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Djerba-Attentat: Deutscher Terrorverdächtiger bittet Merkel um Hilfe 22. November 2010

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 04:17

In Paris beginnt am Montag der Prozess gegen die Hintermänner des Brandanschlags von Djerba, bei dem 2002 21 Menschen getötet wurden. Einer der Angeklagten stammt aus Deutschland: In einem Brief bittet Christian Manfred Ganczarski nun Kanzlerin Merkel um Beistand – und beteuert seine Unschuld.

 

Paris: Es ist der 11. April 2002, 09.35 Uhr, sieben Monate nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York. Der Tunesier Nisar Nawar rast mit einem Lastwagen, der mit 5000 Litern Flüssiggas gefüllt ist, in die Ghriba-Synagoge auf der tunesischen Ferieninsel Djerba. 21 Menschen sterben: 14 deutsche und zwei französische Touristen sowie fünf Tunesier.

Fast sieben Jahre später beginnt nun vor einem Pariser Schwurgericht der Prozess gegen die Hintermänner des Anschlags. Auftakt des Verfahrens ist am Montag. Als Auftraggeber und Planer gilt Khalid Sheikh Mohammed, der als mutmaßlicher Kopf der Anschläge vom 11. September von den USA im Lager Guantanamo festgehalten wird. Verantworten muss sich auch der Bruder des Selbstmordattentäters, Walid Nawar. Mit Spannung wird der Auftritt des Deutschen Christian Ganczarski erwartet. Laut französischen Ermittlern hat er als Vertrauter von Osama Bin Laden dem Attentäter die letzte Zustimmung für den Anschlag erteilt. Alle drei Verdächtigen sind wegen Beihilfe zum Mord und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt, ihnen drohen lebenslange Haftstrafen. Al-Qaida hatte sich zu dem Attentat bekannt. Im Prozess könnte nicht nur die Vorgeschichte des Djerba-Anschlags aufgerollt werden. Ganczarski war nach Pariser Darstellung eine Schlüsselfigur von al-Qaida, die sich nicht nur um die Internet-Aktivitäten des Terrornetzes kümmerte, sondern auch mit Kurierdiensten zwischen Bin Laden und Sheikh Mohammed betraut war.

„Ich habe ein ruhiges Gewissen“: Sollte sich der Verdacht in dem Verfahren bestätigen, wäre dies ein herber Schlag für die deutschen Terrorfahnder, die Ganczarski nach einer Festnahme unmittelbar nach dem Anschlag mangels Beweisen laufen ließen. Ganczarski weist alle Anschuldigungen entschieden zurück. Er sei unschuldig, schreibt er in einem Brief an Merkel. „Ich habe ein ruhiges Gewissen“ und nichts mit einem „schrecklichen Attentat oder einer solchen Planung“ zu tun. „Neben den deutschen bestätigen auch die spanischen, tunesischen, saudi-arabischen und schweizerischen Ermittler, dass ich weder ein Terrorist noch ein hochrangiges Qaida-Mitglied bin, noch in das Attentat von Djerba involviert sei“, schreibt der Angeklagte aus der Zelle. Es sei abzusehen, dass das Verfahren in Paris „politisch motiviert sein wird“. Der damalige Innenminister und heutige Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte Ganczarski bereits im Juni 2003 verdächtigt, ein ranghohes Qaida-Mitglied zu sein. Es sei „deutlich absehbar“, dass sein Prozess nicht fair werde, heißt es in dem Brief.

So habe er in den Hungerstreik treten müssen, um Zugang zu seinem Computer zu erhalten und damit die für den Prozess nötigen „10.835 Dokumente durchschauen“ zu können. Merkel möge sich an Paris wenden, um „eine gerechte und faire Verhandlung“ zu gewährleisten. Der deutsche Verfassungsschutz ließ das Telefon Ganczarskis abhören. So fingen die Fahnder am Morgen des 11. Aprils ein Gespräch ab, das Ganczarski aus Djerba erhielt. Darin soll Nawar um den „Segen“ für den Terroranschlag gebeten haben. Die Antwort soll gelautet haben: „Gehe mit Frieden, Gottes Gnade und Segen sei mit dir.“ Ganczarski selbst erklärt dazu in seinem Brief an Merkel, im Islam könne man nicht „einen Segen erteilen“.

Ein Video von 2000 soll Ganczarski zudem in der Nähe des Qaida-Führers Bin Laden in Afghanistan zeigen. Darauf seien auch zwei der Attentäter vom 11. September 2001 in New York zu sehen, hatte die ARD-Sendung „Report Mainz“ im November 2007 berichtet.

Von Duisburg nach Saudi-Arabien: Der 42-jährige Einwanderer aus Polen lebte 2002 mit seiner Familie in Duisburg. Er trat zum Islam über, besuchte die Universität Medina in Saudi-Arabien und reiste ab 1999 mehrmals nach Afghanistan. Ein Haftbefehl wurde vom Bundesgerichtshof abgelehnt. Eine Verhaftung wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung war aufgrund der Gesetzeslage nicht möglich, erst Ende April 2002 wurde die Gesetzeslücke geschlossen. Im November 2002 verließ Ganczarski mit seiner Familie Deutschland und ließ sich in Saudi-Arabien nieder – zunächst unbehelligt, bis ihn die saudischen Behörden nach der Anschlagsserie von Riad aufgriffen und nach Deutschland auswiesen. Der französische Geheimdienst fing ihn nach Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden im Juni 2003 bei der Zwischenlandung in Paris ab, seitdem sitzt er dort in Untersuchungshaft. Das Verfahren ist auf vier Wochen angelegt. Ein Onkel des Attentäters wurde bereits von einem tunesischen Gericht zu 20 Jahren Haft verurteilt, weil er seinem Neffen beim Befüllen des Gastanks geholfen haben soll. {www.spiegel.de – 04.01.2009}

 

Djerba-Anschlag: Bruder des Attentäters im Visier

Die Ermittlungen in Frankreich um den tödlichen Anschlag auf die Synagoge von Djerba konzentrieren sich immer mehr auf den Bruder des mutmaßlichen Attentäters Nizar Naouar. Mit Ausnahme des 22 Jahre alten Walid Naouar würden voraussichtlich alle anderen vorläufig festgenommenen Mitglieder der Familie wieder auf freien Fuß gesetzt, verlautete aus Polizeikreisen in Lyon. Am Donnerstag befanden sich zunächst noch sechs der acht Festgenommenen in Polizeigewahrsam. Walid Naouar solle nach Paris gebracht und dem Untersuchungsrichter Jean-Louis Bruguiere vorgeführt werden, hieß es. Den Ermittlungen zufolge hatte er seinem Bruder das Satellitentelefon besorgt, das nach dem Anschlag in der Wohnung des mutmaßlichen Attentäters sichergestellt wurde.

Nizar Naouar soll damit am Tag des Anschlags ein mutmaßliches Mitglied des Terrornetzwerks El Kaida in Pakistan und den zum Islam konvertierten Deutschen Christian G. in Duisburg angerufen haben. El Kaida hat sich zu dem Attentat bekannt. Bei der Explosion in der Synagoge „La Ghriba “ waren am 11. April 19 Menschen ums Leben gekommen, darunter 14 deutsche Urlauber. Weitere 17 erlitten zum Teil schwerste Verletzungen.

Die tunesischen Behörden hatten zunächst von einem Unfall gesprochen. Später räumten sie jedoch ein, dass es sich um einen „vorsätzlichen kriminellen Akt“ gehandelt habe. Nach ihrer Darstellung wurde der Anschlag von dem 25 Jahre alten Tunesier Naouar und einem nicht identifizierten Komplizen ausgeführt, der ebenfalls in Tunesien gelebt haben soll. Naouar soll bei der Explosion getötet worden sein. Über das Schicksal seines Komplizen ist nichts bekannt. Naouar hatte einen mit Gasflaschen beladenen Lastwagen vor der alten Synagoge abgestellt, der dann explodierte. {www.n-tv.de – 07. November 2002}

 

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