kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Brief eines deutschen Katholiken an die ägyptische Botschaft in Berlin 25. November 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 17:42

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich an Sie mit einer meines Erachtens dringenden Bitte: Bitte intervenieren Sie bei Ihrer Regierung und lassen Sie die Drangsalierungen von Kopten durch Ihre Regierung stoppen, jetzt konkret: Lassen Sie bitte die Kopten ihre Kirche in Talibya ungestört weiterbauen und fordern Sie die Muslime, die dort dagegen sind, zur Ruhe auf.

Im koptischen blog „Kopten ohne Grenzen“ wird nun mehrfach und immer drängender verlautbart, dass offizielle Stellen des Staates Ägypten den Bau der Kirche „der Heiligen Jungfrau Maria und des Erzengels Michael“ in Talibya (Omranya – Giza). trotz Vorliegens einer Baugenehmigung torpedieren und nun in der Erstürmung dieser im Bau befindlichen Kirche durch ägyptische „Sicherheitskräfte“ mit fünf toten Kopten und vielen Verletzten ihren traurigen Höhepunkt gefunden hat. Auch wird von Verfolgungen von Kopten in Ihrem Land durch Muslime und von ägyptischen Behörden, die durch Untätigkeit in der Verfolgung von Verbrechen an Kopten auffallen, berichtet.

Da ich weiß, dass den Christen wie auch den Juden korangemäß in muslimischen Ländern oftmals nicht die gleichen Rechte eingeräumt werden wie den Muslimen, da der Islam in diesen Ländern Staatsreligion ist, möchte ich anfragen, warum das noch heute, 1.400 Jahre nach dem Auftreten Ihres Propheten so ist? Hier treten die Islamvertreter, die Imame auf, indem sie verkünden, dass der Islam eine Religion des Friedens sei. Aber in islamischen Ländern mit dem Islam als Staatsreligion erfahren Christen und Juden Diskriminierungen, rechtliche Ungleichstellungen bis hin zu Verfolgungen und ganzheitlicher Vertreibung wie in der Türkei geschehen und wie jetzt aktuell die Erstürmung dieser o. g. Kirche mit Toten in Ihrem Land. Warum ist die Diskrepanz zwischen den Äußerungen der hiesigen Islamvertreter und dem tatsächlich gelebten Islam in Ihrem, aber auch in anderen islamischen Ländern, so groß? Die Kopten können doch nicht alle lügen. Es wird von Entführungen koptischer Mädchen berichtet, die zwangsweise islamisiert und mit Muslimen verheiratet werden und viele andere Dinge, die Sie aus dem oben genannten blog entnehmen können.

Aber auch nichtkoptische Menschenrechtsorganisationen wie Kirche in Not, open doors und CSI berichten über ähnliche Sachverhalte auch in ihrem Land. Wenn diese Zustände in islamischen Ländern wahr sind, warum unternehmen Sie als Botschaft nichts? Warum intervenieren Sie nicht, wenn es um solche Missstände geht? Ich hoffe doch, dass Sie diese Dinge als Missstände ansehen und nicht als islamkonformes Handeln?

Nun haben auch die koptischen Menschenrechtsorganisationen aus folgenden Ländern Europas, nämlich Deutschland, die Schweiz, Frankreich, England, Holland, Schweden und Österreich einen dringenden Appell am 24.11.2010 in Zürich verfasst, der sogar von systematischen Genozid spricht. Ist das der Islam, der die Menschen in Europa von dessen Friedlichkeit überzeugen möchte? Nein, diese Ausführung des Islam ist rundweg abzulehnen. Wundern Sie sich wirklich noch darüber, warum der Islam in Europa ein zunehmend schlechtes Image bekommt? In Ihrem Land hat sich die islamistische Muslimbruderschaft gegründet und entwickelt. Sind von diesen Herren einige in staatliche Positionen gerückt, um solch grausame Dinge zu veranstalten?

Ihre Regierung schickte einen Prozessbeobachter zum Prozess gegen den islamfeindlichen Mörder Ihrer Staatsangehörigen Marwa. Mit Recht wurde auf diese grausame Tat in aller Welt hingewiesen. Aber wie steht es um die Sicherheit und Gleichbehandlung der Kopten in Ihrem Land? Wer Prozessbebachter in ein fremdes Land wegen eines fremdenfeindlichen Vergehens schickt, sollte selbst wie ein Rechtsstaat handeln. Und genau dies hat Ihre Regierung oder die zuständige Bezirksregierung wohl nicht getan.

Wie mir aus der Presse bekannt ist, gibt es eine Entscheidung des Obersten Ägyptischen Gerichtshofes, der es Muslimen untersagt, zu einer „minderwertigen“ Religion zu wechseln. Damit ist das Christentum gemeint.

Die toten Kopten zu Weihnachten in Nag Hammadi sprechen auch eine beredte Sprache.

All das sind Vorfälle, die mit den Standards eines zvilisierten Rechtsstaates nicht zu vereinbaren sind. Stellen Sie sich einmal vor, die deutsche Polizei würde eine im Bau befindliche nicht genehmigte Moschee auf die gleiche Art und Weise erstürmen wie dies die ägyptischen Sicherheitskräfte getan haben mit mehreren toten und verletzten Muslimen. Abgesehen davon, dass dies hier nie passieren würde, solange die Demokratie an der Macht ist, wie laut wäre zu Recht das Geschrei in vielen muslimischen Ländern. Ihr Land jedoch setzt sich über die Menschenrechte der Religionsfreiheit, die doch auch in Ihrem Land, so hoffe ich, gilt, hinweg. Somit wiederhole ich folgenden Dringlichkeitsappel der koptischen Menschenrechtsorganisationen aus dem Ausland, dem ich mich vollinhaltlich anschließe:

{Die Union der koptischen Organisationen in den verschiedenen Ländern Europas verurteilt das ägyptische Regime und die Sicherheitsbehörden wegen ihres brutalen Erstürmens der Kirche „der Heiligen Jungfrau Maria und des Erzengels Michael“ in Talibya (Omranya – Giza). Dabei wurde fünf Kopten erschossen, zahlreiche von den versammelten Kopten schwer verletzt und einen koptischen Kindergarten niedergebrannt. Genauso verurteilt die Union die unhumane und barbarische Vorgangsweise der ägyptischen Sicherheitsbehörden gegen eine Gruppe des ägyptischen Volkes, deren einziger Wunsch ist, eine Kirche zu bauen, in der sie beten können. Sie träumen von einer Kirche, in der sie sich zu allen Anlässen versammeln.

Seltsamerweise laufen der Genozid und die ethnische Säuberung der Kopten in Ägypten auf Hochtouren, während die ägyptische Regierung beleidigt den Bericht des amerikanischen Außenministeriums über die Minderheiten in Ägypten zurückwies und brandmarkte. In diesem Bericht stand, dass die ägyptische Regierung die Kopten systematisch verfolgt.

Die koptisch-europäische Union verurteilt sowohl den Innenminister Habib Aladly als auch den Gouverneur von Giza wegen ihrer Entscheidung, die versammelten Kopten durch scharfe Munition zu vertreiben, obwohl sie weder Waffen bei sich gehabt haben noch Gewalt gegen die brutalen Soldaten der Sicherheitsgarde angewendet haben. Wie kommt es denn dazu, dass wehrlose Bürger mit Elektroschockern, Gummikugeln und Steinen angegriffen werden?

Außerdem äußert die koptisch-europäische Union ihr tiefstes Bedauern für die Art und Weise, auf die die ägyptischen Medien den Angriff auf die Kopten behandelt haben. Wie üblich wird die Wahrheit verdreht, sodass aus dem Opfer einen Täter gemacht wird, damit man die Weste der ägyptischen Regierung sauber behält, welche mit dem Blut der sündlosen Kopten beschmiert ist. Ihr seid dafür verantwortlich, dass kein Mensch in Ägypten den Medien Glauben schenkt.

Wir, als ägyptische Staatsbürger, machen das ägyptische Regime darauf aufmerksam, dass die Kopten ein Teil dieses Landes sind. Daher ist es keineswegs weise, sie zu verfolgen und zu diskriminieren. Sind wir etwa zum Staatsfeind geworden, sodass die Sicherheitskräfte gegen uns mit scharfer Munition, Gummischüssen, Tränengas und Elektroschockern vorgehen?
Wir sprechen unseren Familien in Ägypten unser herzliches Beileid aus, und versichern ihnen, dass wir unermüdlich für die Rechte der Kopten in Ägypten weiterkämpfen werden, bis wir erreicht haben, dass die Kopten in ihrem Heimatland in Frieden wie jeder andere Bürger leben können. Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, zur Kenntnis zu nehmen, wie das ägyptische Regime rassistisch entgegentritt und wie die Kopten drangsaliert werden.
Zürich, den 24.11.2010
Mit freundlichen Grüßen
Unterschrieben von den koptischen Menschrechtsorganisationen in den folgenden Ländern Europas: Deutschland, die Schweiz, Frankreich, England, Holland, Schweden und Österreich}.

Bitte handeln Sie und fordern Sie intensiv diese im Grund selbstverständlichen Minderheitsrechte für Kopten ein. Das wäre ein glaubwürdiges Zeugnis von Muslimen, die sich für andersgläubige Minderheiten einzusetzen vermögen. Zeigen Sie uns bitte Ihre Solidarität mit Nichtmuslimen in Ihrem Land.
Mit freundlichen Grüßen

 

3 Responses to “Brief eines deutschen Katholiken an die ägyptische Botschaft in Berlin”

  1. monsignore Says:

    Das wäre ein glaubwürdiges Zeugnis von Muslimen, die sich für andersgläubige Minderheiten einzusetzen vermögen.

    guter mann, träume weiter.

    du glaubst dich nicht allen ernstes, daß die muslimischen herrenmenschen IRGENDETWAS außer dem islam gelten lassen???

  2. bazillus Says:

    Ich denke schon, dass das dem Verfasser dieses Briefes klar ist, nach dem, was er geschrieben hat, dass diese Botschaft sich um diesen Brief nicht scheren wird. Leider schreiben zu weinige dieser Botschaft Briefe oder mails. Wie sieht es mit unserer Leserschaft aus. Wollen wir nicht auch so einen Brief an die ägyptische Botschaft verfassen?

  3. Ivanfi Says:

    Ich kann NICHTS erkennen, warum eine ägyptische (Mubarak-) Regierung die Kopten verfolgen sollten.
    Dass ISLAMISTEN (auch Muslimbrüder, die heute im Schaftspelz tengeln un d pfeifen…) die Kopten in Ägypten jagen ist seit Jahrzehnten bekannt.
    Dass die Regierung diese Minderheit nicht schützen kann, gegen die Islamistische Mehrheit, ist in bei einem 110 Millionen Volk mir 3 millionen Kopten verständlivh.
    Die Regierung fasst und bestraft JEDEN erwischten Attentäter.
    Islamistische Selbstmordattentäter, denen das Lebenim Paradis mit 72 Jungfrauen lieber ist – können ohnehin nicht vor Gericht gestellt werden..

    http://www.n-tv.de/politik/Aegypten-beschuldigt-Armee-des-Islam-article2430766.html

    Sonntag, 23. Januar 2011
    Anschlag auf koptische ChristenÄgypten beschuldigt Armee des Islam
    —————————
    Auszug:
    Die „Armee des Islam“ hat in der Vergangenheit ranghohe Mitglieder der Al-Kaida als ihre spirituellen Führer bezeichnet, nicht jedoch Verbindungen zur Organisation eingeräumt.
    Vor dem Anschlag in Alexandria hatte eine irakische Untergruppe von Al-Kaida zu Angriffen auf Christen in Ägypten aufgerufen.


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