kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Bischof Sorial von Melbourne und Neuseeland über die Koptenverfolgung 22. Dezember 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 01:48

Übersetzung des Wortes seiner Exzellenz, welches er auf Englisch hielt.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, des einen Gottes, Amen

 

Zu Beginn meines Wortes bitte ich Sie, meine Geschwister, mich zu entschuldigen, wenn ich nicht die passenden Worte finden werde. In der Tat lehrte uns der Herr, Jesus Christus, dass die Welt, in der wir leben, uns ärgern wird, weil wir dem Herrn nachfolgen, und dass wir um seines Namens Willen verfolgt werden. Wir sind aber sehr stolz, das Kreuz jeden Tag mit Christus zu tragen, und dass wir unserem Herrn und Gott nachfolgen. Er selbst sagte uns: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis, aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt“ (Joh.16:33).

 

Die Ereignisse, die wir in unserem geliebten Heimatland Ägypten beobachten, betrüben jeden von uns aufs Äußerste. Überaus klar ist das Leid unserer koptischen Geschwister. Das sind offensichtliche Verfolgung, kontinuierliche und steigende Diskriminierung, augenfällige Benachteiligung und verweigerte Rechte. Das alles nimmt von Tag zu Tag zu, sodass das Leid unerträglich wurde, und sodass jeder von uns nicht mehr ertragen kann, was er wahrnimmt.

 

Die Verfolgung ist mal sonnenklar, aber auch manches Mal getarnt bzw. bemäntelt, und zwar wenn wir Kopten unsere politischen Rechte nicht genießen, sodass Präsident Mubarak Personen als Parlamentsabgeordneten aussuchte, welche von allen Kopten abgelehnt sind. Einer davon ist Gamal Asaad, der für seine ununterbrochenen Angriffe auf seine Heiligkeit Papst Schenuda, viele Bischöfe und die koptische Kirche bekannt ist. Warum traf man diese Entscheidung? Das verwundert uns dermaßen! Es ist eine Art der bemäntelten Verfolgung.

 

Schauen Sie mal, wie viele koptische Dekane es gibt? Wie viele Kopten bekleiden führende Ämter? Geschieht das, weil wir keine so intelligenten Menschen? Oder weil wir niedriger als die anderen Menschen sind? Warum behandelt die ägyptische Regierung die Kopten so? Wir fordern unsere Rechte, und dass unsere Stimme gehört wird. Wir fordern diese Rechte als die Ursprungsbewohner Ägyptens. Denn wir kommen unserer Pflichten nach, ohne nachzulassen.

 

Zum ersten Mal in der Geschichte Ägyptens erleben wir, dass die Polizei mit scharfer Munition auf die Bürger schießt!?! Was ist mit diesem Land los? Warum leidet unser Volk auf diese brutale Weise? Weil sie Christus, den Erlöser, anbeten? Weil sie dasselbe Recht wie die anderen haben wollen, zu beten und Gebetshäuser zu errichten? Warum fürchten sich die Regierung und die Ägypter vor den Kirchen? Wir sind mehr als 12 Millionen Kopten und haben nicht genügend Kirchen, in denen wir beten können. Daher werden die Kopten dazu gezwungen, Gebäude für soziale Zwecke zu errichten und eine ihrer Etagen in eine Kirche zu verwandeln, weil die ägyptische Regierung ihnen das Recht nicht gibt, Kirchen zu errichten.

 

Es gibt viele sadistische Sachen, durch die sie über die nationale Einheit sprechen, welche angeblich behauptet, dass die Moslems und die Christen friedlich miteinander leben würden. Jedoch lese ich jeden Tag im Internet über das Leid der Kopten. Wo ist also diese nationale Einheit, über die sie sprechen? Überaus übel ist zuzusehen, dass die ägyptischen Sicherheitsbehörden eine beschämende Rolle gegen die Kopten spielt. Denn sie griffen die Kopten gezielt mehrmals an. Ich erinnere mich aber an die Aussage des ägyptischen Präsidenten, als er vor vielen Jahren die USA besuchte. In Washington sagte er mir: „Ich weiß, dass die Kopten die Ursprungsbewohner Ägyptens sind“. Wenn diese Worte auf wahren Gefühlen beruhen würden, und wenn unsere muslimischen Mitbürger daran glauben, dass wir die Ursprungsbewohner Ägyptens sind, und dass wir alle gleich sind, würden sie mehr als jeder andere dazu appellieren, dass wir Kopten unsere Rechte wie sie bekommen werden.

 

Ich beobachte alle diese faschistische Angriffe gegen seine Heiligkeit Papst Schenuda, was wir vehement ablehnen und aufs Schärfste verurteilen. Dieser Mann, der sein ganzes Leben Ägypten und den Kopten auf eine beispiellose Weise diente, ist einer der großartigen Päpste der koptischen Kirche im Laufe der Geschichte. Wir alle wissen ganz genau, was Papst Schenuda nicht nur für die Kopten allein gemacht hat, sondern für Ägypten, und wie er ein ehrenhafter Botschafter in jedem Land ist, welches er besuchte. Ist das seine Belohnung dann, dass er von unseren muslimischen Mitbürgern beleidigt wird? Sie sollen sich schämen!

 

Es stimmt, dass wir friedfertige Menschen sind. Christus lehrt uns, Frieden zu stiften und jeden zu lieben. Jedoch sage ich heute: genug! Wir müssen anfangen, zu reden. Wir beten für Ägypten und seine Heiligkeit, möge Gott ihm für lange Jahre beistehen und sein Leben bewahren.  Viele von Ihnen wissen, dass er sich im Kloster aufgrund der Unruhen in Omrania zurückgezogen hat. 154 Jugendliche sind inhaftiert. Ihre Väter und Mütter vergießen bittere Tränen und leiden wegen ihrer verfolgten Kinder. Ich bin mir ohne jeden Zweifel sicher, dass sie jetzt in den Gefängnissen auf barbarischste Weise gefoltert werden. Wir fordern die ägyptische Regierung heute noch, alle diese unschuldigen Kopten freizulassen.

 

Wir müssen die Stimme für diejenigen sein, deren Stimmen erstickt werden, wie die Lehre der Kirchenväter der universalen Kirche uns unterweist. Wir sollen die Stimme unserer benachteiligten und unterdrückten Glaubensgeschwister in Ägypten sein.

 

Eine andere Frage habe ich auch: Warum reagieren die Kopten bei allen Unruhen friedlich, während unsere muslimischen Geschwister nicht nur Ägypten, sondern in der ganzen Welt, bei jeder Situation sehr brutal reagieren: Selbstmordattentäter, Bomben und gewalttätige Handlungen. Ich glaube, dass die muslimischen Führer ganz dringend benötigen, in sich zu kehren. Die Denker unter den Moslems sollen sich Gedanken machen. Warum lösen sie ihre Probleme nicht auf friedliche Weisen, wie alle anderen Menschen überall auf der Welt dies tun?

 

Wir müssen den Druck erhöhen. Wir werden niemals ausruhen!

 

Erinnern Sie sich, als der Rassismus in Südafrika und die Diskriminierung der Schwarzen verbreitet war? Die ganze Welt übte massiven Druck gegen dieses Land durch diverse Arten der Sanktionen aus, bis dieses Unrecht aufhörte und der Rassismus ausgetilgt wurde, und bis die Regierung nachgab und mit der Diskriminierung aufhörte. Darum sollen die Kopten und alle ihre Geschwister im universalen Glauben auf der ganzen Welt die ägyptische Regierung unter massiven Druck stellen, bis sie ihre Handlungsweise ändert und rechtmäßig handelt.

 

Seit dem 06. Januar 2010 warten wir auf gerechte Gerichtsurteile für die Märtyrer von Naag Hamady. Das Blut dieser sechs Märtyrer schreit heute in der ganzen Welt nach Gerechtigkeit.

 

In der Tat sind wir die Ursprungsbewohner Ägyptens und heute verlangen wir gar keine Bevorzugungen. Wir wünschen uns ausschließlich, in Frieden mit unseren muslimischen Geschwistern zu leben. Wir fordern: Beendigung der Diskriminierung, die Ebenbürtigkeit bei den Menschenrechten, damit wir leben können, die Religionsfreiheit, Errichten der Kirchen, wenn wir welche brauchen und die Freiheit, unseren Glauben kundzutun und zu praktizieren. Warum dürfen wir über unseren Glauben nicht reden? Warum dürfen wir nicht missionieren und mit den anderen Menschen frei über unseren christlichen Glauben sprechen? Wir sollen unsere alle Rechte als ägyptische Staatsbürger bekommen und sie jederzeit genießen können.

 

Wir beten für unser Heimatland Ägypten, für unseren Papst, alle Bischöfe und für jeden, der heute leidet. Wir erheben unsere Herzen zum Herrn, Jesus Christus, dass er ihr Leid beendet und ihre Wunden heilt. Gepriesen sei unser Herr und Gott, Jesus Christus, in Ewigkeit, Amen.

 

Die Ansprache können Sie entweder auf unserem Blog unter „Video“ anschauen oder hier;

http://bishopsuriel.blogspot.com/2010/12/words-and-prayers-from-ecumenical-day.html?spref=fb

 

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