kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Al-Kaidas Kriegserklärung für Christen 2. Januar 2011

Filed under: Allgemein — Knecht Christi @ 19:14

Kairo: Das neue Jahr war in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria keine halbe Stunde alt, da wurde es für die Gläubigen in der koptischen St. Markus- und Petrikirche schon zum Schreckensjahr. Als Hunderte von ihnen aus der Neujahrsmesse strömten, zerriss eine ohrenbetäubende Explosion die besinnliche Stimmung, die sie im Gotteshaus empfangen hatten.

Es war ein Inferno. Leichen lagen in ihrem Blut, Verletzte krümmten sich schreiend am Boden, brennende Fahrzeugtrümmer, Schutt und Scherben überall – Bilder, wie man sie in Ägypten nur aus Fernsehberichten aus Bagdad kennt. 21 Gläubige riss der Selbstmordattentäter mit in den Tod. Unter den überlebenden Kirchgängern mischte sich Wut in die Trauer. Vor allem jüngere scharten sich um ein paar Jugendliche, die aus Holzlatten schnell überlebensgroße Kreuze zusammengezimmert hatten, und riefen: „Unser Leben, unsere Seele geben wir für unser Kreuz!“ Steine flogen gegen die gegenüber gelegene Schark-al-Medina-Moschee. Ägyptische Sonderpolizei drängte die Menge mit Tränengas ab.

Das ganze Wochenende hindurch brodelte es in Alexandria. Immer wieder versammelten sich Christen vor ihren Kirchen, um ihren aufgestauten Zorn herauszuschreien. Tausende kamen zu den Begräbnissen der Opfer, sie waren aufgewühlt und aufgebracht. Ägyptens Kopten haben Grund zur Wut. Der Staat, der den Islam als Amtsreligion in der Verfassung verankert hat, benachteiligt sie in vielen Bereichen. Sie dürfen nur selten Kirchen bauen und werden im Staatsdienst gegenüber Muslimen diskriminiert. Während Christen jederzeit zum Islam konvertieren können – und etliche das wegen der strengen Scheidungsbestimmungen der koptischen Kirche auch tun -, ist es für einen Muslim unmöglich, den christlichen Glauben anzunehmen. Aufgeklärtere Kopten kritisieren aber auch die Belagerungsmentalität, den Dogmatismus und die Unduldsamkeit, die sich in ihrer Kirche unter Papst Schenuda III. breitgemacht hätten.

 

Anschläge gegen Christen waren angekündigt

Die Konflikte zwischen muslimischen und christlichen Ägyptern um baulich vergrößerte Gotteshäuser und konvertierte Seelen münden nicht selten in tödliche Gewalt. Doch das Massaker von Alexandria verweist auf eine ganz andere Qualität. Nicht nur deutete das Regime von Präsident Husni Mubarak mit dem Finger auf „ausländische Elemente“, nicht nur nannte der Gouverneur von Alexandria, Adel Labib, die Al- Kaida im Irak beim Namen. Der Anschlag trug auch für Experten deutlich die Handschrift des zur Zeit der US-Besatzung im Irak entstandenen Terrornetzes. Hinzu kommt, dass die Organisation „Islamischer Staat des Iraks“ bereits vor einer Woche Anschläge gegen Christen im gesamten arabischen Raum angekündigt hatte. Der Al-Kaida-Ableger hatte sich ausdrücklich auf einen der gegenwärtig schwelenden Glaubenskonflikte in Ägypten bezogen. Die Affäre ist ebenso undurchsichtig wie bizarr: Zwei mit Priestern verheiratete Christinnen waren zum Islam konvertiert, um sich von ihren Männern scheiden zu lassen, würden aber seitdem angeblich von der Kirche in „Geiselhaft“ gehalten.

Der „Islamische Staat“ verlangt die „Freilassung unserer muslimischen Schwestern“. Auch im vergangenen Oktober, als Terroristen in einer christlich- assyrischen Kirche in Bagdad fast 60 Gläubige niedermetzelten, hatte die irakische Al-Kaida das Blutbad als „Vergeltung“ für das angebliche Festhalten der beiden ägyptischen Neu-Musliminnen dargestellt. Harte Beweise für die Urheberschaft der Al-Kaida am Anschlag von Alexandria lagen zunächst keine vor. Doch der Schritt, die Zone des Terrors international auszuweiten, erscheint nicht unlogisch. Denn im Irak, aus dem sich das US-Militär mehr und mehr zurückzieht, verlieren die selbst erklärten Gotteskrieger zunehmend an Boden. Der grenzübergreifende Dschihad (Heilige Krieg) gegen vermeintliches Unrecht an Muslimen, wie eben im Fall der konvertierten ägyptischen Priestergattinnen, würde ihnen – so das Kalkül – bei simplen Geistern in der weiteren muslimischen Welt Imagepunkte einbringen. In Ägypten allerdings wohl nicht: Die ersten Reaktionen auf den Terroranschlag, egal ob bei Christen oder Muslimen, zeugten von Abscheu. Präsident Husni Mubarak, das offiziöse Islam-Institut Al- Azhar und die scharf oppositionelle, islamische Moslembruderschaft verurteilten ihn in selten gesehener Einmütigkeit. In Alexandria demonstrierten am Samstag in einem Fall auch Christen und Muslime gemeinsam: Sie hielten Kreuze und Koran-Ausgaben hoch.

{Quelle: www.stuttgarter-zeitung.de}

 

One Response to “Al-Kaidas Kriegserklärung für Christen”

  1. Antifo Says:

    Weshalb die Kopten in Alexandria anfingen mit Steinen auf Moslems und Polizei zu werfen und dann die Moschee zu stürmen, kann man hier nachlesen:

    http://www.aina.org/news/20110101232613.htm

    Demnach hatte sich die zur Bewachung der Kirche abgestellte Polizei eine Stunde vor dem Attentat von dem zu bewachenden Objekt entfernt! Außerdem fingen Moslems nach der Explosion dann “Allah u akbar” zu schreien an und es soll auch auf den zerfetzten Leichen herumgetrampelt worden sein …

    Von der Szene mit den “Allah u akbar”-schreienden Moslems gibt es auch ein Video, das in dem Artikel verlinkt ist.


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