kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Religionsfreiheit im Irak sehr fraglich 21. November 2010

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 01:09

Syrien geht, wie einige andere Länder des Nahen Osten auch, beispielhaft voran, wenn es um die Frage des friedlichen Zusammenlebens der Religionen geht. Aber das friedliche Miteinander ist nicht überall gewährleistet, wie neue Entwicklungen und Berichte aus dem Irak zeigen. Nach dem Krieg im Irak 2003 war Amerika bestrebt, hier eine Demokratie nach westlichem Vorbild zu erschaffen, was allerdings bis zum heutigen Tage nicht gelungen ist. Im Gegenteil es herrschen seit nun mehr zwei Jahren bürgerkriegsähnliche Zustände, in denen Menschen auch aufgrund ihrer religiösen Orientierung umgebracht werden. So wurde im vergangen Jahr ein junger Ingenieur getötet, weil er bekennender Christ war.

Schiitische Bürgerwehren und sunnitische Terrorgruppen leisten nicht nur sich erbitterte Kämpfe, sondern greifen auch unschuldige Menschen an, die nach dem Krieg versuchen wieder zur Normalität zurückzukehren. So sind viele Menschen gezwungen aus ihrem Heimatland zu fliehen und in den anliegenden Ländern, hauptsächlich in Jordanien und Syrien (denn andere arabische Länder haben ihre Grenzen schon lang geschlossen), Hilfe zu suchen. Aber häufig sind die genannten Länder nur Zwischenstation für die Flüchtlinge, viele versuchen nach Australien, Amerika, Kanada oder Schweden auszuwandern, um dort ein neues Leben fern des Krieges und der Verfolgung zu beginnen.

Wie Experten einschätzen, ist die Flüchtlingswelle aus dem zerrütteten Irak die größte nach der Vertreibung der Palästinenser aus Israel 1948. Allein nach Jordanien kamen schätzungsweise 750,000 Iraker, dass selbst aber auch mit Problemen zu kämpfen hat. Genau wie in Syrien auch, reicht die Infrastruktur nicht für die vielen Flüchtlinge aus. Ebenso mangelt es an Schulen und Kliniken. Dennoch nehmen Syrien und Jordanien die Iraker auf und gewähren ihnen Zugang zu Schulen, Kliniken und anderen Bereichen des Lebens, wobei dies den zwei Ländern sehr teuer kommt. Aufgrund dieser innenpolitischen Probleme, die sich daraus für Jordanien und Syrien ergeben, hat das haschemitische Königreich nun reagiert. Es führte genau wie Syrien auch eine Visumpflicht für fliehende Iraker ein, um so den Flüchtlingsstrom eindämmen und kontrollieren zu können. Die Visa sind über Internet zu bekommen, gelten drei Monate und wer länger ohne Genehmigung in Jordanien bleibt, der wird zur Zahlung eines bestimmten täglichen Geldbetrages aufgefordert. Durch diese Bestimmungen lassen sich viele Flüchtlinge nun nicht mehr beim UNHCR (UN-Flüchtlingsorganisation) registrieren, sondern ziehen ein Leben in einer Schattenzone vor. Um an Geld zu kommen, arbeiten viele irakischen Flüchtlinge schwarz, da ihnen häufig die Arbeitserlaubnis in Jordanien oder Syrien fehlt, was dann auch wieder zur Ausnutzung der billigen Arbeitskräfte, die häufig auch um ihren Lohn betrogen werden, führt.

Bei all den genannten Problemen, trifft es die nicht-muslimischen Minderheiten noch weit härter als muslimische Flüchtlinge, denn die letztgenannten werden besser aufgenommen und bekommen Halt ihrer jordanischen oder syrischen Religionsbrüder. Hier zeigt sich dann der Zusammenhalt der Muslime, der bereits vom Propheten gepredigt und angestrebt wurde (der Traum der islamischen „Umma“, der in Krisenzeiten zumindest noch ansatzweise in den Köpfen zu finden ist).

Für viele Flüchtlinge gilt also, dass sie auch, nachdem sie dem Albtraum im Irak entfliehen konnten, in anderen Ländern wie Syrien und Jordanien nur unter den größten Schwierigkeiten ein neues Leben beginnen können, um die Schrecken des Krieges zu vergessen. Die Religion spielt hierbei auch eine entscheidende Rolle, denn trotz gefordertem Dialog der Religionen und dem friedlichen Zusammenleben der Konfessionen, sieht die Realität anders aus. Die nicht-muslimischen Minderheiten werden in allen muslimisch geprägten Ländern benachteiligt behandelt.

Nur wenn es irgendwann einmal möglich ist, dass Menschen verschiedener Konfessionen friedlich zusammenleben und eventuelle Diskrepanzen mit diplomatischen Mitteln überwinden können, dann hat der „Dialog der Religionen“ gefruchtet und Kriege (aus religiösen Gründen) könnten verhindert werden. So wie es allerdings heute aussieht, ist dies noch ein weiter Weg, dessen Ziel immer noch außerhalb des Sichtfeldes liegt.

{Quelle: www.sarsura-syrien.de – 22. Oktober 2007}

 

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