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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Angst vor zum Islam Konvertiten 4. Dezember 2010

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 04:59

Seit den Sauerlandterroristen gelten Konvertiten zum Islam als mutmaßlich radikal. Wie viel und wo Radikalisierungspotenzial wirklich vorliegt.

 

Im September 2007 werden im Sauerland zwei deutsche Konvertiten und ein Türke von der Polizei festgenommen. Seit geraumer Zeit waren sie eng observiert, die Polizei tauschte sogar heimlich die Chemikalien aus, mit denen sie Anschläge in Deutschland geplant hatten. Es war 5 vor 12. Heute stehen sie vor Gericht, bereuen sogar bereits ihre Taten. Das darf ihre Strafe aber nicht verringern. Sie verdienen es nicht.

In den nächsten Wochen ist die Presse und das Fernsehen voll mit den Themen Terrorgefahr, Konvertiten, Islamophobie und Islamisierung. Kein Wunder, denn 2007 war gewiss das erste Jahr der Islamophobie. Der Streit um die Kölner Moschee heizte die Debatte am meisten an und der „Spiegel“ unter Stefan Aust titelte mit „Mekka Deutschland – die stille Islamisierung“ polemischer und Angst machender denn je gegen den Islam. Angst vor Kopftüchern und Bärten, sie bestimmen das Bild der Angst vor dem Islam. Als dann die Festnahmen im Sauerland folgen, erreicht die Angst ihren Höhepunkt. Und Konvertiten geraten mehr denn je ins Visier der Kritik. Vor allem die Debatte um ein Konvertitenregister kommt auf.

Es ist eine Zeit des „Trends“ in der die Debatte stattfindet, denn nach Schätzungen sind 2006 allein 4000 Deutsche zum Islam konvertiert, es ist ein Trend der sich bis heute vorsetzt, insbesondere durch konservative islamische Bewegungen, die eine massive „Dawa“-Kampagne (Einladung zum Islam / Missionierung) gestartet haben. Vorreiter dieser Bewegung ist die Internetseite diewahrereligion.de, in der auch Deutschlands Star-Islamprediger Pierre Vogel / Abu Hamza, selbst ein Konvertit, beginnt. Der entscheidende Punkt, der ihn neben seinem Rhetorikstil so erfolgreich macht, ist die deutsche Sprache.

Sind vor 2000 noch die meisten Predigten der arabischen Moscheen auf Arabisch, so beginnt in den ersten Jahren des Jahrzehnts des neuen Jahrtausends langsam ein Wechsel, in dem Deutsch zur Hauptsprache in nicht wenigen arabischen Moscheen wird. Die Araber, die generell sowieso als die stärker praktizierenden Muslime gelten (was der Autor auch so sieht), erreichen dadurch erstmals auch viele Nichtmuslime und die junge muslimische Generation, die besser Deutsch als die Muttersprache spricht. Die türkischen Gemeinden, wie DITIB, Milli Görus, vollziehen bis auf einige wenige Ausnahmen diesen Wechsel nicht. Entsprechend werden die arabischen Moscheen die Anlaufstellen von am Islam interessierten Nichtmuslimen. Missionarische Bewegungen wie diewahrereligion.de können nun diese „Marktlücke“ ausnutzen und auf Deutsch ihren Islam vermitteln.

Die hohen Konvertitenzahlen sind neben den Aktivitäten der Dawa-Bewegungen auch ein Resultat eines deutlich steigenden Literaturangebotes über den Islam. Es gibt schon vor dem neuen Jahrtausend eine nicht geringe Zahl von Konvertiten, viele von diesen ersten haben heute bedeutende Stellungen in der islamischen Gemeinschaft in Deutschland inne. So etwa der ehemalige deutsche Botschafter in Marokko und Algerien, Murad Wilfried Hofmann, der in den 90ern, neben dem seit Jahrzehnten in Deutschland lebendem ägyptischen Imam Mohammad ibn Ahmad ibn Rassoul, bedeutende Islamliteratur auf Deutsch veröffentlicht. Genauso Ahmed von Denffer und Fatima Grimm, beide höchst angesehene Persönlichkeiten unter den deutschen Muslimen. Oder Ayyub Axel Köhler, der heute Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland ist.

Doch insgesamt sind die Konvertitenzahlen vor dem neuen Jahrtausend gering. Sie liegen bei einigen hundert bis etwa Eintausend pro Jahr, dennoch bereiten diese ersten deutschen Muslime den Boden für einen deutschen Islam. 2006, zu einem Zeitpunkt als die Dawa-Bewegungen ihre Arbeit aufnehmen und der Islam in Deutschland sich stärker „eindeutscht“ vervierfachen sich die Konvertitenzahlen. Entsprechend sind auch die Medienberichte. Doch diese sind 2006 noch anders. Eine Reportage über den Kölner Arzt Kai Lühr macht ihn über Nacht zu einem der bekanntesten Konvertiten für die deutsche Öffentlichkeit, seine zeitweise Mitarbeit bei diewahrereligion.de macht ihn auch in der islamischen Gemeinschaft sehr bekannt. Auch andere Reportagen über Konvertiten, wie einen Hamburger Anwalt, der sogar von Hart-aber-fair besucht wurde, bringen den Deutschen die Konvertiten und ihre Beweggründe zwar in einem schwer verständlichen, aber sympathischen Bild näher. Das sollte sich 2007 ändern.

Als die Sauerlandterroristen abgeführt werden, wechseln über Nacht die Presseberichte über Konvertiten, sie werden zunehmend mit Argwohn und auch Angst beobachtet, allerdings nicht ohne Grund angesichts steigender Zahlen von radikalisierten Konvertiten, die sich in Terrorcamps in Afghanistan oder Pakistan ausbilden lassen. Als dann 2008 die WDR-Reportage „Koran im Kopf“ den jungen Deutsch-Ägypter Barino Barsoum in seinem Weg zum Islam und seiner Radikalisierung zeigt, steigt die Angst deutlich an, vor allem als dann auch noch bekannt wird, das Barino wieder vom Islam abfällt. Seither gilt er als Islamexperte und wird von den Medien gerne zitiert, wenn es um den Islam geht. Was viele nicht wissen – Barino wechselte wohl von einem Extrem ins andere, denn seither ist er geladener Gast der islamfeindlichen Bürgerbewegung Pax Europa, deren Begründer Udo Ulfkotte sie Ende 2008 verließ – aufgrund veröffentlichter Karikaturen, die Muslime als Terroristen, Pädophile und Schweine zeigten. Die Karikaturen waren reif für den „Stürmer“.

Auch das Engagement einiger muslimischer Blogger wie etwa „toomuchcookies“, die Barinos Islamwissen überprüften, stellte dessen Glaubwürdigkeit zunehmend in Frage. Das Problem war nur – das wurde der Öffentlichkeit nicht bekannt. Entsprechend negativ und verängstigend bleibt das Bild der Konvertiten. 2009 stehen sie mehr denn je im Blickpunkt, als militärische Propagandavideos der Al-Qaida nahe stehenden „Islamischen Bewegung Usbekistans“ im Internet verbreitet werden, in denen die Terroristen nicht nur Muslime mit gutem Deutsch, sondern teilweise selber gebürtige Deutsche, sind. Einige Dutzend radikalisierter Konvertiten steigern nun mehr denn je die Angst vor dem Islam.

Man muss über die Konvertiten – und der Autor dieses Artikels ist selber einer – eines klar sagen: Man darf weder angstvoll übertreiben, noch genauso wenig untertreiben, denn zum einen sind die Konvertiten zum allergrößten Teil nicht radikal, aber die Radikalisierungen können erfolgen. Um das zu erläutern, kommen wir um die Dawa-Bewegungen nicht herum. Seit dem Beginn der Dawa-Initiative im Jahr 2006 gehe ich als Autor von etwa 18.000 bis 30.000 neuen Konvertiten aus. Genaue Zahlen sind nicht gegeben, da die islamischen Gemeinden keine Listen führen, ebenso keine Studien vorlegen. Auch die Zahlen die Prediger wie Pierre Vogel für 2007 nennen (nach seinen Worten allein 16.000 Konvertiten), halte ich ohne Studie nicht für belegbar. Dennoch lassen die Zahlen, die man aus Moscheen in Leipzig, Frankfurt oder Berlin (wo durchschnittlich jede Woche eine Konversion erfolgt) und von den Dawa-Seiten, im Falle von diewahrereligion.de quasi täglich, eine Zahlenspanne zwischen mindestens 4000 bis 8000 pro Jahr zu. Dazu muss gesagt werden, dass man hier nur von einigen Gemeinden redet, denn auch andere islamische Gruppen, wie etwa die Ahmadiyya-Bewegung und die mystischen Sufis haben deutlichen Zulauf, obgleich um die 90% aller Konvertiten sich zu den Sunniten bekennen. Geht man von einer Zahlenspanne von 16.000 bis 30.000 Konvertiten aus, so sind „einige Dutzend“ (laut Aussage von CDU-Politiker Wolfgang Bosbach) davon radikalisiert. Wenn man diese auf um die 50 Stück schätzt, bedeutet, dies im Falle der Mindestzahlen an Konvertiten allein weniger als 0,3%. Wenn man diese 50 an 4000 Konvertiten pro Jahr festmacht, sind es keine 1,5% der Konvertiten. De facto ist die Angst vor einer Anfälligkeit für radikales Gedankengut bei den Konvertiten bei weitem übertrieben, da fast 100% ihren Glauben völlig friedlich ausleben. Die Dawa-Bewegungen sind ohnehin friedlich, vor allem „Einladung zum Paradies“ (EZP), wie die 2008 von Pierre Vogel und anderen Muslimen gegründete Bewegung heißt, tritt stärker denn je gegen Gewalt, Terror, Zwangsheirat und Ehrenmorde ein und nennt dazu islamische Belege. Diese Bewegung ist den Salafisten zuzurechnen und inzwischen steht auch Vogel unter Beobachtung des Verfassungsschutzes – allerdings nicht wegen Gewalt, sondern seiner extrem konservativen Lehre. Auch viele Meinungen in der Presse, die Vogel als radikal darstellen, sind von jeher leicht zu widerlegen. Tatsächlich sind viele Deutsche überrascht was sie über ihn lesen und was sie schließlich von ihm selber hören. Das gleiche betrifft den Leipziger Imam Hassan Dabagh, gegen den die Staatsanwaltschaft inzwischen Anklage erhoben hat. Da ich Hassan Dabagh nicht persönlich kenne und auch seine Vorträge nur ab und zu mal anschaue, erlaube ich mir hierbei kein Urteil.

Dennoch ist ein Radikalisierungspotenzial bei manchen der Dawa-Seiten nicht zu unterschätzen. Keine von Ihnen ruft zu Gewalt oder Hass gegen Ungläubige auf, aber es gibt unter ihnen Prediger, die mit ihrer Lehre des Islams ganz klar radikalisieren können. Das muss nicht in Gewalt enden – aber es kann in massiver Intoleranz enden. Es muss betont werden, dass die Dawa-Seiten fast ausnahmslos der salafistischen Lehre folgen, einem Islam, der sich am Vorbild der ersten drei Generationen der Muslime orientiert. In anderen Kreisen ist diese Lehre als Wahhabismus bekannt und entspringt Saudi-Arabien, das 1979 begann sie in die ganze Welt zu exportieren. Der Wahhabismus an sich ist zwar friedlich, jedoch ist er seit den Tagen seines religiösen Begründers Muhammad ibn Abd al-Wahhab als eine intolerante und oftmals fanatische Bewegung bekannt, die sogar Muslime, die nicht der Bewegung folgen, zu Ungläubigen erklärt. Nicht einmal die saudische Geschichte verleugnet die Folgen, die dies für die arabische Halbinsel hatte. Und es ist kein Wunder, dass Al Qaida seine religiösen Wurzeln im Wahhabismus hat. Der amerikanisch-iranische Islamwissenschaftler Reza Aslan sieht im Wahhabismus überdies den Grund für das schlechte Image des Islams. Taliban, Al Qaida, Intoleranz, sie haben ihre Wurzeln in dieser Lehre. Auch wenn die meisten Dawa-Seiten wohl dem Wahhabismus angehören – der ständige Verweis auf Urteile von saudischen Gelehrten, der Vorschlag an saudischen Universitäten Islam zu studieren und viele der Aussagen der Dawa-Prediger spricht sie davon alles andere als frei – verfolgen sie eine streng-konservative, aber gewaltlose und im Fall von EZP für den Dialog sogar sehr offene Art ihres Islams.

Das ändert aber nichts daran, dass manche dieser Prediger gegen das Christentum agitieren, Integration für falsch und unislamisch halten und dies sogar den Muslimen verbieten. Auch der Umgang mit Nichtmuslimen gilt als schlecht, der sogar zum Götzendienst führen könne, weshalb man den Umgang mit ihnen meiden soll. Hier liegt eine Gefahr für Konvertiten. Da sie aus allen Bevölkerungsgruppen und intellektuellen Schichten kommen, finden sie auf verschiedenen Wegen in der islamischen Gemeinschaft Halt und eine Vermittlung der religiösen Lehre. So lernen viele Konvertiten den Islam in dem sie sich islamisches Wissen durch Literatur aneignen und kritisch vergleichen. Andere wiederum sind auf die Prediger angewiesen, deren Gedankengut sie sich oft unkritisch aneignen oder aufgrund des fehlenden Wissens noch nicht kritisch beurteilen können. Dies kann tatsächlich dazu führen, dass die Konvertiten so beeinflusst werden, dass sie den Forderungen ihrer „Lehrer“ nachgeben und sich aus dem System ausklinken und ihre Brücken zu ihrer Vergangenheit und alten Kultur abbrennen. Ist das Idealbild von einem Konvertiten normalerweise, dass er als Vermittler zwischen seiner alten Religion und seiner neuen Religion dient, so verlangt solches Gedankengut einen Gang über die Brücke, die er danach zerstören muss. Der Konvertit soll seine Kultur also nicht islamisieren, sondern vergessen. Es sind Fälle wie der von Barino, die tatsächlich einer Gehirnwäsche gleichkommen und damit den Nährboden für Gedankengut bilden, dass nicht nur radikaler, sondern auch gewalttätig werden kann.

Und auch wenn die Dawa-Bewegungen die Annahme von Gewalt um jeden Preis verhindern wollen und verabscheuen, so bilden doch die Radikalen und Intoleranten unter ihnen eine Plattform, die zur Radikalisierung beitragen kann. Und dann kommen die radikalen Islamisten zum Zug, wobei hier beim Wort Islamist stets zwischen denen unterschieden werden muss, die Gewalt tatsächlich in Erwägung ziehen. Denn auch die konservativen Dawa-Prediger würden sich selber als Islamisten bezeichnen, wenn man darunter versteht, dass sie an den Islam als politisches und gesellschaftliches System glauben. Wenn Islamist aber mit Gewalt oder gar Terrorismus assoziiert wird, werden sie denn Begriff sofort zurückziehen.

Wer glaubt das radikale bis militante islamistische und wahhabitische Gedankengut, sei auf Deutsch nicht anzutreffen, irrt gewaltig, denn wer sucht, der findet leicht. Allein die angegebenen Links mancher Youtube-Muslime machen den Weg bereits frei. Hierbei kann man in zwei Stufen unterscheiden.

Die erste sind Webseiten, die stark ausgeprägt die Begriffe Kufr (Unglaube), Shirk (Polytheismus) und Dschihad (auf Arabisch: „Anstrengung“, im Westen und bei militanten Islamisten als „Heiliger Krieg“ verstanden) verwenden und beginnen gegen Nichtmuslime und Muslime, die mit Nichtmuslimen zusammenarbeiten, zu agitieren. Eine dieser Webseiten ist http://www.al-azr.com, wo islamische Verbände wie DITIB als Kufr-Vereine verschrien sind und optisch bestens gestaltet Werke von Muhammad ibn Abd al-Wahhab, Sayyid Qutb und dem jordanischen Inspirierer des militanten Islamismus, Abu Muhammad al-Maqdisi, zum Download bereitstehen. Im Falle der Werke „Al Aqidat al-Wasitiyya (Die Glaubenslehre zu Irak“ von Ibn Taymiyya ein sehr nützliches Werk, im Falle von „Kitab at-Tauhid“ (Buch des Monotheismus) von Abd al-Wahhab ein gutes, aber nicht ungefährliches, und im Falle von „At-Din at-Dimuqratiyya“ (Die Religion der Demokratie) ein brandgefährliches Werk. Diese Werke sind jedoch für alle Muslime eine Gefahr; Konvertiten müssen hierfür nicht weniger empfänglich sein, als geborene Muslime. Die erste Stufe dieser Webseiten bereitet von daher den Nährboden für Legitimierung von Gewalt und Hass.

Die zweite Stufe sind Webseiten, die anschließend explizit zu Gewalt und Terrorismus aufrufen, getitelt als „schöne Dschihadgeschichten“ – neben weiteren Werken von Abu Muhammad al-Maqdisi, finden sich hier auch ins Deutsche übersetzte Werke von Abdallah Azzam und Osama Bin Laden – richtigen Terroristen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Deutschland keine Angst vor den Konvertiten haben muss, es muss Angst haben vor den Muslimen, die das radikale bis militante Gedankengut in sich aufsaugen und es vielleicht sogar umsetzen wollen. Die Gefahr liegt bei manchen der Prediger und den Webseiten, nicht bei jährlich mindestens 4000 neuen Deutschen, die sich entschließen zum Islam zu konvertieren. Und daher sollte weniger über ein Konvertitenregister gesprochen werden, als über Überwachung durch Verfassungsschutz von radikalen Predigern und der Sperrung der militanten Webseiten. {www.rp-online.de – von Poletician Shark}

 

2 Responses to “Die Angst vor zum Islam Konvertiten”

  1. Ruhollah Says:

    Einer der radikalsten Konvertiten ist der ehemalige deutsche Botschafter in Algerien und Marokko Dr. Wilfried „Murad“ Hofmann, der 1980 zum Islam konvertierte. Der promovierte Jurist ist heute eine der einflussreichsten Figuren im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD).

    Der „Gewünschte“ (=Murad) sieht die Ideologie des Islam als Alternative gegenüber der von ihm so empfundenen „fatal degenerierten westlichen Lebenswelt“. Die damalige stellvertretenden SPD-Vorsitzende Däubler-Gmelin forderte 1992 seine Abberufung, weil der Botschafter „mittelalterliche Strafen wie Händeabhacken, Steinigen, Auspeitschen gelobt habe“ und „islamische ´Menschenrechte´ verherrliche, obwohl sie beispielsweise körperliche Verstümmelungen als Strafen vorsehen“. Das Auswärtige Amt teilte jedoch auf Anfrage mit, dass „der Botschafter sich mit seinen Äußerungen keiner Dienstverletzung schuldig gemacht habe. Das Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit stehe auch einem Beamten zu“ („idea-Spektrum“ 18/1992, S.12). Dazu passte die Haltung des verantwortlichen damaligen Außenministers Genscher (FDP) bei einem Besuch 1991 in Teheran. Er schwieg, als der iranische Staatspräsident Rafsandschani einmal mehr verkündete: „… sein Land werde sich mit der Existenz Israels niemals abfinden“ (M. Wolffsohn: Wem gehört das Heilige Land?, München 1993, S. 145). Dem entspricht auch der öffentlich bekundete Antisemitismus des früheren Wirtschaftsministers und Vizekanzlers (1992/1993) Jürgen Wilhelm Möllemann, ebenfalls FDP und ein Zögling Genschers, der nicht nur den Terroristenchef Arafat unterstützte, sondern auch behauptete, dass „Palästina von Israel besetzt“ sei, obwohl es einen Staat „Palästina“ in der Geschichte weder gab noch heute gibt (DLF am 4.12.2001, zit. in “idea-Spektrum“ 25/2002). Im Zuge der Eskalation des Konflikts zwischen Israel und den Arabern übte Möllemann 2002 scharfe Kritik an Israel und zeigte Verständnis für die arabischen Selbstmordattentäter. Möllemann, der bis zu seinem Tode 2003 langjähriger Vorsitzender der Deutsch-Arabischen Gesellschaft war, befasste sich zudem mit mysteriösen Waffengeschäften in den arabischen Raum.

    Zurück zu Dr. Hofmann. Der Botschafter a.D., heute führendes Mitglied im Zentralrat der Muslime, gilt als Intellektueller und hat viele Bücher zum Islam verfasst. Noch immer ist er ein international gesuchter Redner. Von 1994-2008 hielt er in 31 Ländern rund 350 Vorträge über islamische Themen (Wikipedia).

    In seinen wohl wichtigsten Büchern „Der Islam als Alternative“ (München 1992) und „Islam“ (München 2002) sieht Hofmann Muhammad als „Siegel der Propheten“ und auch politisch als Vorbild („Islam als Alternative“). In „Islam“ ergänzt er: Nach seiner Auffassung ist islamischer Glaube, der nicht den Koran in seiner arabischen Ursprache für die wortwörtlich offenbarte Botschaft Allahs hält, unmöglich: „Satz für Satz, Wort für Wort Sein (Allahs) herabgekommenes Wort, Seine unmittelbare, Sprache gewordene Mitteilung. … Die Anerkennung des Korans als Allahs Wort ist für den Muslim konstitutiv. Wer dies nicht glaubt, ist kein Muslim.“ Von diesem Verständnis her sind für Hofmann „alle wahren Muslime notwendig Fundamentalisten“. Er zeigt sich beeindruckt von den Koranschulen, in denen die Schüler nichts anderes als den Koran auswendig lernen. Nach seiner Ansicht enthält der Koran keine Aussagen, die gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widersprächen. (Koran, Diederichs kompakt, München 2002, S. 12 – zitiert in Wikipedia „Murad Wilfried Hofmann“). Im Rückblick auf den Besuch einer renommierten Koranschule im südlichen Sudan schreibt er: „Bei meinem Besuch durfte ich beliebige Schüler zum Vortrag beliebiger Teile des Korans auffordern. Jeder schnurrte den verlangten Text fehlerlos herunter. Man geht dort davon aus, dass es im aufnahmebereiten jungen Alter das Wichtigste ist, zunächst den Koran-Text zu memorieren. Ihn verstehen zu lernen ist eine lebenslange, endlose Aufgabe.“ (ebd. S. 105f)

    In den beiden vorgenannten Büchern beschreibt Hofmann den Aufbau eines islamischen Staates: Das Oberhaupt eines solchen Staates müsse ein Muslim sein, ein „amir“ oder Kalif. Der Islam sei Staatsreligion. Die Regierung müsse sich entsprechend dem Prinzip der Schura (Beratung) mit dem Volk abstimmen. Eine Volkssouveränität gebe es aber nicht, da die islamische Regierung Vollstrecker der Schari´a im weitesten Sinne sei und die Gesetzgebung mit der Schari´a als oberster Verfassungsnorm übereinstimmen müsse. In diesem System bleiben religiöse Minderheiten weiterhin Dhimmis, solange sie nicht (muslimische) Staatsbürger werden wollen. Sie zahlen „lediglich eine Kopfsteuer und sind von der Wehrpflicht befreit“ („Islam als Alternative“, S. 73, 77 u. 105). Hofmann geht sogar auf Einzelheiten ein. So ist die Hundehaltung als „unhygienisch“ abzulehnen („Islam“ S. 75). Das islamische Minderheitenrecht bezeichnet Hofmann als „das liberalste Statut für Andersgläubige, … das die Welt bis heute gesehen oder normiert hat“ (Webseite des ZMD http://www.zentralrat.de vom 30.8.2004)

    Da die übrigen Vorstandsmitglieder im ZMD (u.a. Köhler und Mazyek) genauso denken, wäre ein Islam-Unterricht inhaltlich mit diesem und dem zuvor beschriebenen Gedankengut zu füllen.

    Ein Verbündeter ist hier auch der größte Moschee- Bauverein in Deutschland, die DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion), die sich zum „strengen Islam“ bekennt. In der Zeitung „Hürriyet“ lehnte der Botschaftsrat und Vorsitzende der DITIB, Sadi Arslan, einen „Euro-Islam“ ab und bekannte: „Die Quelle des Islam sind der Koran und die Sunna des Propheten“ (www.pi-news.net vom 2.2.2010).

  2. Ab in die Wüste mit dem Kerl und alle seine „Anhänger“ auch. Da könnt Ihr verrückt werden, wie Ihr wollt. Ist mir vollkommen wurscht. Hier ist Deutschland und hier macht Ihr das nicht.


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