kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der koptische Geist ist aus der Flasche und Mubaraks Regime erwürgt ihn 3. Januar 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 05:15

Als Papst Schenuda sich vor etwa zehn Tagen ins Kloster des Heiligen Bischoy zurückzog, hagelte es in den ägyptischen Medien von Kritik: „Bis wann wird der koptische Papst die Regierung erpressen“? Mit dieser friedlichen Methode protestierte er gegen die Brutalität des ägyptischen Innenministeriums, welches am 24.11.2010 die Kopten überfiel, weil sie den Bau einer Kirche nicht unterbrechen wollten. Die Bilder und Videos dieser Barbareien gingen um die Welt. Was aber sich jedes Mal ereignet, ist die gesetzwidrige Inhaftierung des jeden Kopten, der sich am Ort des Geschehens befand. Nach jedem Anschlag und allen Unruhen werden Kopten verhaftet, obwohl sie die Opfer sind. Die Regierung behält sie in den Gefängnissen, wo sie gefoltert werden (auch sexuell, wie Letztens nach dem Attentat in Naag Hamady), damit die Kirche und die Kopten sich erniedrigt entschuldigen, dass sie laut geweint und geklagt haben. Papst Schenuda brachte seine Trauer um seine inhaftierten Kinder, von denen bis zum heutigen Tag noch nicht freigelassen wurden, durch seinen Aufenthalt im Kloster zum Ausdruck. Die Regierung setzte seine Heiligkeit unter Druck, bis er nach Kairo zurückkehrte und gezwungen zurücknahm, dass die Weihnachtsmesse aus Trauer um die Märtyrer vom 24.11.2010 nicht zelebriert wird. Dann kam der 01.01.2011.

 

Vor dem Überfall der über 5000 Soldaten der Sicherheitsgarde mit scharfer Munition, Gummigeschossen, Splitterbomben, seltsamen Tränengaskartuschen, Stöcken und Steinen: Am 14. November 2010 und zwar ein Tag vor dem muslimischen Opferfest überfielen die Moslems in einem Weiler namens Alnawahed die Christen, weil angeblich ein Kopte mit einer Muslimin gesichtet wurde. Hunderte von Moslems setzten 21 Häuser in Brand und plünderten und zerstörten die Besitztümer der Kopten, was sich jedes Mal ereignet. Die 19 angezeigten Moslems wurden eine Woche später freigesprochen, während die Kopten, die die Polizei verhaftete, noch im Gefängnis sitzen, obwohl sie nur die Moslems angezeigt haben.

 

Drei Monate lang dauerten die Demos der Moslems gegen seine Heiligkeit Papst Schenuda. Jeden Freitag nach dem Gebet vor den größten Moscheen Kairos und Alexandrias wurde Papst Schenuda mit den vulgärsten Schimpfworten diffamiert und mit dem Tod bedroht. Das Christentum wurde öffentlich herabgewürdigt und es wurde zum Boykott der koptischen Firmen und Produkte aufgerufen, als ob wir Kopten dänische Staatsbürger wären. Bei all den Demos gab es nur ein paar Polizisten, die für die Sicherheit der Demonstranten anwesend waren. Man wusste, dass Kamilia Schehata, die Gattin eines koptischen Priesters, nur entführt war und keineswegs zum Islam übertrat. Dies fädelte der Sicherheitsdienst ein und hetzte die Moslems gegen die Kirche, um diese Nummer abzuziehen. Alles ist abgekartet und geschickt geplant.

 

Gleichzeitig haben fünf minderjährige Koptinnen, entweder gerade 18 geworden oder ein wenig älter sind, sich mit Nikab gezeigt. Man sieht eine vermummte in Alazhar, die ihren Schleier ablegt und die Urkunde des Bekenntnisses zum Islam in die Kamera hält. Dabei sagt sie, dass sie eine Christin war und sich für die wahre Religion, den Islam, entschied. Jede sagt am Ende ihrer Videobotschaft auf Youtube: „Ich bitte Präsidenten Hosny Mubarak und die islamische Umma, mich vor der koptischen Kirche zu schützen. Im Kloster wurde ich gegen meinen Willen aufgehalten und geschlagen, damit ich den Islam abschwöre, aber ich bin von dem Islam überzeugt“. Jede spricht dann das islamische Bekenntnis, während ihre Familie bittere Tränen vergießen, weil sie sich sicher sind, dass ihre Tochter unter Drohungen dies sagte.

 

In den ägyptischen und arabischen Medien hört, sieht und liest man jeden Tag die Hetzung gegen die Juden und Christen. Die Heilige Schrift wird als verfälscht und „voller Schmutz“ bezeichnet. Auf Al-Jazeera verbreitete der islamische Gelehrte und Denker Salim Elawaa die Lügen, dass die Kopten Waffen über Israel schmuggeln und sie in ihren Kirchen und Klöstern lagern. Ihm folgten jede Menge renommierte Scheichs und alle wahabitischen Kanäle.

 

Ich erzähle Ihnen das alles, damit Sie sich vorstellen können, welcher Vulkan in den Herzen aller Kopten brodelt. Dieser Vulkan brach eine Stunde nach dem Bobenanschlag auf die Kirche der Heiligen Markus und Papst Petrus (Siegel der Märtyrer) aus. Sie bewarfen nicht die gegenüberliegende Moschee mit Steinen, und wenn das geschehe, dann ist das auch nicht schlimm, weil „die deutsprachigen Medien“ nicht erwähnen darf, dass die Moslems vor den zerfetzten Leichen die üblichen Jubelrufe „Allah Akbar“ riefen. Anhand der registrierten Anrufe der eingeschüchterten Kopten der Gegend hat ein Mob aus vielen Moslems Autos und Läden der Kopten demoliert und in Brand gesteckt. Aber davon erwähnt keiner ein einziges Wort!

 

Schauen Sie sich das Video auf unserem Blog an, um festzustellen, wie brutal die ägyptische Polizei mit den Kopten umgeht. Trotz dieser Brutalität und der Inhaftierungen demonstrierten die Kopten von Kairo im Norden bis Assyot im Süden. In jedem Bundesland gingen die Kopten auf die Straßen. Sie sagten, was sie fühlen, ohne vor den Knüppeln der Soldaten und Polizisten Angst zu haben. Die Steine, mit denen sie beworfen wurden, schleuderten sie zurück. Denn das Maß ist mehr als voll und der Kelch läuft seit über 30 Jahren über!

 

Genug ist genug! Die koptischen Menschenrechtler und Aktivisten in Amerika, Europa und Australien planen umfangreiche Proteste vor dem Weißen Haus, EU-Gebäude in Brüssel und vor den Parlamenten aller Staaten. Eine Akte mit den letzten Ereignissen wird überall eingereicht. Man überlegt seit langer Zeit das Regime Mubarak vor internationalen Gerichten zu verklagen. Denn das, was gegen die Kopten geschieht, ist ein buchstäblicher Genozid.

 

Wer uns unterstützen möchte, kann „Kopten ohne Grenzen“ eine kurze Antwort mit Unterschrift schicken, damit wir uns mit all diesen Unterschriften an Regierungen, Oppositionen und Menschenrechtsorganisationen wenden. Eine Unterschriftaktion wird bald gestartet.


Danke für jede Unterschrift

 

5 Responses to “Der koptische Geist ist aus der Flasche und Mubaraks Regime erwürgt ihn”

  1. Rambam Says:

    Langsam läuft das Fass über.

  2. angel03 Says:

    Die Armenier in der Türkei haben es nicht geschafft. So ein Wahnsinn darf nicht wieder vorkommen.

  3. antifo Says:

    In den bundesdeutschen Medien wird leider immer noch die Version eines „Selbstmordattentats“ verbreitet, so z.B. durch Frau Verena Schmitt-Roschmann:

    http://www.welt.de/politik/ausland/article11949533/CSU-fordert-nach-Blutbad-mehr-Druck-auf-Aegypten.html

    Das kann so nicht stimmen. Der ägyptische Innenminister Habib el Adly hatte sich zwar kurz nach dem Anschlag so geäußert, aber das tat er nur, um dieses Massaker als Tat eines Einzelnen darstellen zu können. Laut Augenzeugenberichten war die Bombe in dem Auto plaziert, das kurz vor Ende des Gottesdienstes dort abgestellt wurde und dann explodierte:

    http://www.aina.org/news/20110101232613.htm

    eine Übersetzung davon ins Deutsche mit einer ganzen Reihe anderer wichtiger Informationen gibt es hier:

    http://bit.ly/e3hagr

  4. MA Says:

    Ich danke Ihnen allen für Ihre Anteilnahme. Seit dem schrecklichen Attentat in der Silvesternacht sitze ich schockiert vor dem koptischen TV-Sender (CTV) und den immer wieder laufenden Videos und Berichten im Internet.
    Hier möchte ich in Kürze einige Details bzw. Eindrücke von dieser unfassbaren Tat, mit Ihnen teilen.

    _ Die Berichte im ORF und in den österr. Zeitschriften sind sehr oberflächlich gewesen, und – wie immer – sehr vorsichtig.
    _ Videos, Fotos und Augenzeugen berichten, dass sie in wenigen Sekunden von Armen, Füßen, inneren Organen und centimetergroßem Fleisch umgeben waren.
    _ Ein Augenzeuge berichtet in einem Video: als man die zerfetzten Körperteile zusammensammeln wollten, haben die Polizisten es nicht erlaubt, einer sagte: lass es, sie (die Opfer) sind Hunde! In einem Video ist ALLHU AKBAR zu hören.
    _ Die Zahl der Opfer ist gestiegen, bis heute gibt es 22 Tote und 94 Verletze. Unter den Verletzten sind vier Moslems leicht verletzt (Wachpolizisten und Passanten). Vier Tote sind erst gestern begraben worden, da die Angehörigen sie nur schwer identifizieren konnten.
    _ Aus Sicherheitsgründen sind die Opfer gemeinsam in einem Grab, im St. Mina Kloster , in der Wüste, Nordwesten von Alexandria, begraben worden.
    _ Angehörige der Verletzten und andere Kopten wollten nach einem Aufruf in Spitälern Blut spenden. Sie wurden von den Sicherheitskräften daran gehindert. Als sie dagegen protestierten, wurden sie geschlagen.
    _ ca. 5000 Menschen haben an dem 1. Trauergottesdienst teilgenommen. Es waren 12 Särge für 17 Opfer, da die Leichen nur zum Teil vorhanden waren und mit anderen Leichen im Sarg zusammengelegt wurden. Die Wucht der Explosion war so verheerend, dass die Menschenkörper bis in die Höhe des sechsten Stockwerks geflogen sind. Man hat Menschenteile auf Bäumen aufgesammelt. Auf dem Gehsteig waren die Leichenreste wie ein Brei zu sehen.
    _ Die Opfer sind für Martyrer gehalten und als Sieger empfangen worden. Im Trauergottesdienst, haben die Trauergäste bei jedem in die Kirche hineingetragenen Sarg applaudiert und aufgerufen: mit unserem Leben und Blut verteidigen wir unser Kreuz. Sie antworteten dem Pfarrer mit Amen, oh Gott! Das war für die konservativen Kopten im Trauergottesdienst nicht üblich.
    _Als Bischof Johannes das Beileid Moubaraks mitteilen wollte, haben die Kopten laut und ablehnend protestiert.
    _ Demos seitens der Kopten sind fast überall im Land aufgebrochen, die Polizei hat sie hart niedergeschlagen.
    _ Ein fast neun Jahre altes verletztes Madchen fragt im Video: Was haben wir ihnen getan? warum tun sie uns das an!
    _ Mit Mariam, eine der Toten (Foto dabei) sind ihre Schwester und Mutter mitgetötet worden. Ein Ehemann fand die Leiche seiner Schwester, kleinste Teile von seiner 26 Jahre alten Frau, und sein drei Monate altes Baby ist unauffindbar. Man vermutet das das Baby ein Teil des Leichenbreis war.
    Ich frage mich, was für Schmerzen müssen die Angehörigen ertragen!

    _ Wie üblich, verkündigt die Regierung die Verschwörungstheorie. Frechheit in allen Maßen! Der Gouverneur von Alexandria hat gelogen und behauptet, dass auch viele Moslems gestorben sind! Er meint, dass Moslems auch Silvester feiern.
    Bitte schließen Sie die Angehörigen in Ihr Gebet ein.

  5. Patric Theiler Says:

    Ich bete für meine Christlichen Brüder in Ägypten möge das unbeflckte Herz Mariens bald triumphieren,und mögen die Christen in Europa anfangen zu beten und aufwachen sonst haben wir bald das gleiche hier!
    (Praktizierender röm.Katholik)
    Quis ut Deus


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