kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Pater Mina Zarif: „Der Gouverneur beglückwünschte uns zur neuen Kirche“! 27. November 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 05:37

Die ägyptische Zeitung „Aldoustur“ in Person ihrer Journalisten „Mohamed Abu Aldahab und Abd Almagid Abd Alaziz“ übernahm das Interview vom koptisch-amerikanischen Sender „Hope TV“ mit dem koptischen Priester Mina Zarif, Hirte der Kirche des Heiligen Mina in Omranya. Anhand des Videos von Hope TV konnte ich dem Glauben schenken, was die beiden muslimischen Journalisten schrieben, weil die ägyptischen Medien ihre Glaubwürdigkeit längst verspielt haben. Pater Mina schildert Dinge, über die nirgends berichtet wurde. Im privaten Auto eines anderen Priesters, der auch gleichzeitig von einem anderem Kopten interviewt wurde, wo man auch die Kinder von einem der beiden Priester sieht, sprach Pater Mina zu Hope TV und schüttete sein blutendes Herz aus. Couragiert in einem Land, welches mit eiserner Hand regiert wird, sprach er offen, trotz seines Respekts vor seiner Heiligkeit Papst Schenuda und seiner Eminenz Metropolit Domadius, der in Deutschland behandelt wird.

Schlicht aber emotional sagte Pater Mina: „Nach dem wiederholten Versuch des Gouverneurs von Giza, die Bauarbeiten zu stoppen, was das letzte Mal am 15.11.2010 war, wurden wir zu einem Gespräch im Rathaus eingeladen. Fünf Priester und einige Mitglieder der Kirchenräte waren anwesend, die meine Aussagen bestätigen können. Wortwörtlich sagte uns am Dienstag, dem 23.11.2010, der Gouverneur: „Ich beglückwünsche euch zu eurer neuen Kirche. Wir sind damit einverstanden und die Baupläne werden modifiziert“. Uns fiel dann ein Stein vom Herzen und wir bedankten uns bei ihm für seine Kooperation uns sein Verständnis. Am Abend desselben Tages oder am besten in der Nacht zu Mittwoch, dem 24.11.2010, und zwar um 1:00 wurden wir damit überrascht, dass die Kirche in Talibya von unzähligen Soldaten und Polizisten umzingelt wurde. Dabei blieb es nicht! Es hagelte von Tränengaskartuschen, Gummischüssen und scharfer Munition. Da verstand keiner von uns allen die Welt mehr“!

„Wenn das stimmen würde, was sie überall verbreiten, dass wir keine Baugenehmigung hätten oder dass man nicht wusste, dass es sich bei diesem Gebäude um eine Kirche handle, warum ließen sie uns weiterbauen? Warum wurden die Bauarbeiten nur erst gestoppt, als wir die vierte Etage fast fertig gebaut haben? Wo waren sie, als wir die erste, zweite und dritte Etage fertiggestellt haben? Viele Kommissionen vom Rathaus und diversen Behörden kamen und gingen. Alles lief mit ihrer Erlaubnis. Kein Schritt wurde ohne Genehmigung gewagt. Sie alle gratulierten uns zur „neuen Kirche“. Wem sollen wir jetzt glauben? Wo ist die Glaubwürdigkeit“?

„Was die Verluste anbelangt, kann ich offen meine Bestürzung zeigen. Der Kindergarten, der sich in dieser Kirche befindet, wurde mit Molotow niedergebrannt. Die Soldaten stielen die Kirchenbänke und plünderten die Spendenboxen. Ohne Rücksicht auf das Leben der Kopten, die sich in der Kirche verschanzten, schossen die Soldaten und Polizisten mit scharfer Munition auf die Kirche und schleuderten unzählige Tränengaskartuschen, die wir aufgehoben haben. Viele Frauen fielen in Ohnmacht. Einige Kinder erlitten Erstickung oder einen Nervenzusammenbruch. Einige, die auf der Straße getroffen wurden, verarzten die anderen in der Kirche. Bis jetzt wissen wir von fünf Toten, 36 Schwerverletzen und 197 Verhafteten“.

„Wir wundern uns darüber, warum das alles geschehen muss? Was wird aus den Jugendlichen, die im Gefängnis setzten? Warum mussten diese Jugendlichen sterben, deren Zahlen wir nicht kennen? Wir glauben jetzt keinem, weil sie uns anfangs zur neuen Kirche gratulierten und Stunden später überfielen sie uns mit über 5000 Soldaten, die schwerbewaffnet waren, als ob sie in den Krieg gezogen wären? Sind wir zu Staatsfeinden geworden, sodass wir das verdienen“?

http://www.youtube.com/watch?v=0PtrBA8oBtQ&feature=player_embedded

 

One Response to “Pater Mina Zarif: „Der Gouverneur beglückwünschte uns zur neuen Kirche“!”

  1. bazillus Says:

    -S. 9 V. 4, 5. Mit Ausnahme jener Götzendiener, mit denen ihr einen Vertrag eingegangen seid und die es euch nicht an etwas haben gebrechen lassen und nicht andere wider euch unterstützt haben. Diesen gegenüber haltet den Vertrag, bis zum Ablauf der Frist. Wahrlich, der Gott des Islams liebt die Gerechten. Und wenn die verbotenen Monate verflossen sind, dann tötet die Götzendiener, wo ihr sie trefft, und ergreift sie, und belagert sie, und lauert ihnen auf in jedem Hinterhalt. Bereuen sie aber und verrichten das Gebet und zahlen sie Zäkat, dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich der Gott des Islams ist allverzeihend, barmherzig.

    Selbst das haben Sie nicht fertiggebracht, Verträge einzuhalten. Die Glaubwürdigkeit des Berichts des obigen Priesters sollte wer anzweifeln? Etwa eine Regierung, die sich mit ihrem Verhalten mehr als unglaubwürdig und tödlich gezeigt hat?

    Nein, sie soll doch zugeben, dass sie von muslimischen Hardlinern entweder zu dieser Tat ermutigt worden sind, weil sonst Unruhen zu befürchten gewesen wären (dann kann man ja lieber ein paar Ungläubige abschlachten) oder aber in den staatlichen Stellen sitzen Taqiyya-Meister, Listenschmiede wie der Gott des Islams, deren Wort nicht vertrauenswürdig ist.

    Uns bleibt nur, für die zu Unrecht inhaftierten, für die von den Unsicherheitskräften oder staatlichen Todesschwadronen ermordeten und schwer verletzten Kopten, für die vom Tod, von der Inhaftierung, von der Verletzung betroffenen Familienangehörigen intensiv zu beten.

    Wo bleibt hier der Protest der Welt gegen solche Operationen? Aber es sind ja nur Christen. Das darf wohl eine Regierung, da wird sie nicht geächtet. Es wird Zeit, dass sich die Medien mit Fällen solcher Art beschäftigen. Von staatlicher Seite irgendeines Landes kann man nicht einmal verbale Intervention erwarten. Die Feigheit regiert überall.


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