kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Pressekonferenz im Kairoer Dom wird von Kopten ausgebuht 2. Januar 2011

Filed under: Allgemein — Knecht Christi @ 23:09

Wie die Kopten gestern bei der Trauerfeier in der Kathedrale des Klosters des Heiligen Mina gegen die Anwesenheit der von Mubarak ausgesandten Minister protestiert haben, begleiteten sie heute die Pressekonferenz vom Hof des Kairoer Domes aus, wo Tausende sich dort befanden. Die vielen Polizisten und Soldaten der Sicherheitsgarde konnten nicht verhindern, dass die Autos der muslimischen Gäste angegriffen wurden, was eigentlich keiner ihnen übel nahm, weil jeder weiß, wie verbittert die Kopten sind, die jedes Jahr genug Tote beklagen müssen.

 

Sowohl in Ägypten als auch im Ausland sind alle Kopten gegen den Empfang muslimischer Symbole oder ägyptischer Politiker. Zum Beispiel lehnen die koptischen Laien und Diakone strengstens ab, den ägyptischen Botschafter oder irgendjemanden von der ägyptischen Regierung in der Kirche während der Weihnachtsmesse zu empfangen. Damit möchte man der ägyptischen Regierung und der Weltgemeinschaft vermitteln, dass wir dieses Spielchen „Küsschen und Handschlag nach jedem Anschlag“ nicht mehr mitspielen. Denn diese Politiker wissen ganz genau, wer dahinter steckt, und trotzdem verurteilen sie ihn nicht. Die Verfolgung wird durch Küsschen, Handschlag und Umarmungen nicht verringert, sondern wird schlimmer und brutaler. Dasselbe gilt für die islamischen Symbole, die damit nimmer aufhören, das Christentum herabzuwürdigen. Allein im Jahr 2010 geschah genug diesbezüglich.

 

Die Kopten sahen deswegen rot, als sie erfahren, mit wem seine Heiligkeit die Pressekonferenz abhielt: Großscheich von Alazhar Ahmad Altaiyb, Großmufti Ali Gomaa und der Religionsminister Hamdy Zakzuk. Es hieß, dass die drei Herrschaften in den Dom fuhren, um ihr Beileid und Verurteilung zum Ausdruck zu bringen. Von links nach rechts saßen Herr Zakzuk, Papst Schenuda, Scheich Ahmad Altaiyb und dann Scheich Ali Gomaa. Hinter ihnen standen vier Bischöfe und vor ihnen mutige Journalisten, die enttäuscht wurden.

 

Im Hintergrund hörte man, wie die aufgebrachten Kopten gebrüllt haben: „Was habt ihr hier zu suchen, haut doch endlich ab – mit Leib und Seele verteidigen wir das Kreuz – wer bringt uns unsere Rechte – wir wollen euch nicht bei uns“. Das sind die Rufe, die ich während der dramatischen Pressekonferenz wahrnahm. Dramatisch weil man gesehen und gehört hat, was man nach allen Anschlägen und Unruhen hörte. Es tut mir Leid als Kopte sagen zu müssen, dass seine Heiligkeit Papst Schenuda wie ausgewechselt war. Er war sehr gereizt, so dass er manche Journalisten anschrie. Herr Zakzuk musste dem Heiligen Vater jede Frage wiederholen, weil er nicht gut hören konnte, obwohl manche Journalisten sehr laut sprachen.

 

Der Pontifex antwortet entweder überaus knapp oder erstickte die Fragen der enthusiastischen Journalisten. Zum Beispiel fragte eine Journalistin: „Was sagen Sie, Eure Heiligkeit, zu den Getöteten und Schwerverletzten“? Knapp erwiderte Papst Schenuda: „Die Opfer sind schon tot. Ich sage aber zu ihren Familien: Mein herzliches Beileid. Seid froh, dass eure Kinder und Angehörigen als Märtyrer in den Himmel eingingen“. Ein anderer muslimischer Journalist fragte: „Zum dritten Jahr wird den Kopten die Freude am Weihnachtsfest genommen. Was wird wirklich außer Händeschütteln und Umarmungen dagegen unternommen? Wie löst man das Problem ohne Placebo oder Schmerzmittel“? Ein anderer fragte: „Sie haben angekündigt, die Weihnachtsmesse zu zelebrieren! Wie ist das machbar, nur sechs Tage nach dem grausamen Tod vieler Kopten in Alexandria? Ordnen Sie keine offizielle Trauer an“? Sehr knapp erwiderte seine Heiligkeit: „Wir können nicht die Geburt Jesu Christi nicht feiern. Überdies versuchen wir, durch Vernunft das Problem zu lösen. Zorn und Proteste sind keine Lösung. Unsere Märtyrer sind jetzt beim Herrn. Es wäre schön, wenn jeder diese Ehre erlangen würde. Mit Aufstand ist das Problem nicht gelöst. Diplomatischer Dialog lindert“. 

 

Über die Worte des Großscheich von Alazhar konnte man nur kopfschüttelnd sagen: Kein Kommentar! Er meinte: „Die Täter ist bestimmt kein Ägypter, weil unser Volk für seine Güte und Nächstenliebe bekannt ist. Und wenn sie Ägypten wären, dann wurden ihnen ihre ägyptische Natur von „ausländischen“ Kräften gestohlen“. Herr Zakzuk, der zum Erhängen der Konvertiten zum Christentum aufruft, glänzte, sodass sich mein Magen umdrehte. Ein sehr mutiger Journalist stellte ihm die Frage: „Warum sehen wir nur Polizisten vor den Kirchen und keine vor der Moschee? Bis wann muss der Kopte zur Kirche gehen, wo er fürchtet, getötet zu werden? Warum bringt man nicht den Moslems in Ägypten bei, dass die Koten in ihren Kirchen Gott anbeten, sodass sie Respekt vor den Kirchen zeigen können“?

 

Herr Zakzuk entgegnete: „Gemäß den koranischen Suren sind die Christen diejenigen, die den Moslems am Nahsten stehen. Der Islam lehrt uns, die Gebetshäuser der Christen genau wie die Moscheen zu beschützen und die Sicherheit der Christen zu garantieren“. Seltsamerweise waren dieselben Worte von den Moslembrüdern, Salafisten, Hizb Allah, Hamas und den wahabitischen Sendern zu hören. Alle verurteilen den Bombenanschlag und meinen, dass diese Tat „nichts mit dem Islam“ zu tun hat. Islam vermittelt nur „Frieden und Barmherzigkeit“.  

 

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