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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Geiseldrama im Theater: Russlands Regierung verschleiert die Wahrheit 16. November 2010

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 05:59

Vor acht Jahren stürmten islamische Terroristen ein Moskauer Musicaltheater und nahmen alle Anwesenden als Geiseln. Bei der Befreiungsaktion starben mehr als 40 Terroristen und mehr als 120 Geiseln. Obwohl viele Fakten inzwischen bekannt sind, verbreitet die russische Regierung weiter eine ganz andere Version.

 

Acht Jahre nach der Geiselnahme im Moskauer Theaterzentrum an der Dubrowka, bei der 125 Theaterbesucher und 42 Terroristen starben, warten die Angehörigen der Opfer noch immer auf ehrliche Antworten der russischen Regierung. Vergebens! In einem Schreiben an den europäischen Menschengerichtshof in Straßburg wärmt die russische Regierung längst widerlegte Behauptungen auf, die die Moskauer Zeitung „Nowaja Gaseta“ zu dem Titel veranlasste, „So darf man nicht lügen“. Der zweite Akt des populären Musicals „Nord-Ost“ hatte gerade begonnen, da stürmten vermummte Bewaffnete auf die Bühne. Schüsse fielen. Die Zuschauer im Moskauer Kulturhaus hielten das zunächst für einen Regieeinfall, bis sie entsetzt feststellen mussten: Das ist ernst. Maskierte fuchtelten auf der Bühne mit Kalaschnikow-Maschinenpistolen. Seitlich der Sitzreihen hatten sich schwarz vermummte Frauen aufgebaut, Pistolen in den Händen und Sprengstoffgürtel um den Leib.

Es war der 23. Oktober 2002, als das 42-köpfige tschetschenische Terror-Kommando unter Mowsad Barajew das Theater überfiel. Erstmals traten auch die so genannten „schwarzen Witwen“, zum Selbstmord bereite oder gezwungene tschetschenische Frauen, massiv ans Licht der Öffentlichkeit. Auch die männlichen Mitglieder der Gruppe bezeichneten sich als „Smertniki“, als Todesbereite. Sie nahmen rund 800 Menschen – Zuschauer, darunter zahlreiche Kinder, sowie Künstler und Theatermitarbeiter – als Geiseln und verminten das gesamte Haus. Ihre Forderungen: Beendigung des Krieges in Tschetschenien und Abzug der russischen Truppen innerhalb von sieben Tagen.

Hunger, Durst, Todesangst: Präsident Wladimir Putin behauptete in einer Fernsehbotschaft zunächst, genau zu wissen, dass der Anschlag im Ausland geplant worden sei. Später machte er den damals noch lebenden Tschetschenen-Präsident Aslan Maschadow für den Überfall verantwortlich. Gleichzeitig gab der Kremlchef die Direktive aus, es gehe in erster Linie um die Befreiung der Geiseln, deren Sicherheit zu garantieren oberstes Gebot sei. Angesichts des Todes von 125 Menschen kommen Zweifel auf, ob das ernst gemeint war.

Das Martyrium der Geiseln zog sich 56 Stunden lang hin. Sie hatten Todesangst angesichts der überall im Zuschauersaal angebrachten Sprengladungen. Sie litten unter Hunger und Durst und unter unsäglichen hygienischen Bedingungen. Der Orchestergraben musste als Toilette herhalten. Vereinzelt ließen die Terroristen Unterhändler ins Gebäude. Unter ihnen war auch die bekannte  von Attentätern ermordete Journalistin Anna Politkowskaja. Als die Journalistin in der Nacht zum 25. Oktober erneut mit den Attentätern sprach, drangen ohne ihr Wissen Spezialeinheiten durch den Keller in das Theaterzentrum ein und besetzten ihre Ausgangspositionen in den zahlreichen Wirtschaftsräumen. Die Anti-Terror-Einheiten leiteten ein Betäubungsgas ins Theater, das die Tschetschenen handlungsunfähig machte, aber auch die Zuschauer betäubte. Die Spezialkräfte stürmten ins Gebäude, die bewusstlosen Terroristen – auch die Frauen – wurden ohne zu zögern mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet. Nicht ein einziger Terrorist konnte später über Einzelheiten des Kommandounternehmens befragt werden.

Stress angeblich eine der Haupttodesursachen: Die betäubten, benommenen Geiseln brachte man mit Krankenwagen, von denen es viel zu wenige gab, und mit Bussen in die umliegenden Krankenhäuser. 125 der Geiseln starben, entweder, weil sie in den Bussen ohne medizinische Hilfe an ihrem eigenen Erbrochenen erstickten, oder an den Folgen des Gasangriffs. Der Geheimdienst verschwieg die Zusammensetzung des Gases, so dass die Ärzte keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergreifen konnten. In dem Memorandum, das die russische Regierung jetzt dem Menschengerichtshof auf dessen Aufforderung hin zusandte, wird dagegen behauptet, Hauptgründe für die zahlreichen Todesopfer seien Stress und Dehydrierung gewesen. Das Gas sei auch keine chemische Waffe gewesen, weil es nur gegen die Terroristen gerichtet gewesen sei. Eine sonderbare Argumentation, denn Geiselnehmer und Geiseln befanden sich in ein und demselben Raum.

Laut Regierungsbericht sei auch keine der Geiseln ohne medizinische Hilfe gewesen. Die „Nowaja Gaseta“ verweist dagegen auf ein medizinisches Gutachten, unterzeichnet von sieben Experten. Darin wird belegt, dass 73 Menschen, darunter sechs Minderjährige, völlig ohne medizinische Hilfeleistung verstorben sind. Von offizieller Seite wird zudem behauptet, in den Krankenhäusern starben nach der Geiselnahme nur sechs Menschen. Tatsächlich waren es 71, wie aus der im Zusammenhang mit der Geiselnahme erhobenen Anklage hervorgehe, schreibt die „Nowaja Gaseta“. Und während in dem Regierungspapier behauptet wird, die Rettungsoperation sei auf hohem Niveau abgelaufen, steht in den Aussagen von 98 Zeugen, die dem Gericht in Straßburg vorliegen, dass die gesamte Operation nach dem Sturm chaotisch und unorganisiert war. Der Gerichtshof in Straßburg will jetzt die Klage von Angehörigen der Nord-Ost-Opfer im beschleunigten Verfahren behandeln.

{www.welt.de – von Manfred Quiring}

 

Geiseldrama in Moskau: Russische Truppen fahren auf

Das Geiseldrama in Moskau mit 675 Menschen in der Gewalt tschetschenischer Rebellen hat am Abend neue Dimensionen erreicht. Russland beorderte Truppen in die Hauptstadt, um „Objekte zu schützen“. Der Inlandsgeheimdienst FSB schließt weitere Aktionen der Rebellen nicht aus. Die Lage in dem von rund 50 Kidnappern belagerten Theater hatte sich am Abend mit dem Tod einer 20-jährigen Geisel dramatisch zugespitzt. Die Frau sei in einem Handgemenge getötet worden, hieß es. Die Todesursache sei ein Einschuss in den Oberkörper gewesen. Bereits am Morgen hatten die Rebellen mitgeteilt, sie hätten eine FSB-Agentin und einen Polizisten beim Eindringen in das Gebäude erschossen. Eine offizielle Bestätigung lag auch hier nicht vor. Anschließend gelang zwei Geiseln die Flucht aus dem belagerten Theater. Die Geiselnehmer hatten mehrere Granaten auf die Flüchtenden abgeschossen, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete. Eine der flüchtenden Frauen sei verletzt worden.

Laut FSB haben Vertreter von Präsident Wladimir Putin Verhandlungen mit den Kidnappern aufgenommen. Details sind noch nicht bekannt. Am Abend durften erstmals Kamerateams des russischen Fernsehens das Gebäude betreten. Die rund 50 Rebellen fordern ein Ende des Krieges in Tschetschenien sowie den Abzug der russischen Streitkräfte aus ihrer Heimat im Kaukasus. Inzwischen haben die Terroristen ihre Geiseln nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit getrennt. Männer und Frauen seien in verschiedene Räume eingeschlossen worden, teilte der Krisenstab vorort am Donnerstagabend mit. Ukrainer und andere Ausländer seien zudem von den russischen Gefangenen abgesondert worden. Bitten von Behörden, die Geiseln mit Lebensmitteln zu versorgen wurden nach Angaben des FSB abgelehnt. Die Terroristen hätten erklärt, wenn sie selber hungern müssten, dann sollten die Gefangenen das auch tun. Die Geiseln hätten seit Beginn des Dramas nur von Wasser und Schokolade gelebt. In dem Theater sollen sich noch immer zahlreiche Kinder befinden, die dringend Medikamente und Lebensmittel bräuchten.

Putin verdächtigt Hintermänner im Ausland: Putin vermutet die Hintermänner der Geiselnahme im Ausland. Die Gewalttat sei „in ausländischen Terrorzentren geplant worden“, sagte der Präsident in einer ersten öffentlichen Stellungnahme. „Dieselben Leute, die die Anschläge auf Bali organisiert haben, haben die Geiselnahme in Moskau geplant“. Die indonesischen Behörden gehen davon aus, dass die Fundamentalistenorganisation Jemaah Islamiyah hinter den Explosionen auf Bali steht, bei denen am 12. Oktober mehr als 180 Menschen getötet worden waren. Die Jemaah Islamiyah soll Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida haben. Nach Angaben des FSB befinden sich insgesamt 75 Ausländer unter den Geiseln. Die Anzahl der deutschen Geiseln ist weiter unklar. Auf einer vorläufigen Liste führt der Moskauer Krisenstab vier Deutsche auf. Der russische Geheimdienst sprach indes von bis zu sieben deutschen Gefangenen. Das Auswärtige Amt bestätigte am Donnerstag, bei drei bislang bekannten Fällen handele es sich um Frauen aus Niedersachsen und Bayern und einem Mann aus Baden-Württemberg. Des weiteren befinden sich laut FSB 23 Ukrainer, fünf Aserbaischaner, vier US-Bürger, drei Briten, drei Georgier, drei Letten, drei Türken, zwei Australier, zwei Schweizer, zwei Niederländer, ein Kanadier, ein Armenier sowie ein Bulgare und ein Moldawier in der Gewalt der Kidnapper. Einige Nationalitäten wurden nicht aufgeschlüsselt.

Geiselnehmer: „Wir werden Hunderte töten“! Die Geiselnehmer sind nach eigenen Angaben bereit, als „Märtyrer“ zu sterben. In zwei Video-Botschaften, die der arabische TV-Sender Al-Jazeera ausstrahlte, erklären nacheinander ein Mann und fünf verschleierte Frauen, sie hätten sich zu dieser Aktion in Russland entschlossen, um damit ein Ende des Krieges in Tschetschenien und einen Rückzug der russischen Truppen zu erreichen. „Jeder einzelne von uns ist bereit, dafür als Märtyrer zu sterben und hunderte Ungläubige töten“, sagte einer der Angehörigen der Gruppe, die sich selbst als tschetschenische Märtyrer-Brigade bezeichnete. Selbst wenn sie bei der Geiselnahme sterben sollten, so stünden Tausende weiterer „Märtyrer“ bereit, fügte sie hinzu.

Sieben Tage Frist: Die Rebellen setzten der russischen Führung eine siebentägige Frist zur Erfüllung ihrer Forderungen. Innerhalb dieser Zeit müsse die Frage des Abzugs der russischen Truppen aus der abtrünnigen Kaukasus-Republik Tschetschenien geklärt werden. Andernfalls werde das Gebäude ebenso gesprengt wie bei einem Versuch der Sicherheitskräfte, die Halle zu stürmen.

Reaktionen aus Deutschland: Bundeskanzler Gerhard Schröder brachte in einem Schreiben an Putin seiner Bestürzung zum Ausdruck. Seine Gedanken seien bei den Betroffenen. Außenminister Joschka Fischer erklärte in Brüssel: „Wir sind entsetzt und schockiert über den barbarischen Terroranschlag“. Auch die EU verurteilte die Geiselnahme aufs Schärfste. {Quelle: http://www.n-tv.de – 24. Oktober 2002}

 

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