kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Wie viel Krippenspiel verträgt die Multikulti-Schule? 21. Dezember 2010

Filed under: Islamische Schandtaten — Knecht Christi @ 14:00

Wenn das Zusammenleben von gut gemeinten Ängsten und Tabus geprägt ist, dann ist etwas faul in Sachen Integration.

Ein Beispiel: das Krippenspiel.

 

Ich finde mich dieser Tage, ein wenig zu meiner eigenen Überraschung, in der Rolle der Verteidigerin des weihnachtlichen Krippenspiels wieder. An der Schule meiner Tochter wird es als Musical aufgeführt. „Am Himmel geht ein Fenster auf“ heißt das Stück und beginnt mit der Frage einer türkischen Schülerin, die gerne wissen möchte, warum bei uns Weihnachten gefeiert wird. Die Schauspieler sind Jeremy, Yeliz, Batul, Jenny, Shyrin, Lukas, Beyza und so weiter. Zahlreiche Anspielungen auf die Gegenwart sollen das Stück aktualisieren.

 

Am Ende der Aufführung kommt wieder das türkische Mädchen auf die Bühne, bedankt sich, dass ihre Frage beantwortet wurde, und sagt:

„Nächstes Mal erzähle ich euch die Geschichte des Propheten Mohammed“.


Das war letztes Jahr schon so. Doch statt der Geschichte des Propheten wird auch dieses Jahr wieder das Weihnachtsmusical aufgeführt. Offenbar ist man an der Schule der Auffassung, dass dieser Schluss Teil des Stücks und nicht etwa der Realität ist. Kann man in der bunten Republik an einer staatlichen Schule in Berlin-Tempelhof mit Kindern aus über 20 Ländern Jahr für Jahr das Krippenspiel aufführen? Man kann es noch. Und das beruhigt mich.

 

Übereifrige Eltern finden Weihnachtstraditionen „kulturell unsensibel“: Im Publikum sitzen die Eltern und zwischendrin mehrere Mütter mit Kopftuch. In einer Zeit, in der das multikulturelle Ideal bei uns so tief verankert ist, reagieren manche übersensibel auf alles, was der westlich-christlichen Tradition zugeordnet werden kann. An der Schule, an der ich früher tätig war, wollte der Direktor keinen Weihnachtsbaum aufstellen, aus Angst, die muslimischen Kinder auszuschließen. Bei einer Besprechung in einer Berliner Gesamtschule äußerte sich eine Lehrerin schockiert darüber, dass der Chor klassische Weihnachtslieder einübte, da dies türkische Kinder benachteiligen würde.

Nein, ich habe keine Angst vor einer Islamisierung. In weiten Teilen stimme ich dem Bundespräsidenten zu, wenn er sagt, der Islam gehöre zu Deutschland. Dennoch kann ich mich nicht mit der Sichtweise anfreunden, Kultur und Traditionen der Mehrheitsgesellschaft dürften nicht mehr uneingeschränkt und ungebrochen gepflegt, gefeiert und an die nächste Generation weitergegeben werden. Wo solches als Gebot der Rücksichtnahme und der Achtung anderer Kulturen gefordert wird, scheint eine grundlegende Verwirrung vorzuliegen. Zwischen der bloßen Möglichkeit, andere könnten sich ausgegrenzt fühlen, und der bewussten Diskriminierung von Minderheiten besteht ein himmelweiter Unterschied.

Wenn das Zusammenleben von gut gemeinten Ängsten und Tabus geprägt ist und der Mehrheit vorgeschrieben wird, worauf beim Festefeiern zu achten ist, auf dass sich niemand unangenehm berührt fühle, dann ist etwas faul. Im Staate Dänemark wurde vor fünf Jahren der Karikaturenstreit geboren. In dessen Folge wurden bekanntlich auch an deutschen Theatern Spielpläne geändert. Seitdem beobachten wir regelmäßig „Eiertänze“: Könnte ein Bild, ein Stück, eine Formulierung als islamkritisch aufgefasst werden.

 

Multikulturelle Gebote führen zur Zurücknahme der eigenen Kultur: Das alles sind heute alltägliche Fragen, und wir sollten nicht unterschätzen, wie sie unser Handeln bewusst oder unbewusst beeinflussen. Die falsche Vorstellung vom Kampf der Kulturen hat zu einer Welle der Selbstzensur geführt und auch im alltäglichen Denken Spuren hinterlassen. Als bei einem Kinderfest in Berlin-Mariendorf ein Chor den alten Kanon „C-A-F-F-E-E trink nicht so viel Kaffee“ sang, war die Aufregung bei einer Akademikermutter groß, weil dies „kulturell unsensibel“ sei. Im Text ist von „Türkentrank“ und „Muselman“ die Rede.

Die multikulturellen Gebote der Nichtexklusion von Andersgläubigen und Andersstämmigen führen offenbar unausweichlich zu einer Relativierung und ängstlichen Zurücknahme der eigenen Kultur. Er ist ein System der Sonderrücksichten, Sonderberücksichtigungen und Sonderrechte für eine Vielzahl von gesellschaftlichen Gruppen entstanden, das sich nur lähmend auf das öffentliche Kulturleben auswirken kann. Da muss man schon froh sein, wenn eine Grundschule am Krippenspiel festhält.

 

Krippenspiele sind ein gutes Beispiel für Tradition: Gemeinschaftliche Inszenierungen tradierter Stoffe sind ein wichtiger Teil des Lebens. Meine Tochter spielte in diesem Jahr mit Begeisterung die Maria. Aber es hat auch mir gefallen, weil das Krippenspiel ein gutes Beispiel für eine Tradition ist, die Großeltern, Eltern und Kinder verbindet. Ob unsere Kinder diese Tradition später für sich annehmen, sollen sie selber entscheiden. Doch die Symbolik der Geschichte, die über Generationen erzählt wurde, weckt nun einmal in vielen von uns Erinnerungen. Dass das Stück an die Gegenwart angepasst ist, stört nicht, es sind nur ein paar Farbtupfer. Ich habe schon anderes gesehen. Ein Krippenspiel, das ich vor einigen Jahren besuchte, war so modernisiert und verwässert, dass es mit der eigentlichen Geschichte nichts mehr zu tun hatte. Der Versuch, alle einzubeziehen und jede Anspielung an die christliche Tradition nach Möglichkeit zu vermeiden, resultierte in einem bedeutungslosen, albernen und infantilen Stück.

Was einst, als Teil eines religiösen Festes, Ausdruck des Besonderen und Achtungsvollen war, wurde auf die profanen Aspekte des täglichen Lebens zurückgestutzt – und so zum genauen Gegenteil dessen, was es einst war. Ist dies die Zukunft einer übersensiblen, traditionsscheuen, multikulturellen Gesellschaft? Eine, die aus Angst, irgendjemandem zu nahe zu treten, am Ende keine Kultur und keinen Glauben mehr vertreten darf?

 

Schlechtes Gewissen aus Verunsicherung: Bemerkenswert ist, dass dies alles mit den bei uns lebenden Immigranten kaum etwas zu tun hat. Die türkischen Eltern scheinen in der großen Mehrheit weder mit Weihnachtsbäumen, Weihnachtsliedern noch mit Krippenspielen an deutschen Schulen ein Problem zu haben. Sie sind weder Urheber noch treibende Kraft des Multikulti-Mainstreamings der Kultur. Manche sehen es selbst mit Befremden, dass man einerseits Integration von ihnen verlangt, andererseits aber die Landeskultur ihrer Wahlheimat offenbar Skrupel hat, sich selbstbewusst zur Identifikation und Übernahme anzubieten. Es gibt keinen Grund zur vorauseilenden Sorge, unsere Tradition könnte andere beleidigen. Wer so denkt, sieht sich wie Ebenezer Scrooge aus der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens von einem Geist des schlechten Gewissens verfolgt, der der eigenen Verunsicherung entspringt.

 

{Quelle: Welt online – von Sabine Beppler-Spahl – Foto: In Zeiten von Multikulti führt die Frage nach einem Krippenspiel, das auf alle Kulturen Rücksicht nimmt, mitunter zu Irritationen}

{Multikulti – Karriere eines Begriffs: „Multikulti“ ist natürlich die Abkürzung für multikulturell. Doch woher kommt der Begriff eigentlich? Das Wort stammt aus dem Englischen („multiculturalism“) und tauchte in den 60er-Jahren zunächst in Kanada, später auch in der politischen Diskussion anderer Einwanderungsländer wie Australien und den USA auf. In Deutschland spielte der Begriff „multikulturelle Gesellschaft“ erstmals Ende der 70er-Jahre in der sozialpädagogischen und kirchlichen Diskussion eine Rolle. Seit Ende der 80er-Jahre wurde er mit Blick auf die Ausländerpolitik verstärkt als Gegenentwurf zu nationalistischen Strömungen verwendet. Eine Gesellschaft gilt als kulturell vielfältig, wenn sie aus Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache, verschiedenen Traditionen und Religionen besteht. Manche empfinden das als bereichernd, andere nicht. So wird auch der Begriff auf zwei Arten interpretiert. Die einen verwenden ihn, um auf befürchtete Gefahren der Zuwanderung hinzuweisen, die anderen thematisieren damit ein möglichst gutes Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft. Die Bundeszentrale für politische Bildung nennt es eine Tatsache, dass moderne Gesellschaften aufgrund ihrer freiheitlich-offenen Ordnung multikulturell sind. Multikulturalismus bezeichnet demnach zudem die politische Forderung, Wege zu finden, wie Menschen unterschiedlicher Herkunft respektvoll zusammenleben und voneinander profitieren können}.

 

One Response to “Wie viel Krippenspiel verträgt die Multikulti-Schule?”

  1. Via Says:

    na, dann soll sie doch erzählen, wie Mohammed mit Feuer und Schwert die Welt eroberte, und nicht mit Liebe und Barmherzigkeit wie Jesus es tat!


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