kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Sollen sich Christen abschlachten lassen? 21. Dezember 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 11:04

„Mäntel zu Schwertern“

Das Lukasevangelium neu gelesen und richtig verstanden: von Klaus Lelek

 

Was Jesus wirklich gesagt hat, und was Theologen darüber denken, klafft oft weit auseinander. Noch größer ist wahrscheinlich die Kluft, zwischen dem, was Kirchen lehren und das kirchliche Fußvolk wirklich glaubt. Unter dem Eindruck zweiter verheerender Weltkriege mit mehr als 60 Millionen Toten, haben die Theologen, allen voran Protestanten ein „Jesusbild“ zusammengebastelt, daß mit großer Wahrscheinlichkeit der Wirklichkeit niemals entsprochen hat. „Jesus der bedingungslose Pazifist“.

 

Dieser völlig gewaltfreien Jesus ist vor allem ein Produkt des „Kalten Krieges“, dem die Friedensbewegung, dem auch viele linke Pfarrer angehören, mit dem Slogan „Schwerter zu Flugscharen“ begegneten. Sie stützen sich dabei auf einzelne Passagen des Neuen Testamentes, wie etwa die Bergpredigt, oder auf das Jesuswort: „Wenn einer die auf die rechte Backe schlägt, so halte ihm auch die linke hin“. Neben dieser einseitigen Auslegung des neuen Testamentes haben vor allem Buddhistische und Hinduistische Lehren zum pazifistischen Jesusbild beigetragen. In jeder Uni oder Hochschule gehörten fernöstliche Lehren zum Pflichtprogramm einer Theologischen Studiums. Manche Professoren, wie etwa ein Jesuitenpater aus Mainz boten darüber hinaus noch Meditationskurse usw. an. Diesem Beispiel folgten auch viele Gemeinden. Allen voran die Protestantischen. Im Zuge dieser Mauserung zur pazifistischen Globalreligion, verschwand übrigens in viele Kirchen auch der Korpus vom Kreuz. Der globalen „Kuschelkirche“ samt ihres pederastischen Personals fehlte nur noch der passende Kirchturm, und den bekommt sie nun in Form eines in der Nachbarschaft hochgezogene Minarettes.

 

Doch nun zurück in die raue Wirklichkeit Ur-Christlichen Alltages Anno 33.n.Chr:

Auch in der Bibel, genauer gesagt im Lukasevangelium, kommen die Begriffe „Schwerter“  vor. Doch werden diese nicht zu Flugscharen um geschmiedet, sondern gegen Mäntel eingetauscht. Sie werden als das verstanden, was sie auch im Aramäischen und griechischen Sprachgebrauch bedeuten: WAFFEN. Jesus weiß, daß er bald sterben wird. Er weiß auch, daß seine kleine Gruppe nach seinem Tod großen Anfeindungen ausgesetzt ist. Landen alle Anhänger am Kreuz, dann ist es vorbei mit dem Christentum, noch ehe es begonnen hat.  Darum sagt er kurz vor seiner Gefangennahme zu seinen Aposteln.

 

„Jetzt aber soll, wer einen Beutel hat, ihn an sich nehmen, ebenso auch die Tasche;  und wer es nicht schon hat, der verkaufe seinen Mantel und kaufe dafür ein SCHWERT. Denn ich sage euch: Es muss das Schriftwort erfüllt werden: Und er wurde unter die Verbrecher gerechnet. Ja, was beschlossen ist über mich geht in Erfüllung. Sie (Die Apostel) sprachen: „Herr siehe. Hier sind zwei SCHWERTER“! Er aber sagte: Es ist genug“ (Lk. 22,36-38).

 

Ein paar moderne Pharisäer haben diesen Satz natürlich genau entgegengesetzt verstanden und meinten, Jesus wäre über die Schwerter empört gewesen. Warum aber, empfiehlt er dann seinen Apostel „Mäntel in Schwerter einzutauschen“. Mit „genug“ meinte Jesus natürlich, daß zwei Schwerter für die Verteidigung einer kleinen Gruppe ausreichen. Er betont damit sogar die Friedfertigkeit des Christentums. Mit zwei Schwertern kann man kein Massaker anrichten, wie Mohammed unter den Juden von Medina.  Zwei Schwertern dienen einzig und allein der Verteidigung, nicht aber einem Eroberungskrieg.

Laut Johannesevangelium soll einer der Schwertträger Petrus gewesen sein, einer der führenden Köpfe unter den Aposteln. Wenig später kommt dieses Schwert in einer klassischen Notwehrsituation, nämlich bei der Gefangennahme Jesu auch prompt zum Einsatz wenn es da heißt: „Als seine (Jesus) Gefährten sahen, was bevorstand, sagten sie: Herr. Sollen wir mit dem Schwerte dreinschlagen? Und einer von ihnen schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. Jesus aber entgegnete: Lass ab, nicht weiter“! Und er berührte das Ohr und heilte ihn (Lk. 22,49-51).

 

Fazit: Wäre Jesus ein bedingungsloser Pazifist gewesen, etwa wie Buddha, hätte er das Tragen von Schwertern generell untersagt. Selbst als Blut fließt, reagiert Jesus angemessen.

 

Zwar hält er bei Math. 26,52 dem Angreifer eine kleine Strafpredigt (Wer zum Schwert greift wird durch das Schwert umkommen…“), aber bei Markus, dem Urevangelisten, verurteilt er die Notwehr nicht einmal. Auch bei Johannes (18,10) heißt es lediglich „Stecke dein Schwert in die Scheide…“. Er sagt nicht: „Werfe dein Schwert weg“! Der Apostel Petrus, oder wer auch immer der bewaffnete Apostel war, durfte das Schwert behalten. Warum? Weil es 33. n. Christus in einer  unruhigen Zeit, voller Gewalt und Anarchie, in einer Zeit rivalisierender Gruppen absolut überlebenswichtig war, ein Mindestmaß an Selbstverteidingungsmaßnahmen einzuhalten. Für die dekadenten Eliten schizuider Kuschelpfarrer ist es heute unvorstellbar, daß Jesus vollkommen „Alltag tauglich“ sein musste. Man übernachtete im Freien. Zwei Apostel hielten abwechselnd Wache. Die Apostel führten eine Geldbörse mit sich, in der Spendengelder gesammelt wurden usw. Manchmal ging der ganze Trupp zur Nahrungsbeschaffung über abgeerntete Getreidefelder, um die Restähren einzusammeln.

Die Jünger lebten buchstäblich von der Hand in den Mund. Sie waren keine Weicheier. Und darum trugen  mindestens zwei von ihnen SCHWERTER.

 

Dies alles verwässert keinesfalls die friedliche Grundhaltung der ersten Christen.  Zwischen der Bergpredigt, dem allgemeinen Appell an die Friedfertigkeit und der Aufforderung, sich nicht von jedem Hasserfüllten Idioten abschlachten zu lassen, bestehen eigentlich keine Widersprüche. Allerhöchstens in den kranken Köpfen diverser Dhimmys, die sich aus der Bibel immer genau das heraussuchen, was in ihr schiefes, „Promille haltiges“  Weltbild passt.

 

Eigentlich hatte das zusammengebastelte „Pazifismus-Jesusbild“ linker Berufspfaffen bereits in den 60ziger Jahren heftige Schrammen abkriegen müssen, als sich ein gewisser Camilo Torres, erschüttert durch das soziale Elend in Kolumbien, der ersten südamerikanischen Guerillabewegung (ELN) anschloss und mit der Waffe in der Hand in den Dschungel ging…

 

Vermerk: Der Artikel stellt die Meinung des Autors dar, und nicht die des Blogs. Ich veröffentliche diesen Artikel, um dieses Thema zur Diskussion zu bringen, und damit jeder seine Meinung dazu äußert. Was meinen Sie: Hat der Autor recht? koptenohnegrenzen@yahoo.com

 

4 Responses to “Sollen sich Christen abschlachten lassen?”

  1. Elias Says:

    Der hat sowas von Recht

    AMEN!

  2. Peter P. Hauser Says:

    Wenn unser christlicher Glaube die Freiheit der „andersdenkenden“ garantiert
    und nicht schlachtet oder verstümmelt, verteten wir doch mit Sicherheit den Glauben des Liebenden Vaters im Himmel. Damit haben wir seinen Willen zu verteidigen koste es was koste, selbst wenn andere meinen sie seien unfehlbar und wer sich nicht ihnen unterwirft ist todgeweiht. Der wahre Glaube kann nicht Teil eines Diktates sein sondern entsteht aus der Freiheit. Diese Freiheit gilt es zu verteidigen nötigenfalls mit dem Schwert der Schöpfung Willen.

  3. Alex Says:

    Dass sich jemand verteidigt, wenn einer mit ner Waffe in der Hand auf ihn zurennt, ist eine natürliche, menschliche Reaktion.
    Vor allem, wenn man etwas und jemand beschützen muss, wie in diesem Vers:

    „Jenes aber erkennet: wenn der Hausherr gewußt hätte, in welcher Wache der Dieb komme, so würde er wohl gewacht und nicht erlaubt haben, daß sein Haus durchgraben würde.“ Mt 24, 43

    Wir dürfen als Christen trotzdem nicht gewollt töten, und müssen uns unbedingt in Friedfertigkeit üben, sonst sind wir nicht besser als die Moslems.
    Innere Abtötung ist gefragt, vor allem für jene, die dazu neigen, zu emotional und impulsiv auf Anfeindungen oder Gewalt zu reagieren.

  4. bazillus Says:

    Jesus als totalen Pazifisten zu sehen, ist eh lächerlich.
    Allein die Szene der Vertreibung der Geldwechsler und Tierhändler aus dem Tempel spricht Bande im Diesseits. Notwehr ist vom Christentum erlaubt. Das ist auch in Ordnung.

    Der Inhalt der Bergpredigt ist m. E. zielgerichtet nicht auf die Politik eines Staates, sondern eindeutig auf Verhaltensmaßregelne von Einzelgläubigen in der Verantwortung vor Gott stehend. Feindesliebe heißt nicht, dass man dem Vergewaltiger seiner Tochter liebend um den Hals fallen sollte, sondern um seinen innneren Frieden zu finden, die Vergebung ins Auge fassen sollte. Ein langsamer und schwieriger Prozess. Denn ohne Vergebung geht die Seele vor die Hunde und ist möglicherweise von Depression oder aber Hass verunstaltet.

    Feindesliebe ist nicht erlittenes Unrecht freudig zu dulden, sondern nach nicht änderbarer Duldung den Weg des Verzeihens zu gehen. Jesus war schon klar, dass der Mensch die Vollkommenheit anstreben solle, sie jedoch niemals oder so gut wie niemals erreichen könne.

    Das zum Diesseits. Nun zum Jenseits:
    Jesus hat oft genug von Satan und Hölle gesprochen. Die Priester der heutigen Kirche verdrängen dies recht genüsslich und versprechen den Glaubenden nach dem irdischen Tod die augenblickliche Inempfangnahme der Seligkeit Gottes. Solche Priester halte ich sogar für gefährlich, weil sie die Rede Jesu nur zum angenehm friedlichen Teil verkünden. Sie reißen sich sozusagen die Filetstückchen aus dem NT heraus und handeln sie ab. Da bleibt weder Platz für Satan noch für Hölle oder Läuterungsort. Sie negieren somit Jesu Rede zum Teil und wecken Erwartungshaltungen der Gläubigen, die möglicherweise nicht der Realität entsprechen werden.

    Richtig ist, dass die Kirche damals aus Machterhalt immer wieder gern Höllenpredigten halten ließ und somit die Angst der Gläubigen bei Laune hielt, um sie zu gängeln, anstatt in Verantwortung nicht mit der Hölle zu drohen, sondern bei permanentem Fehlverhalten die Hölle vor Augen zu führen. Nichts anderes tat Jesus.

    Alles in allem war Jesus ein vorbildlich friedliebender Mensch, scheute aber nicht die fundierte Auseinandersetzung mit Heuchlern wie den damaligen Schriftgelehrten und Pharisäern. Sein Kreuzestod nahm Jesus freiwillig auf sich. Er wehrte sich nicht, obwohl er die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Er ließ keine Armee auffahren, um ihn vor diesem Tod die Rettung zu verschaffen. Er sagte seinen Tod voraus und erlitt ihn für uns. Das allerdings macht ihn zu einem aufrechten Märtyrer für unsere Erlösung von den Gedanken des ewigen Nichts. Der Tod Jesu zeigt zwar eine starke pazifistische Ader, jedoch seine Worte und Taten zu Lebzeiten sprache eine andere Sprache.


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