kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ägypten veräppelt seine Bürger und die Welt 30. November 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 04:17

Am Sonntag, dem 28.11.2010, fand die tränenreiche Komödie statt, die man in Ägypten irrtümlicherweise Parlamentswahlen nennt. Man fragt sich jedes Mal: Wen veräppeln diese Menschen? Die Bürger oder die Welt? Alle wissen schon, wie es bei den Wahlen in den Ländern des Nahen Osten zugeht. Alle oppositionellen Parteien wissen, dass die herrschende Partei die absolute Mehrheit im Parlament um keinen Preis aus den Klauen hergeben wird.

Dasselbe Szenario wiederholte sich wie bei allen Parlamentswahlen. Die dreiste Brutalität steigt aber von Mal zu Mal. Wie jedes Mal geschah das Übliche: Jeder Kandidat hat etliche Verbrecher und Gangster angeheuert, die bis an die Zähne bewaffnet waren. Diese haben dafür zu sorgen, dass nur die Anhänger ihres Auftraggebers die Wahllokale betreten dürfen. Fast alle arabischen Fernsehsender haben schreckliche Bilder gezeigt; nur Ägypten tat das nicht, weil die Medien den Anweisungen der Partei Mubaraks folgen. Diese Partei sorgt seit über 50 Jahren dafür, dass die Wahlen verfälscht werden. Das sind keineswegs meine Worte, sondern der Vertreter der anderen Parteien wie Alwafd, Alamal, Alghaad und altagamoaa.

Wie in den letzten Jahren zum Brauch wurde, bezahlt ein Kandidat eine bestimmte Geldsumme für jede Stimme. In manchen Städten gibt es schon einen gewissen Tarif. Auf Youtube findet man einige Videos, bei denen zu sehen ist, wie die Paparazzi Jagd auf arme Ägypter machten, um sie zu fragen, was sie für ihre Stimmen und von wem sie dieses Geld bekamen. Es ist echt beschämend! Sie nutzen die Not der armen Bürger schamlos aus.

Bei anderen Wahllokalen kamen Menschen ums Leben, weil die Ganoven zu hart mit ihren Schwertern, Machenten und dicken Stöcken zuschlugen, oder weil diese Ganoven Pech hatten, dass die Anhänger der Moslembrüder Pistolen bei sich trugen und herumballerten. Die Polizei und die Soldaten der Sicherheitsgarde schauten nur zu, wenn es sich um andere Parteien ging. Allerdings gab es Tränengas und brutale Schlagstöcke vor den Wahllokalen der Kandidaten der NDP (National Demokratische Partei). Die ägyptischen Zeitungen und Fernsehsender dürfen sicherlich nur über die „unzivilisierten Wähler“ berichten, die dazu beitrugen, dass die friedlichen Wähler ihre Stimmen nicht abgeben konnten. In manchen Städten und Dörfern Ägyptens zeigen die mit Handys aufgenommenen Videos, wie manche Beamten die Zettel von der Hand ankreuzen. Also, was für freundliche Menschen! Sie ersparen den Bürgern die ganze Mühe. Kein Wunder, dass sich nur „15%“ der Ägypter an den Wahlen beteiligte. Warum soll ich mir die Mühe geben, wenn ich weiß, dass die Regierung schon eine Entscheidung getroffen hat? Außerdem sind die oppositionellen Parteien lediglich Marionetten, die nichts zu melden haben. Wer sich traut, den Mund aufzumachen, bekommt er ihn wörtlich zugenäht. Daher lautet die Divise: „Halt die Schnauze und duck dich, wenn du leben willst“.

 

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