kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die sieben Todsünden der Islamkritiker (Teil 4): Der Hochmut 13. Dezember 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 00:18

Ein Haufen hochnäsiger und herrschsüchtiger Heros


 

Hochmut gehört zu den ausgeprägtesten Todsünden unserer Zeit und ist deshalb nicht nur unter Islamkritikern verbreitet.  Aufstieg und Fall dieser politischen Hasardeure,  laufen mit der Präzision einer Laboruhr  immer nach dem gleichen Schema ab. Jemand erregt durch seine Ideen Aufmerksamkeit, scharrt Leute um sich, die sich ihm als willfähige Koffer und Wasserträger anbiedern, verteilt unter den handverlesenen „Günstlingen“ wie ein Räuberhauptmann seine Beute und tritt dann an die Öffentlichkeit. Den erfolgreichsten politischen Coup landete 2002 Deutschlands bekanntester Kokser, Dschungelcamp-Aspirant und Schwulenhasser Ronald Schill. Seinen Erdrutschsieg bei den Landtagswahlen in Hamburger verdankte er weniger seinen gnadenlosen Gerichtsurteilen, sondern einem Ereignis, das 2001 die ganze Welt erschütterte. Ausgerechnet von Hamburg aus, wurde der bis dahin größte Terroranschlag der Welt bis ins letzte Detail geplant. In dieses trübe, von grünen und roten Algen verseuchte  Elbwasser der Multikulturellen Gutmenschmetropole hielt der Vater der rechtspopulistischen Parteien Deutschlands seine Angel.

Der Fisch den Schill an Land zog, war so groß, daß er gar nicht so schnell konserviert und vor allem in politische Münze umgewandelt werden konnte. Er fing bereits nach wenigen Tagen und Wochen an zu stinken. „Berauscht“ vom schnellen Erfolg atmete der Hamburger Lokalhero auf seiner Siegesfeier erst mal tief durch. Der Rest ist Geschichte. Aus allen Ecken und allen Lagern, sogar aus der SPD,  kamen nun die „Unzufriedenen“ um ein Häppchen auf dieser schillernden Politparty zu erhaschen. Smarte PR-Leute, wie der „Playboy-Pfarrer“ Dieter Becker, der in seiner evangelischen Couching-Agentur Aim mit dem Slogan „In diesem Zeichen wirst Du siegen!“ wirbt, aber auch braune Schmuddelkinder, wie ein  rassistischer Schuldirektor aus Osthessen, gaben sich die Klinke in die Hand. „Stadthalter“ von Frankfurt wurde der heute bei den Freien Wählern untergekommene Hans Günter Müller, der damals in einem Bildzeitungsartikel damit prahlte, die Partei würde in Hessen  10 Prozent der Wählerstimmen bekommen. Eine Ziffer war richtig.

Das Ende kam schneller als erwartet. Die  Landesverbände ähnelten mehr Vasallen als gewählten Gremien. Unliebsame Vorstände wurden sofort wieder „entlassen“. Die Wahl in Sachsen Anhalt wurde zum Desaster, weil der hanseatische Hedonist mit seiner Mätresse lieber im roten Meer abtauchte, als im roten Magdeburg Wahlkampf zu machen. Am Ende verlor seine hochnäsige Yuppietruppe haushoch bei der bislang niedrigsten Wahlbeteiligung eines Bundeslandes. Mit einer Schmuddelkampagne gegen seinen CDU-Koalitionspartner versenkte er sich schließlich selbst und zog seine  Partei auf den Elbgrund. Blub, blub… weg war sie. Dabei ist das Programm der Schillpartei gar nicht mal so schlecht und auch heute noch brandaktuell. Migrantengewalt, Ehrenmorde, milde Strafen für islamische Totschläger waren auch vor acht Jahren trauriger Justizalltag. Sarazins Erfolg ist also „kein Urknall“, sondern eine Neuauflage. Daß aus diesem „Urknall“ vor acht Jahren kein Universum entstand, hat nur einen Grund: Die Charakterlosigkeit, Selbstüberschätzung und Hybris seines Verursachers und die generelle Gefahr von „Ein-Mann-Parteien“.

Ein ähnliches Schicksal wie die Schillpartei abgekürzt P.R.O, erlebte auch die Partei des ermordeten Niederländischen Politikers Pim Fortuym. Im Gegensatz zu Schill, war Fortuyn  bekennender Schwuler und eine Lichtgestalt, hoch intelligent und von anderen Lichtgestalten wie Hirsi Ali und Theo van Gogh umgeben. Die erst genannte wurde von einer rechtskonservativen Ministerin aus dem Land gemobt, Theo folgte, von einem marokkanischen  Islamisten ermordet, seinem Parteifreund ins Grab. „Tötet den Hirten dann verstreuen sich die Lämmer“ lautet der zynische Satz des Machtanalytikers Machiavalli. Nach Pim Fortuyns Tod fielen seine Parteikollegen wie hungrige Wölfe über einander her. 2004 trat die gesamte Fraktion aus der Partei aus. 2006 verheerende Wahlniederlage, 2007 Selbstauflösung. Pims Nachfolger heißt Geerd Wilders. Wieder ist hier der öffentliche Fokus auf eine einzige Person gerichtet, die bislang einen guten Job macht. Bei seiner polemischen Forderung den Kulturetat der Niederlanden um 90 Prozent zu kürzen würde sich allerdings der Künstler Theo van Gogh in der Urne umdrehen. Selbst ihm wohl gesonnene fragen sich: Was soll dieser Nebenkriegsschauplatz? Kümmere dich um die Islamisten! (Quelle: Spiegel) Fazit: Gute Parteien sollten daher auf vielen Säulen ruhen, konstruktive interne Kritik dafür sorgen, daß nicht einzelne zu sehr abheben.

Parteien wie die P.R.O, (Partei Rechtsstaatliche Offensive) und ihre „Nachfolgemodelle“ inclusive „Die Freiheit“  sind wie Firmen aufgebaut. Hierarchisch strukturiert mit dünner Personaldecke. Es fehlt an einer Parteibasis, an klugen Köpfen, Kreativität, Ausdauer, vor allem aber an Solidarität und sozialer Kompetenz. Ein Großteil ihrer Anhänger sind bekennende Ellenbogenmenschen, Sozialdarwinisten, Sektierer, Verschwörungstheoretiker, die wie in einer echten Firma nach oben buckeln und nach unten treten, und dann noch untereinander in einen Verdrängungswettbewerb führen. Interne Kritik ist streng verboten. Beispielhaft für diese neoliberalistische Firmenphilosophie ist das zynische Zitat eines Milliardärs, das einst auf der  PI-Seite zu lesen war: „Die arme Welt führt Krieg gegen die Reiche Welt, aber wir, die Reiche Welt werden gewinnen.“

Ein an Hochmut nicht mehr zu überbietender Satz, der nur noch dadurch an Zynismus übertroffen wird, wenn ein Befürworter des Irakkrieges und bekennender Bush-Fan zusammen mit den Opfern des Irakkrieges, den verfolgten Aramäischen Christen gemeinsam durch Köln marschiert. Böcke, die zu Gärtnern werden sollte man bei Zeiten in die politische Wüste schicken.  Die Mahnwache für Marco Weis in Frankfurt, die von PI sorgsam verschwiegen wurde, hat gezeigt daß das Reservat an Islamkritikern längst nicht ausgeschöpft ist, sondern nur durch persönliche Befindlichkeiten und Arroganz blockiert wird.

Wenn das Alphatier, wie im Fall Schill verschwindet, zerstreut sich der Rest, bis es ein neues Alphatier gefunden wird.  Die späte Postmoderne hat einen neuen Parteien und Politikertyp hervorgebracht, der größtenteils mit Demokratischen Traditionen bricht. Die Politik wird immer mehr zum Roulett-Tisch für sprungbereite Glücksritter, die wie aus dem Nichts auftauchen, die Gunst der Stunde nutzen, sich einige Zeit im Glanz ihrer Popularität sonnen und dann wieder verschwinden und schließlich im Dschungelcamp landen, wo sie dann mit anderen abgehalfterten Hysterikern  um die Wette Koksen oder Heuschrecken essen dürfen.

Was für die großen Tiere gilt, gilt auch für die Kleinen. Bleibt auf den Teppich Leute! Ihr seit keine Ägyptischen und Assyrischen Götter, keine Pharaonen, Kreuzritter und keine Könige. Nicht umsonst sagt man, daß die Geister, die man ruft einen auch verschlingen.  Eure Webseiten bringen keine Mauern zum Einsturz, und ihr erobert auch keine Ländereien zurück. Wie schrieb einst Hermann Hesse im Demian: „Von der Großartigkeit zur Lächerlichkeit ist nur ein kleiner Schritt“.

Der Hochmut ist eine zentrale Todsünde, in die, wie bei einer Kabbala-Glyphe, die anderen Todsünden  zusammenlaufen; allen voran die Dummheit. So fragt ein zum Umfeld von PI Frankfurt gehörender Schreiberling dummdreist in  der „Jungen Freiheit“ am 12.5.: „Sind wir nicht alle ein bißchen Nazi?“ und legt dabei für die „Kameraden“ noch indirekt ein gutes Wort ein. Schließlich will man ja nicht seine Leser beleidigen. Ein anderer nennt in PI den Antifa-Pfarrer Stoodt, der seine Kirche für kurdische Christenverfolger geräumt hat ebenso dummdreist einen „rot lackierter Nazipfarrer“, was natürlich für den Prozesshansel Stoodt, der sogar Ex-Minister Hans Apel in die Knie gezwungen hat, ein gefundenes Fressen ist.

Wie Sekten vermeiden es diese Organisationen fähige und erfahrene Leute ins Boot zu holen, beantworten selten E-Mails und regieren wie selbstherrliche Grundherren über ihre „Domänen“. Hochmütig verkündete ein Gründungsmitglied des BDB einst: „Ich geh nicht auf eure Demo zum Kirchentag in Hannover. Ich bin der Mann, der im Hintergrund die Strippen zieht!“

Noch abgehobener gebärdet sich die Schreibende Zunft, allen voran eine unter Journalisten wie Muslimgegnern gefürchtete Ehefrau eines Islamkritikers, wenn sie behauptet, ihr Mann wäre der einzige, der überhaupt Ahnung von der Materie hat. Selbst wenn es so wäre: Was haben diese „Highländer“ mit und ohne Orientalistikstudium bis jetzt bewirkt? Seit über sieben Jahren zieht ein „Antiislamitischer  Wanderzirkus“ diverser Experten durch unsere Städte und hält in Buchhandlungen und Sälen seine wissenschaftlichen Aufklärungs-Vorträge ab. Würde man all diese Schreiberlinge  samt ihrer Leserschaft in Köln versammeln, wäre die Innenstadt samt Außenbezirke dicht. Nimmt man noch die Fernsehzuschauer dazu, die Sarazin und Broder zujubeln dann ginge in ganz NRW nichts mehr. Die Realität da draußen sieht jedoch ganz anders aus. Über die Kölner Demo Aramäischer Christen haben noch nicht einmal kirchliche Nachrichtenagenturen berichtet. Leider gibt es auch bei den Exilchristen eine Menge Leute, die aus falschem Stolz, Hände die man Ihnen reicht nicht annehmen oder sich umgekehrt an Leute wenden, die Ihnen bei ihrem Anliegen einen Bärendienst erweisen. Oder das, was man ihnen anbietet nicht wahrnehmen oder sich im schlimmsten Fall sogar als undankbar erweisen.

Daß Muslime in Sachen Öffentlichkeit fiel erfolgreicher sind, hängt nicht zuletzt damit zusammen, daß sie besser auf andere zugehen und andere geschickt für ihr Anliegen arbeiten lassen. Um hier aufzuholen ist ein wenig Selbstkritik, bessere Organisationen und Solidarität mit anderen, Gebot der Stunde.

Klaus Lelek

 

One Response to “Die sieben Todsünden der Islamkritiker (Teil 4): Der Hochmut”

  1. bazillus Says:

    Die Zerrissenheit der Islamkritiker ist letztlich die Frucht eines jahrzehntelangen Prozesses der Zerstörung eines jeglichen Gemeinschaftsgefühls, die z. B. die gemeinsame Religionsausübung mit sich bringen würde. Die vorrangige Individualisierung ist es, die gemeinschaftliche Aktionen immer wieder verhindert. Das Ziel braucht freiwillige Unterordnung, dem es dient. Da sich jeder selbst ins rechte Licht setzen will, werden andere untergebuttert. So gewinnt man keine mediale Aufmerksamkeit. Einige Highlights fundierten Wissens sind in der Presse zu finden. Aber eine gemeinsame Linie grundiert auf vielen Mitarbeitern, die bereit sind, sich für ein Ziel selbst zurück zu nehmen, ist nirgendwo zu sehen.

    Diese Gesellschaft ist selbst innerlich zerrissen. Sie hat kaum noch gemeinsame Ziele. Jeder ist sich selbst der Nächste. Die Zerstörung gewachsener Strukturen, insbesondere die der Familie, trugen dazu bei, dass die Menschen immer weniger partnerschafts- und somit konsensfähig sind.

    Muslime sind Gemeinschaftsmenschen, die ihr Wirken dem Ziel der Islamisierung unterordnen und dadurch so erfolgreich sind. Wir sind als Individuen stark, aber als Gemeinschaft taugen wir nicht die Bohne. Eine recht niederschmetternde Erkenntnis.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s