kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Papst Schenuda: weder Mittwochspredigt noch Einladungen zur Weihnachtsmesse 14. Dezember 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 14:47

Angesichts der Trauer, die viele der koptischen Häuser fest im Griff hat, weil ihre Angehörigen nach den Unruhen in Talibya noch inhaftiert sind, erheben viele Kopten die Stimme, die Weihnachtsfeierlichkeiten abzusagen.

 

Keinem ist nach Feiern zu Mute! Wie soll ich feiern, während meine Glaubensgeschwister, die schwerverletzt und die wahren Opfer sind, im Gefängnis das Fest der Geburt Jesu Christi verbringen? Ich kann nicht damit aufhören, an ihre Familien zu denken. So ergeht auch seiner Heiligkeit Papst Schenuda, der zum ersten Mal in seiner Ära die Mittwochspredigt absagte. Überdies ordnete er an, die Einladungen zur Weihnachtsmesse nicht an die hochrangigen Persönlichkeiten des ägyptischen Regimes zu verschicken. Denn er wird bis zum 25. Dezember 2010 in seiner Residenz im Kloster des Heiligen Bischoy (im Natrontal) bleiben. Höchstwahrscheinlich wird seine Heiligkeit die Weihnachtsmesse in diesem Kloster zelebrieren, und somit wird dieses Jahr kein Weihnachtsfest wie üblich gefeiert.

Pater Sergious, der päpstliche Stellvertreter in Alexandria, gab diese Informationen bekannt, und zwar mit dem Hinweis: „Papst Schenuda meint zu mir: Wenn jemand dich fragt, warum und wieso, sag einfach, dass du Nichts weißt“. Damit versucht Papst Schenuda den Spekulationen der ägyptischen Medien ein Ende zu bereiten, die ständig lügenhafte Nachrichten über ihn verbreiten, die nur einem Ziel dienen: Die Moslems gegen die Kopten anzustacheln! Da blieb dem koptischen Oberhaupt nichts anderes übrig, als den Bischöfen und Priestern zu verbieten, einem Journalisten ein Interview zu geben, weil die Worte regelrecht verdreht werden.

Die Absage der Weihnachtsfeier erinnert mich an Dezember 2004, als der Sicherheitsdienst die Krise „Wafa Konstantin“ aus dem Nichts erfand. Die 48jährige Gattin eines koptischen Priesters verschwand spurlos und alle Versuche, sie zu ihrem Mann zu bringen, schlugen fehl, weil der ägyptische Staat mit all seinen Apparaten  untätig zuschaute. Anstatt die Gemüter zu beruhigen, wurde verbreitet, dass sie zum Islam übergetreten sein sollte. Tausend demonstrieten dagegen und Papst Schenuda verbrachte die ganze Zeit im Bischoy-Kloster, bis Mubarak persönlich sich einschaltete und anordnete, Frau Konstantin zurückzubringen.

Am 19. Januar dieses Jahres (2010) zelebrierte Papst Schenuda das Fest der Taufe Christi (Epiphanie) im Bischoy-Kloster, weil nach dem Massaker in Naag Hamady, welches am Heiligabend (06.01.2010) angerichtet und bei dem sechs junge Männer erschossen wurden, zahlreiche Kopten inhaftiert wurden. Es fing mit den wahllosen Verhaftungen an, als die Familien der erschossenen Kopten sich vor dem Leichenhaus versammelten und die Leichnamen ihrer Kinder verlangten, damit sie sie beerdigen konnten. Später stellte sich heraus, dass die Leichen obduziert wurden, obwohl die Todesursache sonnenklar war. Während die Kopten die sechs Särge der Märtyrer zu Grabe trugen, wurden sie erstmals von den Moslems aus den Balkonen und Finstern mit Müll, Glasscherben und Steinen beworfen, was mit Bild und Ton zu beweisen ist. Dann wurde der Trauerzug von den Soldaten der Sicherheitsgarde überfallen, obwohl man nur spirituelle Lider sang und „Herr, erbarme dich“ sagte.

Auch nach den Unruhen in Matrouh, im März 2010, wurden Kopten inhaftiert, obwohl die Moslems dieser Küstenstadt alles verwüsteten, was den Kopten gehörte. Seit Jahren verfolgt die ägyptische Regierung die sogenante „Balance-Politik“. Um die Kirche dazu zu zwingen, sich mit den Verbrechern zu versöhnen, die ihre Kinder abschlachteten, die Kirchen niederbrannten und die Besitztümer der Kopten plünderten oder verwüsteten. Unverschähmt kommen diese Verbrecher, an deren Händen das unschuldige Blut unserer Kinder klebt, in die Kirchen, während wir Weihnachten oder Ostern feiern, um vor den Kameras die Show abzuziehen: Friede, Freude, Eierkuchen! Wer ist daran Schuld? Die Kopten sicherlich, die das zulassen!

 

One Response to “Papst Schenuda: weder Mittwochspredigt noch Einladungen zur Weihnachtsmesse”

  1. Paola Says:

    Wenn auch die Trauer Euch überflutet wir Eure christlichen Schwestern und Brüdern= beten am 24.12.2010 für Euch in unsren Kirchen Häusern…und bitten um den Frieden für Euch und Ausübung des Glaubens zu Gott .
    Wenn es auch mom.kl.Schritte sind zu erzielen,so hoffen wir jedoch daß das Ziel bald naht.


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