kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der immer überragende Papst Schenuda 25. November 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 16:04

Trotz seines hohen Alters, seines heiklen Gesundheitszustands und der wiederholten Unruhen in den letzten zwei Wochen begab seine Heiligkeit Papst Schenuda sich zum Kairoer Dom des Heiligen Markus, wo er mittwochs zu seinen Kindern spricht und eine Predigt hält. Gestern, Mittwoch 24.11.2010, interviewte der koptische Fernsehsender CTV seine Heiligkeit, um ihn zu fragen, was er zu den traurigen Ereignissen in Talibya zu sagen hat.

Man sah, wie Papst Schenuda mitgenommen und traurig war, obwohl er für seine Ruhe und Besonnenheit bekannt ist. Allerdings kennt man von seiner Heiligkeit, wie weise er mit diesen bitteren Zeiten umzugehen und sie zu behandeln weiß. Kurze Statements vor der Predigt und während der Predigt gab das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, ohne in Rage zu geraten oder aufgeregte Worte zu äußern, die bestimmt die verwundeten Gemüter noch erhitzt hätten. Seine weisen Worte aber waren tausendfach schneidender als jede Auspeitschung.

Vor der Predigt: „Das koptische Volk wurde provoziert, als es die Bulldozer sah und ahnte, dass alles, für das es sich bemühte, ihm weggenommen werde. Man soll Rücksicht auf die Gefühle der Menschen und ihre Heiligtümer nehmen. Meine Bitte an das Rathaus: gehen Sie bitte nicht mit dieser Härte mit den ägyptischen Bürgern um, sondern behandeln Sie die aufgebrachten Menschen mit Feingefühl und Sanftmut. In der Heiligen Schrift steht geschrieben: „Reizt eure Kinder nicht zum Zorn“ (Eph.6:4). Ist es angebracht, dass einige sterben und viele schwer verletzt werden? Wenn der Staat sieht, dass eine Gruppe von Bürgern demonstriert, soll erstmals gefragt werden, was diese Menschen wollen, anstatt mit Gewalt gegen sie vorzugehen. Die Gewalt erzeugt nur Gewalt. Möge Gott eine Lösung schenken“.

http://www.fcv2.com/show-2,N-5975-Qatar-Saudi-Arabia-United-Arab-Emirates-Dubai-f-c-v.html


Während der Predigt: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, des einen Gottes, Amen. Jetzt erreichen mich viele Beschwerden über die Unruhen in Nawahed (Abu Tischt – Kena) und in Talibya (Omranya – Giza). Ich bitte die Gouverneure und die Sicherheitsbehörden herzlich darum, diese Angelegenheiten weise und ruhig zu behandeln. Was heißt es, dass zwanzig Häuser niedergebrannt werden, und dass die Menschen ihre Existenz verlieren? Und das alles grundlos! Sie verloren nicht nur ihr Hab und Gut, sondern auch ihre Wohnmöglichkeit! Wo waren die Sicherheitsleute? Es tut mir außerordentlich Leid für das, was geschehen ist. Und wenn wir aber jemanden ansatzweise berührt hätten, steht die Welt Kopf und beruhigt sich nicht! Möge Gott uns beschirmen und diese Begebenheiten in Frieden zum Guten lenken. Gott verleit einigen Menschen die Macht, damit sie diese Macht für das Wohl derjenigen anwenden, die von ihnen regiert werden. Jedoch darf diese Macht keinesfalls mit Gewalt praktiziert werden. Die Gewalt erzeugt nur Gewalt, was aber nicht gut ist. Der Staat soll aber die Menschen entschädigen, deren Häuser niedergebrannt werden, weil sie im Endeffekt vom Staat beschützt und unterstützt werden. Wenn der Staat sie nicht entschädigen will, soll der Staat uns erlauben und die Kirche ist dafür bereit zu ihnen zu gehen; und durch die Gnade Gottes entschädigen wir sie für das, was sie schuldlos verloren haben“.

http://www.youtube.com/watch?v=c9fxt0Zmzyw&feature=player_embedded


Anmerkung: Der Staat hat nie die koptischen Opfer entschädigt! Die koptische Kirche übernimmt immer diese Aufgabe. Zum Beispiel empfing Papst Schenuda die Familien unserer Märtyrer von Naag Hamady und schenkte ihnen eine symbolische Summe (40,000 Pfund). Dasselbe geschieht bei allen Unruhen, wenn der bekannte Mob durch die Städte und Dörfer Ägyptens zieht und alles kurz und klein schlägt, was den Kopten gehört. Der Staat rührt da keinen Finger und manchmal werden sogar die Kopten verhaftet, während die Täter seelenruhig herumlaufen und den Kopten die Zunge herausstrecken. Wie seine Exzellenz Bischof Kyrillos von Naag Hamady meldete, verloren die Kopten von Nawahed an diesem Tag über fünf Mil. Pfund. Wer entschädigt diese Menschen, deren Schuld nur ist, Christen zu sein.

= „Und wenn wir aber jemanden ansatzweise berührt hätten, steht die Welt Kopf und beruhigt sich nicht“: Seine Heiligkeit meinte damit, wie die Medien und die Moslems Ägyptens auf die Äußerungen seiner Eminenz Metropolit Bischoy reagierten, als er auf die Beschuldigungen eines islamischen Gelehrten namens Salim Elawaa antwortete. Elawaa verbreitete auf Al-Jazeera, dass die Kopten Waffen in ihren Kirchen und Klöstern lagern und dass sie planen, einen eigenen Staat zu gründen. Als Metropolit Bischoy und einige Bischöfe auf die im ganzen Ägypten durch die diversen Arten der Medien verbreiteten Behauptungen gegen das Christentum geantwortet haben, stand das Land Kopf. Es wird sogar im Fernsehen und auf den staatlichen Zeitungen verbreitet, dass die Heilige Schrift verfälscht ist, und dass die Christen ungläubige sind. Jeden Tag werden Fatwas gegen die Christen Ägyptens erlassen! Steht uns nicht dasselbe Recht zu, mindestens auf diese lügenhaften Verdächtigungen zu antworten?

 

2 Responses to “Der immer überragende Papst Schenuda”

  1. bazillus Says:

    Angesichts der Grausamkeit der Geschehnisse sehr weise, aber aussagekräftie Worte. Worte können schneidend sein. Aber wer ein dickes Fell und vor allem die Macht und das Sagen hat, den scheinen die Worte dieses mutigen Mannes nicht beeindrucken.

    Wen beeindrucken diese Worte? Zum Beispiel die Gesamtheit der Kopten in aller Welt. Diese können für ihre Glaubensgeschwister von außen mehr tun als von innen. Sie müssen mit den Medien arbeiten verstärkt und die Fatwen mit den Worten des Papstes Schenuda III. vergleichen. Damit disqualifizieren sich die Rechtsgelehrten selbst.

    • Frederik.B Says:

      Dem stimme ich vollinhaltlich zu,von aussen,und nur rasantest damit beginnen,bevor es zu spät wird und das schlimmste herauf berschworen wird.
      damit den Missetätern das falsche Zeugnismaul gestopft wird,bedaure der Worte ist aber so.


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