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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Vom tollwütigen Hund zum geschätzten Partner 20. November 2010

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 04:11

Nach Jahrzehnten der Feindschaft haben die Vereinigten Staaten und Libyen sich so weit ausgesöhnt, dass die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice nun in das Land reiste. Ihr Treffen mit Gaddafi markiert eine historische Wende.

 

Als „tollwütigen Hund“ hat der amerikanische Präsiden Ronald Reagan den libyschen Revolutionsführer Muammar al Gaddafi bezeichnet. Doch nach Jahrzehnten der Feindschaft haben die Vereinigten Staaten und Libyen sich so weit ausgesöhnt, dass die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice nun zu einem Treffen mit dem libyschen Staatschef in das Land reiste. Als „bedeutenden und historischen Besuch“, würdigte das amerikanische Außenministerium die Zusammenkunft. Damit werde „ein neues Kapitel“ in den amerikanisch-libyschen Beziehungen aufgeschlagen. Es ist der erste Besuch eines amerikanischen Außenamtschefs in Libyen, seit der damalige amerikanische Außenminister John Foster Dulles unter Präsident Eisenhower 1953 das Land besuchte.

Vom Schurkenstaat zum Partner im Kampf gegen den Terrorismus: Die Regierung Bush betrachtet den einstigen Schurkenstaat Libyen mittlerweile als „entscheidenden Partner im Kampf gegen den Terrorismus“, wie der für den Nahen Osten zuständige Abteilungsleiter im Außenministerium, David Welch, vor der Abreise von Rice hervorhob. Libyen helfe aktiv, den Zustrom ausländischer Kämpfer in den Irak zu verhindern. Ferner unterstütze Tripolis die Anstrengungen, die wachsende terroristische Bedrohung in Nordafrika einzudämmen. Auch bei den Bemühungen, regionale Konflikte in Afrika zu lösen, insbesondere in Sudan und Tschad, spiele Libyen eine positive Rolle. Ermöglicht wurde die Neugestaltung der amerikanischen-libysch Beziehungen dadurch, dass Gaddafi Ende 2003 dem Terror abschwor und die Aufgabe seines Programms für Massenvernichtungswaffen verkündete. Als Gaddafi 1969 König Idris al-Sanussi stürzte, widersprach die amerikanische Regierung nicht, da der von Gaddafi geleitete „Revolutionäre Kommandorat“ auch antisowjetisch ausgerichtet war. Selbst als der Kommandorat verlangte, dass britische und amerikanische Soldaten Militärstützpunkte in Libyen räumten, beschädigte das die Beziehungen zu Washington noch nicht. Das Verhältnis verschlechterte sich erst seit den frühen 70iger Jahren wegen Gaddafis Unterstützung für extremistische und terroristische Gruppen.

Militärische Eskalation 1986: Im November 1972 zog die Regierung Nixon den letzten amerikanischen Botschafter aus Libyen ab. Drei Monate später griff ein Mob die amerikanische Botschaft in Tripolis an aus Wut darüber, dass Israel ein libysches Flugzeug über der Sinaihalbinsel abgeschossen hatte. Zu einem weiteren Angriff auf die Botschaft kam es im Dezember 1979, als Demonstranten, die Solidarität für die iranische Revolution bekundeten, mit Billigung Gaddafis Feuer legten. Daraufhin setzte die Regierung Carter Libyen auf die neu geschaffene Liste der Terrorstaaten. In den Jahren zuvor waren die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Staaten schon drastisch eingeschränkt worden. Als Präsident Nixon Israel 1973 für den Yom Kippur Krieg Militärhilfe in Milliardenhöhe versprach, verhängte Libyen ein Ölembargo gegen die Vereinigten Staaten. Im gleichen Jahr begann die amerikanische Regierung mit der Verhängung von Wirtschaftssanktionen gegen Libyen. Die Vereinigten Staaten waren später auch die treibende Kraft im UN-Sicherheitsrat, der insgesamt drei mit Sanktionen verbundene Resolutionen gegen Libyen verabschiedete.

Ihren Tiefpunkt erreichten die Beziehungen zwischen beiden Ländern in den achtziger Jahren. Ende 1981 ließ Präsident Reagan die libysche Botschaft in Washington „wegen Unterstützung von Terrorismus“ schließen und verbot amerikanischen Staatsbürgern Reisen nach Libyen. Militärisch eskalierten die Spannungen 1986, als bei einem Anschlag auf eine Berliner Diskothek, den die amerikanische Regierung dem libyschen Geheimdienst zur Last legte, auch zwei Amerikaner getötet und 60 verletzt wurden. Zehn Tage später befahl Präsident Reagan Luftangriffe auf Ziele in Tripolis und in Bengasi. Außerdem verhängte er einen vollständigen Wirtschaftsboykott gegen Libyen. Weitere Feindseligkeit folgten auf das Attentat auf ein Passagierflugzeug der amerikanischen Fluggesellschaft „Pan Am“ über der schottischen Ortschaft Lockerbie im Dezember 1988. Bei dem Anschlag wurden 270 Menschen getötet. Die Forderung, dass Libyen die Verantwortung für das Lockerbie-Attentat übernehmen und Entschädigung leisten müsse, gehörten später bei den Verhandlungen über eine Neugestaltung der amerikanisch-libyschen Beziehungen zu den wichtigsten Punkten.

Entscheidende Wende nach Gaddafis Schuldbekenntnis: Vorsichtige Schritte diplomatischer Wiederannäherung begannen in den späten Jahren der Clinton-Regierung. Begünstigt wurde diese Entwicklung dadurch, dass als Gaddafi sich 1999 nach langwierigen Verhandlungen bereit erklärte, die Hauptverdächtigen für das Lockebie-Attentat an ein internationales Gericht in Den Haag zu überstellen, wo einer der Angeklagten 2001 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und der andere freigesprochen wurde. Die entscheidende Wende hin zur Normalisierung der Beziehungen kam jedoch 2003. Im August des Jahres übernahm die libysche Regierung die Verantwortung für das Lockerbie-Attentat, versprach die Entschädigung der Terroropfer und schwörte vor dem UN-Sicherheitsrat dem Terrorismus ab.

Stopp der Massenvernichtungswaffenproduktion: Mit der Zusage der Entschädigung verband Tripolis die Forderung, dass die Sanktionen aufgehoben werden und Libyen von der amerikanischen Terroristenstaaten gestrichen werden müsse. Im September 2003 hob der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Libyen auf und Opfer des Lockerbieattentats erhielten insgesamt eine Milliarde Dollar aus dem libanesischen Entschädigungsfonds. Am 19. Dezember 2003 schließlich kündigte Tripolis an, die Arbeiten an der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen einzustellen. Die Bauteile des Atomwaffenprogramms wurden mittlerweile zur sicheren Verwahrung in die Vereinigten Staaten gebracht. Die amerikanischen Sanktionen wurden schrittweise aufgehoben, und 2006 wurde Libyen von der amerikanischen Liste der Staaten gestrichen, die wegen Unterstützung internationalen Terrorismus geächtet sind. {www.faz.net – Von Katja Gelinsky}

 

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