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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Libanon: Unmenschliche Bedingungen für Hausmädchen 15. Dezember 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 01:18

Der Libanon wird als Touristenland geschätzt, die Tourismusbranche erholt sich nach dem Krieg im Sommer 2006 immer besser. Man kann sich wieder über ausländischen Zulauf freuen und sicher wird Beirut auch irgendwann zu seinem ursprünglichen Flair zurückkehren, das der Stadt einst den Namen Paris des Nahen Ostens gab.

 

Doch leider gibt es auch viel Negatives im Libanon abgesehen von den politischen Querelen, die das Land hemmen und Fortschritt eher erschweren. Im Libanon leistet man sich gern, wie in anderen Ländern auch, ein Hausmädchen, das einem die Hausarbeit abnimmt und sich nebenbei auch um die Kinder kümmert. Das Geschäft scheint zu boomen und wer sich 150 Dollar im Monat als Ausgabe leisten kann, wird sicher auf den Luxus eines Hausmädchens nicht verzichten wollen. Auf der anderen Seite gibt es ja auch junge Frauen, die auf eine solche Arbeit hoffen, um aus der Armut zu entkommen und ihren Familien helfen zu können.

Die Hausmädchen, die in vielen libanesischen Familien arbeiten, kommen aus den ärmsten Ländern der Welt und legen viele Hoffnungen in die Arbeit. Länder wie die Philippinern, Madagaskar, Äthiopien, Sri Lanka, Nepal, Bangladesch und Indien sind die Hauptregionen aus denen die Arbeiterinnen geholt werden. Meist reisen sogenannte Headhunters in die Länder, um die Mädchen mit tollen Versprechungen in ihre Fänge zu locken. Sie informieren über Arbeitszeiten und Monatsgehälter und wecken so die Hoffnungen der jungen Mädchen.

Doch für viele Mädchen ist der Gang in den Libanon keine Flucht in ein erhofftes Paradies sondern in die Hölle. Viele Hausmädchen müssen viel länger arbeiten als erlaubt oder machbar, sie werden psychisch und physisch misshandelt und verbringen ihre Zeit eingesperrt in den Häusern ihrer Arbeitgeber. Viele junge Mädchen, die diesem Martyrium wieder entgehen wollen, riskieren häufig ihr Leben, da ihre Fluchtversuche meist sehr waghalsig sind. Sie finden Unterschlupf in den Schutzhäusern der Caritas oder anderer Organisationen und warten dort auf ihr Rückflugticket. Manche Mädchen, die ihren Arbeitgebern zu anstrengend werden, werden entweder in den Selbstmord getrieben oder landen im Gefängnis, da die Arbeitgeber Diebstahlszenarien erfinden, die die Mädchen ins Gefängnis bringt.

Es ist traurig und empörend, was man erleiden muss, wenn man der Armut entgehen will. Meist haben die Mädchen keinerlei Rechte sondern nur Verpflichtungen und lassen Demütigungen und Beleidigungen über sich ergehen so lange es möglich ist, damit sie ihren Familien in den Heimatländern unterstützen können. Viel schlimmer ist dabei die Tatsache, dass Arbeitgeber und die sogenannten Vermittlungsagenturen einfach ungestraft davonkommen. Die sogenannten Wanderarbeiter haben kaum Rechte und noch viel schlimmer, keiner kümmert sich um ihre Schicksale. Meist ist die einzige Instanz, bei der sich die Mädchen beschweren können, die Agentur, die sie ins Land gebracht hat, doch von dort können sie keine Hilfe erwarten. Seit 2008 stiegen die Zahlen der Toten unter den Wanderarbeitern.

Gründe hierfür sind wie schon angesprochen gescheiterte Fluchtversuche oder Selbstmorde. Um dieser Tendenz entgegen zu wirken braucht es Gesetze für die Wanderarbeiter. Die Gesetze existieren und wurden auch zu Beginn dieses Jahres modifiziert, doch fehlt es bisher an Distanzen, die die Einhaltung der Gesetze auch überprüfen. Man steht also erst am Anfang und muss noch viel Arbeit leisten bevor die Hausmädchen unbesorgt solchen Jobs fern der Heimat nachkommen können. Erst wenn die Arbeitgeber und Agenturen härter kontrolliert und vor allem auch bestraft werden, wird sich langfristig etwas ändern.

Bis dahin werden wohl leider noch viele Hausmädchen aus ihren Träumen vom Entkommen aus der Armut gerissen werden und in eine brutale kalte Wahrheit gezogen werden. Da viele Wanderarbeiter eines unnatürlichen Todes im Ausland fanden, reagierten die Behörden in Äthiopien und den Philippinen und verhängten ein Ausreiseverbot in den Libanon. Nur leider treibt das wohl die Agenturen und die Headhunters in den Untergrund.

{Quelle: http://www.sarsura-syrien.de}

 

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