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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Das Blasphemiegesetz in Pakistan 20. November 2010

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 23:40

Erschreckende Beispiele, wie das so genannte ‚Blasphemiegesetz‘ gegen Christen angewendet wird.

 

Lahore (kath.net/Fidesdienst): „Lästerung“ des Islam kann in Pakistan mit dem Tod bestraft werden, dies ist geltendes pakistanisches Recht. Dass Asia Bibi zum Tode verurteilt wurde und auf ihre Hinrichtung wartet, sorgt für internationalen Aufruhr, auch Papst Benedikt XVI. setzt sich für sie ein. Doch noch weitere christliche Familienmütter sind in Pakistan Opfer des Blasphemiegesetzes geworden. Für einige von ihnen ist der Prozess mit dem Freispruch beendet worden, für andere mit der Verurteilung. Einige warten noch auf das Urteil, andere sind wegen der Bedrohung durch Extremisten gezwungen, versteckt zu leben. Wie der Fidesdienst von der „Kommission Iustitia et Pax“ erfahren hat, sind 15 christliche Frauen zwischen 1987 und 2010 (hinzu kommen eine muslimische Frau und eine Hinduistin) unter Anklage gestellt und verhaftet worden. Aber viele andere Fälle sind verborgen und nicht in den Zahlen inbegriffen, da sie nicht auf offizielle Anklagen zurückgehen.

Hier sind einige der erschreckendsten Geschichten, die dem Fidesdienst übermittelt wurden, dokumentiert:

= Im August 2010 wurden Rubina Bibi und ihr eineinhalb jähriger Sohn aus einem Gefängnis in Gujranwala, im Punjab, entlassen. Ein Gericht hat bestätigt, dass die Frau im März 2010 auf der Grundlage der falschen Zeugenaussage eines Nachbarn eingesperrt worden war, der sie nach einem Streit beschuldigte, den Propheten Mohamed beschimpft zu haben.

= Im Juli 2010 ordnete das Hohe Gericht nach 14 Jahren Gefängnis die Freilassung einer der Blasphemie beschuldigten Frau an: Die 60 jährige Zaibul Nisa war seit 1996 ohne Prozess im Flügel für geistig Kranke des lokalen Gefängnisses inhaftiert gewesen. Damals wurde sie von einem Nachbarn beschuldigt, den Koran entweiht zu haben, und die Behörden verhängten ohne jeden Beweis ihre Verhaftung.

Noch immer im Gefängnis ist Martha Bibi Masih, verheiratet und Mutter von sechs Kindern, aus dem Dorf Kot Nanka Singh im Punjab. Sie war am 23. Januar 2007 verhaftet worden, der Blasphemie gegen den Propheten angeklagt. Die Frau hatte von den Arbeitern auf der Baustelle einer Moschee in der Nähe ihrer Wohnung gefordert, ihr das Material zurückzugeben, das ihr nicht bezahlt worden war. Der Imam hatte sich geweigert zu zahlen und sie stattdessen der Blasphemie beschuldigt. Martha war nach Zahlung einer Kaution von 100.000 Rupien (ca. 1200 Dollar) freigelassen worden. Nach Drohungen und Protesten seitens der Extremisten wurde sie jedoch erneut verhaftet und wartet heute noch immer auf das Urteil des Gerichts von Lahore.

= Im August 2009 griff eine Gruppe von Muslimen das Haus von Akhtari Malkani, einer alten christlichen Frau im Distrikt von Snaghar in der Provinz des Sindh mit der Begründung an, sie habe den Koran entweiht.

= Im Februar 2009 wurden zwei christliche Krankenschwesternschülerinnen, Amara und Sitara, vom al Fatima Memorial Hospital von einigen muslimischen Studentinnen beschuldigt, Koranverse entweiht zu haben. Unter der Drohung, einen Blasphemie-Fall vom Zaun zu brechen, zwangen sie die beiden Mädchen, die Schule zu verlassen.

= Im Mai 2007 beschuldigten muslimische Studentinnen einer Madrassa (islamische Schule) neben der Roten Moschee von Islamabad einige Mädchen des nahe gelegenen “Pakistan Institute of Medical Science” der Blasphemie: Die Behörden schlossen daraufhin das Institut für zwei Wochen, suspendierten den Direktor und vier christliche Studentinnen. Die Beschuldigung ist laut Fides-Quellen eine Methode, um christliche Frauen zu diskriminieren und ihnen das Recht auf Bildung zu verweigern.

= 2006 wollte Naseem Bibi, eine christliche Mutter von drei Kindern aus dem Distrikt von Kasur, verhindern, dass junge Muslime ein Kreuz auf einen Abfall-Container malten. Die jungen Leute haben sie beschimpft, ein Foto der Kaaba in Mekka mit Exkrementen beschmiert und anschließend die Frau als die Täterin beschuldigt. Naseem wurde der Blasphemie angeklagt und verhaftet. Im Gefängnis wurde sie vergewaltigt und geschlagen. Nach neun Monaten wurde sie als unschuldig entlassen.

= Im Juni 2005 wurden einige Schwestern vom Hl. Paulus in Karachi, die ein Geschäft für christliche Veröffentlichungen betreiben, der Blasphemie angeklagt, da sie angeblich CDs und Videos blasphemischen Inhalts verkauften und diese für Proselytismus nutzten. Die Schwestern wurden eingeschüchtert und bedroht, der Fall hat weites Echo und Proteste verursacht.

= Im Juni 1995 wurde der Lehrerin Catherine Shaheen aus Lahore wegen ihrer christlichen Religionszugehörigkeit das Gehalt verweigert. Nach ihren Protesten wurde sie der Blasphemie beschuldigt und ist seither aufgrund von fundamentalistischen Drohungen gezwungen verborgen zu leben.

 

One Response to “Das Blasphemiegesetz in Pakistan”

  1. bazillus Says:

    Nun, was will man von solch einem Gesetz in radikal-muslimischer Hand erwarten? Es erübrigt sich, dass ein solches Gesetz die Menschenrechte bedroht, weil es beliebig auslegbar ist.

    Mir gehen langsam die Gedanken und die Worte aus, beschreiben zu wollen, welcher Ungeist den Islam reitet. Der Islam ist in seinen feinbildbeschwörenden Ausgrenzungsversen gegenüber Juden, Christen und Nichtmuslimen an Ungeist kaum zu überbieten.

    Im Grunde ist hier im Forum über den Islam alles gesagt.


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