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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„Der Islam ist nicht reformierbar“ 19. November 2010

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 03:58

Interview mit dem ägyptischen Politologen Hamed Abdel-Samad

 

Nürnberg: Der ägyptische Politikwissenschaftler und Historiker Hamed Abdel-Samad (Jahrgang 1972) ist einer breiten Öffentlichkeit durch die TV-Satire „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“ bekannt geworden. In seinen Büchern setzt er sich kritisch mit dem Islam auseinander.

 

= Herr Abdel-Samad, in Ihrem neuen Buch „Der Untergang der islamischen Welt“ behaupten Sie, dass der Islam als politische und gesellschaftliche Idee über kurz oder lang zerbrechen wird. Woran machen Sie seinen angeblich bevorstehenden Zusammenbruch fest?
Hamed Abdel-Samad: Der Islam bietet keine zukunftsfähigen wirtschaftlichen oder politischen Konzepte und hat auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts keine Antworten. Die Globalisierung erfordert notwendigerweise Öffnung und Flexibilität, diese aber sind in den meisten islamischen Staaten Mangelware. Überall da, wo der politische Islam die Macht an sich reißen konnte, wie in Afghanistan, dem Iran, Saudi Arabien, Somalia und dem Sudan, leiden die Menschen an Rückständigkeit und Abschottung.

= In muslimischen Ländern wie Türkei und Indonesien gibt es dennoch, allem Einfluss der Religion auf die Politik zum Trotz, etablierte demokratische Systeme. Ist also tatsächlich der Islam das Problem oder ist es nicht vielmehr seine fundamentalistische und antimodernistische Interpretation?
Abdel-Samad: Es stimmt, dass es in diesen Ländern gute Ansätze für eine funktionierende Zivilgesellschaft gibt. Und auch in Iran, Ägypten und Saudi Arabien fliehen viele junge Menschen aus den veralteten Strukturen und suchen nach Alternativen. Aber: Die Geisteshaltung der Muslime mag reformierbar sein, der Islam selbst ist es nicht.

= Inwiefern das denn?
Abdel-Samad: Der Islam bietet Anweisungen für Gesetzgebung, Staatsordnung und fast alle Situationen des Lebens, die nicht verhandelbar sind. Nun haben wir uns aber in den modernen Gesellschaften darauf geeinigt, dass nicht Gott, sondern der Mensch der Gesetzgeber ist, und dass die Gesetze nicht durch heilige Botschaften, sondern durch Verhandeln und gesunden Menschenverstand zustande kommen. Dieser Gegensatz zwischen dem Islam und der westlichen Welt ist unüberbrückbar. Die juristisch-politische Seite des Islam ist nicht mit der Moderne vereinbar.

= Sie sprechen in diesem Zusammenhang von der Notwendigkeit einer „geregelten Insolvenz“ des Islam.
Abdel-Samad: Ja, denn um sich in die Weltgemeinschaft eingliedern zu können, müssen die Muslime sich endlich von der Illusion lösen, dass die Gesetze und die Regeln des Zusammenlebens von Gott direkt diktiert werden. Ebenso wichtig ist es, dass sie aufhören, die Welt in Gläubige und Ungläubige zu unterteilen. Man braucht eine Bildung, die nicht für Loyalität und Religiosität wirbt, sondern für freies Denken. Muslime müssen sich vom schweren Koffer trennen, der ihre Reise in die Zukunft behindert.

= Um im Bild zu bleiben: Was genau befindet sich in diesem Koffer?
Abdel-Samad: In ihm lastet die Unantastbarkeit der Religion, die das Denken hemmt; hinzu kommen die veralteten Welt- und Gesellschaftsbilder, die die Zusammenarbeit mit anderen Kulturen wesentlich erschweren.

= Dabei gab es in der islamischen Welt im Mittelalter einen regen kulturellen Austausch mit Juden und Christen. In dieser Blütezeit waren die Muslime den Europäern in nahezu allen Bereichen des Wissens weit überlegen. Warum hat sich das im Laufe der Jahrhunderte fundamental geändert?
Abdel-Samad: Die islamische Welt war damals führend, weil man integrationsfähig war in Bezug auf das Wissen anderer Kulturen. Man übersetzte die wichtigsten Werke der Griechen und der Perser. Heute denkt man, aus dem Land der Ungläubigen kann nichts Gutes kommen, deshalb übersetzt Spanien alleine mehr fremdsprachige Werke ins Spanische als alle arabischen Staaten gemeinsam ins Arabische. Das ist nur ein Beleg dafür, dass die islamische Welt die Macht längst verloren hat. Dennoch beharrt man auf der kulturellen und moralischen Überlegenheit gegenüber dem Westen, obwohl diese Überlegenheit keine Substanz hat. Der Islam hat den Zug der Moderne verpasst, sitzt nun am Gleis und ihm bleiben nur Abschottung und das Beleidigtsein übrig. Wäre der Islam eine Firma, so wäre sie schon längst pleite gegangen.

= Können Ihrer Ansicht nach die Muslime in Europa Anstöße für eine Öffnung geben?
Abdel-Samad: Die Muslime in Europa können sich von der Autoritätshörigkeit und von den patriarchalischen Strukturen abnabeln. Sie können den Glauben privatisieren. Leider tun viele Muslime in Europa aber genau das Gegenteil. Sie importieren die veralteten Denkweisen aus der Heimat, frieren diese in der Fremde ein und nennen das Identität. Das führt in den Ländern, in die sie eingewandert sind, zwangsläufig zu heftigen Problemen.

 

3 Responses to “„Der Islam ist nicht reformierbar“”

  1. Ein Christ Says:

    Ist das ein Verschwörer Buch oder kommt auf Europa viel zu ?

  2. Ein Christ Says:

    Man will einfach nicht offen sagen, daß es die grundlegenden Unvereinbarkeiten und Heterogenitäten sind, an denen die bisherige Integrationspolitik scheitert. Aus eben den politischen Gründen (Wähler!) wird überwiegend nur von der “Opferrolle” der Migranten durch religiöse Diskriminierung und Ausgrenzung gesprochen, aber es wird nicht daran gedacht, Forderungen an die Muslime zu stellen, wenn sie hier in unserem Land leben.

    In unserem Land wurden und werden gewaltige Summen ausgegeben für die Eingliederung und die Förderung der Muslime. Das Ergebnis ist, vorsichtig ausgedrückt, entmutigend.
    Die Antwort finden wir im Zentrum der kulturellen Auseinandersetzung: im Koran. Denn hier wird tatsächlich Unterschiedliches gemeint, wenn wir dieselben Begriffe gebrauchen: Freiheit, Anstand, Würde, Schande, Respekt und Dialog, Diskussion und viele andere Begriffe. Und Obama hat zwar von den religiösen Versuchen zueinander zu kommen gesprochen. Aber er hat nicht von der Scharia gesprochen, die der Islam ja in die ganze Welt exportieren will.

  3. Ein Christ Says:

    Skandalöser Anachronismus

    Die Scharia, das Gesetz des Islam, ist notorisch grundgesetzwidrig, ein skandalöser Anachronismus, das Fossil einer überholten Menschheitsepoche und ein schweres Hindernis auf dem Weg zur Reformierung und Modernisierung des Islam.

    Der Islam ist eine Leitkultur. Oberstes Gesetz ist der Gehorsam gegenüber Gott, gegenüber den Älteren als seinen Stellvertretern, gegenüber den Männern oder den Brüdern. Die türkischstämmige Necla Kelek erzählt: Söhne, kaum älter als 12, halten das Portemonnaie in der Hand, wenn sie ihre Mütter zum Einkauf begleiten. Sie sind es, die bezahlen. Sie sind es, die bei Abwesenheit des Vates als “Mann im Haus” das Sagen haben.

    Die Hierarchie wird also über das Geschlecht definiert und als gottgegeben legitimiert. Als Gesetzesreligion beansporucht der Islam die Regelhoheit über alle Lebensbereiche, auch die Politik. Die kulturelle Differenz ist enorm. Wir haben es mit einem Wertekonflikt zu tun, der die Grundlagen unseres Zusammenlebens berührt als Menschen, die doch grundsätzlich zusammenleben sollen. Auch hierüber hat Obama kein Wort verloren, nämlich über unsere europäische Identität, die ja in der Aufklärung liegt.

    Was ist Aufklärung? Säkular kommt vom lateinischen “saeculum” und bedeutet “Jahrhundert”. Damit ist ein befristeter Zeitraum mit einem Anfang und einem Ende gemeint. Säkularisierung bedeutet historisch den Übergang von ewigen, gottgegebenen zu zeitgebundenen Werten. Werte und Glaubensinhalte wurden in der Säkularisierung auf einmal und erstmals in ihrem historischen Kontext gesehen. Das öffnete den historisierenden Blick. Man bezeichnete diese Entwicklung als “Aufklärung”. Sie hat den Freiheitsgedanken in die Welt gebracht. An die Stelle von Schicksal oder “Kismet” trat der sein Schicksal in die Hand nehmende, vernunftbegabte Mensch. Mit der Aufklärung wurde ihm die Vernunft zur Seite gestellt, die Frage, der Zweifel


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