kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Prozess in Pakistan zeugt von einer barbarischen Rachekultur 6. Dezember 2010

Filed under: Islamische Schandtaten — Knecht Christi @ 00:45

Stammesgericht befahl öffentliche Vergewaltigung

 

Das ländliche Pakistan hat seine eigenen, zuweilen grausamen Gesetze. Es ist zum Beispiel verbreitete Praxis, Frauen als Bestrafung von Familien zu vergewaltigen oder zur Wiederherstellung der Familienehre zu töten. Das ist nicht selten. Selten aber ist der Mut von Mukhtaran Bibi. Die 30-jährige Frau war im südlichen Punjab am 22. Juni von vier Männern öffentlich vergewaltigt worden – auf Anweisung eines jener „Panchayat-Stammesgerichte“, die in entlegenen Gebieten Pakistans oft Recht sprechen außerhalb von Pakistans Gerichtswesen. Mukhtaran Bibis „Schuld“: Frau und arm zu sein.

Laut Pakistans Menschenrechtskommission wird in Pakistan alle zwei Stunden eine Frau vergewaltigt. Nicht die Vergewaltigung von Mukhtaran Bibi war also ungewöhnlich, sondern dass ein Stammesgericht mit einer Gruppenvergewaltigung per Rechtsspruch beschlossen hatte, was sonst stillschweigend ausgeführt wird. Die Untat wurde also publik und hat nun ein juristisches Nachspiel. Am Freitag begann im Punjab der Prozess gegen die vier Vergewaltiger und zehn Mitangeklagte. Den Vergewaltigern droht der Tod durch Erhängen.

Pakistans oberste Ankläger fordern, dass das Urteil in drei Wochen ergehen und eine abschreckende Wirkung haben solle. Vor allem Letzteres scheint ein frommer Wunsch zu bleiben, denn in der von Ehre und Rache besessenen Männerwelt Pakistans sind Frauen oftmals nur eine Ware bei Streit und Abrechnungen. In diesen Tagen ist beispielsweise ein ähnlicher Fall in die Schlagzeilen geraten, wonach vier verurteilte Mörder dem Strang entgehen sollen, indem sie den Familien der Opfer acht blutjunge Mädchen schenken.

Auch Mukhtaran Bibi, eine Koranlehrerin, war reines Gebrauchsgut: Der armen Kaste der Gujar angehörend, soll Mukhtaran Bibis elfjähriger Bruder ein Verhältnis mit einem Mädchen der höheren Mastoi-Kaste gehabt haben. Der Stamm der „entehrten“ Mastoi sann nach Rache, berief das Stammesgericht ein, und der Vater von Mukhtaran Bibi hatte bei der Erniedrigung seiner Tochter Zeuge zu sein. „Sie vergewaltigten mich eine Stunde lang, ich konnte mich nicht mehr bewegen“, schilderte das Opfer sein Martyrium später. Ihr Vater ergänzte: „Niemand half uns. Wir flehten um Gnade im Namen Gottes, doch sie bedrohten uns mit Waffen.“ Anschließend musste Mukhtaran Bibi halbnackt unter den Augen Hunderter Schaulustiger nach Hause laufen – in einer Kultur, in der sich Frauen meist nur durch Schleier vor Männern schützen können. Bibis Schicksal ist das vorerst letzte Kapitel einer Tragödie, die sich in Pakistan nur allzu oft wiederholt. Doch diese barbarische Stammesrache soll nach dem ausdrücklichen Willen von Militärmachthaber Pervez Musharraf nun ein Ende nehmen. Er griff den Fall der Mukhtaran Bibi auf, um ein Exempel zu statuieren und den Einfluss der mächtigen Stämme zu brechen. Stammesgebiete gelten nicht zuletzt als sichere Häfen für flüchtige Terroristen und Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida.

Die Vergewaltiger sind meist Männer höherer Kasten, und die Frauen entstammen der tiefsten Gesellschaftsstufe, für die sich nie eine Stimme erhebt. Auch das Schicksal von Mukhtaran Bibi, das bei ähnlichen Fällen oft in Selbstmord endet, wäre höchstwahrscheinlich vergessen worden in dem abgelegenen Dorf Meerwala, hätten sich die Täter nicht zu sehr mit der Tat gebrüstet. Der vor Wut und Scham gebrochene Vater der Vergewaltigten jedenfalls wagte kein Wort gegen die Peiniger. Schließlich hatten alle Mächtigen im Dorf Recht gesprochen. Doch eine Woche nach der Tat wagte der örtliche Imam, den Fall beim Freitagsgebet anzuprangern: „Ein armes Mädchen wurde vergewaltigt und der Zorn Allahs geschürt, ein barbarisches Unrecht.“

Journalisten horchten auf, dann Bürgergruppen, schließlich die Regierung. Die Polizei, die von der „Lynch-Vergewaltigung“ gewusst haben musste, aber nicht eingeschritten war, nahm Mukhtaran Bibis Anklage widerwillig auf. Einer der Täter stellte sich, die restlichen wurden auf der Flucht verhaftet. Inzwischen kommen immer mehr Details ans Tageslicht, und es stellte sich heraus, dass Bibis kleiner Bruder Bub Abdul Shakur gar kein Verhältnis mit jenem höher gestellten Mädchen hatte. Der Elfjährige war vielmehr von Männern entführt und in einem Zuckerrohrfeld vergewaltigt worden – was Ärzte später bestätigten. Die Strafe gegen die Schwester sollte die Untat am Bruder vertuschen.

Mukhtaran Bibi, die sich mit der Anklage gegen ihre Peiniger zitternd an die Öffentlichkeit gewagt hatte, erfuhr inzwischen eine erste Genugtuung: Präsident Musharraf ordnete die Zahlung von 8000 US-Dollar Schmerzensgeld an sowie den Bau einer Schule in Meerwala. Der Name der Schule: Mukhtaran Bibi. {Quelle: www.welt.de

 

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