kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Sterndeuter 19. Dezember 2010

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 03:03

Aus dem Buch „Fragen über die Geburt Jesu Christi


von seiner Heiligkeit Papst Schenuda III

 

Frage: Wer waren die Sterndeuter? Warum erschien ihnen der Stern? Wie übertrafen sie die Juden? War jener Stern ein normaler Stern oder eine himmlische Kraft in Form eines Sternes? Welche Metapher stecken in der Geschichte der Sterndeuter? Haben solche Symbole irgendetwas mit „Juden und Heiden“ zu tun?

Die Antwort: Die Sterndeuter waren Leute aus dem Orient; vermutlich aus Persien. Sie wirkten oft als Berater von Königen, Fürsten und reichen Leuten. Das mit „Sterndeuter“ übersetzte Wort „Mágoi“ bezeichnete zunächst die Mitglieder einer persischen Priesterkaste, die sich mit Sternkunde und Astrologie befassten; sodann allgemein babylonische und sonstige Astrologen.

Sie folgten den alten orientalischen Göttern und Glaubensrichtungen und beteten wahrscheinlich das Feuer an. Es kann durchaus möglich sein, dass sie durch die Juden in der Zerstörung von einem Retter erfahren haben, der kommen wird, um sie als König der Juden von der Knechtschaft zu befreien. An dieser Stelle sagt der Heilige Johannes Goldmund: Es ist äußerst notwendig, meine Geschwister, dass wir intensiv durchwachen und beten, damit es uns gelingt, diese Fragen zu beantworten und zu erfahren, wer diese Sterndeuter waren und woher sie kamen! Der Satan stiftete die Widersacher der Wahrheit an. Er sprach auf ihren Zungen: „Als Jesus Christus geboren wurde, erschien sein Stern“. Ist das nicht ein Zeichen und klarer Beweis dafür, dass die Vorhersage und die Wahrsagerei tatsächlich existieren? Wenn Jesus auf diese Weise wirklich geboren wurde, warum griff er dann die Magie, Wahrsagerei und Ketzerei an? Warum ließ er die Dämonen verstummen?

Lasst uns nachforschen, was dieser Stern tatsächlich war! War er einer der unzähligen Sterne? Oder war er anders als sie, was seine Natur anbelangte? Oder hielt ihn derjenige, der ihn erblickte, für einen normalen Stern? Wenn wir die Antworten darauf erführen, wüssten wir die anderen Sachen viel leichter.

Dieser Stern war keiner der unzähligen Sterne. Es wäre – meiner Meinung und meines Wissens nach – angemessen zu sagen, dass er kein Stern war, sondern eine der unsichtbaren Kräfte, welche ihre Gestalt in solcher Form erscheinen ließ. Die Beweise dafür sind unverkennbar und überaus schlicht:

{1} Es gibt keinen Stern, welcher sich von Norden nach Süden bewegt; das heißt: von Persien nach Palästina. Die normalen Sterne bewegen sich normalerweise vom Westen zum Osten.

{2} Wann erschien er? Dieser Stern erschien lediglich am helllichten Tag beim Sonnenlicht und nicht in der Nacht. Diese Erscheinung entspricht den Eigenschaften der Sterne des Mondes oder irgendeines Planeten. Alle Sterne – ausnahmslos – verbergen sich und verlieren ihren Glanz, wenn die Sonne ihr Licht ausstrahlt. Allerdings übertraf dieser Stern die Sonne. Sein Glanz war erheblich deutlicher und stärker als ihr Licht.

{3} Dieses Faktum wird sich als wahr erweisen, dass dieser Stern mal erschien und sich wiederum verbarg. Er erschien den Sterndeutern, um ihnen den Weg nach Palästina zu zeigen. Er verbarg sich vor ihnen, als sie Jerusalem erreichten. Als sie König Herodes verließen, nachdem er sich bei ihnen über den neugeborenen König erkundigte, und als sie sich auf den Weg nach Bethlehem machten, erschien ihnen jener Stern wieder. Dies macht doch kein üblicher Stern! Denn er lief auf einem besonderen Weg. Als die Sterndeuter eine Rast machten, blieb er an seiner Stelle stehen. Ebenfalls zog er mit ihnen weiter, nachdem er sich um sie kümmerte. Dieser übernatürliche Stern glich der Wolkensäule und der Feuersäule, welche die Israeliten Tag und Nacht begleiteten und führten (Ex 13:21). Als sie Jerusalem betraten verbarg sich der Stern vor ihnen. Folglich verloren sie ihren Führer. Deswegen wandten sie sich gezwungenermaßen an die Juden, um sie zu fragen, damit das Ereignis sich möglicherweise herumspricht und allen bekannt wird. Zu diesem Zweck waren sein Erscheinen und Verbergen ein gewisser göttlicher Plan, der hinter sich Weisheit verbarg.

[1] Sein Herabsinken: Demjenigen, der mit einem scharfen Auge betrachtet, sollte eine andere Eigenschaft bei diesem Stern auffallen. Dieser Stern hätte ihnen nie den Weg zeigen oder sie führen können, wenn er in seiner hohen Position geblieben wäre. Er musste also herabsinken, um diesen Auftrag erfüllen zu können. Wie hätte jener Stern es sonst schaffen können, von ganzer Höhe eine winzige Hütte ausfindig zu machen, in der ein Säugling lag? Um das deutlicher zu erklären, sollten wir uns den Mond als Beispiel heranziehen. Der Mond ist viel größer als alle Sterne. Er erscheint allen Leuten auf der Erde und alle glauben, dass er ihnen nah wäre.

[2] Wie zeigte der Stern ihnen die Hütte und die Krippe, wenn er seinen Platz nie verlassen hätte? Der Evangelist machte dies zwischen den Zeilen klar: „Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war. Dort blieb er stehen“ (Mt 2:9). Dieser Stern blieb stehen, weil er den Säugling erkannte, was für sich ein eigenartiges und phänomenales Zeugnis war. Dieses erstaunliche Zeugnis hatte einen Einfluss auf die Sterndeuter, sodass sie den Knaben anbeteten und ihm huldigten. Sie fielen vor dem Kind nieder und betrachteten es nicht als einen normalen Menschen. Dies wird uns anhand ihrer Geschenke klar, welche sonst für ein Baby in Windeln nicht üblich sind. Haben sie schon erahnt, durch welchen Beweis es klar wurde, dass dieser Stern außergewöhnlich und keiner von den üblichen Sternen war?!?

 

Frage: Warum erschien dieser Stern?
Die Antwort: Darauf gebe ich zur Antwort, dass Gott den auserwählten Juden einen Denkzettel verpassen wollte, indem er dieser Legende ein Ende bereitete. Seine Absicht war das Ausradieren jeglicher Ursache, welche dazu führte, dass sie sich hochnäsig aufführten. Deshalb lud der Herr die ganze Welt ein, ihm zu huldigen und anzubeten. Dadurch wurde vom Beginn der Ankunft Christi an die Tür für die Heiden geöffnet. Damit wollte Gott die Seinen durch die Fremden züchtigen. Sie wollten seinen vielen Propheten nicht zuhören, welche Gott zu ihnen sandte, um ihnen zu erklären, wie er kommen wird. Darum ließ er die Heiden (die Sterndeuter) von einem äußerst weiten Land reisen, um nach dem Weg zum Heil zu fragen. Die Juden sollten den Sterndeutern zuhören, was sie mit den Propheten nicht taten. Wenn sie weder überheblich noch herausfordernd darüber lange diskutiert hätten, hätten sie keine Ausrede mehr gehabt. Was sollen sie eigentlich dazu sagen?

Sie drehten Christus den Rücken um, obwohl er ihnen zahlreiche Propheten schickte, während diese Sterndeuter den Herrn annahmen und ihn anbeteten, als sie bloß einen einzigen Stern erblickten. Durch den Glauben der Sterndeuter ließ der Herr die Juden sich erbärmlich vorkommen. Genauso wirkte er bereits das Gleiche mit ihnen durch den Glauben des Menschen von Ninive (Mt.12:41). Er erniedrigte und beschämte sie durch den Glauben der Samariterin, der Kanaaniterin und der Königin von Saba, weil sie alle sich von unerheblichen Sachen überzeugen ließen. Die Juden dagegen schenkten sogar den vielen Wundern Jesu keinen Glauben und blieben weit entfernt von der Wahrheit. Ferner brachten sie den Menschensohn um.

 

Frage:  Warum wurden die Sterndeuter auf diese Weise aufgerufen?
Die Antwort: Aus einem ganz einfachen Grund sprach Gott durch einen Stern zu ihnen, und der wäre, dass dies die Sprache war, an die sie sich gewöhnten. Sie hätten keinem Boten oder Propheten zugehört, und es hätte ihnen außerdem nicht gepasst, wenn eine Stimme aus dem Himmel oder ein Engel zu ihnen gesprochen hätte. Der Herr wählte eine bestimmte Methode aus, welche sie verstehen und akzeptieren konnten. Dieser Vorgangsweise folgte ebenfalls der Heilige Apostel Paulus, als er aus den Aussagen der Dichter zitierte (Apg.17:28), und als er zu jedem mit einem Stil sprach, den er begreifen konnte (1Kor.9:19-22).

Zu Beginn verwendete Gott die verschiedenen Arten von Opfern, die Gebote und die Gesetze als dienende Mittel zur besseren Verständigung. Denn ihr Verstand war noch nicht reif und entwickelt genug dafür. Dann veränderte der Herr all diese Mittel allmählich. Er näherte sich ihnen auch sachte, damit sie diesen hohen philosophischen Zustand erreichen konnten. Dasselbe tat Gott mit den Sterndeutern: Zunächst einmal sprach er durch einen Stern zu Ihnen, den sie sahen und dadurch weiser und reicher an Wissen wurden. Als er sie zur Krippe führte und das Kind sehen ließ, wuchs ihr spiritueller Zustand und verbesserte sich rasendschnell. Schließlich ließ Gott sie in ihr Land nicht „von einem Stern geführt“ heimkehren, sondern er sprach zu ihnen durch einen „Traum“ (Mt.2:12).

 

Frage: Warum wurde der Stern ausgerechnet nur den Sterndeutern und keinen anderen gezeigt?
Viele Fragen drehen sich um dieses Schema! Wie haben sie diesen Eifer erlangt? Wie und wodurch erwogen sie die äußerst mühevolle und gefahrenträchtige Reise anzutreten?

Die Antwort: Meines Erachtens reagierten die Sterndeuter nicht, weil sie nur den Stern erblickten und ihm folgten, sondern weil Gott ihre Seelen erleuchtete und sie aufwachen ließ. Dies Tat er mit dem König Kyrus von Persien, als er dessen Geist erweckte, damit er dem Herrn ein Haus in Jerusalem baute. (Esra 1:2). Es mag nun die Frage auftauchen, warum diese Erscheinung nicht allen Sterndeutern offenbart wurde! Es wurde nicht als Voraussetzung erwartet, dass alle an ihn – den Herrn – glauben, weil sie alle nicht gleich waren, was hauptsächlich den Glauben und die Bereitschaft dafür anbelangte. Überwiegend viele heidnische Völker gingen zugrunde, aber nur zu den Menschen von Ninive wurde Jona gesandt. An den Kreuzen hingen zwei Räuber, aber bloß einer davon erlangte das Heil.

 

Frage:  Äußerst merkwürdig war das Verhalten dieser drei Männer!
Warum legten sie diese Reise zurück? Um Christus zu sehen? Welche Gaben oder Gewinne erwarteten sie? Kamen sie vielleicht zu einem König?
Sie fanden doch keinen König vor, sondern einen Säugling in Windeln! Behandelten sie ihn als einen zukünftigen König?

Die Antwort: Nein… das war keineswegs der Fall! Das Kind lag in einer Krippe mitten unter Tieren in einem Stall und nicht in einem prächtigen Palast, wie es einem König gebührt. Die Sterndeuter erfuhren, wie der König Herodes und mit ihm ganz Jerusalem erschrak und zitterte, als sie von ihnen hörten: „Wo ist der neugeborene König der Juden“ (Mt.2:2)?

Sie fragten nach einem König in einem Land, welches von einem anderen König beherrscht wurde! Wie schrecklich! Welchen grausamen Tod hätten sie denn dafür verdient? Noch einmal fragen wir uns, was haben sie von diesem König erwartet, zu dem sie gingen? Warum haben sie ihn angebetet und ihm ihre Schätze geschenkt? Was haben sie außer einem Kind in Windeln gesehen, dessen Mutter eine arme Frau war? Haben sie sich so verhalten, damit der kleine König ihnen diesen Gefallen vergilt, wenn er erwachsen wird? Wie verwunderlich und erstaunlich ist die Tugend dieser drei Männer, welche sich in mancherlei Gefahren begaben. Sie verließen ihre Heimat und ihre Familien ohne ein sichtbares Ziel. Sie gehorchten dem Herrn und dem, was er ihnen in ihre Herzen legte. Sie glaubten und kamen sodann, um dem König ihre Schätze (Gold, Weihrauch und Myrrhe) zu schenken.

Ihre Tugend beschränkt sich nicht lediglich auf ihr Kommen, sondern es wird ihnen ansonsten hoch angerechnet, dass sie sich nicht vorm Zorn des Königs Herodes gefürchtet haben. Ohne Rücksicht auf die unangenehmen Konsequenzen zu nehmen, machten sie mutig kund: „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen“ (Mt.2:2).

Meiner persönlichen Überzeugung nach, wurden diese drei Männer Verkünder in ihrer Heimat, vor allem weil sie durch die Juden erfuhren, dass dieser, dessen Stern sie erblickten, durch die Propheten seit Beginn der Welt verheißen wurde.

 

2 Responses to “Die Sterndeuter”

  1. bazillus Says:

    Diese Analyse über die „hl. drei Könige“, die Magier aus dem Morgenland ist dem koptischen Papst sehr gut gelungen und ich kann sie gut nachvollziehen. Ich danke dafür.

    Eine kleine kritische Anmerkung muss ich abgeben.

    „…Die Juden dagegen schenkten sogar den vielen Wundern Jesu keinen Glauben und blieben weit entfernt von der Wahrheit. Ferner brachten sie den Menschensohn um.

    Die Juden bereiteten das Kommen des Messias vor. Jesus war selbst Jude. Viele Prophezeiungen des AT deuteten auf das Kommen des jüdischen Messias hin. Die Juden hatten halt andere Vorstellungen über den Messias. Sie erhofften sich von Ihm nicht nur geistliche, sondern insbesondere auch militärische Befreiung von jeglicher Art von Fremdbestimmung. Kann ich gut verstehen.

    Dem kam Jesus selbstverständlich nicht nach. Sie begriffen nicht, dass sich der einzig wahre Gott in Jesus quasi manifestierte und ihm, seinem Vater somit ein allliebendes Gesicht gab. Das begriffen aber nicht nur die Juden nicht, sondern auch Saulus, der später zum Paulus wurde und die Jünger Jesu. Nicht umsonst fordert Jesus im Johannesevangelium, 14, 11 die Jünger auf, dass sie doch wenigstens um der Werke willen glauben sollen. Welche Werke sind da gemeint? Die Wunder. Keiner der Apostel bis auf Johannes und die Mutter Jesu und einige andere Frauen begleiteten Jesus zum Kreuz. Sie haben ihm offensichtlich trotz des Geschenks seiner körperlichen Anwesenheit nicht geglaubt. Selbst Wunder vermochten ihnen nicht den Mut zu geben, Jesus zu seinem Kreuz nachzufolgen. Sie verleugneten seine Jüngerschaft wie Petrus. Sie mussten erst noch wie Thomas dem Auferstandenen seine Wunden überprüfen, ehe sie glaubten. Den meisten Juden blieb das Geschenk Jesu seiner Auferstehung verborgen. Er hat sich ja nur seiner Gefolgschaft gezeigt, nicht den Juden im Allgemeinen.

    Im Übrigen war Jesus als Jude im Volk der Juden beliebt. Es war nur eine kleine Clique der Schriftgelehrten und Pharisäer, die ihn dem Gericht des Pilatus auslieferten. Selbst haben sie ihn nicht einmal getötet. Und wir wissen alle, wie leicht Massen zu manipulieren sind, wenn „das Volk“ schreit „Kreuzige ihn“. Damit war mit Sicherheit nicht das ganze Volk der Juden gemeint, sondern auch gekaufte Menschen. Letztlich waren es die Römer, die Jesus am Kreuz qualvoll sterben ließen. Es genügen einige, die vorschreien und andere, die dieses nachschreien.

    Es ging auch den Römern im Fall JEsu um persönlichen Machterhalt des Pilatus. Niemand sagt heute, dass die Italiener Jesus umgebracht hätten. Italiener erfreuen sich seit Jahrhunderten allgemeiner Beliebtheit. Die Juden hatten da mehr Pech.

    Ich bitte alle Christen hier, „die Juden“ vom Vorwurf der Tötung des Sohnes Gottes engültig freizusprechen. „Die Juden“ haben dies nicht zu verantworten, sondern nur eine kleine Gruppe damaliger religiöer Machthaber, die um ihre Macht fürchteten. Diese Pauschalierungen gegen „die Juden“ dienten in der gesamten Zeit bis heute, um Juden zu diskriminieren und zu verfolgen und ihnen das Leben überall auf Erden schwer zu machen.

    Jesus ist nicht ohne Grund in diese Zeit des Herodes als Jude hineingeboren worden. Jesus hat seinen Feinden am Kreuz verziehen. Dieses Verzeihen Jesu ist immer umfassend zu verstehen. Er verzieh den verantwortlichen Juden, den römischen Henkern, selbst Ponitus-Pilatus.

    Warum können wir den Juden nicht verzeihen, wenn selbst unser Herr und Heiland dies am Kreuz, also unter maßlos erschwerten Bedingungen, tun konnte? Hier sehe ich eine gewisse Arroganz von Christen durch die Jahrtausende. Christen hätten im Grunde über die Zeit hin Schutzpatrone für Juden sein müssen. Stattdessen haben wir gegenüber den Juden viel Sünden begangen.

    Jesus ist geboren, um für uns sein Kreuz auf sich zu nehmen und uns Menschen zu erlösen vom Gedankengut der ewigen Verlorenheit. Es war die beste Zeit für Gott, seinen Sohn auf die Erde zu senden, um das nötige Aufsehen zu erregen alles unter der Richtlinie der absoluten Freiwilligkeit. Wer letztlich seinen irdischen Tod herbeigeführt hat, ist völlig nebensächlich. Es war von Gott so vorgesehen.

    Wäre Jesus heute z. B. in Deutschland zur Welt gekommen, wäre er nicht offiziell getötet worden, sondern wäre entweder in einer psychiatrischen Klinik eingeliefert worden oder aber als Heilsmessias angesichts seiner Wundertätigkeit von aller Welt wahrgenommen und gefeiert worden. Allein wegen seiner Predigt, hätte er heute keine Aufsehen mehr erregt. Er hätte heute in Deutschland oder Europa seine Erlösungstat nicht vollbringen können, vielleicht nur in islamischen oder kommunistischen Ländern.

    Anstatt wir die Juden als Geschwister der älteren Art ansehen, auch wenn sie nicht dem Dreifaltigkeitsglauben anhängen können, was ich sogar verstehen kann, wenn ich diesen aus der Sicht eines NIchtchristen anschaue, werfen wir ihnen noch heute vor, Jesus umgebracht zu haben. Sie sind es nicht gewohnt, einen Menschen als Gott zu verehren, Tausende von Jahren. DAs müssen wir akzeptieren lernen.

    Wir müssen uns immer wieder klarmachen: Ohne das Judentum kein Christentum. Jesus hat nicht eine einzige Messe gefeiert, sondern hat als Jude die jüdischen Feiertage in seiner Gruppe gefeiert. Er hat den Wert dieser Feiern somit durch seine Anwesenheit durch sein Mitfeieren erhöht und ihnen die gebührende Achtung erwiesen.

    Wir Christen wissen, dass Jesu Leben eine einzige heilige Messe darstellt. Jedoch unterschätzen wir nicht seine Akzeptanz der jüdischen Kultur. Er fand in seinem Volk Anerkennung.

    Wir haben im Gegenteil den Juden für das Geschenk aus ihrem Volk, nämlich Jesus selbst zutiefst dankbar zu sein. Wir müssen uns klarmachen, dass wir Juden zu den höchsten HEiligen erklärt haben, die unsere Kirchen kennen. Fangen wir mit der Mutter Jesu an. Sie betrachten wir als unser geistig-religiiöses Eigentum der Christenheit, war sie doch zu Lebzeiten ein einfaches jüdisches Mädchen, welches ebenfalls bis zum Tode Jesu keine heilige Messe in Liturgieform gefeiert hat. Wir haben sie sogar zur größten Heiligen erkoren, die über den Engeln steht und auf Jesus in der Dreifaltigkeit zeigt und hinweist. Sämtliche 12 Apostel waren Juden. Johannes der Täufer war Jude. Selbst Paulus wird als Heiliger verehrt. Auch er war Jude.

    Es wird wirklich höchste Zeit nach 2 000 Jahren, den Juden aus ganzem Herzen dankbar zu sein für ihre menschlichen Geschenke, die aus ihrem Volk hervorkamen. Kein Volk hat vielleicht unabsichtlich und nicht gewollt, soviel für das Christentum getan wie die Juden.

    Bitte, lasst die Meinung fallen, dass „die Juden“ Jesus umgebracht haben. Jesus hat ihnen bereits am Kreuz verziehen. Wir haben den Juden nichts zu verzeihen, sondern im Gegenteil, ihnen von ganzem christlich erfülltem Herzen zu danken.

    Wenn wir das nicht tun, sind wir nicht besser als die ausgrenzende Ideologie des Islam, erschaffen durch einen sich Gott nennenden Ungeist, der seinen Propheten missbraucht hat oder umgekehrt, die uns Lesern doch alle mit Recht so kritikwürdig ist. Wir hassen nicht Muslime. Diese sehen wir als durch ihre Religion irregeleitete Menschen an, die Opfer ihrer eigenen Religion geworden sind.

    Hass kennen wir aus dem Islam, der diesen legitimiert. Hass und Ablehnung von Juden geht nach alledem nun wirklich überhaupt nicht mehr und hätte es nie geben dürfen. Das hat Jesus wirklich nicht gewollt!!! Das müssen wir uns vor Augen führen, immer und immer wieder.

  2. bazillus Says:

    Kleiner Nachtrag: Der hl. Josef, der vernachlässigste Heilige der kath. Kirche. Er steht völlig im Schatten von Maria, der Mutter des Herrn. War es Josef doch, der den irdischen Jesus wie ein Vater aufzog, der sich durch Träume in seinem Handeln beeinflussen ließ, Maria als „unehelicher“ Mutter nicht im Stich ließ, sie nicht bloß stellte. Ja, er wollte sie freigeben, sie nicht als Sünderin bloßstellen, aber er hat sich darüber hinaus sogar als seine Frau angenommen, eine Großtat in damaliger Zeit. Er stand zu ihr. Mehr wisssen wir aus der Bibel nicht. Er hat seine Familie ernährt, verzichtete auf eigene Kinder mit Maria, die jeder Mann gern hätte haben wollen. Er stellte sich sein restliches Leben lang in den Dienst seiner Familie, ja Jesu. Auch er war Jude. Er wird auch von den Kirchen als großer Heiliger verehrt, leider nur zumindest in der kath. Kirche sehr stiefmütterlich behandelt, so wie ich ihn auch in meinem zuvor geschriebenen Artikel schlichtweg vergessen habe.

    Heiliger Josef, bitte für uns. Alle jüdischen Heiligen, bittet für uns alle, für alle Menschen jeglichen Glaubens bei Gott.


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