kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Christen in Ägypten sind nur Bürger zweiter Klasse 4. Januar 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 18:28

 Anschlag in Alexandria ist keine Überraschung

 

KELKHEIM – Open Doors: Der Bombenanschlag auf eine koptische Kirche in Alexandria am 1. Januar, bei dem 21 Menschen getötet und mehrere Dutzend andere verletzt wurden, bestätigt einmal mehr, dass in Ägypten ein Klima der Feindseligkeit und der Ablehnung gegenüber der christlichen Minderheit im Land herrscht.

Selbst wenn sich die Annahme der ägyptischen Regierung, der Anschlag sei durch die Terrorgruppe Al Kaida verübt worden, als richtig herausstellen sollte, hat das Verhalten der Regierung den Nährboden für diesen Anschlag bereitet. Die koptische Minderheit, seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. im Land präsent, aber auch die protestantische Minderheit – die zusammen immerhin etwa 13 Prozent der Bevölkerung ausmachen – sehen sich in der Gesellschaft immer mehr an den Rand gedrängt. Die koptischen Demonstrationen richten sich daher auch nicht gegen ausländische Kräfte, sondern gegen die Haltung der ägyptischen Regierung und Gesellschaft.

 

Änderung der Religionszugehörigkeit faktisch unmöglich:
Ägypten ist nach Artikel 2 seiner Verfassung ein islamischer Staat, dessen Hauptrechtsquelle die Scharia ist. Jeder Personalausweis enthält auch die Angabe der Religionszugehörigkeit seines Inhabers. Wenn ein Muslim zu einer anderen Religion konvertiert und folglich auch eine Änderung seines Passes erreichen will, ist dies faktisch unmöglich. Exemplarisch hierfür ist Maher Ahmad El-Gohary, der im März 2010 versuchte, gerichtlich die Eintragung der Religionszugehörigkeit in seinem Pass durchzusetzen. Dies wurde ihm nicht nur verwehrt. Vielmehr wurden er und seine Familie als „vom Islam Abgefallene“ auch mit dem Tode bedroht.

 

Diskriminierung von Christen alltäglich:
Ausbau, Renovierung und erst recht der Neubau christlicher Kirchen und Versammlungsstätten muss behördlich genehmigt werden – ein Weg, der mit vielen Schikanen versehen ist und häufig nicht zum Ziel führt. Christen müssen jederzeit damit rechnen, dass muslimische Nachbarn gegen sie vorgehen und Sicherheitskräfte nichts zu ihrem Schutz unternehmen, entgegen aller Versicherungen der Politik. So wurden am 15. November 2010 mindestens 23 Wohnungen und mehrere Geschäfte in einem christlichen Viertel zerstört und niedergebrannt, wobei mehrere Christen verletzt wurden. Auslöser war das Gerücht, dass ein junger koptischer Christ eine Beziehung zu einem muslimischen Mädchen aus der Nachbarschaft haben soll. Auch wenn sich dieses Gerücht nicht bewahrheitet hat, genügte es, um Gewalt gegen die christliche Minderheit im Bezirk Qena hervorzurufen. Häufig schüren auch die Medien solche Gerüchte. So wurde bereits im Juli 2010 berichtet, die koptische Kirche halte zwei Ehefrauen koptischer Priester, die zum Islam konvertiert seien, gegen ihren Willen gefangen. Ein anderes Gerücht besagte, die Kopten würden mit israelischer Hilfe Waffen horten, um gegen die islamische Mehrheit losschlagen zu können. Auch wenn sich all diese Gerüchte als falsch erweisen, führen sie doch dazu, dass die Christen eingeschüchtert werden. Häufig genügt ein Funke und die Gewalt bricht aus.

 

Keine staatliche Diskriminierung?
Auch der Fall Ashraf Thabet zeigt, dass Christen als Bürger Zweiter Klasse behandelt werden. Thabet, ein ehemaliger Muslim aus Port Said, wurde wegen der „Diffamierung einer offenbarten Religion“ gemäß dem ägyptischen Strafgesetz angeklagt. Seine ehemaligen Freunde hatten ihn bei islamischen Geistlichen angezeigt, die wiederum den ägyptischen Geheimdienst informierten. Dieser lud Thabet zunächst vor, durchsuchte im März 2010 dann seine Wohnung und beschlagnahmte mehrere Gegenstände, darunter seinen Computer. Er wurde für 132 Tage in Untersuchungshaft genommen und unzähligen Verhören unterzogen. Muslimische Geistliche hatten inzwischen seine Frau überzeugt, sich von ihm scheiden zu lassen und ihn mit den Kindern zu verlassen. Zwar wurde Thabet am 1. August wieder aus dem Gefängnis entlassen, doch behielt man seinen Pass ein. Seine Arbeitsstelle hat er verloren. Eine erneute Verhaftung samt Verurteilung schwebt wie ein Damoklesschwert über ihm.

 

Höchste Zeit zu handeln:
„Angesichts des Leidens christlicher Minderheiten in so vielen Ländern, nicht nur in Ägypten, rufe ich alle Politiker und Entscheidungsträger dazu auf, Anschläge und Diskriminierung nicht nur als Randnotiz wahrzunehmen, sondern auf die ägyptische Regierung einzuwirken“, so Markus Rode, Leiter des christlichen Hilfswerks Open Doors in Deutschland. Angesichts der im September anstehenden Präsidentenwahlen fordert er die Politik dazu auf, nicht nur die Situation in Ägypten genau zu beobachten, sondern auch verstärkt darauf zu achten, dass die christliche Minderheit nicht weiterhin marginalisiert wird. Open Doors unterstützt seit vielen Jahren die christliche Minderheit in Ägypten mit Ausbildungsprojekten und schafft wirtschaftliche Perspektiven.

 

7 Responses to “Christen in Ägypten sind nur Bürger zweiter Klasse”

  1. Theo Schiller Says:

    So wird es sehr bald allen Christen auf dieser Erde ergehen!
    Es wird noch in diesem Jahr beginnen.
    Keine Religion hat soviel Leid, Kriege und Unheil auf der Erde angerichtet, wie das verdammte scheinheilige unf heuchlerische Christentum!
    Da sind alle anderen Religionen zusammengenommen, harmlose Kindermärchen dagengen!

    • stefanus1m Says:

      Ja, es hat längst begonnen. Aber auf welchem Planeten leben Sie denn, Herr Schiller ? Gibt es Möglichkeiten für andere Menschen, diesen Planeten zu besuchen oder leben dort nur Christenhasser wie Sie ?
      Wie auch immer, ohne Christen, die immer und bei allen Natur-, Kriegs- oder Hungerkatastrophen als erste vor Ort sind und helfen wollen, wäre dieser Planet ein noch viel traurigerer Ort. So eine Art „Mega-Pakistan“ wo Korruption, Hass und Gewalt regieren. Ich bin froh, wenn ich sehe wieviel echten Glauben es noch gibt, auch wenn ich für mich den falschen, verheuchelten Pseudo-Glauben genauso ablehne, wie vermutlich auch Sie, Herr Schiller. Denken Sie, was Sie wollen, aber wir halten seit ca. 2000 Jahren durch und haben zu Beginn schon viel Verfolgung durchgemacht. Wir werden wohl noch recht lange durchhalten, da Liebe immer stärker ist als Hass, Herr Schiller.

    • „Keine Religion hat soviel Leid, Kriege und Unheil auf der Erde angerichtet, wie das verdammte scheinheilige unf heuchlerische Christentum!“

      Ich denke, sie haben das Christentum mit ISLAM vertauscht? Mohammed hat von Anfang an, sein Reich mit dem Schwert erweitert. Jesus durch Heilung von Menschen!

    • Ruben Says:

      Leute wie Herr Schiller hier haben eine Schraube locker. Das sind durch antichristliche Hetze zerfressene, kirchenhassende Ideologen, mit denen keine seriöse Diskussion führbar ist. Solche Menschen gibt es leider durch die Agitation vieler atheistischer oder antichristlicher Ideologen heutzutage immer mehr.

  2. almani2000 Says:

    Ich kann den Artikel und Open Doors nur unterstützen. Allerdings halte ich es für nötig, die Kräfte bei dieser Herausforderung zu bündeln. Viele parallel arbeitende NGOs und christliche Gemeinden haben das gleiche Ziel, gehen aber getrennt vor. Ähnlich wie bei der Islamkonferenz des Herrn Schäuble sollten sich alles Vertreter mit den Politikern dieses Landes an einen Tisch setzen. Gerade auch deshalb, weil erstmals konkret Bedrohungen gegen koptische Einrichtungen in Deutschland vorliegen.

  3. bazillus Says:

    Herr Schiller,

    das Christentum, wow.

    Damit beleidigen Sie zum Ersten alle Christen, die sich damals wie heute redlich bemüh(t)en, ihr Leben in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Denn diese Eigenart gibt es vornehmlich bei Christen, die vorbehaltslos helfen wollen wie z. B. Mutter Theresa, aber auch den gewönlichen CHristen, der nachmittags den Seniorenkaffee in der Gemeinde organisisert oder Besuchsdienste im Krankenhaus durchführt.

    Damit beleidigen Sie zum Zweiten alle Ostkirchen und alle Orientkirchen, die schon immer unter anderen, unter Diktaturen, seien es kommunistische oder islamischer Art zu leiden hatten.

    Damit beleidigen Sie zum Dritten die Urchristen, die ebenfalls zu leiden hatten unter den Römern.

    Wenn sie mit Christentum die römisch-katholische Kirche im Speziellen meinen, dann schreiben Sie es auch und unterlassen unzulässige Verallgemeinerungen.

    Die kath. Kirche hat eindeutig Verbrechen begangen, die ich hier nicht herunterspielen möchte. Warum hat sie Verbrechen begangen?
    Weil sich religiöse und weltliche Macht in einer Hand befanden. Das Streben von Macht hat immer eine dunkle Seite. Dann wird immer eine grausame Diktatur daraus.

    Dies wird im islam auf Sie zukommen, wenn Sie diese Form des Zusammenlebens heute für besser halten, bleiben Sie bitte Christenhasser.

    Wenn Sie allerdings Pol Pot, Mao, Stalin, Hitler, die bekanntlich wenig mit dem Christentum zu tun hatten (Hitler z. B. war dem islam sehr wohlgesonnen), auch noch einige Millionen Tote zuschreiben würden und nicht nur „dem“ Christentum, dann wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Aber ist es Ihnen noch nicht aufgefallen, dass da, wo das Christentum sich hat ausbreiten können, sich trotz des Christentums die Demokratie hat vornehmlich bilden können und wir in unseren Gesetzen, angefangen vom Grundgesetz bis ins StGB sich die christliche Sozial- und Rechtslehre hat am Besten manifestieren können?

    Finden Sie Jesus als Identifikationsfigur des Christentums so verwerflich?

    Im Übrigen ist es bei allen geschichtlichen und historischen Ereignissen so, dass es sich aus dem TV-Sessel heraus mit dem sozialen Gewissen und dem Wissen der heutigen Zeit gut urteilen lässt über Vorgänge damaliger Zeiten. Mit dem heutigen Wissen hätte es z. .B. keine Hexenverbrennungen gegeben. Aber dazu müssten Sie auch wissen, dass Hexenverbrennungen nur dort vorkam, nämlich nördlich der Alpen, wo noch an Hexen geglaubt wurde. In Italien, da wo in Ihren Augen der ach so verachtenswerte Papst sitzt, gab es keine oder kaum Hexenverbrennungen.

    Die Menschheit hat sich nicht nur physisch evolutioniert, sondern auch geistig-seelisch. Die Menschen vor 3000 Jahren oder sogar noch vor einigen Jahrhunderten glaubten an eine Strafe Gottes, wenn es zur Pest mit Millionen Toten kam, wenn es zum Blitzeinschlag im Stall kam, in dem Vieh verendete, kam usw. Dass in diesem Milieu der Aberglaube Blüten trieb, kann man sich vorstellen. Dass in diesem Zeitgeist eine archaischere Denkweise vorherrschte, sollte bei der Beurteilung des allgemeinen Christenbashings berücksichtigt werden. Der Mensch kam nicht als Mensch der Neuzeit auf die Erde, er musste Entwicklungen durchlaufen, soziales Gewissen, gefördert durch das Christentum, musste sich erst herauskristallisieren und geformt werden.

    Herr Schiller, Sie können es sich weiter einfach machen mit pauschalen Beurteilungen. Aber glauben Sie mir, zu einem richtigen und differenzierten Urteil kommen Sie dann nicht.

  4. Quelle des oben zitierten Textes (sollte angegeben werden!):
    http://www.opendoors-de.org/verfolgung/news/news_2011/01-2011/eg04012011/

    Zuerst stand dort im Text auch fälschlicherweise „Selbstmordattentat“. Nach einem Hinweis von mir wurde der Fehler aber glücklicherweise schnell korrigiert. Nun steht dort „Explosion einer Autobombe“ – der Autor dieser Seite hat das hier als „Bombenanschlag“ wiedergegeben.

    Also, seid mutig und macht auf die Wahrheit aufmerksam – manche werden die Texte wohlwollend richtig stellen!


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