kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Michael Mounir zu Gast bei Alhora 25. November 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 00:34

Fast alle Fernsehsender Ägyptens und der arabischen Länder haben über die Übergriffe gegen die Kopten in Talibya berichtet. Sehr wenige haben die Wahrheit ans Licht geführt und sehr viele gaben den Kopten die Schuld und nahmen die Sicherheitskräfte in Schutz. Der arabische Fernsehsender Alhora lud Herrn Dipl. Ing. Michael Mounir, Vorsitzender der koptischen Menschenrechtsorganisation in Amerika, damit er die Unruhen kommentiert und analysiert.

Tarik Alschamy, der Korrespondent in Kairo, berichtet über die Toten und Verletzen der Kopten, die ihre Kirche bewachten, weil sie darauf bestanden, dass sie zu Ende gebaut werden soll, was die ägyptische Regierung für Erpressung hielt und mit Gewalt die Bauarbeiten stoppte. Nach dem kurzen Bericht fragte die Moderatorin Herrn Mounir, ob er auch der Meinung sei, dass in den letzten Jahren die religiösen Spannungen ihre Höhen erreichten?

Herr Mounir: „Ich stimme Herrn Alschamy völlig zu! Die Regierung zögert seit lange das Gesetz der einheitlichen Errichtung der Gebetshäuser, welches die Kirchen und die Moschee gleichsetzt und die Errichtung der beiden kontrolliert und gleichberechtigt genehmigt. Was man seit einigen Jahren in Ägypten beobachtet, deutet schlicht und ergreifend darauf hin, wie die ägyptische Regierung darauf besteht, die Kopten zu diskriminieren, sodass die Kopten die Drohungen des Terrornetzwerkes AL-Kaida nicht brauchen. Denn sie werden mehr als genug terrorisiert, und zwar von der eigenen Regierung und in dem eigenen Haimatland“.

= Die Moderatorin: „Es wird aber verbreitet, dass die Kopten ein Gebäude für soziale Dienste errichten sollten, welches sie in eine Kirche umfunktioniert haben. Stimmt das wirklich“?
Herr Mounir: „Seit über zwanzig Jahren erlässt Herr Mubarak keine Baugenehmigung für Kirchen mehr. Der Sicherheitsdienst und der zuständige Gouverneur haben die Kopten dazu gezwungen, keine Kirchen zu bauen, und erlaubten dagegen, dass sie Gebäude für soziale Zwecke bauen, wie man sie nennt, in denen sie auch beten können. Wenn sie aber in solchen Gebäuden die Heilige Messe zelebrieren, werden sie verhaftet, weil sie nur in den Kirchen beten dürfen. Dieses Katze-Maus-Spiel wird seit lange verfolgt. Als Grund gibt die Regierung an, dass die Errichtung der Kirchen die Gefühle der muslimischen Bürger provoziert. In der Tat will man in Ägypten keine Kreuze auf den Kuppeln sehen. Wenn Sie gut aufpassen würden, sähen Sie die Kuppel der Kirche, die nicht errichtet werden darf. Als die Kopten am Abend sie formten, umzingelten die Sicherheitskräfte die Kirche und stoppten den Bau“.

= Warum beantragen die Kopten keine Baugenehmigung für eine Kirche?
Herr Mounir: „Erstens dauert der Papierkrieg unzählige Jahre und zweitens wird die Kirche trotzdem nicht errichtet, weil ein Mob die Bauarbeiten verhindert, was dem Sicherheitsdienst die Chance gibt, die Kopten dazu zu zwingen, sich die Idee mit der Kirche aus dem Kopf zu schlagen, weil es die Sicherheit des Landes gefährdet. Im November 2008 musste die Kirche in Ain Schams (in Kairo) geschlossen werden, nachdem sie eingeweiht wurde, weil über 15000 Moslems dagegen demonstrierten. Bis jetzt bleibt sie zu, während etliche Moscheen um sie errichtet wurden, was die Moslems nicht brauchen, obwohl die Kopten keine haben“.

= Was Sie jetzt schildern, entspricht keinesfalls dem, was die ägyptischen Medien liefern!
Herr Mounir: „Bevor ich zu Ihnen gekommen bin, habe ich intensiv mit den Hirten dieser Kirche telefoniert. Ich kann Ihnen jede Menge Videos und Fotos vorlegen, die beweisen, wann das begann und wie die Sicherheitskräfte und der Gouverneur hinterhältig die Kopten hintergingen. Der gewalttätige Angriff ereignete sich um 5:30 des heutigen Morgens. Aber der Kampf um die Kirche geht seit über zwei Wochen. Wir wollen nicht die Regierung dazu zwingen, eine Kirche zu errichten, aber wir erhielten schon eine Baugenehmigung für eine Kirche, die wir bauen wollen. Es ist keineswegs eine Herausforderung oder Rebellion“.

Heißt das, dass die Kopten systematisch diskriminiert werden, was sie dazu zwingt, sich der Staatsmacht zu widersetzen? Bis wann steigt diese Welle der religiösen Spannungen?
Herr Mounir: „Ich nenne Ihnen ein kleines Beispiel, wie die ägyptische Regierung darauf besteht, die Kopten zu ignorieren. Bei den bevorstehenden Parlamentswahlen ließ der NDP (National Demokratische Partei – Mubaraks Partei) nur zehn Kopten kandidieren; von 760 Kandidaten! Die Kopten aber machen 15 bis 18% der Bevölkerung Ägyptens aus. Ein offenes Geheimnis ist es, wie die Kopten von den Posten ausgeschlossen, bei denen einflussreiche Entscheidungen getroffen werden; wie bei Militär, Polizei, Ministerien und Uni. Die ägyptische Regierung sät den Hass zwischen Moslems und Christen und fördert die Fundamentalisten“.

Wir danken Herrn Dipl. Ing. Michael Mounir für seine Stellungnahme und Analyse.

http://www.fcv2.com/show-2,N-5971-Qatar-Saudi-Arabia-United-Arab-Emirates-Dubai-f-c-v.html

 

One Response to “Michael Mounir zu Gast bei Alhora”

  1. Natascha Says:

    Toller Blog, gefaellt mir.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s