Werke zur Ehre Gottes) bringt.

    Jesus Christus (Jeshua haMaschiach) durch den Gott selbst als der Sohn seine Schöpfung betrat, um „zu suchen was verloren ist und zu retten“ (Luk. 19,10) nimmt jeden an, der sich in tiefer Reue und kindlichem Vertrauen mit seiner Lebensschuld an IHN wendet – „wer zu mir kommt den werde ich nicht hinaus stoßen.“

    Wer nun die ausgestreckte Retterhand Gottes nicht ergreift, der wird dort enden wovon Jeshua in seinem Hinweis auf die jenseitige Welt spricht (Luk.16,19-31), es sei denn man nimmt das nicht ernst, tut es als mythologisch ab, was der sagt, der aus der Herrlichkeit in unsere sündenverfallene Welt gekommen ist. ER ist der einzige, der uns Sündern etwas über die unsichtbare Welt sagen kann.

    Ich bin weit davon entfernt ein Urteil über Herrn Hübsch, oder Adolf Hitler oder andere zu fällen, das steht mir auch gar nicht zu, aber ich höre auf die Schrift und das Wort das Jeshua gesprochen hat, „Himmel und Erde werden vergehen, aber seine Worte nicht!“ Und in diesen seinen Worten, auch jenen, die er seinen Aposteln durch den Hl. Geist vermittelte, warnt Jeshua vor dem endgültigen Gericht über die, die seine Gnade ausschlagen und ein Leben gegen Gottes Weisungen, Lehren und Geboten führen.

    Lieber Bazillus, bitte denke einmal über Deine Gottesvorstellung nach. Man hat Dir, wie auch unzähligen anderen Menschen im sogenannten „Christlichen Abendland“, einen „Lieben Gott“ vermittelt. Den gibt es nicht! ER der Schöpfer des gewaltigen Universums und der Erde, der Allgewaltige, der absolut Heilige ist, wie ich oben geschrieben habe, gerecht! Seine Gerechtigkeit einerseits und seine Liebe zum verlorenen Geschöpf andererseits, wird durch das Kreuz des Sohnes manifestiert. Auf Golgatha nimmt der gänzlich unschuldige, die unermessliche Schuld seines Geschöpfes auf sich -, der Weltenrichter macht sich selbst zum Gerichteten -, damit ER gerecht bleiben kann. Das ist die Liebe Gottes! Sie durch das menschliche Wunschdenken der Allversöhnung zu entehren, ist Sünde.
    Demütigen wir uns unter die gewaltige Hand Gottes und ehren wir IHN durch ein Leben des dankbaren und liebevollen Gehorsams gegenüber seinem Wort, der Hl. Schrift, damit nicht eines Tages über unserem Leben die Schrift an der Wand aufleuchtet: „Mene, mene tekel u parsin – gewogen und zu leicht befunden.
    Der Herr Hübsch weiß es jetzt schon ganz bestimmt wovon ich rede!

  5. bazillus Says:

    Werter Herr Urban,

    es stimmt, dass ich nach reiflicher Überlegung ein Gottesbild pflege, welches nicht in allen Punkten mit der hl. Schrift übereinstimmt. Das haben Sie mir durch Ihren Kommentar sehr deutlich gemacht und auch aus Ihrer Sicht zu Recht. Keine Frage.

    Ich habe für mich letztlich ohne Anspruch auf absolute Wahrheit auf dieses „Wohlfühltuch allversöhnender Liebe“-Gottesbild entschieden, weil im Namen der Religionen seit Anbeginn der Straf- und Rachegott im Menschen genug Unheil angerichtet hat.

    Sie haben vollkommen Recht, wenn sie die entsprechenden Bibelstellen im NT zitieren. Und da Verse in der Regel mit anderen Versen widerlegbar sind, habe ich nach dem roten Faden des Evangeliums ohne die Interpretationen eines Paulus und Petrus versucht für mich persönlich zu deuten. Dabei ich habe mich insbesondere auf einige Bibelstellen konzentriert, die mir neben der Abendmahlseinsetzung der Eucharistie, mein persönliches Gottesbild geprägt haben.

    a) Matthäus Bergpredigt 5, 3-10 die Seligpreisungen. Dort wird wenig vom Glauben als solchem erzählt, sondern Wege aufgezeichnet, die Seligkeit zu erlangen. Mir fiel dabei auf, dass ein starres Glaubensgefüge dort nicht notwendig und gefordert war. Ähnlich erging es mir sogar mit dem Matthäus` schen Weltgericht, welches dorch für das Jenseits besonders beachtenswert erscheinen sollte:
    Matthäus 25, 31 – 46: Wenn Sie dieses Kaptel lesen, welche Kriterien werden gefordert, um in das Himmelreich zu gelangen?
    a) Hungrige speisen
    b) Durstige mit Trank versorgen
    c) Fremde aufnehmen
    d) Nackte bekleiden
    e) Kranke besuchen
    f)Gefangene besuchen
    Diese kommen in den Himmel, wenn sie in jedem Menschen Christus sehen.
    Die anderen kommen in die Hölle, weil sie dies nicht getan haben.
    War da der Glaube an erste Stelle gesetzt? Ich meine nicht. Die Taten der uneigennützigen Art sind es, die über den Himmelgang entscheiden.

    Der dritte und für mich entscheidende Vers ist der der Feindesliebe. Gott kann von uns nicht fordern, die Feinde zu lieben, wenn er selbst nicht über diese Fähigkeit verfügte.
    Matthäus 5, 43 – 48, zugegeben meine Lieblingsstelle. Die Feindesliebe (= Verzeihenkönnen, auch wenn der Täter einem nie symphatisch werden wird) hat er direkt in Beziehung gesetzt mit der Vollkommenheit seines Vaters. Sie hat mein Gottesbild am stärksten geprägt.

    So gibt es mit Sicherheit weitere Verse, die mit dem Glauben selbst nichts zu tun haben, die aber lebensführungsweise sind und das allliebende Gottesbild fördern.

    Dann gibt es auch die persönlichen Begegnungen Jesu mit Sündern. Er hat ihnen vergeben, der Ehebrecherin, dem zweitschen Schächer am Kreuz. Und selbst Judas hat er nicht ausdrücklich verflucht. Er hat ihm mitgeteilt, dass es besser sei, dass er nie geboren worden wäre. Das lässt auf ein schlimmes Schicksal schließen Er verfluchte ihn aber nicht ausdrücklich. Dem zweiten Schächer am Kreuz hat er ebenfalls nicht verflucht. Nur eine Äußerung des anderen Schächers, die mit Glauben im Grunde nichts zu tun hatte – er hat Jesus im Grunde nur verbal verteidigt und ihn für unschuldig befunden – , sorgte dafür, dass Jesus ihm das Paradies versprach.

    Das alles, Herr Urban, bringt mich dazu, zu glauben, dass wir es mit einem Gott der absoluten Liebe zu tun haben.

    Das heißt aber doch nicht, dass Hölle und Läuterungsort deshalb aus dem Glaubensgut verschwänden. Ich behaupte nur, dass der Mensch vorwiegend nach seinen uneigennützig begangenen Taten im Jenseit erkennen wird, dass er weiter nach oben rutscht, derjenige, der eben auf wenig oder keine uneigennützigen Taten oder sogar im Hass sein Ende findet, unten auf der Leiter des Jenseits verweilen wird. Die Erkenntnis, die wir im Jenseits erhalten werden, so glaube ich und weiß es nicht, entscheidet über unseren Platz.

    Jede Religion hat Wahrheiten zu bieten, selbst der Islam, weil er ja Vieles aus der Bibel abgekupfert und somit Grundelemente übernommen hat, die biblisch wahr sind, klar. Aber der Koran hat vom AT den ursprünglich Straf- und Rachegott in Reinkultur übernommen und ihn noch verschlimmert, indem er ihn zum Listenschmied, zum willkürlichen Despoten, der die Höllenverlorenen selbst in sadistischer Weise zusätzlich quält, als ob Satan da nur unzureichende Arbeit leisten würde. Er hat Gott pervertiert, weil er Unrecht zu Recht erklärte.

    In Religionsfragen kommen wir mit einem Straf- und Rachegott, der gerecht ist, nicht weiter. Viele Kriege, so meine ich, sind deshalb geführt worden, weil Fürsten und Könige meinten, in der Gnade und in Vollmacht Gottes zu handeln, wenn sie dieses Gottesbild der Strafe und der Rache übernehmen und in irdisch fataler Weise umsetzen.

    Weil ich das Wirken Jesu hier auf Erden als so helfend, liebevoll, klar, mutig, keinem Streit aus dem Weg gehend, aber auch erlösend und sich solidarisch mit Armen und Kranken erklärend sehe, glaube ich nicht, dass er als Richter einen Muslim, der uneigennützig Gutes in seinem Leben getan hat, in die Hölle werfen würde, weil er nicht an ihn als den Sohn Gottes geglaubt hat.

    Ich weiß, dass es im NT anderslautende Verse gibt, aber ich persönlich glaube nicht, dass Jesus so herzlos sein könnte. Er wird ihn aufklären und ihn liebevoll zur Seite nehmen und ihn annehmen.

    Letztlich meine ich und das gebe ich zu bedenken (in dem BEwusstsein, dass ich nicht über die absolute Wahrheit verfüge!!!), dass ein Mensch nur deshalb in die Gottesferne geworfen wird, weil er Jesus nicht gekannt hat oder auch nicht hat annehmen können. Dazu gehört Gnade, dies zu tun. Wir Christen sehen es als selbstveständlich an, an j
    Jesus als Gott selbst zu glauben. Das ist aus außerchristlicher Sicht sehr schwer zu vermitteln und anzunehmen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Jesus diesen Menschen nach ihrem Tod eine Chance geben wird, allein weil sie Gutes getan haben.

    Herr Urban, Sie haben Recht, dass ich ein wenig außerhalb der Bibel denke. Aber ich weiß auch, was ein Gottesbild anrichten kann, welches die Gläubigen nur durch Strafe bei der Stange halten kann. Diese Gläubigen glauben dann aus Angst vor der Hölle, wir armselig. Das ist der Glaube zweiter Klasse. Wenn wir aus Liebe an den Dreifaltigen Gott glauben, ist das das Höchste und mit Sicherheit der beste und sicherste Weg. Aber Menschen, die diesen Glauben nicht annehmen können aus welchen Gründen auch immer, sollte das Himmelreich nicht erspart bleiben, wenn sie die anderen menschlichen Kriterien des guten Tuns beachtet haben.

    Wir sehen in jedem Armen Christus und helfen, so wie Mutter Theresa. Die Hilfe für die Armen um ihrer selbst willen ist jedoch ebenso gültig und wertvoll. Die Gottesliebe steht neben der Nächstenliebe auf einer Stufe.

  6. bazillus Says:

    Herr Urban,

    ich fühle mich mit diesem meinem Gottesbild nicht als Sünder. Mit diesem Gottesbild wäre – ist nur meine bescheidene und persönliche Meinung – die Welt friedlicher. Dem Islam würde ich ein solches Gottesbild wünschen.

  7. Horst Urban Says:

    Lieber Herr Bazillus!
    Zunächst finde ich es schade, dass ich geistliche Grundwahrheiten nur mit einem Decknamen austauschen kann. Aber das ist Ihre Sache. Ich habe mich mit meinem echten Namen eingeloggt. Jedenfalls freue ich mich über Ihre Offenheit, mir Ihren Glaubenshintergrund darzulegen. Gerne gehe ich darauf ein weiteres Mal ein, und hoffe, Sie für jenen befreienden Glauben gewinnen zu können, der in einer persönlichen Nachfolge des Messias ankert.

    Zu Ihrer Antwort habe ich aufgrund persönlicher Glaubenserfahrung eine andere Sichtweise, die sich auf keine konfessionelle Zugehörigkeit, aber auf die Hl. Schrift, gründet.

    Der Hintergrund Ihrer Theologie weist offensichtlich auf katholische Lehre, die sich inhaltlich nicht auf das
    *sola scriptura“ – allein die Hl. Schrift
    „sola fide“ – allein der Glaube (an Kreuzestod und Auferstehung)
    „sola gratia“ – allein aus der Gnade Gottes und
    „solus christos“ – allein Jesus Christus (hebräisch: Jeshua haMaschiach)
    gründet.

    Ich habe in diesen „soli“, als ehemaliger Katholik, meine Lebensgrundlage und meine Lebenserfüllung gefunden. Meine Bekehrung vor 46 Jahren war in einer gewissen Weise paulinisch. Das bezeuge ich als 70jähriger aus ganzem Herzen und möchte niemals mehr dahinter zurück.
    In meinem langen Leben habe ich viele für diese Botschaft gewinnen können und sie sind heute dankbar dafür, weil sie aus dem Zwang katholischer Werkgerechtigkeit befreit worden sind.

    Der persönliche Glaube an Jeshua haMachiach macht nicht nur frei von jedwedem Zwang, sondern öffnet die Augen für die großen Zusammenhänge der Hl. Schrift Alten und Neuen Testaments.

    Wie sehr wünschte ich, dass Sie diese Zusammenhänge erfassen könnten, denn es ist keinesfalls so, wie Sie schreiben, „dass Verse in der Regel mit anderen Versen widerlegbar sind…“ vielmehr ergänzen sie einander. Etwas befremdlich finde ich Ihre Formulierung: „…weil im Namen der Religionen seit Anbeginn der Straf- und Rachegott im Menschen genug Unheil angerichtet hat….“ denn Sie greifen damit auf den im Nationalsozialismus gängigen Terminus des jüdisch-syrischen Rachegottes zurück. In der Bibel findet man diesen jedenfalls nicht, denn, wie ich in meinem Beitrag geschrieben habe, machte sich der Weltenrichter im Sohn zum Gerichteten um sein verlorenes Geschöpf zu erlösen und zu befreien.

    Dass die katholische Kirche Religionskriege im Namen Jesu Christi geführt hat, dass sie während der Inquisition rund 125.000 Nichtkatholiken bestialisch ermordete und in der Bartolomäusnacht in Frankreich ebenfalls etwa 100.000 Protestanten abschlachtete, ist traurige geschichtliche Tatsache. Eine „christliche Kirche“, mit so einem Hintergrund, die Nächstenliebe und Werkgerechtigkeit predigt, ist völlig unglaubwürdig, ja geradezu gottlos. Jeder, der mit Ernst dem jüdischen Messias nachfolgen will, muss sich mit Schaudern abwenden. Bis heute verfolgt diese Kirche Menschen, die ihr nicht angehören, allerdings nicht mehr mit Scheiterhaufen und Schwert, sondern viel subtiler. Wer nicht praktizierender Katholik ist, hat z. B. kaum Chancen in höhere Staatsämter aufzusteigen. Rom sitzt wie eine Spinne im Netz und steuert in globalen Ausmaß über ihre „praktizierenden Anhänger“ sowie Vorort Organisationen Politik und Gesellschaftssysteme.

    Deshalb kann kein Mensch in diesem religiösen System einen dauerhaften Frieden mit seinem Schöpfer finden. Diesen findet man nur in der Hl. Schrift, der Bibel, wo der Ewige seinen souveränen Willen durch Mose und alle Propheten, und zuletzt durch Jeshua seinen Sohn und seine Apostel, der Menschheit, vermittelt.

    In meinem Beitrag habe ich auf das 2. Mosebuch Kap. 3 hingewiesen. Dort wird von Mose berichtet, wie sich der Ewige, der Allgewaltige, der Schöpfer des ganzen Universums, ihm, den hochgebildeten einstiegen Ziehsohn des ägyptischen Pharao (Ramses der II) offenbarte, als Mose die Frage stellte, wie er sich ausweisen solle und wer ihn beauftragt habe, das Sklavenvolk der Hebräer zu befreien. Die göttliche Antwort war:
    „Ich bin der ich sein will.“
    Gott will zunächst der Retter seines in Abraham, Isaak und Jakob, erwählten Volkes sein. Durch dieses Volk Israel, betritt ER selbst als der Sohn rund 1.200 Jahre später seine Schöpfung um zu retten was verloren ist. Als nun Jeshua sich mit den Worten
    * „ICH BIN das Brot des Lebens
    * „ICH BIN das Licht der Welt
    * „ICH BIN der Weg und die Wahrheit und das Leben und niemand kommt
    zum Vater als nur durch mich
    an sein Volk wandte, begriffen viele seiner Zuhörer, dass das die Worte vom Sinai waren, mit denen sich der Ewige in seiner ganzen Herrlichkeit offenbarte und die 10 Gebote mit den Worten einleitete:
    „ICH BIN der EWIGE DEIN GOTT, der ich dich aus Ägyptenland aus der Sklaverei befreite; du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
    Jede menschliche Gottesvorstellung bricht nicht nur das erste sondern auch das zweite Gebot in dem Gott die Weisung gibt:
    „Du sollst dir kein Bild machen, auch keinerlei Vorstellung dessen, was im Himmel oben und was auf Erden unten und was im Wasser unter der Erde ist. Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen, denn ICH BIN der Ewige dein GOTT…“

    Es mag durchaus sein, dass „andere Religionen“ auch Wahrheiten anbieten, aber die persönliche Zugehörigkeit zu den Nachfolgern Jeshuas hat nichts mit Religion zu tun. Das Vertrauen zum Messias Israels und aller Nationen schafft die einzigartige, sinnstiftende und sinngebende Beziehung zwischen dem Schöpfer und seinem Geschöpf, das tut keine Religion, auch keine „christliche!“

    Erst durch die sinnstiftende und sinngebende Beziehung zum Allmächtigen, die durch den Glauben an Jeshua, den Sohn Gottes entsteht, wird der Glaubende zum Täter des Wortes. Jeshua macht seien Apostel unmissverständlich aufmerksam, dass nur die seine Freunde sind, die tun, was ER sagt. (Joh. 15,14; vgl. Jakobusbrief Kap.1 Vers 22).
    Nur die persönliche Beziehung zu Jeshua gibt auch die Kraft nach den Prinzipien der Bergpredigt zu leben, oder Matth. 25,31-46 zu erfüllen.
    Dazu gehört ein tiefes Schriftverständnis, aus dem der durch und durch jüdische Hintergrund nicht ausgeblendet werden darf. Wenn nämlich der Messias als Richter die Worte spricht: „Was ihr nicht getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir auch nicht getan.“ Diese Rede hält Jeshua vor seinen jüdischen Brüdern. Gläubig gewordenen Heiden tun gut daran, ihre jüdischen Brüder zu lieben und ihnen Gutes zu tun, und auch unter keinen Umständen die Hasstiraden gegen Israel zu dulden oder sie gar zu unterstützen.

    Feindesliebe auf dem Hintergrund eines „christlichen Romantizismus“ hat mit Jeshuas Gebot wenig zu tun. Der jüdische Hintergrund Jeshuas – ,er hat nichts mit dem romantischen Jesus des Christentums zu tun -, sieht das Gebot der Feindesliebe auf der Grundlage der Torah und Tenach. Dort wird gelehrt Feinden Gutes zu wünschen, aber ihnen nicht mit humanistisch-romatischer Liebe zu begegnen. Feindesliebe heißt für Feinde zu beten, wie es z. B. Stefanus tat als fanatische Religionsvertreter ihn steinigten..

    Die von Ihnen, lieber Bazillus angeführten „Tugenden“ der „Bergpredigt“ sind kein Schlüssel zur Herrlichkeit des Himmels, denn Jeshua erklärt in einem Gleichnis vom „Knechtslohn“ (Mt. 17,10):
    „Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.“

    Somit bleibt „allein der Glaube“ an Jeshua, der uns vor dem gerechten Gott rechtfertigt, denn alle Werke, die wir tun, können es nicht. Sie können es nicht, weil wir nie, auch nicht mit größter Anstrengung, „alles getan haben, was zu tun wir schuldig waren. Auch die regelmäßige Teilnahme an der kultischen Eucharistie, rechtfertigt niemand vor Gott. Sie ist genauso eine menschliche Erfindung um religiöses Bedürfnis zu befriedigen.

    Das, was einst Jeshua einführte, steht in direktem Zusammenhang mit dem jüdischen Pessach. Im Tempel wurden bis der Messias erschien, makellose Tiere, vornehmlich Lämmer geopfert. ER ist das letzte, endgültige und abschließende Opfer – „das Lamm, das der Welt Sünde trägt“. Als ER mit seinen Aposteln Pessach feierte und die Maze brach, wies ER damit auf seinen am Kreuz gebrochenen Leib und gebot das Brot zu seinem Gedächtnis zu brechen.
    Den Kelch, über dem ER, genau wie über dem Brot, den Segen sprach, verband ER mit dem Jeremiabund (Jer. 31,31ff), weil sein vergossenes Blut am Kreuz, den „Neuen, Letzten Bund“ Gottes mit seinem Geschöpf besiegelte.

    Lieber Bazillus, ich hoffe ich kann Sie ein wenig neugierig machen auf das, was Gottes Wort wirklich lehrt. Die Redaktion hat meine e-Mail Adresse und ich bin durchaus damit einverstanden, wenn sie diese an Sie weitergibt, damit wir den geistlichen Diskurs, so Sie das wünschen, weiterführen können.
    In diesem Sinne möge der Allmächtige Sie segnen und Ihre ehrlichen Bemühungen, wie einst beim Hauptmann Cornelius (Apg.10) zur vollen Erkenntnis des Evangeliums führen.

  8. bazillus Says:

    Werter Herr Urban,

    danke für Ihre ausführliche Stellungnahme.

    Ich meine, dass mein Glaube ein sehr befreiter Glaube ist auch innerhalb der kath. Kirche. Ein Detail habe ich noch vergessen zu schreiben. Der Gott des AT hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem Gott des Islam.

    Ich habe das AT nicht ganz gelesen. Ich habe mit dem kontinuierlichen Lesen aufgehört, als Moses die Midianiter auf Geheiß Gottes hat umbringen lassen und auch noch sauer darüber war, dass man Frauen hat leben lassen. Er befahl, diese Frauen, die einen Mann erkannt hatte, zu töten, nicht gerade gentlemanlike.

    Die Story mit Sodom und Gomorrha ist auch so eine Erzählung, die ich persönlich nicht mit Gott in Verbindung bringen kann. Ebenso die Gräueltaten, die die Israeliten begingen, als sie ein „Volk“ nach dem anderen abschlachteten, um in das „Gelobte Land“ zu kommen.

    Sodom und Gomorrha findet überall auf der Erde statt und Gott greift nicht ein. Denken Sie an die Pornoindustrie, die Spielhöllen, die Prostitutionsbezirke, die noch nicht einmal vor Kindern halt machen. Das alles wird von Gott heute nicht bestraft. Das heißt, dass Gott eine abwartende Haltung einnimmt. Wir sollen uns um diese Ungerechtigkeiten durch Gebet und Handlung annehmen. Wir sind gefordert, weil uns die Erde anvertraut ist. Gott hält sich zurück, manchmal zu meinem Leidwesen.

    Ebenso gibt mir das umfangreiche Regelwerk Gottes verbunden mit der mannigfaltig angeordneten Todesstrafe des AT nicht gerade das Gefühl, diesem Gott vertrauen zu können. Das erinnert mich an das umfangreiche Regelwerk der kath. Kirche im Katechismus. Das alles brauche ich für meinen Glauben nicht. Es kann Lebenshilfe bedeuten, aber es ist für mich nicht wichtig. Ich weiß selbst, wie ich zu Gott finden kann.

    Selbstverständlich verstehe ich, dass das frühe Judentum sich von den grausamen Menschenopferrelgionen, die dieses kleine Volk umgab, mit seinem neuen Ein-Gott-Glauben radikal abgrenzen musste, um die Menschen herauszureißen aus den Gepflogenheiten der Lauheit und des Einflusses anderer Götzenreligionen und dass damals andere Zeiten waren, in der das Patriarchat die Regel war und die Menschen im Kampf ums Überleben rauer und kampfbereiter sein mussten; das alles sehe ich ein.

    Aber Gott zeigt sich hier sehr wohl als Rachegott und Kriegsgott, der Menschen wie im Koran dazu missbraucht, stellvertretend für sich Kriege führen zu lassen, um zu prüfen, dass sie ihm gehorchen.

    Die Menschen damals haben alles als Strafe und Rache und Krieg als Anweisung Gottes angesehen, weil sie „im Schweiße ihres Angesichts“ ihr Brot verdienen mussten. Wissenschaften waren noch nicht so ausgeprägt, als dass sie Überschwemmungen und Blitze als natürliche Naturkatastrophen ansehen konnten, wie wir heute.

    Herr Urban, ich sehe die Feindesliebe genauso wie Sie. Auch ich meine damit nicht eine Umarmungs-Liebe, die ich dem Vergewaltiger meiner Tochter angedeihen lassen muss. Die Feindesliebe ist für mich die Befähigung, mit der Zeit einem solchen Täter verzeihen zu können und nicht ihn in romantisch verklärter Weise „umarmen“ zu können. Da sind wir vollkommen beisammen.

    Das Verbot des Bildes von Gott ist auch ein sehr gutes Beispiel, die eigentlich meine These rechtfertigt. Warum spricht Gott dieses Verbot aus? Meine Meinung ist folgende: Jeder Künstler, sei er Bildhauer, Maler, Musiker oder Literat ist niemals als Mensch fähig, von der Vollkommenheit Gottes auch nur eine Beschreibung, geschweige denn ein Bild von Gott herzustellen, welches der Vollkommenheit Gottes gerecht wird. Selbst Paulus mit seinem Hohelied der Liebe, in der die vollkommene Liebe Gottes beschrieben sein könnte (die Liebe erträgt alles, sie duldet alles, sie höret nimmer auf), kommt dem Ideal der Vollkommenheit der Liebe Gottes nicht einmal annähernd nahe.

    Ich kann leicht einen Gott malen, der die Sintflut anordnet, um Menschen strafend umzubringen. Er wäre ein großer Verbrecher. Ich kann leicht einen Gott malen, der sich aufführt wie ein Kriegsbefehlshaber, ein Rachebefürworter und ein Strafgott, halt so wie sich Gott im AT zumindest teilweise, weil vom Menschen durch die Autoren des AT beschrieben und charakterisiert, aufführt. Diese Bilder würden Schatten werfen auf den vollkommenen Gott. Diese Bilder würden nämlich die Unvollkommenheit Gottes wiedergeben, die wir Menschen Gott zugeordnet haben.

    Erst die liebende Vollkommenheit, die kein Mensch auch nur annähernd vernunftmäßig begreifen kann, würde dem Verbot Gottes ein Bild herzustellen, gerecht werden. Weil dies dem Menschen nach der Erkenntnis von Gut und Böse nicht mehr gegeben ist, wurde dieses Verbot von Gott sinnvollerweise ausgesprochen. Es wäre letztlich immer eine maifestierte Herabwürdigung Gottes, sei das Bild nach menschlichem Verständnis noch so schön und sinnvoll gearbeitet.

    Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Ich glaube nicht nur, dass Jesus die Menschen durch sein Liebesopfer erlöst hat, sondern auch seinen Vater von seinem Image als rächenden Strafgott.

    Herr Urban, meine unbescheidene Meinung ist, dass der Mensch im AT wie auch im Koran Gott völlig unzulässig zum Ebenbild des Menschen degradiert hat.

    Gott aber hat das Paradies erschaffen, in dem der Mensch voller Hamonie mit sich, Gott und der Umwelt in völligem Einklang lebte und das Lamm neben dem Löwen und der Bär neben dem Reh oder so, lag. Dieses Paradies war vollkommen bis die Erkenntnis des Menschen von gut und böse kam. Diese Erkenntnis, die der Mensch durch Adam und Eva unbedingt wollte, hat dem Menschen das Tor zum Paradies, also zur liebenden Vollkommenheit verschlossen.

    Herr Urban, ich bin der festen Überzeugung, dass die Autoren insbesondere des AT sich Gott haben vorstellen müssen. Sie waren ja nicht dabei, als Gott die Erde schuf, als Gott mit Abraham und Moses redete. Sie haben Gott menschlich beschrieben und wer Gott menschlichen Charakter zuschreibt, kann nur einen Gott denken und beschreiben, der janusköpfig agiert wie halt der Mensch selbst.

    Jesus selbst bringt genug Gleichnisse, die belegen, dass der alliebende Gott am Werk ist. Er vergibt im Gleichnis seinen verloren geglaubten Sohn so vollständig, dass der treugebliebene Sohn sogar an seinem Vater zweifelt. Der zweite Sohn denkt menschlich. Der Vater göttlich. Er nimmt seinen Sohn in die Arme, lässt ein Festmahl bereiten und nimmt ihn, obwohl ihm „Gnade“ sprich sein Erbteil ausgezahlt worden ist und dieser es sinnlos und ja sogar sündhaft verprasst hat, in die volle Familiengemeinschaft wieder auf. Damit hat der verlorene Sohn nicht gerechnet, da er als Tagelöhner bei seinem Vater arbeiten wollte. Es waren lediglich die widrigen Umstände und die Not, die ihn zum Vater zurückkehren ließen, nicht einmal ein vollkommene Reue in Einsicht ohne Not. Der menschlich denkende Sohn kann das Verhalten des Vaters nicht nachvollziehen, es plagt ihn die Sünde des Neides. Ich kann diesen Sohn gut verstehen.

    Der Hirt, der einem verlorenen Schaf hinterherläuft, dem dieses verlorene letztlich wichtiger ist als die 99 gerechten lässt auch tief blicken. Jesus ist gekommen, die Sünder zu rufen, denn sie bedürfen des Arztes.

    Die Tagelöhner, die denselben Tageslohn bekommen, selbst diejenigen, die erst spät am Abend begannen, im Weinberg zu schuften. Eine menschlich gesehene gewerkschaftliche Ungeheuerlichkeit und Ungerechtigkeit, jedoch eine göttliche Liebe, die alle menschlichen Neid und Habsuchts-Grenzen übersteigt und sprengt, und das menschliche Gerechtigkeitsempfinden ad absurdum führt.

    Zuletzt will ich noch das Gleichnis vom barmherzigen Samariter anführen, einem Ungläubigen, dem Jesus bescheinigt, er habe sich das ewige Leben durch solche Art von Taten verdient. Ich darf daran erinnern, dass die Ursprungsfrage vor diesem Gleichnis lautete, was getan werden müsse, um das ewige Leben zu erlangen. Auch da legt Jesus nicht den Glauben an die erste Stelle, sondern die liebevolle Tat zu Gott und zum Menschen ( Gottes- und Nächstenliebe), die ein Ungläubiger, ein Samariter, an dem Überfallenen tat.

    Herr Urban, für mich ist die Eucharistie – und das ist reine Glaubenssache – eine echte innerliche und äußerliche innige und reale Verbindung mit Jesus selbst. Ich glaube, dass Jesus nicht nur seinen Jüngern dieses Lebensbrot zu essen geben wollte, sondern auch seinen Gläubigen durch alle Zeit gemäß dem “ Ich bin bei Euch alle Tage“. Für mich ist die Eucharistie des Lammes Gottes einer meiner Mittelpunkte meines Glaubens an Jesus, auch wenn dies biblisch vielleicht nicht so klar erkennbar und haltbar ist. Die hl. Kommunion, die eben in der Gemeinschaft der katholischen und orthodoxen Kirchen angeboten wird, ist in meinen Augen halt eine Art Tiefst-VErbindung mit Jesus. Für mich ist die Eucharistie ein Geschenk Jesu an die Menschen, die daran glauben. Eine bloße Gedächtnisfeier wäre für mich zu wenig. „Das ist mein Leib, der für Euch hingegeben wird zur Vergebung der Sünden“. Kann es etwas Schöneres geben, dies wörtlich zu nehmen?

    Herr Urban, ich habe den Koran ganz gelesen, die Bibel aber nicht. Das muss ich zu meiner Schande gestehen. Ich habe WErt darauf gelegt, die vier Evangelien, die direkt von Jesus berichten zu lesen. Alles anders ist schon wieder Interpretation. Aber auch die Auseinandersetzung mit dem Koran hat mir gezeigt, dass ich ohne Jesus oder Jeshua Atheist geworden wäre mit Leib und Seele. Jesus ist für mich persönlich die Perle einer jeden Religion, aber auch der Rettungsanker, ohne den ich Gott niemals so vertrauen könnte wie jetzt. Ich kann – und das ist meine innerste Überzeugung – nicht an einen Gott glauben, der nur den Richterspruch wie ein Computer im Kopf hat, der Daten eines jeden Menschen aufnimmt und so wie ein PC herzlos zu einem Richterspruch kommt, wenn ein jeder Mensch die Erde verlässt. Beim jüngsten Gerichdt mag es so sein. Ich habe mich mit Mohammed und Jesus auseinandergesetzt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass der Glaube an die Dreifaltigkeit mit Jesus in der menschlich orientierden Mitte der beste Glaube für mich ist. Ich bin sogar dem Koran und seinen agierenden UNgeistern im Grunde dankbar, dass sie Jesus zu einer Lichtgestalt werden ließen, weil sie sich selbst so in den ungeistigsten Abgrund stürzten, den Menschen denken können.

    Vielleicht habe ich mich unvollständig ausgedrückt. Selbstverständlich sind nicht nur gute Werke himmelsführend, sondern auch das Geschenk der Gnade Gottes. Aber auch die Gnade Gottes ist ein Liebesgeschenk. Wir haben alle durch Jesu Tod die Gnade erhalten, uns auf den Weg zu Gott zu machen. Ein Teil der Gnade Gottes ist für mich auch die Eucharistie, die jedem zugänglich ist, der daran glauben will.

    Herr Urban, ich danke Ihnen, dass Sie mir Ihr Herz und Ohr geschenkt haben. Aber trotz aller berechtigten Kritik an der kath. Kirche, bleibe ich ihr treu und dem Volk der Juden treu verbunden. Jesus war Jude. Die höchsten Heiligen der kath. Kirche waren Juden und ich bin dem jüdischen Volk bis heute dankbar, dass dieses Jesus, wie Sie es bevorzugen, Jeshua, hervorgebracht hat, den ich zusammen mit dem Heiligen Geist und dem Vater als dreieinigen Gott anbeten darf. Auch das ist ein Geschenk des Himmels, in das ich hineingeboren werden durfte. Meine Eltern waren gläubige Katholiken, die mich in aller Freiheit katholisch erzogen haben und mich nie gezwungen haben, sonntags zur Kirche zu gehen, was mehr als schädlich gewesen wäre. Ich habe innerhalb der kath. Kirche das freie Denken über Gott und den Glauben gelernt. Dafür bin ich ihr dankbar. Ich spiele sonntags nebenberuflich in meiner Kirchengemeinde die Orgel mehr schlecht als recht und bin mit Leib und Seele dieser Kirche, mag sie auch noch so einen schlechten Ruf haben, verbunden.

  9. bazillus Says:

    Ein kleiner Nachtrag:

    Herr Urban,

    Das Kreuz ist ein Bild. Wenn ich vor dem Kreuz knie, bete ich nicht das Stück Holz mit dem Mann aus Holz am Kreuz an, sondern den lebendigen Jesus. Der Bilderreichtum in den Kirchen ist m. E. durchaus sinnvoll, da sie inspirieren, den lebendigen Gott anzubeten. Ich nehme an, dass die Gläubigen nicht das Bild, die Statue anbeten, sondern den lebendigen Gott.

    Ich bleibe dabei, dass die Bilder von Gott auch in den Kirchen nur unvollkommen die Liebe Gottes zum Ausdruck bringen können. Sie können lediglich unvollkommene Inspiration sein. Trotzdem möchte ich sie nicht missen.


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